| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Detmold | ||||
| Kreis: | Gütersloh | ||||
| Höhe: | 72 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 86,66 km² | ||||
| Einwohner: | 46.710 (31. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 539 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 33378 (alt: 4840, 4832 (Wiedenbrück vor 1970)) | ||||
| Vorwahl: | 05242 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | GT (bis 1973 WD) | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 7 54 028
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| Stadtgliederung: | 6 Stadtteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 13 33378 Rheda-Wiedenbrück |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Bernd Jostkleigrewe (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh | |||||
Rheda-Wiedenbrück ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Gütersloh im Osten des deutschen Landes Nordrhein-Westfalen.
Inhaltsverzeichnis
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Die Doppelstadt liegt innerhalb der Emssandebene in der Westfälischen Bucht südlich des Teutoburger Walds, der etwa 30 km entfernt ist. Die ehemals selbständigen Städte Rheda und Wiedenbrück sind durch die Bundesautobahn 2, die fast genau auf der ehemaligen Grenze liegt, voneinander getrennt. Die Stadt wird von der Ems durchflossen. Die nächsten größeren Städte sind Gütersloh in ca. 11 km, Bielefeld in rund 35 km sowie Paderborn und Hamm in etwa 55 km Entfernung.
Die Ems tritt von Südosten ins Stadtgebiet ein. Am Wiedenbrücker Freibad zweigt die Umflut in nördlicher Richtung von der Ems ab. Die Ems und die Umflut umfließen die Wiedenbrücker Altstadt und fließen hinter dem Emssee auf Höhe des Ratsgymnasiums wieder zusammen. Die Ems durchfließt dann das Gelände der Landesgartenschau von 1988, verbindet das Wiedenbrücker Zentrum mit dem Zentrum von Rheda und verlässt das Stadtgebiet im nördlichsten Zipfel. Mehrere kleine Zuflüsse der Ems befinden sich im Stadtgebiet, so unter anderen der Hamelbach und der Eusternbach. Weitere nennenswerte Gewässer sind der Buxelssee nordöstlich der Autobahnabfahrt Rheda-Wiedenbrück an der A 2, sowie der Bänischsee an der Ems nordöstlich von Rheda und der Linteler See am Wapelbach östlich von Wiedenbrück. Kennzeichen der beiden zu einer Stadt vereinigten früheren Städte ist ein sie durchlaufender, mehrere Kilometer langer Grünstreifen entlang der Ems, beginnend beim Emssee in der Innenstadt von Wiedenbrück. Das insgesamt flache Gelände fällt von Süden nach Norden ab. Außerhalb der Siedlungsflächen ist die Stadt geprägt von Landwirtschaft. Für das Umfeld relativ große Wald- und Forstgebiete befinden sich im Osten des Stadtteils Rheda und nordöstlich der Stadt zwischen der Ems und der Nachbarstadt Gütersloh.
Im tiefen Untergrund findet sich ein Sockel aus gefalteten Gesteinen des Erdaltertums (Devon und Karbon). Dieser wird überlagert von bis mehr als 1000 m starken Tonmergel-, Kalkmergel-, Kalk- und Mergelsteinen des Erdmittelalters (Oberkreide). Im Westen und Südwesten der Stadt liegen Mergel- und Kalkmergelsteine der Oberkreide als Ausläufer der Beckumer Berge nahe der Erdoberfläche, sie sind dort meist nur von eiszeitlichen Ablagerungen geringer Stärke wie Grundmoräne und Schmelzwassersanden bedeckt. In der Emsniederung wird die Schicht von zum Teil mehr als 20 m starken eiszeitlichen und vereinzelt nacheiszeitlichen, sandigen Flussablagerungen überlagert. Diese sind stellenweise von Flugsanden bedeckt.
Das aus der Eiszeit stammende Lockergestein im Emstal ist der einzige, aber auch bedeutsame, Grundwasserleiter des Georaumes. Die Sande und Kiese führen viel Grundwasser, dieses wird im Bereich Wasserwerkes Rhedaer Forst künstlich durch zusätzliche Versickerung von Emswasser angereichert. Im Bereich der Beckumer Berge ist weniger nutzbares Grundwasser vorhanden, dass nur eine Versorgung des lokalen Bereich ermöglicht. Der tiefere Untergrund führt entweder kein oder stark versalzenes Wasser (Sole).
