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Sankt Goarshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sankt Goarshausen
Sankt Goarshausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sankt Goarshausen hervorgehoben
50.1546055555567.7163055555556100Koordinaten: 50° 9′ N, 7° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 7 km²
Einwohner: 1419 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 203 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56346
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 121
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: VGVerw. Loreley
Dolkstraße 3 und 19
56346 St. Goarshausen
Stadtbürgermeister: Bernhard Roth

Die Loreleystadt Sankt Goarshausen liegt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz (Deutschland). Die Stadt ist Sitz der Verbandsgemeinde Loreley. Bis 1969 war St. Goarshausen Kreisstadt des Landkreises St. Goarshausen (Loreleykreis).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Blick auf St. Goarshausen (vorne) und den Rhein; im Hintergrund St. Goar mit Burg Rheinfels

[Bearbeiten] Geografische Lage

St. Goarshausen liegt am rechten Ufer des Rheins, gegenüber von Sankt Goar und ist etwa 30 km von Koblenz entfernt. Sankt Goarshausen liegt am Fuße der Loreley.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Sankt Goarshausen gehören die Stadtteile Ehrental, Wellmich und Heide.

[Bearbeiten] Geschichte

St. Goarshausen - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Stadtansicht um 1850
Stahlstich nach Tombleson

Urkundlich erwähnt wird St. Goarshausen erstmals im Jahr 1222. St. Goarshausen unterstand ab Ende des 13. Jahrhunderts der Grafschaft Katzenelnbogen und erhielt bereits 1324 Stadtrechte. Die über der Stadt liegende Burg Katz (eigentlich Burg Neu-Katzenelnbogen) wurde um 1371 durch Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen als Reaktion auf den Bau von Burg Maus (auch Deuernburg) durch die Trierer Erzbischöfe erbaut. St. Goarshausen fiel mit dem Ende des Grafengeschlechts 1479 an die Landgrafschaft Hessen. Nach Erbteilungen war es von 1583 bis 1806 Teil von Hessen-Kassel und sicherte mit Sankt Goar als einziges hessisches Gebiet beidseits des Rheins den dortigen Landgrafen einträgliche Rheinzölle.

Vorübergehend von französischen Truppen besetzt („pays reserve"), kam der Ort nach dem Wiener Kongress zum Herzogtum Nassau und wurde am 4. April 1816 Sitz des herzoglich nassauischen Amtes St. Goarshausen.

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen 1866 wurde St. Goarshausen am 1. April 1886 Kreisstadt des durch Teilung des Rheingaukreises neu geschaffenen Landkreises Sankt Goarshausen.

Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Stadt am Südrand des Brückenkopfes Koblenz und war so in den 1920-er Jahren der Alliierten Rheinlandbesetzung unterworfen. Die Stadt verblieb bis 1945 im Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Stadt mit dem ganzen Landkreis in die französische Besatzungszone und wurde so aus der hessen-nassauischen Verwaltungsstruktur herausgelöst. Sie wurde Teil von Rheinland-Pfalz. Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Wellmich eingemeindet. Am 27. September 1993 wurde der Name von St. Goarshausen in Loreleystadt Sankt Goarshausen geändert.

[Bearbeiten] Geschichte des Weins

Eine der frühesten Nennung von Weinlagen ist der 1315 schriftlich dokumentierte katzenelnbogener Hetzgenstein (Heiderstein). Im Jahre 1395 wurde dann die Loreley in den Urkunden Graf Johanns IV. von Katzenelnbogen, des ersten Rieslingwinzers der Welt, als Weinberg dokumentiert. Die besondere Unzugänglichkeit der Weinberge im Mittelrheingraben war schon damals ein Grund die Weinbergsarbeiter besonders zu entlohnen oder den Zugang zu bestimmten Lagen bei großer Hitze einfach zu verbieten.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Im Jahr 1885 hatte St. Goarshausen 1.456 meist evangelische Einwohner.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Oberhalb der Stadt liegen die Ruinen der 1806 von den Truppen Napoléon Bonapartes gesprengten Burg Katz (Neukatzenelnbogen).

Burg Katz oberhalb von St. Goarshausen

Bei Sankt Goarshausen liegt der Loreley-Felsen. Ein Besucherzentrum mit Museum informiert vor Ort über Kultur und Wirtschaft dieser Region.

