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In Deutschland werden für den Postversand seit dem 1. Juli 1993 fünfstellige Postleitzahlen verwendet, welche damals von der Deutschen Bundespost erstellt wurden. Neu dazukommende Postleitzahlen werden heute von der Deutschen Post AG vergeben. An jeder Stelle steht eine dezimale Ziffer. Neben den Postleitzahlen für geographische Zustellgebiete gibt es auch eigene Postleitzahlen für Großempfänger und Postfachschränke.
1941 wurden im Deutschen Reich zunächst zweistellige Postleitgebietszahlen (PLGZ) für den Paket- und Päckchendienst eingeführt, ab 1944 galten diese Postleitzahlen auch für den Briefverkehr. Diese Postleitzahlen wurden mit wenigen Änderungen erst 1962 (damalige Bundesrepublik) bzw. 1965 (DDR) durch zwei unabhängige Systeme vierstelliger Postleitzahlen abgelöst. Diese wurden dann wiederum 1993 durch das heutige, fünfstellige System abgelöst.
Inhaltsverzeichnis |
Zum ersten Mal wurde 1853 von der Verwaltung der Thurn-und-Taxis-Post mit Hilfe von Ringnummernstempeln ermöglicht, Orte aus einem Zahlencode zu erkennen. Carl Bobe gliederte 1917 Deutschland in Großräume, regionale Bereiche und örtliche Bereiche in einem Organisationsschema.
Die Einführung eines Postleitzahlensystems liegt im Zweiten Weltkrieg begründet. Während des Krieges stieg das Postaufkommen durch Feldpostsendungen und vor allem Feldpostpäckchen (→Deutsche Feldpost im Zweiten Weltkrieg) enorm an.[1] Die meisten erfahrenen Postler, die die Sendungen sortierten, waren bereits zur Wehrmacht eingezogen und durch unerfahrene Postsortierer und Fremdarbeiter ersetzt worden, was zu einer deutlichen Verschlechterung der Zustellzeiten führte, da diese Arbeitskräfte über keine oder unzureichende geografische Kenntnisse verfügten.[2]
Am 25. Juli 1941 wurde daher in der Verfügung 407/1941 im Amtsblatt des Reichspostministeriums die Einführung von „Päckchenleitgebieten“ bekanntgegeben. Diese galten zunächst für den Paketdienst. Es gab 24 Päckchenleitstellen mit Unterleitstellen, die von 1 bis 24 durchnummeriert wurden. Die Gebiete entsprachen in etwa den Oberpostdirektionsbezirken. Diese wurden durch zweistellige, numerische PLZ gekennzeichnet (z. B. 21 für die Provinz Westfalen: unterteilt in 21a (Nordwestfalen/Regierungsbezirke Münster und Minden), 21b (Südwestfalen/Arnsberg) und 22c (westliches Rheinland)).
Allgemein verbindlich im zivilen Postverkehr eingeführt wurden die Postleitzahlen mit 32 Leitgebieten am 19. Oktober 1943 mittels einer „Anweisung für den Briefverteildienst“. Seit Juni 1944 wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Zahlen zu nutzen. Teilweise wurden Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben verwendet, wie z. B. 5b für Ostpreußen.
Die Postleitzahl wurde in einem Kreis meist in der Größe eines Groschens, oder wenn mit Schreibmaschine geschrieben wurde, in Klammern, links neben den Bestimmungsort gesetzt, dieser war zusätzlich zu unterstreichen, Beispiel:
Bei manchen Ortsnamen kamen zusätzliche amtliche Bezeichnungen hinzu, wie beispielsweise:
Orte, die durch Landkraftposten postalisch versorgt wurden, mussten mit der Angabe über und dem Namen des zuständigen Leitamtes unterhalb des Bestimmungsortes gekennzeichnet sein.[3]
Die Angabe der Straße erfolgte unterhalb des Bestimmungs- beziehungsweise Leitamtortes.
