Scholar (von lateinisch scola = Schule) nannte man fahrende Schüler und Studenten, akademisch gebildete Kleriker ohne Amt und feste Stellung. Siehe auch Vagant, Goliarde. In der hoch- und spätmittelalterlichen Erzählliteratur werden Scholaren gern als Inbegriff des leichtlebigen Verführers dargestellt.
Die Universitäten der mittelalterlichen Städte mieteten sog. hospicia (lat. "Herbergen"), Wohnungen für Magister und Scholaren, an, in denen auch die Vorlesungen gehalten wurden. Ferner vermittelten sie Darlehen an minderbemittelte Scholaren, um zum einen die weite Anreise zu begünstigen, zum anderen den Schuldner an die Universität zu binden und somit die Freizügigkeit des Studenten einzuschränken.
Aus den hospicia entwickelten sich im Laufe der Zeit von Paris ausgehend die Bursen (die Vorläufer der Burschenschaften). Dabei handelte es sich meist um Wohn-, Ess- und Lerngemeinschaften, bei denen etwa 10-15 Scholaren unter der Leitung eines Magisters in klosterähnlicher Abgeschiedenheit lebten.
In den Bursen wurde auch die Deposition eingeführt. Dabei handelte es sich um eine Einführungszeremonie in die Burse, bei der der neue Scholar verkleidet, bedroht, beschimpft, zum Teil misshandelt und schließlich zu einer Beichte gezwungen wurde, woraufhin ihm schließlich die Absolution erteilt wurde, die ihm die Zahlung des Eintrittsgeldes für die Burse sowie die Kosten für ein Essen aller Bursenmitglieder auferlegte. Zeremonien dieser Art sind heute noch an französischen Hochschulen üblich und werden zunehmend geächtet und angeprangert.
Während der Wanderschaft verdingten sich die Scholaren, da sie des Lesens und Schreibens kundig waren, oft als Briefsteller auf Märkten oder Jahrmärkten. Sie erlangten damit auch vielerlei Kenntnis von Privatangelegenheiten, deren kriminelle Ausnutzung wohl auch zu dem schlechten Ruf ihres Standes beitrug.
1155 erließ Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) ein Gesetz zum Schutz der Bolognerser Scholaren, das er 1158 in Roncaglia auf alle Studenten und Professoren erweiterte ("Habita"): sie durften nicht mehr für die Schulden ihrer Landsleute festgehalten werden.
Im Lied der Franken von Joseph Victor von Scheffel (1826-1886) aus dem Jahre 1859 heißt es in der ersten Strophe:
was darauf schließen lässt, dass Scholaren auch durch die Art der Kleidung kenntlich waren und ihr freies Leben im Nachhinein eine verklärende, verherrlichende Umdeutung erfuhr.
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."