In Sankt Goarshausen liegen die zwei Burgen Katz (ehemals Burg Neu-Katzenelnbogen) und Maus (auch Deuernburg oder Thurnberg genannt). Burg Katz ist nicht zur Besichtigung freigegeben, wohingegen auf Burg Maus im Stadtteil Wellmich regelmäßig eine Vogelflugschau stattfindet. Von dort aus hat man auch einen guten Ausblick auf die gegenüberliegende Ruine der Burg Rheinfels. Erreichbar ist Burg Rheinfels von St. Goarshausen aus mit der Fähre, die nächste Brücke ist 30 km entfernt. Die evangelische Kirche in St. Goarshausen wurde 1863 von Eduard Zais erbaut. Sie beherbergt eine Orgel aus dem gleichen Jahr von Christian Voigt aus Igstadt, die 2006 restauriert wurde.

Der Rhein bei St. Goarshausen-Wellmich mit Burg Maus

Die Verbindung zwischen Sankt Goar und Sankt Goarshausen wird durch eine Rheinfähre aufrecht erhalten. Über das Für und Wider, diese Fähre durch eine Brücke zu ersetzen, wird seit Jahrzehnten gestritten, wobei das Hauptargument ein durch den Bau ermöglichter wirtschaftlicher Aufschwung bzw. die touristische Förderung des inzwischen UNESCO-Welterbe gewordenen Mittelrheintals ist, gleichzeitig aber die Gremien der UNESCO eine Brücke an dieser Stelle mit den Welterbestatus für unvereinbar halten. Kritiker weisen zudem darauf hin, das zur Stärkung der Infrastruktur ein alternativer durchgehender 0-24 h Fährverkehr, welcher nicht ohne öffentliche Förderung kostendeckend durch die private Fährgesellschaft betrieben werden kann, nach einer zu kurzen Versuchsphase mit dem wegfallen der Zuschüsse durch das Land Rheinland-Pfalz wieder eingestellt werden musste.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Hauptwirtschaftszweige sind Tourismus und Weinbau. Von der früheren Bedeutung als Fischer- und Schifferstadt und als Umschlagplatz am Rhein hat St. Goarshausen vieles verloren. Nach dem mit der Verwaltungsreform verbundenen Verlust des Status als Kreisstadt an Bad Ems (siehe Geschichte des Rhein-Lahn-Kreises) löste die nahe gelegene und um einiges größeren Stadt Nastätten St. Goarshausen inzwischen auch als Mittelzentrum ab. Im November 2005 wurde die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle, die sich im ehemaligen Landratsamt befand, nach Nastätten verlegt. Auch die Auflösung der Polizeidienststelle St. Goarshausen (und eine eventuelle Verlegung nach Nastätten) ist in der Diskussion.

Im touristischen Bereich emanzipiert sich St. Goarshausen von der Schwesterstadt St. Goar gemeinsam mit der Nachbargemeinde Bornich als Projektträger des auf der Loreley errichteten Besucherzentrums[1]. Ebenfalls auf dem Loreleyplateau in der Gemarkung Bornich befindet sich die im Jahr 1939 errichtete Freilichtbühne Loreley[2].

[Bearbeiten] Wanderwege

Der neue rechtsrheinische Wanderweg über die Höhen des Rheintales, der Rheinsteig führt über die Loreley.

[Bearbeiten] Bildung

St. Goarshausen mit dem Schulgebäude des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums

Fest mit der Geschichte St. Goarshausens verwurzelt ist die Tradition des „Institut Hofmann“, heute „Wilhelm-Hofmann-Gymnasium“, das seit nunmehr 150 Jahren das Stadtbild St. Goarshausens prägt.

Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das alte Institut zerstört und das heutige Gymnasium errichtet. 1984 wurde in St. Goarshausen die Loreleyhalle errichtet, die vor allem als Schulsporthalle benutzt wird, aber auch von der Stadt St. Goarshausen und von Vereinen mitbenutzt werden darf. 1991 fand mit dem Aufstocken des rheinseitigen Querbaus die letzte große Erweiterung des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums statt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Loreley Besucherzentrum im Internet
  2. Freilichtbühne Loreley im Internet

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Dokumente

[Bearbeiten] Weblinks

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