Eine Übersicht der Postleitgebiete von 1944 befindet sich in der Liste der Postleitregionen in Deutschland.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte weiterhin die Regelung der Reichspost Gültigkeit. In den vier Besatzungszonen Deutschlands wurden die Postleitzahlen (zweistellig, numerisch mit einstelligem Buchstabenzusatz) in Abwandlung weitergeführt. Es gab geringe Änderungen und 28 Leitgebiete. So wurden zum Beispiel die 21 in 21a und 21b gegliedert, die 22 in 22a bis 22d, wobei 4 bis 9 und 12 weggelassen wurden. Auch nach Gründung der Bundesrepublik und der DDR 1949 wurden mit leichten Anpassungen an die jeweiligen Staatsgrenzen die alten Postleitzahlen weiterbenutzt.
In den 1950er Jahren hielten sich immer weniger Briefeschreiber an die Postleitzahlen. Nur noch jede dritte Sendung hatte die Postgebietsleitzahl in der Anschrift. Dies führte sogar dazu, dass im Bereich der Bundespost anfang der 1950er überlegt wurde, auf Postleitzahlen komplett zu verzichten.[4] Mitte der 1950er Jahre hatte sich die Situation durch die bevorstehende Automation des Briefverteildienstes jedoch überholt und es wurde über ein neues System nachgedacht.[5]
Um die Zahl der 24.000 Postorte in den Anschriften zu verringern, ordnete man die Orte mit Poststellen II und die meisten Orte mit Poststellen I Leitpostämtern unter. Übrig blieben 6.500 Leitpostämter, für die Briefbunde gefertigt werden mussten. Die eingesparten Orte hatten die Ortsbezeichnung mit dem Zusatz „über Leitpostamt“. Auch diese Neuordnung fand beim Kunden keine Resonanz, 72 % der Sendungen enthielten diese Ortsbezeichnung nicht. Abhilfe war dringend notwendig, da es beispielsweise alleine im Gebiet der (westlichen) Bundesrepublik Deutschland mehr als 30 Orte mit dem Namen „Neustadt“ gab und hilfreiche Zusätze wie etwa die Angabe des Kreises nicht immer angegeben waren, wobei selbst die Angabe solcher Hilfsbezeichnungen enormes Wissen der Verteilkräfte erforderte.
Für den Paketdienst wurde 1956 ein neues System entwickelt, bei dem jedem selbständigen Amt, zugleich für seine Zweigpostämter und Poststellen, eine Amtskennzahl zugeteilt wurde. Das System dieser Amtskennzeichen war eine Art Verschlüsselung. Die ersten Zahlen von 1 bis 20 wurden, nach dem Paketaufkommen gestaffelt, den Oberpostdirektionen zugeteilt. Darunter stehende Buchstaben von A-Z (ohne I, O, Q, wegen der Möglichkeit der Verwechslung mit Ziffern) erhielten die Postämter nach gleichem Gesichtspunkt. War das Alphabet erschöpft, wurde eine dreiteilige Kombination vorgesehen: Ziffern – Buchstaben – Ziffern.
Mit Amtsblattverfügung 274/1956 wurden die Amtskennzahlen am 30. Juli 1956 auch für Einschreibzettel eingeführt. Die Amtskennzeichen der Zweigpostämter, Poststellen I und II im Bundesgebiet und in Berlin (West) stimmten mit den Amtskennzeichen der Abrechnungs- oder Leitpostämter überein. Nach der Postreform 1959 galt dies für Postämter und Poststellen. Insgesamt wurden 22 Grundnummern vergeben. Die Nummern 21 für die Landespostdirektion Berlin und seit dem 10. August 1957 für die OPD Saarbrücken, die Nummer 22 wurde unabhängig von dem Zuteilungskriterium des Paketaufkommens vergeben.
Das System wurde am 1. April 1964 von der bis 1993 gültigen Form der Postleitzahlen abgelöst (Vf 543/63). Die alten R-Zettel durften bis zum 31. Mai 1964 weiterverwendet werden. Von kleineren Postorten wurde das Datum jedoch nicht eingehalten. Nach Angaben des Amtsblatts konnten bereits vor dem 1. April 1964 die Postleitzahl-Einschreibzettel verwendet werden, wenn die alten R-Zettel nicht bis zur Umstellung reichen würden.
