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| Wappen | Karte | |||
| Basisdaten | ||||
| Fläche: | 38,68 km² | |||
| Einwohner: | 77.933 (Dezember 2007) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 2.015 Einwohner/km² | |||
| Gliederung: | ||||
| Postleitzahlen: | 47226, 47228, 47229, 47239 | |||
| Telefonvorwahl: | +49 2065 … (Rheinhausen), +49 2151 … (Rumeln-Kaldenhausen) |
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| Sitzverteilung der Bezirksvertretung (2004) | ||||
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Rheinhausen, bis 1975 kreisangehörige Stadt des Kreises Moers ist heute ein Bezirk der Stadt Duisburg mit 77.933 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2007) und einer Fläche von 38,68 km². Er liegt auf der linken Rheinseite. Nachbarstädte sind Moers und Krefeld. Zum Stadtbezirk gehören die Stadtteile Rumeln-Kaldenhausen, Schwarzenberg, Hochemmerich mit dem bäuerlich strukturierten Ortsteil Asterlagen, Bergheim mit dem Ortsteil Trompet-Oestrum, Friemersheim, sowie der Stadtteil Rheinhausen-Mitte mit 8614 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2007). Das Gebiet liegt innerhalb des Regierungsbezirkes Düsseldorf und des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Zuständiges Amtsgericht: Duisburg; zuständiger Landschaftsverband und zuständige Landesversicherungsanstalt: Rheinland.
Telefonvorwahl: 02065 (bzw. 02151 Rumeln-Kaldenhausen), Postleitzahlen: 47226 (Hochemmerich), 47228 (Asterlagen, Bergheim), 47229 (Friemersheim), 47239 (Rumeln-Kaldenhausen). Autokennzeichen: DU (bis 1975 MO).
Inhaltsverzeichnis |
Am 1. Juli 1934 erhält die Landgemeinde Rheinhausen Stadtrechte. Bereits 1923 waren die Vorgängergemeinden Hochemmerich, Friemersheim, Rumeln und Kaldenhausen zur größten Landgemeinde Preußens vereinigt worden. Mit der Verleihung der Stadtrechte durch den preußischen Innenminister schieden die Ortsteile Rumeln und Kaldenhausen aus und bildeten eine eigene Gemeinde. Das am linken Niederrhein gelegene Rheinhausen war zugehörig zum Kreis Moers, was sich durch die kommunale Gebietsreform in NRW änderte. Seit dem 1. Januar 1975 ist Rheinhausen ein Duisburger Stadtteil, wobei Rumeln-Kaldenhausen nun wieder Bestandteil des Stadtbezirkes ist. Letzter Rheinhauser Bürgermeister war Johann Asch, nach dem in Rheinhausen ein Platz benannt ist.
Siedlungsspuren lassen sich in Rheinhausen bis in die Römerzeit nachweisen. So wurden bei Kanalisationsarbeiten in der Zechensiedlung Diergardt am Ende des Grünen Weges Überreste einer römischen Wachstation gefunden, die zum Schutze des Limes dort gebaut worden war. Eine Bronzetafel und Straßenmarkierungen erinnern daran. Die alte Römerstraße am linken Niederrhein (z.T. als B 57) verläuft am Rande Rheinhausens. An der Stadtgrenze zu Moers befinden sich Reste eines Außenlagers der Römer, genannt Asciburgium. Auch soll der aus Irland stammende Bischof Ludger unter anderem auch in der Gegend von Rheinhausen als Missionar tätig gewesen sein.
Die Ortsteile Hochemmerich und Friemersheim wurden schon um 900 urkundlich erwähnt, und zwar als „Kirchdorf Hochemmerich“ und „Herrlichkeit Friemersheim“. Schon Karl der Große soll hier einen Reichstag abgehalten haben und zu Beginn des 9. Jahrhunderts schenkte er Friemersheim dem Kloster (Essen-) Werden. Während das Kirchspiel Hochemmerich schon lange zur Grafschaft Moers gehörte, wechselte die Herrlichkeit Friemersheim im 14. Jahrhundert den Besitzer. Die Bewohner der Grafschaft Moers wurden bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts protestantisch (lutherisch, später calvinistisch, auch reformiert genannt). 1702 fiel die Grafschaft Moers an das Königreich Preußen im Rahmen einer Erbfolge. 1707 wurde die Grafschaft Moers ein Fürstentum.
