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Ringtheaterbrand

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Die Ruine des Ringtheaters am 8. Dezember 1881
Das Ringtheater vor dem Brand

Der Ringtheaterbrand war eine der größten Brandkatastrophen des 19. Jahrhunderts in Österreich-Ungarn und ereignete sich am 8. Dezember 1881 in Wien. Die Anzahl der Todesopfer liegt nach offiziellen Angaben bei 384; Schätzungen gehen von noch mehr Toten aus.[1]

Zu der Zeit fand im Ringtheater die zweite Vorstellung von Jacques Offenbachs Hoffmanns Erzählungen statt. Die Besucher nahmen ihre Plätze ein, während hinter der Bühne bei fünf Schaukästen die Gasbeleuchtung entzündet wurde. Durch Versagen der elektropneumatischen Zündvorrichtungen strömte Gas aus, welches beim nächsten Zündversuch explodierte. Das entstehende Feuer sprang zunächst auf die Prospektzüge über, bevor es sich rasch über den Rest der Bühne und schließlich im Zuschauerraum ausbreitete.

Aber erst eine halbe Stunde später versuchte man, die Zuschauer zu retten. Grundlegende Probleme kamen dazu. Die Notbeleuchtung, die aus Öllampen bestanden, soll nicht gebrannt haben, da aus Geldmangel die Lampen nur bei Überprüfungen gefüllt worden sein sollen. Außerdem öffneten sich die Notausgänge nicht nach außen, sondern nach innen. Dadurch konnten die Besucher das Gebäude nicht mehr rechtzeitig verlassen. Ein durch ein seitliches Fenster einströmender Luftzug fachte das Feuer weiter an. Die Polizei hielt im Theatervorraum Retter aufgrund einer Fehleinschätzung mit dem Hinweis „Alles gerettet!“ von weiteren Rettungsversuchen ab.[1]

Unter den Toten befand sich auch Ladislaus Vetsera, ein Bruder von Mary von Vetsera.

Der Brand hatte internationale Auswirkungen auf den vorbeugenden Brandschutz vor allem im Theaterbereich. So wurde beispielsweise der Eiserne Vorhang zur Trennung der Bühne vom Zuschauerraum eingeführt und die Dekorationen mussten ab diesem Zeitpunkt imprägniert werden.

Aus Betroffenheit wurde an der Stelle des niedergebrannten Theaters aus privaten Mitteln von Kaiser Franz Joseph das so genannte Sühnhaus errichtet. Die Mieteinnahmen dieses Zinshauses flossen karitativen Zwecken zu. Das Gebäude wurde 1945 bei Kriegsende schwer beschädigt und musste 1951 abgetragen werden. Heute steht auf dem Areal das Amtsgebäude der Bundespolizeidirektion Wien.

Der Prozess gegen die Verantwortlichen des Brandes wurde literarisch in den 1960er Jahren von Helmut Qualtinger und Carl Merz unter dem Titel Anatomie einer Katastrophe beschrieben. Verfilmt wurde der Text unter dem Titel „Alles gerettet. Der Ringtheaterprozeß“.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Zeitzeichen auf WDR 5 am 8. Dezember 2006

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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