Im westlichen Gebiet der Stadt haben sich Staunässeböden (Pseudogleye) entwickelt, die sich durch einen starken Wechsel von Vernässung und Austrocknung auszeichnen und daher insbesondere als Grünland genutzt werden. Durch Entwässerungsmaßnahmen können diese Standorte auch als Acker genutzt werden, erzielen aber nur mittlere Erträge. In der Umgebung der Ems im östlichen Stadtgebiet sind aus Sedimenten der Ems Podsole entstanden, die als Acker genutzt werden, aber ertragsarm sind. In Niederungen und Senken sind die Böden bis fast an die Oberfläche grundwassergeprägt und daher vorrangig Grünlandstandorte. Zum Teil sind die Böden durch Entwässerungsmaßnahmen als Ackerland nutzbar gemacht. Im gesamten Stadtgebiet sind durch jahrhundertelange landwirtschaftliche Nutzung Plaggen (Plaggenesche) entstanden.[2]
Rheda-Wiedenbrück eignet sich mittelmäßig bis gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen (vgl. dazu die nebenstehende Karte).
Die als kleine Mittelstadt klassifizierte Gemeinde umfasst eine Fläche von 86,64 km². Der überwiegende Teil besteht aus landwirtschaftlich genutzter Fläche und Waldfläche, zusammen etwa 74,3 %, gefolgt von bebauter Fläche und Verkehrsfläche, zusammen etwa 23,2 %[3]. Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung beträgt rund 12,6 km, in Ostwestrichtung etwa 14 km.
| Fläche nach Nutzungsart |
Landwirt- schaftsfläche |
Wald- fläche |
Gebäude-, Frei- und Betriebsfläche |
Verkehrs- fläche |
Wasser- fläche |
Sport- und Grünfläche |
sonstige Nutzung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fläche in km² | 52,14 | 12,21 | 13,54 | 6,52 | 1,55 | 0,75 | 0,33 |
| Anteil an Gesamtfläche | 60,18 % | 14,09 % | 15,63 % | 7,53 % | 1,33 % | 0,87 % | 0,38 % |
Die Länge der Stadtgrenze beträgt 50,2 km, der höchste Punkt liegt bei 105 m ü. NN und der tiefste Punkt bei 66 m ü. NN.
| Herzebrock | Marienfeld | Gütersloh |
| Oelde | Verl | |
| Stromberg | Langenberg | Rietberg |
Im Westen beginnend im Uhrzeigersinn grenzen an Rheda-Wiedenbrück die Stadt Oelde (Kreis Warendorf, Regierungsbezirk Münster), die Gemeinde Herzebrock-Clarholz, die Städte Gütersloh und Rietberg sowie die Gemeinde Langenberg (alle Kreis Gütersloh).
Rheda-Wiedenbrück gliedert sich gemäß §3 der Hauptsatzung[4] in die Stadt selbst und die drei Ortschaften Batnhorst, Lintel und St. Vit. Vor dem 1. Oktober 2004 bildete Nordrheda-Ems ebenfalls eine Ortschaft, wurde dann aber mit der Stadt zusammengeschlossen. In der folgenden Tabelle sind die Einwohnerzahlen (Bevölkerung mit Hauptwohnsitz; Stand: 1. Januar 2004) und Flächen der Ortschaften aufgeführt, für die Stadt wurde zusätzlich eine Unterteilung des Gebiets in Rheda und Wiedenbrück vorgenommen.
| Stadtteil | Einwohner | Fläche[5] |
|---|---|---|
| Batenhorst | 1.565 | 16,90 km² |
| Lintel | 1.466 | 21,75 km² |
| Rheda1 | 21.145 | 27,06 km² |
| St. Vit | 1.502 | 10,38 km² |
| Wiedenbrück | 20.753 | 10,57 km² |
| gesamt | 46.401 | 86,66 km² |
1inkl. Nordrheda-Ems
Rheda-Wiedenbrück gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an. Es liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig-warm.
Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. Da Niederschlagsdaten für Rheda-Wiedenbrück nicht verfügbar sind, erfolgt eine Werteangabe für die Station Gütersloh in etwa 11 km Entfernung. Dort fallen im langjährigen Mittel 761 mm Niederschlag je Jahr. Somit fällt mehr Niederschlag, als im deutschen Mittel (700 mm).
Aus den Daten der Jahre 2002 bis 2006 ergeben sich folgende gemittelte Klimawerte auf 51° 50′ N, 8° 16′ O bei 76 m über NN:[6]
| Jan | Feb | Mrz | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahressumme/-mittel | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Niederschlag (l/m²) | 79 | 75 | 61 | 54 | 76 | 67 | 104 | 104 | 73 | 68 | 75 | 73 | 910 |
| Temperatur (°C) | 2,4 | 3,0 | 6,0 | 10,5 | 14,7 | 18,8 | 20,6 | 19,2 | 15,9 | 11,1 | 7,3 | 3,6 | 11,1 |
→ Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe
Im Jahr 758 erfolgte die erste Nennung von Wiedenbrück. 785 wird hier die erste Urpfarrkirche vermutet, die das Zentrum eines Missionsgebietes bildete. 860 wurde der Wiedenbrücker Sprengel als zum Bistum Osnabrück gehörig genannt. Rheda wurde frühestens im Jahre 1085, spätestens 1088 erstmals urkundlich erwähnt. Seit ihrer Ersterwähnung 1170 bis 1807/1815 war die Burg bzw. das spätere Schloss Rheda Mittelpunkt der Herrschaft Rheda.
Kaiser Otto erteilte im Jahr 952 dem Osnabrücker Bischof das Markt-, Münz- und Zollrecht für Wiedenbrück. Aus dem Jahr 985 sind in Wiedenbrück ausgestellte Urkunden von Otto III. bekannt, vermutlich hat es hier in dieser Zeit einen Königshof gegeben.
1225 erhielt Bischof Engelbert von Osnabrück die Gogerichte zu Wiedenbrück und anderen Städten. Dies ist einer der Ausgangspunkte der Entwicklung des Hochstifts Osnabrück zu einem Territorialstaat des Bischofs von Osnabrück. Aus den Jahren um 1230 sind die ältesten Münzen aus Wiedenbrück überliefert. Wiedenbrück wurde 1231 civitas genannt, Schöffen wurden in den Gerichtsumstand gewählt und ein Siegel angekündigt. Im Jahr 1249 wurde die Neustadt gegründet, ein Jahr später wurde erstmals die Burg Reckenberg genannt.
Um 1462 entstand in Wiedenbrück eine erste Stadtverfassung nach dem Vorbild von Osnabrück. 1543 wurde Wiedenbrück durch Hermann Bonnus, einen Beauftragten des Bischofs Franz von Waldeck, reformiert. 1565 galt Wiedenbrück als überwiegend lutherisch. Im selben Jahr wurden im Bielefelder Rezess die Grenzen zwischen dem Amt Reckenberg, zu welchem Wiedenbrück zählte, und dem benachbarten Rheda festgelegt, so wurden erstmals zwei selbständige Hoheitsbereiche anerkannt.
Nachdem in den Jahren 1624/25 erste Schritte zu einer Gegenreformation erfolgten, wurde Wiedenbrück im Jahr 1626 im Laufe des Dreißigjährigen Krieges von den Dänen besetzt. Als 1628 der Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg seine Regierung antrat, setzte er die Gegenreformation fort.
Im Jahr 1637 entstand in Wiedenbrück eines der ältesten Gymnasien der Region, das Gymnasium Marianum, eine sechsklassige lateinische Schule und Vorläufer des späteren Ratsgymnasiums Wiedenbrück. 1644 wurde durch Bischof Franz Wilhelm das Franziskanerkloster gegründet. Drei Jahre später wurde Wiedenbrück im Juli 1647 von den Schweden eingenommen, aber nach Schleifung der Festung nach zwei Monaten wieder geräumt. Als 1648 in Münster und Osnabrück der Westfälische Friede ausgehandelt wurde, schrieb dieser für das Hochstift Osnabrück die wechselnde Abfolge je eines katholischen und eines lutherischen Bischofs aus dem Haus Braunschweig-Lüneburg vor.