Zwischen 1794 und 1814 war die Region unter Napoleon französisches Territorium, u.a. wurde der Code Civil hier eingeführt. Ab 1814 gehörte die Region als Ergebnis des Wiener Kongresses wiederum zu Preußen (als Teil der Rheinprovinz). Bis heute gelten in den linksrheinischen Stadtteilen Rheinhausen und Homberg Relikte aus dem napoleonischen Code Civil, z.B. das Nur-Notar-System.
Auf Initiative von Friedrich Alfred Krupp im Jahre 1896 wurden die Planungen für das Hüttenwerk Rheinhausen aufgenommen. Bereits am 18. Dezember 1897 wurden die ersten Hochöfen angeblasen. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg galt das Werk als das größte Europas. Die Produkte umfassten Schienen, Stab- und Profilstahl, Halbzeug, Schwellen und Walzdraht.
Mit der Ansiedlung der Firma Krupp Ende des 19. Jahrhunderts begann eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte der Stadt (bzw. ihrer Vorgängergemeinden), allerdings auch starker Umweltverschmutzung. Das Dorf Bliersheim verschwand völlig unter dem Industriegelände der Firma Krupp. Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Vorgängergemeinden ca. 5.000 Einwohner, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zählte die Stadt rund 46.000 Einwohner. Sie waren in mehreren großen Schüben, vor allem aus dem oberschlesischen Bergbaugebiet, hierhin gezogen, um in den Zechen Diergardt und Mevissen, vor allem aber im Kruppschen Hüttenwerk Arbeit zu finden.
Die Firma Krupp nahm lange Zeit eine wichtige Rolle für die urbane Entwicklung Rheinhausens ein: Krupp ließ eine Mustersiedlung für die Stahlarbeiter bauen (Margarethensiedlung), einen kleinen Bahnhof am Werkstor I (Bahnhof Rheinhausen-Ost) sowie ein Krankenhaus, das den Namen seiner Ehefrau Bertha trug, außerdem zahlreiche weitere Sozialeinrichtungen, wie Bücherei, Kindergärten, eigene Konsumanstalten.
Auf dem Gebiet der Stadt Rheinhausens existierten 2 Zechen. Von 1910 bis zum 31. Oktober 1967 wurde die erste Zeche (Diergardt) in Asterlagen betrieben, von 1914 bis zum 30. Juni 1973 die zweite Zeche (Mevissen) in Bergheim. Auf beiden Geländen befinden sich heute Gewerbegebiete.
1934 bekam Rheinhausen vom preußischen Innenminister die Stadtrechte verliehen. Als „jüngste Stadt im Dritten Reich“ wurde sie gefeiert. Die Feierlichkeiten zur Stadtwerdung waren stark von nationalsozialistischer Propaganda durchsetzt.
Wie weit die Bevölkerung Rheinhausens in den Jahren der Hitlerdiktatur hinter dem System stand, ist nicht klar erkennbar. Bekannt sind allerdings folgende Fakten: Eine Ortsgruppe der NSDAP gründete sich im Juli 1926. Der Stimmanteil der NSDAP in Rheinhausen bei der Reichstagswahl 1928 betrug 4,8 %. Bei der Reichstagswahl Juli 1932 erzielte die NSDAP jedoch 36,6% (SPD/KPD: 38,5% - DNVP: 7,1% - Zentrum: 18,1%).
Obwohl die Rheinhausener Stadtgeschichte durch den damaligen Stadtarchivar Friedrich Albert Meyer (1883-1967) detailliert in mehreren Bänden in den 50er und 60er Jahren geschildert wurde (siehe unter Literatur), fehlen alle Angaben zu Arisierungen, Verfolgungen Andersdenkender und Beschäftigung von Zwangsarbeitern. Dass letztere stattfand, ist nur allgemein, z.B. für die Firma Krupp, bekannt. Am 5. März 1945 endete die nationalsozialistische Herrschaft in Rheinhausen durch den Einmarsch amerikanischer Truppen. Nach dem Zweiten Weltkrieg betrug die Einwohnerzahl noch ca. 40.000.
