Netencyclo, The wikipedia mirror - The biggest multilingual encyclopedia : Rudolf Hilferding

- Rudolf Hilferding -

Rudolf Hilferding :

Outils :

Vous avez un site web ? Un blog ?

 Netencyclo Directory Project 




Mettre en favoris !

Add to Netvibes
Technorati reactions
rencontre

Rudolf Hilferding

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Rudolf Hilferding (1923).

Rudolf Hilferding (* 10. August 1877 in Wien; † 11. Februar 1941 in Paris) war ein deutscher Politiker, Publizist und marxistischer Theoretiker und Ökonom österreichischer Herkunft. Während der Weimarer Republik war er 1923 und von 1928 bis 1929 Reichsfinanzminister. Er entwickelte die Stamokaptheorie. Sein Hauptwerk zum Thema ist Das Finanzkapital. Er war von 1904-25 gemeinsam mit Max Adler Herausgeber der Marx-Studien.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Hilferding war Kind des jüdischen Kaufmanns Emil Hilferding und dessen Frau Anna, geborene Liß. 1904 heiratete er die österreichische Lehrerin, Ärztin und Vertreterin der Individualpsychologie Margarete Hönigsberg; die Ehe wurde 1922 geschieden.

Von 1896-1901 studierte er in Wien Medizin, daneben befasste er sich mit Nationalökonomie und Finanzwirtschaft. Während der Studienzeit nimmt er Kontakt zur Sozialdemokratischen Partei auf, tritt der sozialdemokratischen Studentenvereinigung bei. Nach der Promotion zum Dr. med. 1901 praktizierte Hilferding zunächst als Kinderarzt, 1906 wechselte er als Dozent für Nationalökonomie an die Parteischule der SPD in Berlin, schied aber bereits im folgenden Jahr nach einer Ausweisungsandrohung seitens der preußischen Polizei wieder aus und arbeitete von 1907 bis 1915 als politischer Schriftleiter des SPD-Zentralorgans Vorwärts.

1915 bis 1918 war er Feldarzt der österreichisch-ungarischen Armee. Hilferding war ab 1917 Mitglied der USPD und von 1918 bis 1923 Chefredakteur des USPD-Zentralorgans Freiheit, das mit dem Vorwärts konkurrierte. In dieser Funktion zog er sich die Kritik Kurt Tucholskys zu, der Hilferding ein nicht gerade schmeichelhaftes „Dienstzeugnis“ ausstellte:

„Herr Dr. Rudolf Hilferding wurde vom Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie in die Redaktion der Freiheit entsandt. Es gelang ihm, das gefährliche Blatt in zwei Jahren derart herunterzuwirtschaften, daß sowohl von einer Gefahr wie von einem Blatt nicht mehr gesprochen werden kann. Herr Rudolf Hilferding gilt in Finanzkreisen als ausgezeichneter Mediziner. Von ihm gibt es ein Aufsehen erregt habendes Werk: Das Finanzkapital. Seine Bequemlichkeit hat ihn leider daran gehindert, das Buch zu lesen.“
Kaspar Hauser: Dienstzeugnisse. In: Die Weltbühne, 3. März 1925, S. 329
Rudolf Hilferding im Gespräch mit Otto Braun (rechts) und Paul Löbe (links), Aufnahme aus dem Jahr 1930

Hilferding engagierte sich im Folgenden für den Wiederanschluss der USPD an die SPD, der 1922 vollzogen werden konnte. Die Einführung der Rentenmark ab dem Spätherbst 1923, die späterhin als Rettung der Mark angesehen wurde, wurde als Leistung von Hjalmar Schacht betrachtet, jedoch war Hilferding der Ideengeber, nicht Schacht. Schacht setzte Hilferdings Ideen nur um. Im ersten Kabinett der Großen Koalition mit Gustav Stresemann als Reichskanzler war er vom 13. August bis zum 6. Oktober 1923 Reichsfinanzminister. Von 1920 bis 1925 war er Mitglied im vorläufigen Reichswirtschaftsrat. [1] Von 1924 bis 1933 saß er als Abgeordneter für die SPD im Reichstag. Unter Reichskanzler Hermann Müller (SPD) übernahm er 1928 erneut das Amt des Finanzministers. In diesem sogenannten Kabinett der Persönlichkeiten enttäuschte Hilferding die Erwartungen auch seiner eigenen Partei (nach Hagen Schulze galt er als „notorischer Faulpelz“) und verlor sein Amt nach dem New Yorker Börsencrash Ende Dezember 1929, weil er an der Reichsbank vorbei Kassenkredite für das Reich aufnehmen wollte [2].

1933 ausgebürgert (Emigration), ging er zunächst nach Zürich, ab 1938 lebte er in Frankreich. Er war Mitglied des Exilvorstands der SPD (SoPaDe). 1934 verfasste er das Prager Manifest, mit dem der Exilvorstand der Partei unter dem Druck der innerparteilichen Oppositionsgruppen Revolutionäre Sozialisten Deutschlands und Neu Beginnen zum revolutionären Umsturz des nationalsozialistischen Regimes aufrief.

Nach der deutschen Besetzung Frankreichs wurde Hilferding in Marseille von den französischen Behörden verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert. Er starb am 11. Februar 1941 nach Folterungen in Gestapohaft in Paris.

[Bearbeiten] Bedeutung

Hilferding gilt wegen seiner Herkunft als wichtiger Vertreter des so genannten Austromarxismus. Mitte der 1920er Jahre, nach der Wiedervereinigung von SPD und USPD, wurde er als „führender theoretischer Kopf der Partei“ (SPD) angesehen. Friedrich Stampfer bezeichnete Hilferding als Meister in der Kunst, die marxistischen Lehren den praktischen Bedürfnissen entsprechend zu adaptieren.

Sein theoretisches Hauptwerk Das Finanzkapital von 1910 und die darauf aufbauende Theorie des Organisierten Kapitalismus war die Basis für die sozialdemokratische Entwicklung hin zum Reformismus und Demokratischen Sozialismus.

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Vgl. Boris Schilmar: Der Europadiskurs im deutschen Exil 1933-1945, Verlag: Oldenbourg 2004, Anhang Seite 365, ISBN 3486568299
  2. Ernst Rudolf Huber, Deutsche Verfassungsgeschichte, Band 7, Stuttgart 1984, S. 706
rencontre

Rudolf Hilferding - En savoir plus

Rencontre Rudolf Hilferding - Articles à  la une


"Je rencontre quelques peines, je rencontre beaucoup de joie, c'est parfois une question de chance, souvent une rencontre de choix."
© 2009 Netencyclo - Netencyclo Home - Terms of Service - Privacy Policy - Program Policies
Netencyclo, the Wikipedia mirror : the biggest multilingual free-content encyclopedia on the Internet. Cet article, miroir de l'article de Wikipédia est conforme aux termes de la GFDL All Wikipedia content is licensed under the GNU Free Documentation License (see details). Content on this web site is provided for informational purposes only. We accept no responsibility for any loss, injury or inconvenience sustained by any person resulting from information published on this site. We encourage you to verify any critical information with the relevant authorities.