Das Schwarzhäupterhaus (lettisch: Melngalvju nams) auf dem Rathausplatz der lettischen Hauptstadt Riga (lettisch: Rīga) wurde 1334 als das „Neue Haus der Großen Gilde“ erstmals urkundlich erwähnt. Es diente sowohl den Kaufleuten als auch der vorwiegend deutschen Bürgerschaft Rigas für Zusammenkünfte. Das im gotischen Stil errichtete Haus entsprach mit seinem steilen Giebeldach, dessen First die stattliche Höhe von 27 Metern erreichte, in seiner Baugestalt einem mittelalterlichen Wohnhaus. Die reich mit Skulpturen und Reliefs verzierte Giebelfassade des Gebäudes, welches nach dem Vorbild holländisch-flämischer Zunfthäuser im manieristischen Stil umgestaltet wurde, ist nach ihrer originalgetreuen Rekonstruktion wieder Symbol und eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Riga.
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Die Compagnie der Schwarzen Häupter war aus der Ende des 13. Jahrhunderts tätigen Bruderschaft des Heiligen Georg hervorgegangen. Sie vereinigte junge, unverheiratete ausländische Kaufleute, die in Riga lebten, ohne das Bürgerrecht der Stadt zu besitzen. Anfangs war der Heilige Georg (Beschützer der Ritter und Krieger) der Schutzpatron dieses Bundes. Später nahm diese Rolle der Heilige Mauritius ein, dessen Symbol, der Mohrenkopf, in das Wappen der Schwarzhäupter eingegangen ist. Die Satzung der Compagnie von 1416 ist erhalten geblieben. Die Compagnie besteht heute noch mit Sitz in Bremen und ihre Mitglieder halten immer noch die alten Regeln ein. Im Jahre 1447 vermietete der Rigaer Rat den Paradesaal des Obergeschosses an die Schwarzhäupter. Der Name „Schwarzhäupterhaus“ wurde erst 1687 eingeführt, aber erst 1713 ging das Haus in deren Besitz über.
Das Schwarzhäupterhaus wurde im Zweiten Weltkrieg am 29. Juni 1941 durch den Beschuss der Sowjettruppen bei der Einnahme Rigas zerstört. 1948 wurde die verbliebene Ruine wegen der schweren Beschädigungen aber auch aus ideologischen Gründen gesprengt.
Die Fläche des Schwarzhäupterhauses wurde in den wesentlich vergrößerten Rathausmarkt einbezogen und blieb bis 1993 unbebaut. In Vorbereitung der 800-Jahr-Feier der Stadt wurde das Gebäude innerhalb von 7 Jahren (1993 - 1999) originalgetreu rekonstruiert. So wurde die in vergangener Zeit zwischen den Schwarzhäuptern und der Stadt Riga in Anerkennung der jahrhunderte alten Beziehungen getroffene „Übereinkunft“ Wirklichkeit:
| deutsch | lettisch |
|---|---|
| Sollt ich einmal fallen nieder, So erbauet mich doch wieder. |
Ja man kādreiz sagrūt būs, mani atkal celiet jūs! |
Bei der Rekonstruktion des Schwarzhäupterhauses wurde der Keller, welcher bei der Sprengung zugeschüttet wurde, von den Gebäuderesten befreit. Manches Detail konnte gerettet werden und wird nun wieder in den Kellerräumen ausgestellt.
Zu dem Gebäudekomplex gehören auch das angrenzende Schwabe-Haus und der Speicher der Blauen Garde. Zwischen dem Schwarzhäupterhaus und dem gegenüberliegendem Rathaus befindet sich das Symbol für die städtische Freiheit - der Roland mit dem Rigaer Wappen und dem Schwert.
Im Schwarzhäupterhaus befindet sich heute neben den Veranstaltungsräumen das Touristenbüro der Stadt Riga sowie ein Cafe.
Auf der Giebelspitze befindet sich die Wetterfahne „Heiliger Georg im Kampf mit dem Drachen“. Direkt darunter an der Giebelfassade befindet sich das Relief des König Arthus mit Zepter und Reichsapfel. Links von ihm auf der Fassade steht ein Löwe mit Schild und rechts von ihm ein Blumenstrauch mit Möwe.
Unter dem Relief von König Arthus befindet sich eine astronomische Uhr. Sie wurde 1626 vom Uhrmachermeister Matis als „Calendarium perpeduum“ (deutsch: „Ewiger Kalender“) hergestellt. Sie zeigt außer den Mondphasen, den Tierkreiszeichen und der Uhrzeit auch das jeweilige Datum und den Wochentag an. Die jetzige Uhr ist ein Nachbau, welcher in Regensburg hergestellt wurde.
Unter der Uhr befinden sich in einer Reihe die Stadtwappen der Hansestädte Riga, Bremen, Lübeck und Hamburg. Sie werden rechts und links von Löwen bewacht.
Jeweils unter den Stadtwappen befinden sich die Skulptur des Neptun, die Allegorien der Eintracht und des Friedens und die Skulptur des Merkur.
An den beiden Giebelseiten des benachbarten Schwabe-Hauses befinden sich Figuren der Landsknechte.
Im unteren Bereich der Fassade des Schwarzhäupterhauses sind weiterhin zu finden: Löwen, das Rigaer Stadtwappen, das Wappen der Compagnie der Schwarzen Häupter, die beiden Schutzheiligen Maria und Mauritius, die Stadtwappen von Reval und Dorpat und die Skulptur des Heiligen Georgs im Kampf mit dem Drachen.
Im Inneren des Schwarzhäupterhauses befindet sich das Zimmer des Maigrafen, welcher bei den regelmäßigen Umtrunken, welche in der Gilde und bei den Schwarzhäuptern üblich waren, den Vorsitz hatte. Im Kabinett und Archivraum der Compagnie der Schwarzen Häupter, sowie im Museum findet man eine Vielzahl von Exponaten und Leihgaben aus lettischen, deutschen und russischen Museen über die Schwarzhäupter.
Im Aufgang zum Großen Festsaal des Hauses befinden sich die Büsten von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Franz Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Richard Wagner und Johannes Brahms. Im Februar 1830 sang hier Anna Pauline Milder-Hauptmann erstmals Franz Schuberts Hirt auf dem Felsen.
Der Große Festsaal mit einer Fläche von 330 m² wurde in alter Pracht wiederhergestellt, mit allem Wand- und Deckenschmuck und den Gemälden der schwedischen Könige Gustav Adolf II., Karl XI. und Karl XII., der Königin Christine sowie der russischen Zarin Katharina II., dem Zaren Peter I. und dem Großfürsten Paul I..
Direkt an den Großen Festsaal grenzt der Lübecker Saal mit einer Fläche von 120 m². Ihn ziert das Lübecker Panorama.
Darüber hinaus gibt es einen Salon und den Lettischen Saal.
Koordinaten: 56° 56' 49.7" N, 24° 06' 24.9" O
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."