Netencyclo, The wikipedia mirror - Enzyklopädie : Schmalkalden

- Schmalkalden -

Schmalkalden :

femme russe

Schmalkalden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Hilfe:Begriffsklärung
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Schmalkalden (Begriffsklärung) aufgeführt.

Schmalkalden ist eine Stadt im Südwesten von Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Die Stadt liegt am Südwesthang des Thüringer Waldes am Zusammenfluss der Schmalkalde und der Stille.

Angrenzende Gemeinden sind Altersbach, Christes, Fambach, Floh-Seligenthal, Heßles, Metzels, Rotterode, Schwallungen, Springstille, Wasungen und Wernshausen.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Die Stadt hat folgende Ortsteile: Aue, Asbach, Breitenbach, Grumbach, Haindorf, Mittelschmalkalden, Mittelstille, Möckers, Näherstille, Reichenbach, Volkers und Weidebrunn.

Grumbach wurde am 8. März 1994 und Asbach, Mittelschmalkalden, Mittelstille und Möckers am 1. Juni 1994 eingemeindet.

[Bearbeiten] Geschichte

Der Ort wurde 874 erstmals urkundlich als „villa Smalcalta“ erwähnt. Um 1180 verliehen die Thüringer Landgrafen dem Ort die Stadtrechte.

Während der Auseinandersetzungen um den Königsthron zwischen dem Staufer Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV. wurde die Stadt im Jahre 1203 zerstört. Elisabeth von Thüringen verabschiedete sich 1227 in Schmalkalden von ihrem Gatten, Landgraf Ludwig IV. Ein Jahr später erfolgte zur Feier des Sieges Graf Poppos XIII. von Henneberg († 1245) über den Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg in Metzels die Gründung des Schmalkalder Nikolausmarktes. 1247 gelangte Schmalkalden durch den thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg an das Haus Henneberg.

1335 erhielt Schmalkalden das Stadtrecht von Gelnhausen. Landgraf Heinrich II. von Hessen bestätigte 1360 in einem Brief, dass er gemeinsam mit Elisabeth von Henneberg-Schleusingen Schmalkalden mit Zubehör von Albrecht von Nürnberg gekauft habe. Damit wurde die hennebergisch-hessische Herrschaft über Schmalkalden begründet. Das Rathaus wurde 1419 gebaut, 1437 begann der Bau der Stadtkirche.

Mit dem Tod des hennebergischen Fürstgrafen Georg Ernst im Jahre 1583 starb die hennebergische Erblinie aus. Damit endete die seit 1360 andauernde hennebergisch-hessische Doppelherrschaft. Ab 1584 regierte der hessische Landgraf Wilhelm IV. allein in der Stadt und der Herrschaft Schmalkalden. Von 1585 bis 1590 ließ Landgraf Wilhelm IV. die nach ihm benannte Wilhelmsburg errichten.[2]

Bekannt ist Schmalkalden insbesondere durch den 1531 unter der Mitführung des Landgrafen Philipp des Großmütigen von Hessen während des Konvents in seiner Stadt Schmalkalden geschlossenen Schmalkaldischen Bund, in dem sich die protestantischen Reichsstände zusammenschlossen, nachdem Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag 1530 die Confessio Augustana, d. h. das protestantische Glaubensbekenntnis, ablehnte. In der Zeit des Bestehens des Schmalkaldischen Bundes zwischen 1530 und 1547 fanden in Schmalkalden 7 der insgesamt 26 Bundestagungen statt. 1546/47 gipfelten die Auseinandersetzungen zwischen dem Bund und dem Kaiser im Schmalkaldischen Krieg.

Schmalkalden - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Schmalkalden - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Als Exklave und Mittelpunkt der Herrschaft Schmalkalden gehörte die Stadt Schmalkalden seit 1360, vollständig seit 1584, über etwa 600 Jahre zu Hessen. Mit der Auflösung der Provinz Hessen-Nassau durch die NS-Regierung zum 1. Juli 1944 wurde die Stadt zusammen mit dem Landkreis in den Regierungsbezirk Erfurt eingegliedert, der gleichzeitig der Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar unterstellt wurde und im Jahr 1945 Teil des Landes Thüringen wurde.

