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Schlacht von Champaubert

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Schlacht von Champaubert
Teil von: Befreiungskriege
Gebiet des napoleonischen Sechs-Tage-Feldzugs
Gebiet des napoleonischen Sechs-Tage-Feldzugs
Datum 10. Februar 1814
Ort Champaubert, Frankreich
Ausgang Zerschlagung des russischen Korps Olsufiew
Konfliktparteien
Flag of France.svg Frankreich Flag of Russia.svg Russisches Reich
Befehlshaber
Napoléon Bonaparte General Sachar Olsufiew
Truppenstärke
30.000 Mann 4.000 Mann

Die Schlacht bei Champaubert fand am 10. Februar 1814 in der Umgebung des Ortes Champaubert in Frankreich im Departement Marne statt. Es war eine Schlacht des Winterfeldzuges 1814 der Befreiungskriege und die erste Schlacht in Napoleons' Sechs-Tage-Feldzug gegen die Schlesische Armee, die unter dem Befehl von Marschall Blücher stand. In der Schlacht stand die französische Armee unter Napoleon einem zahlenmäßig weit unterlegenen Korps der Koalitionstruppen unter dem russischen General Olsufiew gegenüber. Das Korps Olsufiew wurde fast vollständig aufgerieben, Olsufiew selbst geriet in napoleonische Gefangenschaft.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorgeschichte

[Bearbeiten] Die Bewegungen der Koalitionstruppen vom 2. bis 9. Februar 1814

Nach der gewonnenen Schlacht bei La Rothière am 1. Februar 1814 befanden sich die Marschalle der Koalitionstruppen in einer Hochstimmung. Schwarzenberg schrieb in einem Brief, Blücher werde sich in fünf Tagen in Paris befinden. Doch standen den weiteren Operationen der Koalitionstruppen einige Hindernisse entgegen.

Unter diesen Voraussetzungen beschlossen die Marschalle am 2. Februar 1814, dass die beiden Armeen der Koalitionstruppen auf getrennten Wegen nach Paris marschieren sollten.

[Bearbeiten] Die Bewegungen des Gros der Schlesischen Armee

Blücher bewegte sich bis zum 5. Februar 1814 mit den 24.000 Mann der russischen Korps unter Sacken und Olsufiew bis Soudron westlich von Châlon-en-Champagne. Er musste warten, denn er erwartete aus dem Westen vom Rhein her den Zugang des preußischen Korps unter Kleist (10.000 Mann) - über Koblenz von Erfurt kommend - und eines aus Teilen des Korps Langeron gebildeten neuen russischen Korps unter Kapzewitsch (8.000 Mann), das von Mainz her kam. Kleists Korps traf am 7. Februar 1814 in Châlons-en-Champagne ein, das Korps Kapzewitsch am 8. Februar 1814.

Am 6. Februar 1814 hatte Blücher neue Befehle an seine Korps herausgegeben und insbesondere entschieden, dass das Korps Sacken auf der so genannten kleinen Pariser Straße über Bergères-lés-Vertus, Étoges und Montmirail nach Westen marschieren sollte. Blücher hoffte, dem französischen Korps MacDonald so den Weg nach Paris versperren zu können. Das Korps Olsufiew sollte Sacken im Abstand eines Tagesmarsches folgen. Am 8. Februar erreichte Sacken Montmirail und Olsufiew Champaubert.

[Bearbeiten] Die Bewegungen des Gros der Böhmischen Armee

Das Gros der Böhmischen Armee sollte sich auf der wesentlich weiter südlich verlaufenden Straße über Troyes auf Paris zu bewegen. Für die ersten 50 Kilometer benötigte die Armee die fünf Tage vom 2. bis zum 7. Februar 1814. An diesem Tage erreichte sie Troyes, das Napoleon inzwischen verlassen hatte. Auf diesem Marsch wurden täglich Teile der böhmischen Armee von französischer Kavallerie in kleinere Gefechte gezwungen. Schwarzenberg verblieb bis zum 9. Februar 1814 in Troyes.

