| Russe (Русе) | |||
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| Basisdaten | |||
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| Staat: | Bulgarien | ||
| Oblast: | Russe | ||
| Einwohner: | 169.000 (31. Dez. 2005) | ||
| Koordinaten: | 43° 51′ N, 25° 58′ OKoordinaten: 43° 51′ 23″ N, 25° 58′ 14″ O | ||
| Höhe: | 29 m | ||
| Postleitzahl: | 7000 | ||
| Telefonvorwahl: | (+359) 082 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | P | ||
| Verwaltung | |||
| Bürgermeister: | Boschidar Jotow | ||
| Webpräsenz: | www.rousse.bg | ||
Russe [ˈrusɛ] (bulgarisch Русе, früher Rustschuk, türkisch Rusçuk) ist mit 169.000[1] Einwohnern die fünftgrößte Stadt in Bulgarien und die größte Stadt im Norden des Landes. Die Industriestadt stellt auch das kulturelle Zentrum Nordbulgariens dar. Bestimmend dafür sind ein Schauspielhaus, eine Oper, eine Kunstgalerie, einen Fernsehturm mit Aussichtsplattform und mehrere Hochschulen.
Russe ist die Hauptstadt des Oblast Russe, Sitz der gleichnamigen Gemeinde Russe wie auch Grenzstadt zu Rumänien. Die ihr gegenüber am anderen Ufer der Donau liegende rumänische Grenzstadt ist Giurgiu. Mit Giurgiu ist Russe über die Giurgiu-Russe-Freundschaftsbrücke verbunden.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt an der Donau durchschnittlich 29 Meter über dem Meeresspiegel nahe der Mündung des Flusses Russenski Lom. Die geografischen Koordinaten sind 43,51 Grad nördlicher Breite und 25,58 östlicher Länge. Die Entfernung von Russe nach Bukarest beträgt 80 Kilometer, nach Sofia sind es 280 Kilometer.
Früheste Siedlungsspuren stammen bereits aus dem 3. und 2. Jahrtausend v. Chr.; die Römer gründeten hier Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr. die Hafenstadt Sexaginta Prista (Stadt der 60 Schiffe). Sie hatte die Aufgabe, die Nordgrenze des Römischen Reiches gegen Überfälle der nördlich der Donau lebenden Völker zu schützen.
Die Stadt wird bis zum 5. Jahrhundert erwähnt. Dann entstand südlich der heutigen Stadt Russe am Russenski Lom die Siedlung Tscherwen, die bis zu den Eroberungszügen der Osmanen existierte. Um das 15. Jahrhundert bildete sich die jetzige Stadt heraus, die für die Osmanen wachsende strategische und wirtschaftliche Bedeutung erlangte. Sie wurde zu einem wichtigen Bestandteil des Festungssystems in den nördlichen Provinzen des Osmanischen Reiches.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Russe Sitz einer großen administrativen Region (Tuna-Vilayet) und Residenz des Midhat Pascha. Rustschuk, so der damalige Name, entwickelte sich zu einem Handelszentrum mit starker Festung. Viele europäische Konsulate wurden eröffnet; Hotels, Schulen und eine Bibliothek entstanden.
Die Entwicklung der Stadt wurde durch die Donauschifffahrt und durch die am 7. November 1866 eröffnete erste Eisenbahnlinie des Landes, Russe-Warna, die erste Endstation des Orient-Express, gefördert. Bereits 1878, im Jahr der Befreiung von der osmanischen Herrschaft, zählte Russe über 26.000 Einwohner und war die größte Stadt im damaligen Fürstentum Bulgarien.
Russe besitzt ein Schauspielhaus, eine Oper, ein Puppentheater und ein Synphonieorchester.
Die Staatsoper Russe wird von Ivan Kiurkchiev geleitet, der früher selbst Sänger war und von Giuseppe di Stefano ausgebildet wurde. Er ist Gewinner des Caruso-Wettbewerbs.
Die Stadt beherbergt ein historisches Museum, ein naturwissenschaftliches Museum, ein Verkehrsmuseum und die Kunstgalerie.
Auffällig im Zentrum der Stadt sind die vielen schönen Häuser aus der Zeit des Barocks und der Renaissance. Die Stadt wird deswegen gern „Klein Wien“ genannt. Von nationaler Bedeutung sind unter anderem das Volkstheater Sawa Ognjanow, die Gemäldegalerie, die Bezirksbibliothek, die Musikschule, das Gerichtsgebäude und die katholische Kirche. Gegenüber dem Rathaus steht die „Freiheitsstatue“, dem New Yorker Original nachgeahmt, von dem italienischen Bildhauer Arnoldo Zocchi errichtet.
Am Donauufer befindet sich das Hotel Riga, ein 22 Stockwerke hohes Hotel, von dem man einen weiten Blick über die Stadt, die Donau, den Hafen und bis nach Rumänien hinein hat. Nicht weit von hier steht das Denkmal für den Heerführer Stefan Karadscha.
Die größte Gedenkstätte Russes ist das "Pantheon der Kämpfer der Wiedergeburt", dessen große vergoldete Kupel bei klarem Wetter vom Flugzeug zu sehen ist (Bulgarische Wiedergeburt). In ihm sind 30 namhafte Freiheitskämpfer bestattet. Beim neuen Bahnhof ist ein Festungstor aus der Türkenzeit sehenswert. Der 204 Meter hohe Fernsehturm mit Aussichtsplattform ist höchstes Gebäude Bulgariens.
Nördlich von Russe, ungefähr sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, findet man die sogenannte "Brücke der Freundschaft" - die mit 2,8 Kilometer längste Stahlbrücke Europas. Sie besteht aus zwei Etagen - oben fahren Autos, unten die Eisenbahn. Gebaut wurde sie im Jahre 1954, restauriert 2003 mit Geldern der Europäischen Union.
Elf Kilometer östlich der Stadt liegt der Waldpark Lipnik mit Hotel, Gaststätte, zahlreichen Ferienheimen, Sportanlagen und einem Campingplatz.
Unweit der Stadt Russe, nahe Iwanowo, befindet sich der Naturpark Russenski Lom mit den zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Felskirchen von Iwanowo.
Russe ist Industriestadt (Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, Maschinenbau, Flussschiffbau und anderes). In der Umgebung der Stadt werden Zuckerrüben und Weintrauben angebaut. Seit Eintritt Bulgariens und Rumäniens in die Europäische Union nutzen rumänische Bürger den Preisunterschied für Konsumgüter und Dienstleistungen auf bulgarischer Seite: Tausende Rumänen kaufen in Russe zum Teil für den halben Preis ein und transportieren ganze Autoladungen ab.
Die Stadt besitzt den größten bulgarischen Donauhafen und ist ein Eisenbahn- und Straßenverkehrsknotenpunkt. Über die von den Sowjets aus eher strategischen Gründen anfangs der 50er Jahre erbaute kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke nach Giurgiu wird ein großer Teil der Aus- und Einfuhrgüter Bulgariens transportiert. Viele Touristen und Pendler im kleinen Grenzverkehr benutzen die Brücke bei der Ein- und Ausfahrt, beklagen sich jedoch darüber, daß auf beiden Seiten ein nicht unerheblicher Brückenmaut erhoben wird, wovon nur ein geringer Teil in die Erhaltung des altersschwachen Bauwerks investiert wird.
Russe ist Standort einer Universität, sowie von Deutsch-, Englisch- und Europäischen Sprachengymnasien.
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