Im Jahr 1664 begann nach Aufforderung Ernst August I. die Wiederbefestigung der Stadt. 1716 wurden die letzten städtischen Kupfermünzen geprägt. Im Jahr 1726 wurde ein neues Amtshaus auf dem Reckenberg errichtet.
Als Folge der Umwandlung des Hochstift in das Fürstentum Osnabrück wurde Wiedenbrück 1802 vorerst Kur-Hannover zugeschlagen. 1807 fiel die Stadt an das Königreich Westphalen. Das Kapitel des Kollegiatenstifts wurde 1810 aufgehoben, das Amt Reckenberg mit Wiedenbrück wurden nach dem Wiener Kongress an Preußen abgetreten und 1816 der neuen Provinz Westfalen zugeordnet. Damit trennte sich Wiedenbrück vom Bistum Osnabrück, die katholischen Gemeinden des ehemaligen Osnabrücker Amtes Reckenberg kamen zum Erzbistum Paderborn.
1938 wurde die A 2 für den Verkehr freigegeben. Die Autobahn wurde fast genau auf der Grenze zwischen Rheda und Wiedenbrück gebaut und bildet seitdem die gefühlte Grenze zwischen den beiden Städten.
Von 1816 bis zur Gebietsreform 1970 war die Stadt Sitz des nach ihr benannten Kreises Wiedenbrück.
Von den 45.765 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2004) sind 24.155 oder etwa 52,8 % römisch-katholischen Glaubens. Rheda-Wiedenbrück gehört zum Erzbistum Paderborn. 10.808 Einwohner, also rund 23,6 %, sind evangelischen Glaubens. Diese Gläubigen gehören zum Kirchenkreis Gütersloh in der evangelischen Kirche von Westfalen. Rechnerisch ermitteln sich 10.802 Einwohner bzw. 23,6 %, die ein anderes Glaubensbekenntnis haben oder konfessionsfrei sind.
Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden zum 1. Januar 1970 mit dem „Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld“ vom 4. Dezember 1969 die bis dahin selbständigen Städte Rheda und Wiedenbrück sowie die Gemeinden Batenhorst, Lintel, Nordrheda-Ems und St. Vit zur neuen Stadt Rheda-Wiedenbrück zusammengeschlossen. Hinzu kamen ferner ein kleiner Teil der Gemeinde Bokel (sogenannte „Dorfheide“) sowie das Dorf Bosfeld aus der Gemeinde Herzebrock.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Stadt Rheda-Wiedenbrück bzw. für 1939, 1950 und 1961 die Einwohnerzahlen des heutigen Stadtgebietes. Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 und für 1987 um Volkszählungsergebnisse[7][8] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik[9]. Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.
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Der Stadtrat hat gegenwärtig 38 Mitglieder aus fünf Parteien.
Die folgende Tabelle zeigt die Sitzverteilung im Rat seit 1994 und die Wahlergebnisse seit 1984:[9][10]
| 2004 | 1999 | 1994 | 1989 | 1984 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Partei | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % |
| CDU | 20 | 51,05 | 24 | 54,51 | 24 | 48,64 | n/v | 46,26 | n/v | 52,32 |
| SPD | 8 | 21,95 | 12 | 26,30 | 15 | 31,60 | n/v | 30,97 | n/v | 28,85 |
| Grüne | 4 | 10,98 | 3 | 7,83 | 4 | 9,93 | n/v | 5,93 | n/v | 9,79 |
| FDP | 4 | 10,79 | 3 | 6,79 | 2 | 5,26 | n/v | 7,19 | n/v | 8,87 |
| UWG1 | 2 | 5,22 | 2 | 4,57 | 0 | 4,56 | n/v | 9,66 | n/v | 0,17 |
1 Unabhängige Wählergemeinschaft
Als Bürgermeister der Stadt Rheda-Wiedenbrück wurde am 26. September 2004 Bernd Jostkleigrewe (CDU) erneut gewählt. Er setzte sich gegen den parteilosen Einzelkandidaten Meinolf Jansing durch, der für SPD, FDP und Die Grünen angetreten war. Jostkleigrewe erhielt im ersten Wahlgang 11.998 und damit 65,46 % der gültigen Stimmen, was 34,41 % der Wahlberechtigten entspricht. 1999 war er mit 60,9 % in das Amt gewählt worden. Stellvertrende Bürgermeister sind in dieser Legislaturperiode Norbert Flaskamp (CDU), Gudrun Bauer (SPD) und Renate Reckmann (CDU).