In der Zeit vor dem Nationalsozialismus lebten in Rheinhausen mehrere jüdische Familien. Hauptsächlich in Friemersheim und Hochemmerich. Sie besaßen zum Teil Geschäfte, die im Rahmen und in der Folge der Reichskristallnacht enteignet worden sind. Es waren dieses das Kaufhaus Eser, die Fleischerei der Familie Nathan und das Modegeschäft Wallach. Lediglich das letztere Geschäft wurde nach dem Krieg den ehemaligen Besitzern zurück gegeben. Einige Rheinhauser Juden gingen ins Ausland wo sich von den meisten die Spuren verlieren. Die meisten aber kamen in Ghettos und den Vernichtungslagern ums Leben. Als Quelle diente das Stadtarchiv Duisburg und das Landesarchiv Düsseldorf, wo alte Akten der GESTAPO gelagert sind.
Rheinhausen wurde Teil der britischen Besatzungszone. Am 13. Februar 1946 trat die noch von den alliierten Besatzern eingesetzte Stadtverordnetenversammlung erstmals zusammen. 1947 wurde das Kruppsche Stahlwerk von den Besatzungsmächten aus der Demontageliste gestrichen und aus dem Krupp-Konzern entflochten. Es trug danach den Namen „Hüttenwerk Rheinhausen“. 1949 wurde der 50.000. Einwohner registriert, am 15. Mai 1954 erblickte der 60.000. Rheinhausener Bürger das Licht der Welt.
Mitte der 60er Jahre betrug die Einwohnerzahl ca. 72.000 und sank 1974 auf ca. 68.500 (jeweils immer ohne Rumeln-Kaldenhausen). Bis zu 16.000 Menschen fanden in den 60er Jahren bei Krupp Arbeit, viele von ihnen kamen aus dem niederrheinischen Hinterland. Daher wird die Bahnlinie 31 („Der Niederrheiner“), die aus Kleve, Xanten, über Rheinberg und Moers nach Rheinhausen führt, traditionell noch immer „Hippeland-Express“ genannt. Denn damals transportierte diese Linie Industriearbeiter aus dem landwirtschaftlich geprägten Kreis Kleve mit seiner traditionellen Ziegenzucht zum Hüttenwerk.
Durch die Gewerbesteuereinnahmen von Krupp konnten in den 60er und beginnenden 70er Jahren viele soziale Einrichtungen, wie sechs Jugendzentren, fünf Altentagesstätten, 19 Kindergärten, Frei- und Hallenbäder eingerichtet werden, sowie eine international beachtete Sporthalle (Krefelder Straße) und eine große Veranstaltungshalle (Rheinhausenhalle). Treibende Kraft für diese Entwicklung im sozialen Bereich war der damalige 1. Beigeordnete der Stadt Rheinhausen Dr. Wilhelm Weber. Auch wurden im Zentrum Rheinhausens der Volkspark gegründet (Rheinhausens grüne Lunge), an der Grenze zu Rumeln-Kaldenhausen der Toeppersee als Freizeitgelände eingerichtet und an sehr vielen Straßen wurden Alleebäume gepflanzt, die dem Stadtteil insbesondere ab den 80er Jahren ein parkartiges Aussehen verschafften.
Mit dem Niedergang von Kohle und Stahl begann auch für Rheinhausen der wirtschaftliche Abstieg. Die beiden Zechen wurden bereits in den 60er Jahren geschlossen, jedoch fanden die Beschäftigten meist Arbeit bei der Firma Krupp.
Pläne, das Rheinhausener Gebiet nach Duisburg einzugemeinden, bestanden bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Bereits in einer in den 1920er Jahren verfassten Studie von Karl Jarres, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg von 1914 bis 1933, schlug dieser die Gründung einer Ruhrmündungsstadt unter Einbeziehung von Rheinhausen und anderen linksrheinischen Gemeinden vor. Trotz der Barriere, die der Rhein bildete, bestanden bereits Jahrhunderte lang enge Beziehungen zwischen den beiden Rheinseiten. Doch der Kreistag des Kreises Moers, zu dem Rheinhausen gehörte, stimmte mit einer knappen Mehrheit gegen die Eingemeindung nach Duisburg.
