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Seerechtsübereinkommen

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Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, SRÜ (engl. „United Nations Convention on the Law of the Sea“, UNCLOS) ist ein internationales Abkommen zur Regelung des Seerechts. Es wurde am 10. Dezember 1982 in Montego Bay (Jamaika) geschlossen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Eine vertragliche Regelung des internationalen Seerechts wurde notwendig, nachdem einige Staaten die alte gewohnheitsrechtliche Regel aus dem 17. Jahrhundert, welche die nationalen Küstengewässer auf eine Breite von drei Seemeilen (etwa 6 km) begrenzt, nicht mehr anerkannten. Die seewärtigen Gebiete jenseits dieser Küstengewässer wurden damals als „internationale Gewässer“ bezeichnet.

Einige Staaten beanspruchten eine erweiterte Zone, um Fischbestände zu schützen oder Rohstoffe in dem Gebiet auszubeuten. Auf einer ersten Konferenz im niederländischen Den Haag in den 1930ern berieten sich 47 Länder, konnten sich aber auf keinen Vorschlag einigen. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Truman erweiterten ihre Zone 1945 bis zum Kontinentalschelf. Zwischen 1946 und 1950 vergrößerten auch Argentinien, Chile, Peru und Ecuador ihre Küstengewässer auf 200 Seemeilen. Andere Nationen erweiterten ihren Meeresstreifen auf zwölf Seemeilen. Bis 1967 behielten nur drei Länder die alte Dreimeilenzone bei, 66 beanspruchten einen zwölf Seemeilen breiten Meeresstreifen und acht Staaten einen 200 Seemeilen breiten Streifen.

UNCLOS I, die erste von drei Konferenzen zur Klärung offener seerechtlicher Fragen, fand 1956 mit Unterhändlern von 86 Staaten im schweizerischen Genf statt; aus diesem Treffen resultierten vier verschiedene Verträge. UNCLOS II aus dem Jahr 1960 blieb insoweit ohne Ergebnis, als dass kein neues Abkommen geschlossen wurde. UNCLOS III wurde 1973 in New York eröffnet und fand erst mit Unterzeichnung des SRÜ im Jahr 1982 ihren Abschluss; insgesamt nahmen mehr als 160 Staaten an den Verhandlungen teil.