Das Wappen der Stadt Rheda-Wiedenbrück hat folgende Blasonierung:[4]
Von Silber (weiß) und Rot gespalten, vorne ein schwarzer, gold (gelb) gekrönter, linksgewendeter Löwe, hinten ein goldenes (gelbes) sechsspeichiges Rad.
Das Wappen der 1970 aus Rheda, Wiedenbrück, Batenhorst, Lintel, Nordrheda-Ems und St. Vit neugebildeten Stadt Rheda-Wiedenbrück, am 25. August 1971 genehmigt, trägt die Symbole der ehemaligen Stadtwappen Rheda (am 15. Juni 1908 verliehen) und Wiedenbrück (am 2. Mai 1912 verliehen). Der Löwe ist das Wappentier der Herrschaft Rheda, enthalten im Wappen der Grafen von Bentheim-Tecklenburg zu Rheda, das Rad ist Siegelbild des früheren osnabrückischen Amtes Reckenberg („Rädchenburg“) zu Wiedenbrück.
Seit 1976 besteht eine Partnerschaft mit
Oldenzaal, die durch Schüleraustausche und Vereinskontakte mit Leben gefüllt wird. Eine Städtepartnerschaft mit der katalanischen Stadt
Palamós besteht seit Februar 1995. Rheda-Wiedenbrück veranstaltet regelmäßig Palamós-Tage.
Vor dem Zusammenschluss zur Doppelstadt hatte Rheda seit 1958 eine Patenschaft mit der schlesischen Stadt
Złoty Stok (dt. Reichenstein) und Wiedenbrück seit 1952 mit der Stadt
Ząbkowice Śląskie (dt. Frankenstein). Seit dem Zusammenschluss führt Rheda-Wiedenbrück die Patenschaften weiter und organisiert jährlich ein Bundesheimattreffen.
Rheda-Wiedenbrück war ehemals Patenstadt des
Heilbads Heiligenstadt in Thüringen, heute besteht ein förmlicher Freundschaftsvertrag.
Seit 1976 wird Unterstützung in Form von „Hilfe zur Selbsthilfe“ an den Canton (Amt)
Aouda sowie seit 1987 an den Canton
Adjèngré in Togo geleistet.
Die Stadt verfügt noch über kein eigenes Theater. Jedoch finden im Jahresverlauf zahlreiche Vorstellungen (z. B. Theaterreihe der VHS, Konzerte) an wechselnden Orten (Aulen der Gymnasien, Stadthaus, Reethus u. a.) statt. Der Neubau des Reethus wird zur Zeit geplant und könnte dann nach den bisherigen Vorstellungen die Funktion der Stadthalle/Theaters übernehmen.
In Rheda-Wiedenbrück sind einige Museen zu finden:
Das Collegium Musicum ist ein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Streichorchester ambitionierter Laien. Es wird von der VHS Reckenberg-Ems gemeinsam mit der Kammermusikvereinigung Rheda-Wiedenbrück getragen. Neben vielen kleineren Auftritten im Umland gestaltet das Orchester traditionell ein Sommer- und ein Winterkonzert im Einzugsbereich der VHS Reckenberg-Ems im Südkreis Gütersloh. Seit einigen Jahren wird das Orchester vom in Bielefeld lebenden Dirigenten Peter Gunde geleitet.
Die Evangelischen Kirchengemeinden in Rheda und Wiedenbrück betreiben umfassende gemeinsame kirchenmusikalische Aktivitäten mit dem Kirchenchor Rheda-Wiedenbrück, dem Jungenchor Rheda-Wiedenbrück sowie verschiedenen Projektchören. Hinzu kommt die im CVJM organisierte Arbeit von Ten Sing Rheda-Wiedenbrück sowie der CVJM-Posaunenchor Rheda-Wiedenbrück e. V. unter Leitung von Joachim Schröder.