Erst mit der kommunalen Neuordnung im Jahre 1975 erfolgte schließlich der Anschluss an die Stadt Duisburg, zusammen mit der Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen in einem neuen Stadtbezirk sowie den Städten Homberg und Walsum. Gegen diese Eingemeindung wehrte man sich in Rheinhausener Politik und Bevölkerung jahrelang, letztlich aber vergeblich. Rheinhausen gehörte zu den Initiatoren der Bürgerinitiative „Aktion Bürgerwille“, deren Volksbegehren, an dem sich rund 75 % der Rheinhausener Wahlberechtigten beteiligten, auf Landesebene erfolglos blieb, zumal Interesse an der Verhinderung der kommunalen Neugliederung fast nur die Einwohner kleinerer, von Eingemeindung bedrohter Gemeinden, hatten.
Auch nach der kommunalen Neugliederung war der Bezirkspolitik lange daran gelegen, eine relative Eigenständigkeit, insbesondere bei städtischen Einrichtungen, zu wahren. Büchereizweigstellen, Jugendzentren und Altenbegegnungsstätten mussten in den folgenden Jahrzehnten dennoch teilweise geschlossen werden, da die Kommunalfinanzen der Stadt Duisburg sich zunehmend verschlechterten und diese seit 1977 Haushaltssicherungskonzepte fahren musste.
In den 80er Jahren machte das Kruppsche Hüttenwerk bundesweit Schlagzeilen. Zunächst wurde am 3. Dezember 1982 das Walzwerk geschlossen.
1987 erhielt der Ortsteil durch den Widerstand gegen die Schließung des Stahlwerks große Medienpräsenz. In diesem Zusammenhang wurde auch die Rheinbrücke Rheinhausen–Hochfeld in „Brücke der Solidarität“ umbenannt, ein Name, der später von der Stadt Duisburg offiziell übernommen wurde. Im Winter 1987/88 folgten große Demonstrationen gegen die Schließung des verbliebenen Hüttenwerks. In diesem Rahmen wurden auch die Rheinbrücke sowie die Autobahn blockiert und die Krupp-Hauptverwaltung in der Villa Hügel in Essen besetzt. Monatelange Mahnwachen begleiteten die Auseinandersetzungen.
Trotz aller Proteste endete am 15. August 1993 mit der endgültigen Schließung der Kruppschen Hüttenwerke eine fast 100jährige Industriegeschichte. Auf dem ehemaligen Areal sind noch die lange Zeit unter Denkmalschutz stehenden Villen der ehemaligen leitenden Angestellten und das Casino mit dem Charme der 50er Jahre.
Auf dem Gelände des ehemaligen Kruppstahlwerkes entsteht nun ein Zentrum für Logistikunternehmen unter dem Namen „Logport“.
Rheinhausen war lange Zeit eine Stadt ohne Stadtzentrum. Die meisten und größten Geschäfte gab es in Hochemmerich. Dort gab es lange Zeit auch die einzige Verkehrsampel: eine Drehzeigerampel, die an einem quer über die Straßenkreuzung gezogenen Stahlseil baumelte.
Um der Stadt, die aus den früher eigenständigen Gemeinden zusammengesetzt war, ein Zentrum zu geben (das Rathaus am Körnerplatz stand ziemlich einsam in der geografischen Mitte der Stadt), wurden eine Stadthalle als Mehrzweckhalle (Rheinhausenhalle) und ein Hallenbad gebaut und die freien Wiesen und Felder mit einer Wohnsiedlung bebaut.
Mit dem Alpha-Haus, einem kleinen Komplex mit einem der ersten Ärztehäuser Westdeutschlands und verschiedenen Ladenlokalen, Apotheke und einer Kneipe/Restaurant, sollte Mitte der 60er Jahre ein Zeichen für ein neues Zentrum in unmittelbarer Nähe zum Rathaus entstehen. Bei dem Versuch ist es allerdings geblieben und als Zentrum von Rheinhausen wird nach wie vor der Ortsteil Hochemmerich angesehen. Nachdem sich die Pläne, hier ein großes Zentrum zu errichten, mit der Eingemeindung nach Duisburg zerschlagen hatten, wurden in dem Bereich eine Stadtbücherei, das Gebäude des Gesundheitsamtes, die Hauptpost, die Sparkasse, das Finanzamt Duisburg-West, eine katholische Familienbildungsstätte, ein Altenwohnungskomplex und ein Altenpflegeheim errichtet.