[Bearbeiten] Die Bewegungen des preußischen Korps Yorck und des französischen Korps MacDonald

Das preußische Korps unter General Yorck war am 2. Februar 1814 mit 18.000 Mann auf dem Marsch von Saint-Dizier nach Vitry-le-François. Diese Stadt hatte der französische Marschall MacDonald, vom Norden kommend bereits am 1. Februar 1814 erreicht. Vor dem heranrückenden preußischen Truppen zog er sich am 2. Februar 1814 wieder nordwärts auf der Straße nach Châlon-en-Champagne zurück. Das Yorcksche Korps folgte ihm am 3. Februar 1814 und bei dem Dorf La Chaussée-sur-Marne kam es am gleichen Tage zu einem mehrstündigen Reitergefecht mit mehreren Treffen, bei dem sich die preußische Kavallerie durchsetzte und MacDonald zum Rückzug nach Châlon-en-Champagne zwang.

Am 4. Februar 1814 gelangte auch das Korps Yorck dorthin, doch die Stadt war von den Truppen MacDonalds besetzt und wurde energisch verteidigt. Yorck sandte einen Parlamentär zu MacDonald, der diesen zur Kapitulation aufforderte. MacDonald lehnte ab, und die preußischen Truppen begannen am Abend, die Stadt zu beschießen. Allerdings ebbte der Beschuss bald ab und endete noch vor 22:00 Uhr, worüber sich die französischen Offiziere wunderten[1]. Der Grund lag darin, dass die preußischen Soldaten in den Vororten der Stadt soviel Champagner gefunden hatten, dass sie schon bald ihre Geschütze nicht mehr bedienen konnten[2].

Am nächsten Morgen, dem 5. Februar 1814, zog MacDonald mit seinen Truppen unbehelligt über die nach Süden führende Brücke über die Marne ab. Er entschied sich aber bald, nach Westen auf Épernay zu marschieren, da die weiter südlich führende Straße über Étoges und Montmirail durch Truppen Blüchers bereits verlegt war. Die Brücke über die Marne zerstörten die französischen Truppen hinter sich und ließen zunächst eine Batterie auf dem südlichen Ufer zurück, die durch Beschuss die Preußen einen Tag lang daran hinderte, die Brücke wieder instand zu setzen.

Am gleichen Tage verließ auch die französische Besatzung Vitry-le-François, ohne von den Koalitionstruppen behelligt zu werden, und schloss sich dem Korps MacDonald an.

Vom 6. bis 8. Februar 1814 zogen die Truppen von MacDonald und Yorck im Abstand eins Tagesmarsches hintereinander her entlang der Marne nach Westen. Am 8. Februar erreichte MacDonald La Ferté-sous-Jouarre, später zog er sich bis Meaux zurück. Yorck, der mit seinem Marsch einen Befehl Blüchers vom 6. Februar befolgte, erreichte mit seiner Vorhut am 8. Februar Château-Thierry, das Gros stand an diesem Tage noch bei Dormans und Épernay. Seine Truppen waren durch schlechte Ausrüstung und mangelhafte Versorgung behindert und weit auseinandergezogen. Erst nach zwei weiteren Tagen stand das gesamte Korps Yorck bei Château-Thierry auf dem Südufer der Marne. Die Marnebrücke hatten sie zwar zerstört vorgefunden, setzten sie aber behelfsmäßig wieder instand.