Das neue vierstellige Postleitzahlensystem in der Bundesrepublik wurde 1961 von dem damaligen Bundespostminister Richard Stücklen vorangetrieben und am 23. März 1962 eingeführt. Bereits am 3. November 1961 waren die Postleitzahlen im Amtsblatt des Bundesministeriums für das Post- und Fernmeldewesen Nr. 126 bekanntgegeben worden. Das Verkehrsgebiet war nun in sieben Leitzonen unterteilt, diese wiederum in bis zu zehn Leiträume, jeder Leitraum in bis zu zehn Leitbereiche. Die vierte Stelle gab den Postort an. Bei „runden“ Postleitzahlen für große Städte (zum Beispiel 5300 Bonn) wurden die Nullen nicht geschrieben (53 Bonn). Die Schreibweise richtete sich nach der jeweils gültigen Version der DIN 5008.
Das vierstellige System ging von einem geeinten Deutschland aus und reservierte die Bereiche 1001 bis 1999, 2500 bis 2799, 3600 bis 3999 und 9000 bis 9999 für die damalige DDR. Daher wurden Postleitzahlen aus diesem Bereich nicht zugeteilt. Lediglich die 1000 wurde für West-Berlin benutzt. Die Bundespost machte ab 1962 mit dem Slogan „Vergißmeinnicht – die Postleitzahl, der schnelle Wegbegleiter“ Werbung für das neue System. Ab 1964 wurde, ebenfalls als Teil der Kampagne, im westdeutschen Fernsehen die Fernsehshow Vergißmeinnicht mit Peter Frankenfeld und dem Briefträger Walter Spahrbier ausgestrahlt.
Jede der vier Ziffern folgte einer Logik. So stand die erste Zahl für die Leitzone und die zweite für den Leitraum. Die „xx5x“ an der dritten Stelle kennzeichnete ein „Leitgebietsknotenamt“. Die „Leitbereichsknotenämter“ waren daran erkennbar, dass ihre letzte Ziffer eine „xxx0“ war, während „Leitabschnittsknotenämter“ sich durch eine „xxx8“ an der letzten Stelle auszeichneten. Die Endziffer „xxx7“ bezeichnete einen Ort mit einem Bahnpostanschluss. Die „xxx1“, in sehr seltenen Fällen auch zusätzlich die „xxx2“ bezeichneten die kleinen Orte eines „Leitbereichsknotenamtes“ ohne eigene Leitzahl und die „xxx9“ diejenigen eines „Leitabschnittsknotenamtes“. Diese wurden in der Regel mehreren Orten zugeordnet, sodass verschiedene kleinere Orte oftmals identische Postleitzahlen aufwiesen.
Zum 1. Januar 1965 führte die Deutsche Post in der DDR ein eigenes vierstelliges Postleitzahlensystem ein. Dieses war allein auf die DDR zugeschnitten, Nummern aus dem gesamten Zahlenbereich von 1000 bis 9999 wurden auf die 15 Bezirke der DDR verteilt. Während westdeutsche Städte in der Regel nur eine einzige Postleitzahl hatten, bekamen größere Städte in der DDR bereits mehrere Postleitzahlen zugeordnet.
In wesentlichen Zügen ähnelte das DDR-System dem in der Bundesrepublik. An der Postleitzahl war die Stellung der Postdienststelle zu erkennen: Leitpostämter bekamen als Endziffer eine Null (xxx0). Andere Postämter erhielten die Endziffern 2 bis 9, davor standen meist die drei ersten Ziffern des jeweiligen Leitpostamtes Waren mehr als acht Postämter einem Leitpostamt zugeordnet, wurde die folgende 0 nicht vergeben. Poststellen erhielten in der Regel die Endziffer 1 hinter den ersten Ziffern des Leitpostamtes. Diese Nummer wurde mehrmals vergeben, so dass verschiedene Poststellen dieselbe Postleitzahl erhielten.
