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Rodau (Main)

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Rodau
Verlauf der Rodau

Verlauf der Rodau

Daten
Lage Hessen, Deutschland
Gewässerkennzahl 24792
Länge ca. 27,6 km[1]dep1
Quelle in einem waldreichen Quellgebiet westlich von Rödermark-UrberachVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Mündung bei Mühlheim in den MainVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSKOORDINATE_fehlt
Flusssystem Rhein
Einzugsgebiet 163 km2[2]dep1
Abflussmenge

MQ: 628,1 l/s (MQ)[1]dep1

Die Rodau ist ein knapp 28 km langer Bach im südhessischen Kreis Offenbach. Sie ist ein linker und südlicher Zufluss des Mains. Sie ist ein Gewässer vom Typ Fließgewässer der Niederungen[3]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verlauf

Die Rodau entsteht in einem waldreichen Quellgebiet westlich von Rödermark-Urberach und durchfließt Urberach und Ober-Roden, alle fünf Stadtteile der Stadt Rodgau, das Gemarkungsgebiet von Obertshausen und den Ort Lämmerspiel.

Bei Mühlheim fließt die Bieber (auch Bieberbach genannt) in die Rodau, die ihrerseits wenige hundert Meter weiter in den Main mündet.

[Bearbeiten] Historische Bedeutung

Älteste Darstellung der Rodau auf einer Karte von 1581

Durch Funde aus der Jungsteinzeit in Nieder-Roden ist eine frühe Besiedlung des Gebietes an der Rodau nachgewiesen. Grabfunde aus der Bronzezeit nahe der Rodau vervollständigen das spärliche Siedlungsbild. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurden die dichten Wälder des Rodgaus mehr und mehr gerodet, was der Gegend den Namen gab.

Die erste urkundlich erwähnte Besiedlung an der Rodau ist auf das Jahr 786 im Lorscher Codex fixiert. Hierin wird das Kloster Rotaha, an der Rodau gelegen, in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch genannt. Die genaue Lage Rotahas ist nicht näher bezeichnet, wird aber aufgrund alter Flurbezeichnungen in Nieder-Roden oder Ober-Roden vermutet.

Unmittelbar an der Rodau gelegen wurde 1108 eine Wasserburg der Herren von Hagenhausen als Haginhusen urkundlich erwähnt. Reste dieser Burg schlummern noch unter einer Wiese nahe der Rodau an der heutigen Burgstraße von Hainhausen. Das Geschlecht der Hagenhausener, die nach ihrer Übersiedlung in den Taunus als "Eppsteiner" ein Stück deutsche Geschichte des Mittelalters mitschrieben, erlangte vom 13. Jahrhundert an große Bedeutung und Macht.

[Bearbeiten] Bauwerke

Bergmühle (Museum) an der Rodau in Mühlheim

Am Lauf der Rodau befanden sich ursprünglich zwölf Wassermühlen, von denen fünf noch als Gebäude existent sind und eine davon in Mühlheim als Museumsmühle betrieben wird.

An der Rodau liegen zwischen Ober-Roden und Nieder-Roden das Gruppenklärwerk der Stadt Rödermark und zwischen Weiskirchen und Obertshausen das Klärwerk der Stadt Rodgau.

[Bearbeiten] Bachkorrekturen

In den Jahren 1938 und 1939 wurde die Rodau durch Strafgefangene des Lagers Rollwald auf weiten Strecken begradigt und tiefer gelegt. In den 60er Jahren wurde sie an einzelnen Stellen verrohrt und durch das in Nieder-Roden errichtete Bürgerhaus sogar überbaut. Zudem setzte man mehrere Sperrwehren außer Funktion. Dadurch verursachte am 19. August 1981 ein 24-stündiger Dauerregen weitläufige Überschwemmungen im Stadtgebiet Rodgaus, besonders in Nieder-Roden, mit hohen Sachschäden.

In den 1990er Jahren wurden die abgebauten Sperrwehre als Hochwasserschutz erneuert und 2003 mit der Renaturierung des Rodau-Unterlaufs begonnen. Heute windet sich die Rodau zwischen Rodgau-Weiskirchen und Mühlheim am Main wieder in ihrem "alten" Bachbett. Seit der Renaturierung hat die Artenvielfalt zugenommen. Anstatt nur fünf sind nun zehn Fischarten beobachtet worden: unter anderen Gründling, Dreistachliger Stichling, Schmerle, Döbel, Hasel und Giebel. An den Ufern beginnt sich eine naturnahe Ufervegetation zu entwickeln. Die Gewässerstrukturgüte hat sich auf Güteklasse 3 verbessert. Vor allem die "Wasser-Land-Verzahnung" und die "Unterwasserlandschaft" wurden verbessert. Die Gewässergüte hat sich von Klasse II-III auf Güteklasse II verbessert.

[Bearbeiten] Rad- und Wanderwege

Von Weiskirchen bis zur Mündung in den Main führt der Rodauweg, Teil des Projektes Regionalpark Rhein-Main an der Rodau entlang, ebenso der Mühlenwanderweg.

[Bearbeiten] Zuflüsse

[Bearbeiten] Bildergalerie

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Kartenservice zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen
  2. Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie: Retentionskataster Flussgebiet Rodau
  3. Typ 19: Kleine Niederungsfließgewässer in Fluss- und Stromtälern

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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