Siehe hierzu die eigenen Einträge unter Hochemmerich, Friemersheim, Bergheim und Rumeln-Kaldenhausen.
Am Rande des bäuerlich geprägten Ortsteils Asterlagen finden sich die Spuren römischer Besiedlung: Eine Bronzetafel am letzten Wohnhaus links am Grünen Weg in Richtung der ehemaligen Schlackenhalden des Hüttenwerkes Rheinhausen weist darauf hin. Und weiße Striche auf der Straße markieren den Standort eines ehemaligen Wachgebäudes zum Schutze des Limes. Gefunden wurden diese Überreste bei Straßenbauarbeiten, als die zur Zeche Diergardt gehörende Siedlung Abwässerkanäle bekam.
Während des Krieges wurden auf den Schlackenhalden nachts riesige Feuer entfacht, so berichten Zeitzeugen, um anfliegende Bomberpiloten in die Irre zu führen mit dem Ziel, ihre tödliche Fracht hier und nicht über dem Hüttenwerk abzuwerfen. Was dazu führte, dass auch die kleine Zechensiedlung manchen Treffer abbekam.
Die Bevölkerung wuchs besonders nach dem Zweiten Weltkrieg an. Die wachsende Schwerindustrie zog viele Menschen zunächst aus den alten Ostgebieten Deutschlands und später Gastarbeiter aus Südeuropa, insbesondere der Türkei, an. Vor allem der Ortsteil Rumeln-Kaldenhausen mit relativ viel Bauland sorgte dafür, dass der Stadtteil Rheinhausen eine recht gute Einwohnerbilanz (gegenüber der Stadt Duisburg als Ganzem) hat.
Folgende Wikipedia bekannten Persönlichkeiten erblickten in Rheinhausen das Licht der Welt
Im Oktober 1946 fanden die ersten freien Kommunalwahlen in Rheinhausen statt. Rheinhausen war nach dem Zweiten Weltkrieg eine SPD-Hochburg; in ihren besten Zeiten erreichte die Partei Wahlanteile über 65 %.
Bürgermeister der Stadt Rheinhausen waren:
Mit dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Einwohner der Rheinhauser Vorgängergemeinden mit ihrem Landesherrn, dem Grafen von Moers, protestantisch, wobei nicht die lutherische, sondern die calvinistisch-protestantische Religion Vorrang hatte. Nur Kaldenhausen blieb katholisch; die Religionsgrenze zog sich in etwa in Höhe des Rumelner Rathauses in Ost-West-Richtung.
Mit den Einwanderern aus dem oberschlesischen Gebiet kamen viele Katholiken dazu. 1906 wurde der erste katholische Gottesdienst gefeiert, 1909 die erste katholische Kirche (St. Peter) eingeweiht. Heute halten sich in Rheinhausen Protestanten und Katholiken die Waage, hinzu kommen rund 10 % Muslime, wobei die Aleviten in Rheinhausen einen Schwerpunkt haben.
Vor der Eingemeindung nach Duisburg gab es in Rheinhausen ein naturwissenschaftliches Gymnasium für Jungen (ehemals naturwissenschaftliches Gymnasium, jetzt Krupp-Gymnasium) sowie ein Gymnasium für Mädchen (ehemals neusprachliches Gymnasium, jetzt Heinrich-Heine-Gesamtschule). Dabei nutzten beide Anstalten zeitweise auch ein gemeinsames Gebäude an der Schwarzenberger Straße nach dem Motto: Links ist der Eingang für Jungen und rechts der für Mädchen.
Die meisten Kinder aber besuchten die überwiegend konfessionell ausgerichteten Volksschulen. So gab es in Asterlagen noch die nur zwei Klassenzimmer umfassende Dorfschule: einen Klassenraum für die 1. bis 4. Klasse und den zweiten Klassenraum für die Klassen 5 bis 8.
