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Der Schwarzenbergplatz ist einer der bekanntesten Plätze im Wiener Stadtzentrum. Hier grenzen die Gemeindebezirke Landstraße, Wieden und Innere Stadt aneinander.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Großteil des Areals des heutigen Schwarzenbergplatzes von dem der Wiener Stadtmauer vorgelagerten Glacis eingenommen. Der – mittlerweile überwölbte – Wienfluss verlief an dieser Stelle etwa zwischen Lothringerstraße und Am Heumarkt, eine Brücke führte zum Palais Schwarzenberg. Nach dem Abriss der Stadtmauer in den Jahren 1858 bis 1863 standen nun verhältnismäßig große Flächen im Bereich von Stadtmauer und Glacis zur Verbauung zur Verfügung.
1861 wurde von Kaiser Franz Joseph I. beschlossen, dem in der Völkerschlacht bei Leipzig siegreichen Karl Philipp Fürst Schwarzenberg ein Denkmal errichten zu lassen. Das Reiterstandbild wurde vom Bildhauer Ernst Hähnel geschaffen und am 20. Oktober 1867 vollendet.
Ähnlich den Ringstraßenpalais der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden auch hier einige Prachtbauten errichtet. 1863 wurde Heinrich Ferstel mit dem Bau von zwei Palais beauftragt. Das für Erzherzog Ludwig Viktor von 1864 bis 1866 errichtete Palais Erzherzog Ludwig Viktor wurde etwa um 1900 renoviert und beherbergt heute den Neustädter Offiziersverein sowie die Spielstätte Kasino am Schwarzenbergplatz des Burgtheaters. Das vom Industriellen Franz von Wertheim ebenfalls bei Ferstel in Auftrag gegebene Palais Wertheim wurde 1868 fertiggestellt und 1910 in ein Wohn- und Bürogebäude umgewandelt. Am 27. Juli 1978 eröffnete im Parterre des Palais die erste österreichische McDonald’s-Filiale. Das Palais Ofenheim für den Eisenbahnindustriellen Viktor Ofenheim wurde 1868 nach Entwürfen der Architekten August Schwendenwein und Johann Romano errichtet und befindet sich heute im Besitz der Zürich Versicherung Österreich, die es als Bürohaus nutzt. Von Schwendenwein und Romano wurde auch das 1869 fertiggestellte Palais Wiener von Welten für Eduard Wiener von Welten entworfen. Im Vorgarten des Palais befindet sich der kleinste Weingarten Wiens. Die benachbarte, ehemalige Direktion der Staatsbahnen am Schwarzenbergplatz 3 Ecke Lothringer Straße wurde nach schweren Zerstörungen im Krieg 1950 abgetragen und erst 1983 durch eine Rekonstruktion nach Plänen des Architekten Georg Lippert ersetzt.
Anlässlich des Baus der I. Wiener Hochquellenwasserleitung wurde am 23. Oktober 1873 der Hochstrahlbrunnen mit einer Zeremonie, der auch Kaiser Franz Joseph I. beiwohnte, eröffnet. Seit 1880 trägt der Platz in Erinnerung an Karl Philipp Fürst Schwarzenberg den Namen Schwarzenbergplatz.
Auch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden am Schwarzenbergplatz prunkvolle Gebäude errichtet. Das von Ernst Gotthilf in neobarockem Stil entworfene und von Anbeginn als Bürohaus konzipierte Haus der Wiener Kaufmannschaft wurde am 7. November 1903 durch Kaiser Franz Joseph I. feierlich eröffnet. Heute ist darin die Wirtschaftskammer Österreich untergebracht. Gleich gegenüber entstand in den Jahren 1906 bis 1909 nach Plänen von Karl König das späthistoristische Haus der Industrie, das noch heute Sitz der österreichischen Industriellenvereinigung ist. Das Gebäude der Französischen Botschaft wurde von 1900 bis 1906 nach Entwürfen des Pariser Architekten Georges Chedanne errichtet.
Hinter dem Hochstrahlbrunnen wurde im August 1945, unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs, auf Veranlassung der Sowjetmacht das Heldendenkmal der Roten Armee errichtet, wo auch bis 1955 ein sowjetischer Panzer T-34 auf einem Sockel stand. Während der Besatzungszeit wurde der südliche Teil in Stalin-Platz umbenannt. Im Haus der Industrie, damals Stalinplatz 4, war der Sitz des Alliierten Rates beheimatet.
Da der Platz ein Verkehrsknoten ist, wurde er in den Jahren 2003 und 2004 nach einem Konzept des spanischen Architekten Alfredo Arribas neu gestaltet und zusätzlich mit im Boden eingelassenen Beleuchtungselementen ausgestattet, die verschiedene Lichteffekte darstellen. Im Zuge des Umbaus wurden die bis dahin vorhandenen kleinen Grünflächen entfernt, was vielfach kritisiert wurde.[1]
Der Schwarzenbergplatz ist Endstation der Straßenbahnlinie 71, die als traditionelle „Friedhofslinie“ bereits seit 1907 zum Wiener Zentralfriedhof fährt und 1996 bis nach Kaiserebersdorf verlängert wurde. Weiters verkehren hier die Straßenbahnlinien D, 1 und 2, die Buslinie 4A sowie nachts diverse Nachtbuslinien. Im Jahr 2019 soll hier eine neue Station der U-Bahnlinie U2 eröffnet werden.
Mit dem Stadtkino (ehemals Schwarzenbergkino bzw. Kammerlichtspiele) befindet sich eines der ältesten Wiener Programmkinos am Schwarzenbergplatz. Unter dem Schwarzenbergplatz verläuft nicht nur der Wienfluss, hier befand sich einst auch die Zwingburg, ein Unterschlupf für Obdachlose und Strotter, die sich in der Wiener Kanalisation zurückzogen.
Koordinaten: 48° 11′ 55" N, 16° 22′ 34" O
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