Ein Unterschied zwischen beiden Systemen war, dass einige besonders wichtige Orte in der Bundesrepublik einstellige Postleitzahlen hatten, in der DDR waren dagegen alle Postleitzahlen mindestens zweistellig (3 Hannover, aber 30 Magdeburg)[6]. Im Zuge der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung wurde 1974 in der Bundesrepublik und 1979 in der DDR das System der Postleitzahlen geändert. Die vorher ein-, zwei- oder dreistelligen Postleitzahlen in wichtigen Orten wurden durch das Anfügen von Nullen vierstellig gemacht.
Viele Postleitzahlen existierten in Ost und West doppelt. So stand die 5300 sowohl für Weimar im Osten als auch für Bonn im Westen. Für das Verschicken eines Briefes über die Staatsgrenze hinweg musste eine Landeskennnung mit angegeben werden. Für Briefe von West nach Ost wurde bis 1974, bedingt durch die Nichtanerkennung der DDR als Staat durch die Bundesrepublik, das X als Unterscheidungsmerkmal benutzt und danach durch DDR ersetzt.[7] Analog wurden Briefe aus der DDR „in Bereiche anderer Postverwaltungen in Europa und Übersee“ ab August 1964 mit einer Null (0-) vor der Postleitzahl kennzeichnet, was „besonders beim Versenden von Postsendungen nach Westdeutschland sowie nach Westberlin zu beachten“ war.[6]
Später wurden Postsendungen aus der DDR in die Bundesrepublik mit dem Landeskennzeichen D- vor der westdeutschen Postleitzahl gekennzeichnet.
Vorreiter für die Angabe von Zustellpostämtern zusätzlich zu Postleitzahl und Ort war Berlin. Die innerstädtischen Berliner Zustellbezirksnummern (Berliner Postbezirke (ab 1862)) ihrerseits basieren auf einer Anweisung des Kaiserlichen General-Postamtes aus dem Jahre 1873, in welchem das damalige Stadtgebiet von Berlin (und teilweise darüber hinaus) in neun Postbezirke eingeteilt wurde. Jedem dieser Postbezirke wurde ein seiner geografischen Lage entsprechendes Kürzel gegeben (N = Nord, SW = Südwest, C = Centrum). So entstanden Bezeichnungen wie SO 36 oder SW 61 etc., die in Berlin-Kreuzberg zu einer noch heute umgangssprachlich verbreiteten Bezeichnung für die beiden Ortsteile geworden sind. Mit der Einführung der Zustellpostämter als Bestandteil der Adresse nahm die betriebliche Bedeutung der alten Amtsbezeichnung (beispielsweise SO 36) deutlich ab und war bei der Postautomation sogar hinderlich.
Nahezu alle großen Städte in der Bundesrepublik bekamen im Lauf der Zeit als Zusatz zu Postleitzahl und Ort die Nummer des zustellenden Postamtes zugewiesen. Für Empfänger mit Postfächern kamen auch Zustellpostämter zur Anwendung, die es in der Straßenzustellung nicht gab. Für Empfänger mit besonders hohem Sendungsaufkommen wurden ab den 1970ern auch fiktive Zustellpostämter eingeführt, die damit als unmittelbare Vorläufer der heutigen Großempfängerpostleitzahl gelten können, beispielhaft 6500 Mainz 500 für das ZDF oder 2000 Hamburg 888 für den Otto-Versand.
In der DDR war in Ost-Berlin, Leipzig, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Halle (Saale), Magdeburg und Erfurt der entsprechende Zustellbezirk in die Postleitzahl integriert. In der Bundesrepublik und in anderen DDR-Orten mit mehreren Zustellbezirken war es dagegen üblich, den Zustellbezirk nach dem Ortsnamen einzufügen. So wurde zum Beispiel auf einen Brief nach Berlin-Kreuzberg (West-Berlin)
geschrieben, dagegen wurde ein Brief nach Berlin-Adlershof (Ost-Berlin) mit
adressiert.
Bei der Umstellung auf die elektronische Datenverarbeitung 1979 wurden in der DDR die Zustellbezirke bei einer Reihe von weiteren Orten in die Postleitzahl eingegliedert. Zum Beispiel wurde statt 25 Rostock 1 seitdem 2500 Rostock verwendet.
