Das Hamburger Rathaus ist der Sitz der Bürgerschaft (Parlament) und des Senats (Landesregierung) der Freien und Hansestadt Hamburg.
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Das heutige Rathaus ist vermutlich das sechste Rathaus der Stadtgeschichte. Die beiden ersten standen vermutlich in der Neustadt am Hopfenmarkt und in der erzbischöflichen Altstadt am Alten Fischmarkt. Nach der Vereinigung beider Städte im Jahr 1216, entstand ein gemeinsames Rathaus an der Kleinen Johannisstraße, Ecke Dornbusch. Durch einen Brand 1284 wurden alle Häuser und vermutlich auch das Rathaus zerstört. Einzig das Kellergewölbe blieb erhalten und diente als Ratsweinkeller und Weinlager. Das darauf errichtete Gebäude erhielt später den Namen Eimbeck'sches Haus da es als einziges eine Ausschank-Konzession für Einbecker Bier besaß. Der Ratsweinkeller stürzte 1842 beim Großen Brand zur Hälfte ein. Eine geborgene Bacchus-Figur steht noch heute im Rathaus am Treppenabgang zum Ratsweinkeller (Eingang Gr. Johannisstraße). Um 1290 wurde ein größeres Rathaus am Neß an der Trostbrücke erbaut. Der Backsteinbau, auf einer Fläche von 26 mal 17 Metern mit einer zweigeschossigen Halle errichtet und wurde nach und nach erweitet. Das Niederngericht kam hinzu und zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein Renaissance-Anbau. 1619 zog die Hamburger Bank mit ein. Dieses Gebäude-Ensemble in Nachbarschft zur Hamburger Börse bildete mehrere Jahrhunderte das politische und wirtschaftliche Zentrum Hamburgs. Im Jahr 1842 wurde das Rathaus (vergeblich) gesprengt um das Feuer aufzuhalten. Einge Standbilder von deutschen Kaisern, die seit 1640 an der Fassade dieses Rathauses eingefügt waren, sind erhalten geblieben und nun an der Außenfassade des Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen. Auch sind mit Brandschutt verschmolzene Silberbarren des Silberschatzes im Phönix-Saal des Rathauses ausgestellt. 1842 wird das Waisenhaus an der Admiralitätsstraße (erbaut 1785, zerstört im 2. Weltkrieg, Gedenkplatte und Portalbogen vor Ort erhalten) zum provisorischen Rathaus. Die Bürgerschaft tagte auch im Haus der Patriotischen Gesellschaft das 1847 an der Stelle des zerstörten Rathauses errichtet wurde und noch heute steht (1923 Aufstockung, 1943 bis auf Außenmauern und untere Gewölbe ausgebombt, 1957 Wiederaufbau vollendet).
Nachdem das alte Hamburger Rathaus an der Trostbrücke dem Großen Brand von 1842 zum Opfer gefallen war, wurde als Standort des neuen Rathauses ein Platz an der kleinen Alster, in Nähe der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls neu zu bauenden Innenstadt, ausgewählt. Die Realisierung des Baus dauerte allerdings 43 Jahre von den ersten abgelehnten Wettbewerbsentwürfen 1854 und 1876 über die endgültige Annahme 1884 bis zur Fertigstellung 1897.
Die Planung erfolgte durch eine Hamburger Architektengruppe, dem Rathausbaumeisterbund, unter der Leitung von Martin Haller unter anderen mit den Architekten Leopold Lamprecht, Bernhard Hanssen, Wilhelm Meerwein und Hugo Stammann, die ohne Auftrag 1880 den später realisierten Entwurf erstellten und von 1886 an durchführten.
