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Ein Runder Tisch wird oft eingesetzt als symbolische Sitzordnung einer Konferenz zur Bewältigung von Krisen, in der Vertreter verschiedener Institutionen gleichberechtigt, d. h. ohne Hierarchiestufen oder Vorsitzenden, einen von allen Seiten anerkannten Kompromiss finden wollen. Ein bekanntes Beispiel sind die Runden Tische, an denen die Revolutionen im Jahr 1989 ausgehandelt wurden.
Der Begriff ist verwandt mit der legendären Tafelrunde am Hofe von König Artus, im Englischen umfasst round table sowohl die mittelalterliche als auch die moderne Bedeutung.
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Die erste Verwendung als eigenständiger Begriff bezeichnete die Gespräche am Runden Tisch in Polen, die in der Übergangsphase vom sozialistischen Staat zur demokratischen Republik zwischen dem 6. Februar und dem 5. April 1989 stattfanden. Teilnehmer waren Vertreter der regierenden Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, der oppositionellen Gewerkschaft Solidarność, der katholischen Kirche und anderer Gruppen. Das erste Treffen am Runden Tisch fand am 6. Februar 1989 statt. Der eigentliche Tisch ist heute im Präsidentenpalais zu sehen. Er hat einen Durchmesser von neun Metern und bietet 57 Personen Platz. [1]
In der Deutschen Demokratischen Republik wurde auf Initiative von Demokratie Jetzt im Zuge der Friedlichen Revolution ein Zentraler Runder Tisch eingerichtet. Dieser orientierte sich in der Symbolik der Bezeichnung am Runden Tisch in Polen, übernahm aber nicht die runde Form, sondern war rechteckig. Er trat am 7. Dezember 1989 zum ersten Mal zusammen und beeinflusste in der Zeit bis zur Volkskammerwahl im März 1990 stark die Arbeit des Kabinetts Modrow. Die ersten drei Sitzungen des Runden Tisches am 7., 18. und 22. Dezember 1989 fanden im Gottesdienstraum der Herrnhuter Brüdergemeine im Bonhoefferhaus in Berlin-Mitte statt. Von der 4. Sitzung am 27. Dezember 1989 an bis zur 16. und letzten Sitzung am 12. März 1990 tagte der Runde Tisch im Konferenzgebäude des Ministerrates der DDR am Schloss Schönhausen in Berlin-Pankow, Ossietzkystraße. Auf Initiative der sieben neuen Gruppierungen, die zunächst am Runden Tisch beteiligt waren, wurde dieser von Vertretern der Kirchen einberufen und moderiert. Die Moderatoren, die kein Stimmrecht besaßen, waren der Pastor und Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg Martin Ziegler, der katholische Pfarrer Karl-Heinz Ducke und der Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche, zu der Zeit Sekretär der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR, Martin Lange.[2] In der Folge wurden nach seinem Vorbild eine Vielzahl Runder Tische auf unterschiedlichen Ebenen bis hin zur kommunalen Ebene eingerichtet, die in der Regel bis zu den Kommunalwahlen am 6. Mai 1990 arbeiteten.
Einer der ersten und wichtigsten Verhandlungspunkte am Zentralen Runden Tisch war die Auflösung des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) bzw. dessen Nachfolger das Amt für Nationale Sicherheit (ANS). Hierzu wurden in den Folgesitzungen von der Regierung Modrow entsprechende Nachweise über die Entwaffnung des Staatssicherheitsdienstes verlangt[3].