Bei Beginn der Zeit des Nationalsozialismus setzte die Verfolgung von Menschen aus politischen, rassistischen und religiösen Gründen ein. Zu den dabei zu Tode Gekommenen gehörten der Gründer und Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung Die Volksstimme, Ludwig Pappenheim, der im KZ Börgermoor erschossen wurde. Nach Kriegsende gab sich der Ort Kleinschmalkalden den Namen Pappenheim, aber legte ihn nach 1990 wieder ab, ebenso die Schule von Walperloh, die seit 1987 seinen Namen trug. Der Mitbegründer des KJVD Hermann Danz hatte Kontakte zur Widerstandsgruppe Neubauer-Poser in Jena, wurde aber entdeckt, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und 1945 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Die nach ihm benannte Schule in der Renthofstraße legte 1990 ihren Namen ab, auch eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus Klinge 26 wurde entfernt. In der Parkanlage Pfaffenbach erinnert ein Gedenkstein an ihn. Auf dem Friedhof Im Eichelbach erinnern Gedenksteine an beide Widerstandskämpfer. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in der Judengasse geschändet, Kultgegenstände öffentlich verbrannt und das Gebäude gesprengt. Eine Gedenktafel in der Judengasse 35 erinnert seit 1988 an dieses Geschehen. Die jüdischen und die Familien der Sinti emigrierten oder wurden in die Vernichtungslager des Ostens deportiert. Die Erbgesundheitsgerichte veranlassten die Zwangssterilisation von 272 Personen. Aus der Christlichen Pflegeanstalt Schmalkalden-Aue wurden 113 Personen zur Tötung im Rahmen des Euthanasie-Programms der Aktion T4 vorgesehen. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 1.755 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: auf dem 'Friedhof, im Stadtbauamt, im Gaswerk, im Krankenhaus, im Schlachthof, beim Straßenbau, im Forstamt, in der Bohrmühle, bei der Firma Gebrüder Heller, bei der Firma H. A. Erbe und bei der Firma Karl Braun. Insgesamt 74 Frauen, Kinder und Männer wurden Opfer der Zwangsarbeit und auf dem Friedhof Im Eichelbach begraben. 1947 wurde eine Gedenkstätte für Zwangsarbeitsopfer aus der Sowjetunion eingerichtet, die 1999 restauriert wurde.[3]

Das Gebiet Schmalkaldens ist weiterhin Bestandteil der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck.

Im Jahr 2004 wurde der Stadt der offizielle Titel einer Hochschulstadt zuerkannt.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1830 bis 1946

  • 1830: 5.327
  • 1890: 7.318
  • 1905: 9.529
  • 1910: 10.018
  • 1925: 10.440
  • 1933: 10.737
  • 1939: 10.851
  • 1946: 12.663 1

1950 bis 1997

  • 1950: 12.665 2
  • 1960: 14.022
  • 1981: 17.385
  • 1984: 17.410
  • 1994: 19.605
  • 1995: 19.391
  • 1996: 19.305
  • 1997: 19.166

1998 bis 2006

  • 1998: 18.952
  • 1999: 18.720
  • 2000: 18.551
  • 2001: 18.370
  • 2002: 18.237
  • 2003: 17.974
  • 2004: 17.896
  • 2005: 17.910
  • 2006: 17.750
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

[Bearbeiten] Politik

Der Stadtrat setzt sich mit seinen insgesamt 24 Sitzen wie folgt zusammen:

CDU  : 5 Sitze
SPD  : 2 Sitze
Die Linke  : 5 Sitze
Bürgerinitiative 63  : 12 Sitze

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „In Rot eine zweitürmige silberne Burg mit blauem Dach und vier goldenen Turmknäufen, im offenen Tor ein gespaltener Schild, darin vorn in Gold eine schwarze Henne mit rotem Kamm und roten Lappen auf grünem Dreiberg, hinten in Blau ein neunmal von Silber und Rot geteilter, golden gekrönter Löwe.“

Der Inhalt des Schildes (Henne und Löwe) geht auf die geschichtliche Entwicklung der Stadt in der Zeit von 1360 bis 1583 zurück. Während dieser Zeit lebte die Stadt Schmalkalden in einem Kondominat (Doppelherrschaft) zwischen der Landgrafschaft Hessen-Kassel und der gefürsteten Grafschaft Henneberg. Als im Jahre 1583 Graf Georg Ernst von Henneberg kinderlos starb, fielen die Henneberger Besitzungen an Landgraf Wilhelm IV von Hessen-Kassel.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Schmalkalden unterhält Städtepartnerschaften mit Fontaine in Frankreich und Recklinghausen.

Daneben gibt es Städtefreundschaften mit Tábor (Tschechien), Alpignano (Italien) sowie den deutschen Städten Dinkelsbühl und Waiblingen (seit 1990). Weiterhin bestehen freundschaftliche Beziehungen zwischen dem Schmalkalder Gymnasium dem deutschsprachigen Gymnasium in Montana (Bulgarien) (Bulgarien).