[Bearbeiten] Die Bewegungen der Napoleonischen Truppen

Napoleon hatte gegenüber den Koalitionstruppen den Vorteil einer exzellenten Aufklärung - zumal im Heimatland - und der Unterstützung der Bevölkerung. Andererseits stand er auch unter starkem Druck, da vielfach Zweifel daran bestand, dass er sich gegen den übermächtigen Feind werde durchsetzen können. Nach der verlorenen Schlacht bei La Rothiére vom 1. Februar 1814 suchte eine Welle der Desertationen Napoleons Truppe heim. Selbst seine eigenen Marschalle zweifelten: So verließ MacDonald für einige Tage seine Truppe und ging nach Paris, um den Verbleib seiner Familie zu regeln für den Fall einer Einnahme der Hauptstadt durch die Koalitionstruppen [3].

Nach der Schlacht bei La Rothére am 1. Februar 1814 war Napoleon mit seiner Armee nach Troyes an der Seine marschiert, wo er zunächst blieb. Vor der heranrückenden Übermacht der Böhmischen Armee verließ er Troyes mit seinen Truppen am 6. Februar 1814 und traf am 7. Februar 1814 in Nogent-sur-Seine ein. Napoleon war über die Bewegungen der Schlesischen Armee in diesen Tagen genau informiert und erkannte sein Chance sofort. Am 8. Februar 1814 verließ er mit 30.000 Mann, davon etwa ein Drittel Kavallerie, Nogent-sur-Seine und marschierte über Sézanne nach Norden. Bei ihm waren 8.000 Mann der Alten Garde, 6.000 Mann der Jungen Garde und Marmonts Korps mit 6.000 Mann, weiter die Garde-Kavallerie unter Grouchy mit 6.000 Reitern und zwei weiter Kavallerie-Korps mit je 2.000 Reitern, insgesamt mindestens 10.000 Mann zu Pferde.

Bei Nogent-sur-Seine ließ er zwei Korps unter Victor, Gérard als Rückendeckung gegen die Böhmischen Armee zurück. Ein neu eingeteiltes Korps wurde unter das Kommando von Oudinot gestellt und stand bei Provins und Nangis nordwestlich von Nogent-sur-Seine.

Am Abend des 9. Februar 1814 erreichten die Kavalleristen aus Napoleons Vorhut den Ort Baye nördlich des Petit Morin und südlich von Champaubert und trafen dort auf russische Truppen der Korps Olsufiew. Um 21:00 Uhr desselben Abends erreichte ein Kurrier Blüchers Hauptquartier in Étoges und berichtete von dem Eintreffen der französischen Truppen. Aber Blücher reagierte nicht.

[Bearbeiten] Die Topografie des Gefechtsfeldes

Die Straße von Sézanne nach Norden nach Épernay (heute D951) führt bei St. Prix über den Fluss Petit Morin. Das Flussbett liegt dort etwa 30m tiefer als die umliegenden Höhenlagen und der nördliche Talrand ist steil (Talus-Saint-Prix). Genau bei St. Prix fließt der Bach Ru de Maurupt von Norden durch ein Seitental kommend in den Petit Morin. Durch dieses Seitental führte die Straße von St. Prix über das Dorf Baye nach Champaubert. Nordöstlich von Champaubert liegt der Wald von Étoges, sonst war die Gegend frei von Bewaldung.

[Bearbeiten] Die Stellungen des Korps Olsufiew am Morgen des 10. Februar 1814

Der südlichste Vorposten lag in dem Dorf Baye. Westlich von Baye, oberhalb der Hänge zum Petit Morin hinab, standen zur Sicherung des Flussüberganges eine Brigade von etwa 2.000 Mann und eine kleine Batterie. Die Brücke war nicht beschädigt. Das Hauptkontingent Olsufiews stand bei Champaubert.

Insgesamt hatte Olsufiew 3.690 Mann und 24 Geschütze und 16 Reitpferde bei sich.[4]

[Bearbeiten] Der Gefechtsverlauf

Das Gefecht begann bereits am frühen Morgen, als Marmonts Korps begann, den Petit Morin zu überschreiten. Marmonts Soldaten rückten einerseits auf Baye vor, die Mehrzahl aber stieg den Talrand westlich von Baye hinauf. Ihnen folgen bald die ersten Kavallerie-Einheiten. Um 9:00 Uhr traf Napoleon selbst in St. Prix ein und ordnete den Vormarsch der französischen Armee.