Das Hamburger Rathaus ist eines der wenigen vollständig erhaltenen Beispiele des Historismus in Deutschland. Der dreiflügelige Granit- und Sandsteinbau besitzt eine 111 m breite Fassade mit einem 112 m hohen Mittelturm. Das Dach ist kupfergedeckt. Die hervorragende Kombination von italienischen und norddeutschen Renaissance-Elementen an der Fassade erzeugt eine harmonische Gesamtwirkung. Auf der Rathausmarktseite stehen zwischen den Fensternischen zwanzig Könige und Kaiser des alten deutschen Reiches, von Karl dem Großen bis Franz II.. Über den Monarchen thronen am Mittelturm die Darstellungen der bürgerlichen Tugenden; Weisheit, Eintracht, Tapferkeit und Frömmigkeit. Es ist kein Zufall, dass die bürgerlichen Tugenden über den Kaisern angeordnet sind. Ihre Stellung versinnbildlicht die Freiheit der Stadt Hamburg gegenüber der Krone, da Hamburg keine Kaiserstadt, sondern eine Hansestadt war. Über dem Haupteingang befindet sich zudem ein Mosaik, das die hamburgische Nationalallegorie Hammonia darstellt.
Zusammen mit der 1841 erbauten, vom „Großen Brand“ verschonten Börse hat das Rathaus einen prächtigen Innenhof, der vom Alten Wall und der Großen-Johannis-Straße aus zugänglich ist. Der große Innenhof mit seinen reichdekorierten Fassaden im Stil der italienischen und norddeutschen Renaissance und dem zentralen Hygieia-Brunnen, ist architektonisch gesehen einer der wohl anspruchsvollsten und gelungensten Plätze der Stadt. In etwa zwölf Metern Höhe wird der Hof von sechs Nischenfiguren gesäumt. Die Figuren stellen Bischöfe dar, welche für die Geschichte der Stadt Hamburg von Bedeutung waren. Das Standbild des Bischofs Adalbert stammt von Bildhauer Wilhelm Wandschneider.
Im Innenhof des Rathauses befindet sich der Hygieia-Brunnen. Die weibliche Bronzefigur, die Hygieia, eine Allegorie für Gesundheit, tritt auf einen Drachen, der symbolisch für die Choleraepidemie von 1892 steht. Auch praktisch steht dieser Brunnen für Hygiene, da sich in seinem Sockel die Auslässe des Belüftungssystems des Rathauses befinden. Ursprünglich war auf dem Platz eine Figur des Handelsgottes Merkur geplant. Nach der großen Choleraepidemie mit Tausenden von Toten entschied man sich aus Imagegründen jedoch für die Göttin der Reinheit. Die die Hygieia umgebenden Figuren stellen den Nutzen und die Verwendung des Wassers dar...
Durch den Haupteingang erreicht man zunächst die Diele, eine große Säulenhalle. Zu ebener Erde angelegt, spiegelt sie das Regiment der Bürger architektonisch wider – im Gegensatz zu anderen Herrschaftshäusern soll der Bürger hier nicht zu den Machthabern hinaufsteigen müssen. Auf den Säulen der Diele befinden sich medaillonförmige Reliefs bürgerlicher Persönlichkeiten, die im Kontrast zu den Kaisern der Außenfassade die bürgerlichen Werte repräsentieren. Ausgewählt wurden Juristen, Theologen, Philologen, Historiker, Naturforscher, Kaufleute, Bankiers, Dichter, Maler, Architekten und „Wohltäter“. Ausschließlich aus der letzten Kategorie setzen sich die Bürgerinnen zusammen, die auf der so genannten Frauensäule abgebildet sind.
Von der Diele führen zwei große Treppenhäuser jeweils zum Senats- (rechts) bzw. Bürgerschaftsflügel (links) und eröffnen einen weiteren Zugang zu den insgesamt 647 Zimmern und Sälen. Vielleicht nicht das prunkvollste, aber sicher eines der denkwürdigsten Zimmer bildet Raum Nr. 219, genannt das Waisenzimmer. Hier schmücken von 80 Knaben des Hamburger Waisenhauses (gegen Bezahlung) hergestellte Kerbholzschnitzereien Wände und Türen.
Den großen Festsaal schmücken Bilder des Künstlers Hugo Vogel.
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Plenarsaal der Bürgerschaft |
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Koordinaten: 53° 33' 1" N, 9° 59' 32" O
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."