Im Ortsteil Rheda wird von Kantor Harald Gokus an der St.-Clemens-Gemeinde ein umfangreiches kirchenmusikalisches Angebot geboten, dazu gehören unter anderem die Kinder- und Jugendchöre St. Clemens Rheda, die seit 1995 bestehen.
Im Ortsteil Wiedenbrück wird von Kantor Jürgen Wüstefeld an der St.-Aegidius-Gemeinde ein kirchenmusikalisches Angebot geboten, zu dem unter anderem die Kinder- und Jugendchöre an St. Aegidius Wiedenbrück, aber auch der Kirchenchor St. Aegidius von 1891 zählen. In der St.-Pius-Gemeinde gibt es unter Leitung ihres Kirchenmusikers Wilfried Göckede etwa monatlich einen musikalisch besonders gestalteten Gottesdienst.
An Einzelbauten sind hervorzuheben:
Die Kath. Pfarrkirche St. Aegidius wurde nach einer umfangreichen Renovierung Weihnachten 2006 wieder eröffnet. Die neue Orgel wurde Ostern 2007 eingeweiht. Zusammen mit der St.Pius-Kirche, die 1958 von der Aegidius-Gemeinde abgepfarrt wurde, gibt es zwei katholische Gemeinden in Ortsteil Wiedenbrück.
Die Kath. Kirche St. Marien heißt wegen des angeschlossenen Klosters der Franziskaner bei den Einheimischen auch Paterskirche. St. Marien ist eine Wallfahrtskirche. Nach ihrer Renovierung ist die Kirche ab Oktober 2008 wieder geöffnet.
Das Kloster des Franziskanerordens besteht in Wiedenbrück seit über 360 Jahren. Ab 2006 siedelt das bundesweite Noviziat von Nürnberg nach Wiedenbrück über. Die Franziskaner sind auch die Bewahrer der bekannten Wiedenbrücker Kreuztracht am Karfreitag.
Die Kirche St. Pius (Wiedenbrück) ist die zweite Pfarrkirche von Wiedenbrück und wurde 1955 nach Plänen des Diözesanbaurats Alfons Boklage (Münster) erbaut. Nach dem Krieg war die Aegidiusgemeinde durch den Zuzug von Vertrieben derart gewachsen, dass ein Kirchenneubau notwendig geworden war.
Das Rathaus wurde 1619 als zweigeschossiger Fachwerkbau errichtet. Bei der Erneuerung von 1790 erhielt es eine neue massive Fassade zum Markt hin und wurde mit einem Krüppelwalmdach versehen.
Das für seine Geschlossenheit einst berühmte Stadtbild wurde durch Abbrüche und Neubauten vielfach empfindlich gestört. Jedoch ging die Abriss- und Neubautätigkeit in den siebziger Jahren nicht so weit wie in Rheda, wo einheitliche und geschlossene Straßenbilder kaum noch vorhanden sind. Besonders schmerzlich ist der Verlust des für die Stadtgeschichte so bedeutenden Schönhofes, der 1968 dem Ausbau der Wasserstraße weichen musste. Er wurde anschließend im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold wiederaufgebaut. In der jüngeren Vergangenheit hat man sich bemüht, Stadtreparatur zu betreiben und es ist durchaus gelungen, erforderliche Neubauten besser einzupassen.
Die Zahl älterer Wohnhäuser ist noch immer beachtlich. Hierbei handelt es sich zumeist um giebelständige Fachwerk-Dielenhäuser, die zum Teil mit Schnitzereien versehen sind. Charakteristisch für diese Bauten ist die hohe zweigeschossige Diele, die an der Straße durch ein großes Tor erschlossen wurde. Trotz ihrer auf den ersten Blick großen Ähnlichkeit mit dem ländlichen Fachhallenhaus kann man hier kaum von Ackerbürgerhäusern sprechen. Nach neuesten Erkenntnissen stellen sie keine Weiterentwicklung des Hallenhauses dar, sondern entstanden aus dem so genannten Einhaus, das zunächst nur über einen großen Raum verfügte. Später wurde dieser durch Stubeneinbauten verkleinert. Hinzu kommt, dass diese Bauten zumeist von Handwerkern bewohnt wurden. Die Landwirtschaft wurde lediglich im Nebenerwerb betrieben und diente vor allem der Eigenversorgung. Das Vieh war, anders als im Bauernhaus, in eigenständigen Gebäuden auf dem rückwärtigen Grundstück untergebracht. Wie auch andere westfälische Kleinstädte (siehe Blomberg) war Wiedenbrück vor allem eine Stadt des Handwerks und zum Teil auch des Handels, aber keine Ackerbürgerstadt im eigentlichen Sinne.