Olsufiew versuchte sich nach Kräften zu wehren, sandte zunächst weiter Truppen nach Baye und dann alle ihm verfügbaren Männer an den Talrand westlich von Baye, wo diese schließlich eine 2 km lange Frontlinie bis zum nächsten Dorf Bannay bildeten. Aber gegen die Masse der gegnerischen Truppen waren ihre Anstrengungen vergeblich.

Olsufiew sandte mehrmals Boten zu Blücher, der sich nach Vertus zurückgezogen hatte, dieser aber beharrte darauf, es könne sich nur um eine kleine französische Einheit handeln, die da nach Norden zog, und keinesfalls könne sich Napoleon bei ihr befinden. Blücher forderte Olsufiew auf, seine Stellung zu halten.

Um 13:00 Uhr konferierte Olsufiew mit seinen Offizieren, die ihm zum Rückzug rieten, da die Umgehung und Einkesselung des russischen Korps durch die französischen Truppen drohte. Doch Olsufiew wollte dem Befehl Blüchers folgen und standhalten. Um 14:00 Uhr musste Baye geräumt werden. Der Versuch, Champaubert noch vor den Franzosen zu erreichen, gelang, doch konnten sich die Russen nicht halten und mussten bereits nach einer halben Stunde weichen. Um 15:00 Uhr ordnete Olsufiew den Rückzug des gesamten Korps durch den Wald nach Étoges an. Der Rückzug gelang nicht mehr. Auf dem freien Feld waren die russischen Soldaten den dauernden Attacken der französischen Kavallerie ausgesetzt, und die Franzosen hatten die Zeit genutzt und den Waldessaum besetzt, sie wiesen alle Versuche, dort Schutz zu finden, erfolgreich ab.

Olsufiew selbst wurde von französischen Rekruten gestellt und gefangen genommen, die erst seit einigen Wochen Kriegsdienst taten [5]. Von seinem Korps konnten sich noch 1.500 Mann in der Nacht bis Étoges durchschlagen und fanden ihren Weg zurück zur Schlesischen Armee

[Bearbeiten] Maßnahmen Napoleons nach der Schlacht

Am 11. Februar 1814 beließ Napoleon einen Teil des Korps Mamont unter Befehl des Marschalls selbst bei Champaubert mit dem Auftrag der Sicherung gegen die Truppen Blüchers, die sich bei Vertus sammelten. Er selbst wandte sich mit dem Rest seiner Armee nach Westen, um dem Korps Sacken entgegenzutreten, dem er noch am gleichen Tage, dem 11. Februar 1814 siegreich in der Schlacht bei Montmirail große Verluste zufügte.

[Bearbeiten] Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. MacDonald S 235
  2. Henckel von Donnermarck, Erinnerungen Die Episode wird in der Literatur mehrfach erwähnt, vgl. auch Förster und Damitz. In den Kellern des Vororts St.Memmie soll nach dem Vandalismus der Preußen der Champagner so hoch gestanden haben, dass man ihn mit Pferdeeimern herausschöpfen konnte. Die Kavallerie wagte nicht, in den Ort einzurücken, weil die Straßen mit Glasscherben übersät waren. Der Magistrat der Stadt präsentierte den Preußen später eine exakte schriftliche Aufstellung über den Verlust von 57.000 Flaschen Champagner in einer Nacht. Diese Ereignisse zeigen den schlechten Zustand der preußischen Truppen, die in dieser Nacht nicht zu disziplinieren waren. Je mehr Mannschaften Yorck in die Stadt sandte, um so mehr Betrunkene kamen wieder heraus.
  3. MacDonalds a.a.O.
  4. Mikhailofsky-Danilefsky S. 100 ff
  5. David Chandler

[Bearbeiten] Literatur

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