[Bearbeiten] Vertragsstaaten

Beitrittsjahr Staat Beitrittsjahr Staat
1982 Fidschi Fidschi 1996 Algerien Algerien
1983 Bahamas Bahamas Brunei Darussalam Brunei
Belize Belize Bulgarien Bulgarien
 AgyptenÄgypten Ägypten China China
Ghana Ghana Tschechien Tschechien
Jamaika Jamaika Finnland Finnland
Mexiko Mexiko Frankreich Frankreich
Namibia Namibia Georgien Georgien
Sambia Sambia Haiti Haiti
1984 Elfenbeinküste Elfenbeinküste Irland Irland
Kuba Kuba Japan Japan
Gambia Gambia  SudkoreaSüdkorea Südkorea
Philippinen Philippinen Saudi-Arabien Saudi-Arabien
Senegal Senegal Malaysia Malaysia
1985 Bahrain Bahrain Mongolei Mongolei
Kamerun Kamerun Monaco Monaco
Guinea Guinea Mauretanien Mauretanien
Irak Irak Myanmar Myanmar
Island Island Niederlande Niederlande
St. Lucia St. Lucia Norwegen Norwegen
Mali Mali Nauru Nauru
Sudan Sudan Neuseeland Neuseeland
Tansania Tansania Panama Panama
Togo Togo Palau Palau
Bild:Flag of Tunisia.svg Tunesien Rumänien Rumänien
1986 Guinea-Bissau Guinea-Bissau Slowakei Slowakei
Indonesien Indonesien Schweden Schweden
Kuwait Kuwait 1997 Benin Benin
Nigeria Nigeria Chile Chile
Paraguay Paraguay Spanien Spanien
Trinidad und Tobago Trinidad und Tobago Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
1987 Kap Verde Kap Verde  AquatorialguineaÄquatorialguinea Äquatorialguinea
 Sao Tome und PríncipeSão Tomé und Príncipe São Tomé und Príncipe Guatemala Guatemala
Jemen Jemen Mosambik Mosambik
1988 Brasilien Brasilien Pakistan Pakistan
Republik Zypern Republik Zypern Papua-Neuguinea Papua-Neuguinea
1989 Antigua und Barbuda Antigua und Barbuda Portugal Portugal
Demokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo  SudafrikaSüdafrika Südafrika
Kenia Kenia Russland Russland
Oman Oman Salomonen Salomonen
Somalia Somalia 1998 Belgien Belgien
1990 Angola Angola EG EG
Botsuana Botsuana Gabun Gabun
Uganda Uganda Laos Laos
1991 Dschibuti Dschibuti Nepal Nepal
Dominica Dominica Polen Polen
Mikronesien Mikronesien Suriname Suriname
Grenada Grenada 1999 Ukraine Ukraine
Marshallinseln Marshallinseln Vanuatu Vanuatu
Seychellen Seychellen 2000 Luxemburg Luxemburg
1992 Costa Rica Costa Rica Malediven Malediven
Uruguay Uruguay Nicaragua Nicaragua
1993 Barbados Barbados 2001 Bangladesch Bangladesch
Guyana Guyana Madagaskar Madagaskar
Honduras Honduras Serbien Serbien
Malta Malta 2002 Armenien Armenien
St. Kitts und Nevis St. Kitts und Nevis Ungarn Ungarn
Bild:Flag of Saint Vincent and the Grenadines.svg St. Vincent und die Grenadinen Katar Katar
Simbabwe Simbabwe Tuvalu Tuvalu
1994 Bild:Flag of Australia.svg Australien 2003 Albanien Albanien
Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina Kanada Kanada
Komoren Komoren Kiribati Kiribati
Deutschland Deutschland Litauen Litauen
Mazedonien Mazedonien 2004  DanemarkDänemark Dänemark
Mauritius Mauritius Lettland Lettland
Singapur Singapur 2005 Burkina Faso Burkina Faso
Sierra Leone Sierra Leone Estland Estland
Sri Lanka Sri Lanka 2006 Weißrussland Weißrussland
Vietnam Vietnam Niue Niue
1995 Argentinien Argentinien Montenegro Montenegro
 OsterreichÖsterreich Österreich 2007 Moldawien Moldawien
Bolivien Bolivien Bild:Flag of Morocco.svg Marokko
Cookinseln Cookinseln Lesotho Lesotho
Kroatien Kroatien Stand: 3. September 2007
Griechenland Griechenland
Indien Indien
Italien Italien
Jordanien Jordanien
Libanon Libanon
Samoa Samoa
Slowenien Slowenien
Tonga Tonga

Zu den Staaten, die dem Seerechtsübereinkommen nicht beigetreten sind, zählen unter anderem die Vereinigten Staaten; für sie gelten nach wie vor das Genfer Seerechtsübereinkommen von 1958 und die sonstigen völkergewohnheitsrechtlichen Regeln des Seerechts.

[Bearbeiten] Beteiligung Internationaler Organisationen

Das SRÜ sieht neben der Beteiligung von Staaten ausdrücklich auch die Möglichkeit der Beteiligung Internationaler Organisationen vor. Diese Möglichkeit wurde auf die Europäische Gemeinschaft zugeschnitten, welche hiervon auch Gebrauch gemacht hat. Da sich die Regelungen des Seerechtsübereinkommens auf Materienen erstrecken, die die Mitgliedstaaten der EG teilweise auf diese übertragen haben, haben sowohl die EG als auch die Mitgliedstaaten jeweils entsprechend ohne Vertragsschlusskompetenz gehandelt; das SRÜ wird daher insoweit auch als „Mixed Agreement“ bezeichnet.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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