Folgende Einzelbauten sind erwähnenswert:
In der Langen Straße findet man zahlreiche gut erhaltene Fachwerkbauten des frühen 17. Jh. Besonders schön ist die Baugruppe Nr. 27-35. An älteren Einzelbauten sind hervorzuheben:
Die Brunnenskulptur Betender Landmann auf dem Marktplatz von Wiedenbrück zeigt einen Betenden. Der Sockel trägt zwischen den zwei Wasserbecken die eingemeißelte Inschrift „Betender Landmann“. Die Statue wurde von Ernst Osterrath gestiftet, dem Wiedenbrücker Ehrenbürger (1901), der von 1882 bis 1892 Landrat des Kreises Wiedenbrück war, von 1898 bis 1902 Oberregierungsrat zu Schleswig und seit 1902 Vortragender Rat im Preußischen Kultusministerium zu Berlin. Hier traf er den aus Wiedenbrück stammenden akademischen Bildhauer Bernhard Heising, dessen Arbeiten ihn sehr interessierten und dessen Standbild (1902) des bedeutenden Bauernführers Schorlemer-Alst in Münster vor dem Landeshaus er bewunderte. Da Heisings Engagement für die Arbeiterbewegung (als Werkstudent hatte er sein Studium weitgehend finanziert) ihm bekannt war und er seiner Heimatstadt Wiedenbrück als Zeichen seiner Freundschaft und Dankbarkeit ein ähnlich großes Denkmal stiften wollte, stellte er Heising die paradox anmutende Aufgabe, einen „betenden Arbeiter“ zu machen. Heising zeigt in seinem Werk programmatisch, dass Arbeiter sich in ihrer Freizeit (daher die Tiroler Pfeife) im eigenen Garten beim Angelusläuten sehr innig Gott zuwenden können, wenn maßvolle Arbeitszeiten, Eigentum und religiöses Umfeld gegeben sind. Schnell hieß im Volksmund jedoch der „Arbeiter“ nur noch „Landmann“.
Die Skulptur wurde gemeinsam mit dem Marktbrunnen am 1. November 1903 offiziell eingeweiht. Die Geschichte Wiedenbrücks als Handwerkerstadt mit ihren vielen Gilden und die tiefe Religiosität der Bevölkerung kommen in diesem Kunstwerk zum Ausdruck.
Die Brunnenfigur erlebte eine wechselhafte Geschichte. Während des Ersten Weltkrieges wurde sie zur Gewinnung von Rüstungsgut demontiert und sollte eingeschmolzen werden. Sie entging diesem Schicksal, da sie zufällig in einer Berliner Gießerei vom Wiedenbrücker Kaufmann Felix Plöger entdeckt und unversehrt nach Wiedenbrück gebracht wurde.
Im Zweiten Weltkrieg hat man die Figur abermals demontiert und tatsächlich eingeschmolzen. Ein vorsorglich angefertigter Gipsabdruck ermöglichte eine Wiederherstellung der beliebten Figur. In Wiedenbrück war 1950 unbekannt, dass von der Familie der Nachkommen Heising zu Bad Driburg seit vielen Jahren das große ursprüngliche Gipsmodell für den Bronzeguss gehütet wurde. Der Bildhauer Bernhard Hartmann fertigte also nach dem späteren Gipsabdruck einen Neuguss an, der im Dezember 1951 feierlich an seinem alten Standort eingeweiht wurde.
Drei Mühlräder, die nach dem historischem Vorbild rekonstruiert wurden, erinnern am Mühlenwall/Ecke Rektoratsstraße an die „Neue Mühle“, eine Getreidemühle, die hier von 1250 bis 1969 stand. Die Kombination von drei Mühlrädern war und ist äußerst selten.