Inzwischen gibt es in Rumeln-Kaldenhausen ein weiteres Gymnasium (Albert-Einstein-Gymnasium) und eine weitere Gesamtschule (Lise-Meitner-Gesamtschule) sowie zwei Realschulen, die Realschule Rheinhausen I (Körnerplatz) und die Realschule II (Ulmenstraße), welche in den nächsten Jahren zusammengelegt werden. Außerdem mehrere Grund- und Hauptschulen und eine Förderschule für Lernbehinderte (Dahlingstraße).
Das schon erwähnte Bertha-Krankenhaus in Friemersheim an der Maiblumenstraße war bis in die Nachkriegszeit die einzige derartige Einrichtung vor Ort. Es wurde 1914 eröffnet und hatte bis 1969 den Status eines Werkskrankenhauses für die Krupp-Beschäftigten, später auch ihre Familien inne. Die wachsende Bevölkerung machte dann später die Errichtung einer weiteren Krankenanstalt erforderlich. So entstand am Rande des Stadtparkes von Rheinhausen ab 1959 (Inbetriebnahme Februar 1962) das Johanniter-Krankenhaus mit einem Tumorzentrum.
Heute gehört das Bertha-Krankenhaus zum Klinikum Duisburg gGmbH und ist schwerpunktmäßig eine gemeindenahe Psychiatrie. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Altenpflegeheime errichtet.
In Rheinhausen wird es gegen den Willen vieler Anwohner auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Hohenbudberg eine Forensik geben, wo psychisch kranke Straftäter im Rahmen des Maßregelvollzugs therapiert werden sollen. Das Bürgerbegehren gegen die Forensik ist indessen mangels Interesse der Bevölkerung gescheitert.
In den Nachkriegsjahren war die Feldhandballmannschaft von Rheinhausen überregional bekannt und spielte in den oberen Ligen. In den neunziger Jahren spielte der OSC Rheinhausen in der Handballbundesliga. Der Verein, welcher aus finanziellen Gründen (Insolvenz des Hauptsponsors) aus dem Profihandball ausscheiden musste, brachte in dieser Zeit den späteren Welthandballer und Handballnationalspieler Daniel Stephan hervor. Am Kruppsee konnte man seit 1913 einen anderen Sport ausprobieren: Wasserball. Rheinhausen selbst spielte eine Zeit lang in der 1. Bundesliga doch zurzeit in der Regionalliga.
Die Kampfsportschule Lopez erreichte mit einigen Teilnehmern 1. Plätze bei Landes-, Deutschen-, internationalen Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften.
Wie überall am Niederrhein wälzte sich der Rhein in früheren Zeiten nicht durch sein heutiges Bett, sondern wechselte es häufig und bildete Seitenarme, die der Sand-, Kies- und Tongewinnung dienen. Diese im Volksmund „Baggerlöcher“ genannten Sand- und Kiesgruben waren für Jung und Alt im Sommer ein beliebtes Naherholungsgebiet. Schwimmen konnte man dort kostenfrei - aber nicht ungefährlich. Was die örtliche Gliederung der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) veranlasste, an den beliebtesten Badestränden Rettungswachen einzurichten. Regional besonders bekannt war z.B. der Toeppersee. Und auch Rheinhausens einziges offizielles Freibad nutzt eine ehemalige Kiesgrube, den sogenannten Kruppsee. Er entstand aus einem Baggerloch, den die Firma Krupp zur Gewinnung von Kies und Sand anlegte. Dort gibt es auch den Angelsport-Club Kruppsee Rheinhausen 1924 eV. Beliebt waren aber auch die Rheinwiesen. Zwar war der Rhein alles andere als sauber, und mancher Schwimmer verließ durch Teer verdreckt wieder das Wasser. Aber wo konnte man sonst als „mutiger“ Schwimmer ein Schiff anschwimmen und entern, sich ein paar hundert Meter stromaufwärts mitnehmen lassen, dann mit gewagtem „Köpper“ ins Wasser springen und stromabwärts wieder zurückschwimmen.
Der Regionalverkehr war zunächst ausschließlich schienengebunden: Eisenbahn und Straßenbahn.
