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Sebastian Schertlin von Burtenbach

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Sebastian Schertlin von Burtenbach.

Sebastian Schertlin von Burtenbach (* 12. Februar 1496 in Schorndorf; † 18. November 1577 in Burtenbach) war ein bedeutender militärischer Führer von Landsknechten im 16. Jahrhundert. 1532 zum Oberkommandanten (Locotenent) über das gesamte Fußvolk des Reichsheeres ernannt, wurde er später Großmarschall, Generalkapitän, Gerichtsherr und Brandschatzmeister (siehe auch Brandschatzung).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Der Sohn eines Schorndorfer Forstmeisters, Richters und Bürgermeisters studierte nach dem Besuch der örtlichen Lateinschule in Tübingen und war mit 20 Jahren Magister. Anschließend folgte eine Tätigkeit als bischöflicher Schreiber in Konstanz. Zwei Jahre später schloss er sich dem Zeugmeister Michael Ott an, der in den Diensten des Kaisers Maximilian I. stand und Söldner im Auftrag des Feldhauptmanns suchte. 1519 eroberte Schertlin gemeinsam mit seinem Lehrmeister Georg von Frundsberg und dessen Landsknechten seine Heimatstadt Schorndorf im Kampf des Schwäbischen Bundes gegen Herzog Ulrich von Württemberg.

Da Sebastian Schertlin am Kriegshandwerk Gefallen fand, war er fortan an nahezu allen Heerzügen in Mittel- und Südeuropa in jener Zeit beteiligt. Bezeugt ist seine Teilnahme

Kaiser Karl V. erhob den Landsknechtführer 1534 wegen seiner Verdienste in den reichsunmittelbaren Adelsstand.

Bereits 1530 nahm Sebastian Schertlin in Augsburg das Amt des Stadthauptmanns an und zog mit seiner Familie im folgenden Jahr von Schorndorf in die freie Reichsstadt um. Als Stadthauptmann war er für die Verteidigung von Augsburg zuständig. Bald darauf erwarb er die in der westlichen Umgebung gelegene Herrschaft Burtenbach und nannte sich von nun an Schertlin von Burtenbach. Im Strudel von Reformation und Gegenreformation schloss er sich 1546 den Protestanten an, auf deren Seite sich auch der Rat der Stadt Augsburg mehrheitlich geschlagen hatte.

Im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 wurde Schertlin Kommandeur der gesamten Infanterie der oberdeutschen Städte. Nach anfänglichen Erfolgen seiner mit großer Umsicht geführten Truppen (er eroberte unter anderem Füssen und brandschatzte Buchloe), konnte er aber den Sieg der Kaiserlichen nicht verhindern. Die Reichsstadt Augsburg verweigerte nach dem gegnerischen Erfolg die Auslieferung ihres Stadthauptmannes. Schertlin floh nach Konstanz und weiter nach Basel. Anschließend trat er 1548 in Söldnerdienste des französischen Königs Heinrich II. Daraufhin verhängte Kaiser Karl V. die Reichsacht über ihn und zog seine Güter ein. Ab 1551 vermittelte Schertlin einen Vertrag zwischen französischem König und protestantischen Reichsfürsten auf der einen und Kaiser Karl V. auf der anderen Seite. 1553 wurde er nach Austritt aus französischen Diensten vom Kaiser begnadigt, in sein Amt als Hauptmann der Stadt Augsburg wieder eingesetzt und 1559 unter Kaiser Ferdinand sogar kaiserlicher Rat. Seinen Lebensabend verbrachte er auf den zurück erhaltenen Besitzungen in Burtenbach, wo er 1577 starb.

[Bearbeiten] Wesen und Wirken

Sebastian Schertlin von Burtenbach.

Schertlin trat nicht nur als eiskalter Stratege auf, sondern war auch ein Haudegen, der seine Soldaten persönlich in die Schlacht führte. Er musste als Landsknechtführer damals seine Truppen selbst ausrüsten und aus eigener Tasche bezahlen. Seinen Lohn erhielt er vom jeweiligen Kriegsherrn; zusätzlich durfte er sich am Vermögen der Besiegten schadlos halten. Es winkte damit ein immenser Verdienst – allerdings verbunden mit dem hohen Risiko, an Leib und Leben Schaden zu nehmen. Selbst eine einfache Verwundung konnte zum Tod führen.

Er machte keinen Hehl daraus, auf welche Weise er reich geworden war. In Rom war er mit der Bewachung des gefangen genommenen Papstes Clemens VII. betraut.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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