Die Räder haben einen Durchmesser von jeweils knapp fünf Metern. Insgesamt wurden etwa 2500 Schrauben für diese Konstruktion verarbeitet. Die Mühlräder werden durch die Umflut angetrieben, einem künstlich angelegten Abzweig der Ems. Ems und Umflut umfließen den historischen Stadtkern von Wiedenbrück und sind Teil der ehemaligen Stadtbefestigung. Das Denkmal wurde am 8. Juni 2007 eingeweiht. Es wurde der Stadt von Franz-Josef Krane gestiftet, durch die Umgestaltung des Mühlplatzes entstanden der Stadt jedoch Kosten von 50.000 €. Am 5. September 2008 wurde auf dem Platz ein Mühlstein aufgestellt, der in der 1888 abgebrannten Brennerei „Auf dem Schilde“ benutzt wurde.
Die Stadt war seit dem Mittelalter mit Wehrbauten, darunter einer Stadtmauer und vorgelagertem Zwinger umgeben. Von dieser Anlage ist nur noch der so genannte Pulverturm am Mühlenwall erhalten. Es ist ein halbrunder Schalenturm aus Backstein mit niedrigen Hosenscharten, der mit Hilfe von Hakenbüchsen verteidigt werden konnte. Er stammt wohl noch aus dem 15. oder frühen 16. Jahrhundert. Auch die noch erhaltenen Umflut (siehe oben) gehört zusammen mit der Ems zu den ehemaligen Wehranlagen.
Rheda-Wiedenbrück war Austragungsort der nordrhein-westfälischen Landesgartenschau 1988 in den Emsauen links und rechts der Autobahn A 2. Das Gelände, heute als Flora Westfalica bezeichnet, ist als weitläufiger Landschaftspark mit ca. 60 ha Größe im Stadtgebiet erhalten.[11]
In dieser Anlage liegt ein etwa ein Hektar großer Teil des Schlossgartens Rheda. Auf weiteren vier Hektar erstreckt der andere Teil des Schlossparks, der zum Teil ebenfalls öffentlich zugänglich ist.[12]
Südwestlich des Schlossparks in etwa einem Kilometer Entfernung befindet sich der ca. einen Hektar große Garten des Hauses Bosfeld, der nicht öffentlich zugänglich ist.[13]
In Wiedenbrück schließlich liegt der rund sechs Hektar große Garten des Amtshauses Reckenberg.[14]
Die Stadt verfügt über zwei Eichen und einen Teich, die vom Kreis Gütersloh als Naturdenkmal ausgewiesen wurden. Eine Eiche steht im Stadtteil Rheda, eine weitere und der Teich befinden sich in St. Vit. Darüber hinaus gibt es zwei Naturschutzgebiete, zum einen das Gebiet Am Merschgraben, zum anderen den Erlenbruch und Schlosswiesen Rheda.
Es gibt ein recht breit gefächertes Angebot an Vereinssport in der Stadt. Erwähnenswert sind folgende Vereine:
Es gibt eine Reihe von jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen in Rheda-Wiedenbrück, von denen einige mehr als lokale Bedeutung haben. Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben sind die Feste der örtlichen Schützenvereine.
Kalendarisch aufsteigend finden folgende Feste statt:
Alle Gerichte der Westfälischen Küche sind in Rheda-Wiedenbrücker gutbürgerlichen Restaurants verbreitet.
Die Straßenanbindung der Stadt Rheda-Wiedenbrück wird durch die A 2 über die Anschlussstelle 23 Rheda-Wiedenbrück hergestellt. Die B 55, B 61 und B 64 durchqueren ebenfalls das Stadtgebiet.
Die Flughäfen Münster/Osnabrück und Paderborn/Lippstadt sind in etwa ein bis zwei Stunden erreichbar.
Rheda-Wiedenbrück liegt an der Eisenbahnstrecke Köln–Dortmund–Hamm–Bielefeld–Hannover (KBS 400) und und an der Strecke Rheda–Münster (KBS 406). Der Bahnhof Rheda-Wiedenbrück wird im Schienenpersonennahverkehr durch