Die Straßenbahn wurde abgelöst von elektrisch betriebenen Oberleitungsbussen, die Rheinhausen über Homberg mit Moers verbanden. Der Betrieb der an Stromleitungen gebundenen Busse wurde Anfang der siebziger Jahre aufgegeben. Viele Haltestellennamen wurden vom Volksmund geprägt, wie beispielsweise der Rhabarberbahnhof, eine Bushaltestelle am Rande eines riesigen Rhabarberfeldes gelegen, das dort vom Gutshof des Krankenhauses in Homberg bewirtschaftet wurde. Nach Duisburg und Krefeld verkehrten die Busse der NIAG. Heute wird der größte Teil der Linien von der DVG betrieben.
In Rheinhausen gibt es
Hier verkehren zwischen Duisburg und Krefeld bzw. Moers im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) täglich im Stunden-, teilweise im 30-Minuten-Takt
Für den gesamten ÖPNV gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
An der Stadtgrenze zu Krefeld gab es in Hohenbudberg einst den größten Verschiebebahnhof Deutschlands. Er wurde 1901 in Betrieb genommen und Ende der 90er-Jahre abgebaut. Hier ist jetzt ein Gewerbegebiet eingerichtet.
Das wirtschaftliche Leben der Stadt Rheinhausen war über Jahre geprägt durch Kohle und Stahl. Das Stahlwerk der Firma Krupp wurde am 15. August 1993 stillgelegt. Kohle wurde auf den ebenfalls inzwischen stillgelegten Zechen Diergardt und Mevissen gefördert. Dabei musste auch Rheinhausen bei einem großen Grubenbrand Anfang der 1950er Jahre einen hohen Preis mit dem Tod vieler Kumpel zahlen. Trotz zahlreicher Proteste, die damals in der gesamten Republik ihren Widerhall fanden, konnte die Schließung des vom Strukturwandel in der deutschen Stahlindustrie betroffenen Hüttenwerkes 1993 nicht verhindert werden.
Aktuell entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenwerkes ein modernes Logistikzentrum mit zahlreichen neu geschaffenen Arbeitsplätzen („Logport“). Inzwischen konnten eine Reihe kleinerer und mittelständischer Unternehmen angesiedelt werden (Logport auf dem ehemaligen Kruppgelände, Gewerbegebiet Mevissen, Businesspark Asterlagen, Gewerbegebiet Hohenbudberg).
Die Arbeitslosigkeit ist deutlich niedriger als in der Stadt Duisburg insgesamt. Ab Juni 2005 wurde der Geschäftsstellenbezirk der Arbeitsagentur Rheinhausen um die Stadtteile Homberg und Baerl erweitert. Stand am 31. Dezember 2006: 11,5 %, in Gesamt-Duisburg 14,9 %.
Vor dem Bau der ersten festen Rheinüberquerung war bereits von 1866 bis 1874 das Eisenbahn-Trajekt Rheinhausen-Hochfeld in Betrieb.
Die erste Eisenbahnbrücke von Rheinhausen nach Hochfeld wurde von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft im Rahmen der Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd gebaut und am 23. Dezember 1873 eingeweiht. Nach rund 50 Jahren musste sie wegen Altersschwäche durch eine neue Rheinbrücke ersetzt werden.
Diese zweite Rheinbrücke wurde direkt neben der alten zwischen 1925 und 1927 gebaut und am 13. Oktober 1927 dem Verkehr übergeben. Am 4. März 1945 wurde sie von den zurückweichenden deutschen Truppen gesprengt. Bereits im April 1945 errichteten die Alliierten eine behelfsmäßige Kriegsbrücke. Der Wiederaufbau der Eisenbahnbrücke begann bereits im Juli 1945, für den Verkehr wurde sie am 1. Oktober 1949 freigegeben und ist bis heute in Betrieb.
Erst ab dem 12. Januar 1934 wurde zwischen Rheinhausen und Duisburg-Hochfeld eine erste Straßenbrücke errichtet, die Admiral-Graf-Spee-Brücke, die am 22. Mai 1936 vom damaligen Reichsminister Joseph Goebbels zum Verkehr freigegeben wurde. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 6 3/4 Mio. Reichsmark. Ebenso wie die Eisenbahnbrücke wurde sie am 4. März 1945 von der Deutschen Wehrmacht gesprengt. Die linksrheinische Flutbrücke blieb erhalten.