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadtkirche St. Georg
Stadtkirche St. Georg
Schloss Wilhelmsburg
Schloss Wilhelmsburg

[Bearbeiten] Bauwerke


[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Die Stadt hat keinen direkten Anschluss zu einer Bundesstraße oder einer Autobahn. Die nächste Bundesstraße ist die B 19 (EisenachMeiningen), etwa sechs Kilometer westlich der Stadt und die nächste Bundesautobahn die A 71 (Anschlussstelle Meiningen-Nord, etwa 24 Kilometer entfernt und Anschlussstelle Suhl/Zella-Mehlis, etwa 26 Kilometer entfernt). Um die Stadt für wirtschaftliche Investitionen attraktiver zu machen, hat man sich darauf geeinigt, die Bundesstraße B 62 (Bad HersfeldBarchfeld) bis zur A 71 bei Zella-Mehlis zu verlängern. In diesem Zusammenhang soll die bereits bestehende Straße ausgebaut werden. Auch eine Ortsumgehung für Schmalkalden ist im Gespräch, da der Verkehr aus dem Südthüringer Wirtschaftszentrum Suhl/Zella-Mehlis in Richtung Osthessen (Bad Hersfeld, Kassel) zugenommen hat und die bisherigen Straßen ihn nicht mehr bewältigen können. Schmalkalden liegt an der Deutschen Fachwerkstraße.

Mit der Bahnlinie WernshausenZella-Mehlis ist Schmalkalden seit 1874 an das Bahnnetz angebunden. Diese Strecke wird von der Süd-Thüringen-Bahn befahren. Der Bahnhof Schmalkalden bildet dabei den betrieblichen Mittelpunkt der Strecke, da die Züge aus Wernshausen und Zella-Mehlis faktisch hier enden bzw. nach einer längeren Pause ihre Fahrt fortsetzen.

Weitere Bahnhöfe auf Schmalkalder Stadtgebiet sind Schmalkalden Fachhochschule(Stillertor), Auehütte sowie Mittelschmalkalden.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen


[Bearbeiten] Bildung

Fachhochschule Schmalkalden, Gebäude C
Fachhochschule Schmalkalden, Gebäude C
Schmalkalden um 1900
Schmalkalden um 1900

1902 wurde die „Königliche Fachschule für Kleineisen- und Stahlwarenindustrie Schmalkalden“ gegründet, die 1918 den Status einer Staatlichen Fachschule erhielt. Seit Herbst 1950 war sie eine bedeutende Ingenieurschule der DDR.

Die Fachhochschule Schmalkalden schließt an diese Traditionen an, ist jedoch kein Rechtsnachfolger der früheren Schulen. Seit 2004 ist die Stadt berechtigt, die Bezeichnung „Hochschulstadt“ zu führen.

In Schmalkalden gibt es mit dem Berufsbildungszentrum Schmalkalden weitere Berufsausbildungsmöglichkeiten.

Schmalkalden verfügt über drei Grundschulen (in Asbach, Schmalkalden und Weidebrunn), eine Regelschule (Staatliche Regelschule Schmalkalden) und ein Gymnasium (Philipp-Melanchthon-Gymnasium Schmalkalden).

Das Staatliche Regionale Förderzentrum „Ludwig Bechstein“ Schmalkalden fördert und unterstützt die Persönlichkeit behinderter Kinder und Jugendlicher im schulischen Bereich.

Der Musikverein Schmalkalden und die Musikschule bieten musikalische Früherziehung und solide Breitenausbildung.

Weitere Bildungseinrichtungen sind die Pestalozzi-Schule Schmalkalden, das Blindeninstitut Schmalkalden und die Volkshochschule Schmalkalden.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Einwohnerzahlen
  2. Norbert Krah: Das Eisenhandwerk und die metallverarbeitende Industrie in Schmalkalden – Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2007, ISBN 3-9810525-7-9
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 256ff., ISBN 3-88864-343-0

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Schmalkalden – Bilder, Videos und Audiodateien

Schmalkalden - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Schmalkalden - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

© 2008 Netencyclo - Netencyclo Hauptseite - Datenschutz - Impressum - Program Policies
Netencyclo, the Wikipedia mirror : the biggest multilingual free-content encyclopedia on the Internet. Diese Artikel wurde zuletzt am 16. Mai 2007 um 23:12 Uhr geändert. Ihr Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. All Wikipedia content is licensed under the GNU Free Documentation License (see details). Content on this web site is provided for informational purposes only. We accept no responsibility for any loss, injury or inconvenience sustained by any person resulting from information published on this site. We encourage you to verify any critical information with the relevant authorities.