Eine neue Straßenbrücke wurde ab Juli 1945 gebaut und am 3. Juli 1950 für den Verkehr freigegeben. An die Stelle der früheren Konstruktion trat nach einem Vorschlag der Firma Krupp Stahlbau Rheinhausen ein eleganter Stabbogen, der geradezu eine Filigranarbeit an Schönheit und Schwung darstellt. Während die frühere Brücke vierspurig war, bestand die Besatzungsbehörde auf eine Verringerung auf 3 Fahrspuren, die seit einigen Jahren durch eine Ampelanlage unterschiedlich freigegeben werden können. Die Brücke wurde 1988 von den streikenden Krupp-Arbeitern in „Brücke der Solidarität“ umbenannt, die Brückenbenennung wurde von der Stadt später offiziell vollzogen.
1966 bis 1971 wurde an der Grenze der Ortsteile Rheinhausen und Homberg, am Essenberger Bruch, eine weitere Rheinbrücke errichtet (Rheinbrücke Neuenkamp), auf der die A 40 (früher A 2/A430) verläuft.
Auffallend sind die 118,8 Meter hohen Freileitungsmasten der kombinierten 220-kV-/110-kV-Freileitung über den Rhein mit einer Spannweite von 570 Metern. Diese 1926 errichteten Freileitungsmaste (linke Rheinseite: 51° 24' 59" N, 6° 43' 53" O, rechte Rheinseite: 51° 25' 9" N, 6° 44' 16" O) sind nicht nur wegen ihrer großen Höhe, sondern auch durch die ungewöhnliche Anordnung der Leiterseile in sechs Ebenen bemerkenswert. Im Unterschied zu der im Leitungsbau allgemein üblichen Konvention, die Leiterseile für die höheren Spannungen auf den obersten Traversen zu montieren, befinden sich bei diesen Masten auf den unteren Traversen die Leiterseile für 220 kV und auf den oberen Traversen die Leiterseile für 110 kV.
| Technische Daten[3][4]: | ||||||
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| Traverse Nr. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| Höhe | 81,8 m | 89,8 m | 97,8 m | 103,8 m | 109,0 m | 115,0 m |
| Breite | 17,5 m | 15,0 m | 12,5 m | 13,5 m | 11,0 m | 8,5 m |
| Spannung | 220 kV | 220 kV | 220 kV | 110 kV | 110 kV | 110 kV |
Der Rheinhausener Rheinhafen wurde 1897 von der Firma Krupp direkt am Werksgelände (südlich der Eisenbahnbrücke) errichtet und diente dem Kohlen- und Eisenerztransport. Heute wird er von der Duisburger Hafengesellschaft Duisport als „Logport“ verwaltet. Ein weiterer Hafen diente der Verschiffung der in den ehemaligen Bergwerken Diergardt und Mevissen geförderten Steinkohle und war mit diesen durch eine Werksbahn verbunden. Er befand sich an der Grenze zur Stadt Homberg unweit der neuen Rheinbrücke.
Walsum | Hamborn | Meiderich/Beeck | Homberg/Ruhrort/Baerl | Mitte | Rheinhausen | Süd
Aldenrade | Altstadt | Baerl | Beeck | Beeckerwerth | Bergheim | Bissingheim | Bruckhausen | Buchholz | Dellviertel | Duissern | Fahrn | Friemersheim | Großenbaum | Alt-Hamborn | Hochemmerich | Hochfeld | Hochheide | Homberg | Huckingen | Hüttenheim | Kasslerfeld | Laar | Marxloh | Meiderich | Mündelheim | Neudorf | Neuenkamp | Neumühl | Obermarxloh | Overbruch | Rahm | Rheinhausen-Mitte | Röttgersbach | Ruhrort | Rumeln-Kaldenhausen | Ungelsheim | Alt-Walsum | Vierlinden | Wanheim-Angerhausen | Wanheimerort | Wedau | Wehofen
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."