Nach 1990 existierten im wiedervereinigten Deutschland zwei vierstellige Postleitzahlensysteme parallel. Von insgesamt 5420 Postleitzahlen entfielen 3400 auf das Verkehrsgebiet West und 2020 auf das Verkehrsgebiet Ost.[8] Das führte dazu, dass im Postverkehr zunächst nach wie vor zwischen beiden Gebieten unterschieden werden musste. Vor jede Postleitzahl sollte im Verkehr mit dem jeweils anderen Verkehrsgebiet ein „O-“ für „Verkehrsgebiet Ost“ (z. B. O-2300 Stralsund) bzw. ein „W-“ für „Verkehrsgebiet West“ (z. B. W-2300 Kiel) gesetzt werden, um die Eindeutigkeit zu wahren, „bis ein neues, kundengerechtes und effizientes Postleitzahlensystem, das auf Dauer Bestand hat, zur Verfügung steht,“ …. Innerhalb der jeweiligen Verkehrsgebiete war das Voranstellen nicht notwendig.[9]
Verworfen wurde der Vorschlag, lediglich die 802 Postleitzahlen zu ändern, die doppelt vergeben waren, und ansonsten alles beim Alten zu belassen. Am 24. Oktober 1991 entschied der Vorstand der Deutschen Bundespost Postdienst sich für eine komplett neue Lösung.[10][11] Das Posttechnische Zentralamt wurde beauftragt, bis 1993 ein fünfstelliges Postleitzahlensystem zu entwickeln.
Bereits in den 1980ern hatten sich beim westdeutschen System Mängel gezeigt, die im Rahmen der fünfstelligen Lösung behoben werden sollten. Hierzu holte man sich die Erfahrungen anderer europäischer Postverwaltungen welche über ein solches System verfügten (Frankreich, Niederlande und vor allem Schweden) ein[12]. Die Leitregionen, der neuen fünfstelligen Postleitzahl orientierten sich hierbei am vierstelligen westdeutschen System, so dass in den meisten Ballungsräumen die erste Stelle oder die ersten beiden Stellen mit der alten Postleitzahl identisch waren. Ein weiterer Grund für die Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen war die Automatisierung der Briefverteilung. Mit der Einführung des neuen Systems wurde die Grundlage für die Briefzentren geschaffen, mit welchen es möglich ist, die Briefe in nur zwei Sortiergängen den Zustellern zuzuführen.
Im neuen System wurden die Zustellbezirke – wie bereits im vierstelligen ostdeutschen System praktiziert – in die Postleitzahlen integriert. Zudem konnten Großempfänger nun eine eigene Postleitzahl erhalten. Neu und ungewohnt war, dass die 0 als führende Ziffer ins Spiel kam. Vereinzelt regten sich dagegen Proteste[13][14], weil man in einer 0 an erster Stelle die Gefahr einer Herabwertung eines Ortes sah.[15]
Ein weiteres wichtiges Argument bei der Einführung der fünfstelligen Postleitzahl war der Umstand, dass das neue System ausreichend Reserven beinhaltete. So ist eine Reaktion auf neue Großempfänger, neue Postfachschränke, Neubaugebiete etc. möglich, ohne dabei die Systematik durchstoßen zu müssen. Aus diesem Grund finden sich beispielsweise zwischen den fortlaufenden Nummern der Postleitzahlen für die Postfachschränke und der nächsten belegten Postleitzahl mindestens eine, meist aber mehrere unbelegte Postleitzahlen. Insgesamt gibt es in Deutschland heute etwa 30.000 benutzte Postleitzahlen, während der Rest als Reserve dient.
Die Einführung des neuen Systems 1993 wurde von einer massiven Werbekampagne begleitet (mit der einer Hand ähnlichen Comicfigur Rolf (Synchronsprecher: Rolf Zacher) und dem Spruch „Fünf ist Trümpf“). Des weiteren gab es in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender RTL die Spieleshow Die Post geht ab mit Rudi Carrell, die Sendung welche auf 10 Folgen ausgelegt war, lief erstmals am 9. Mai 1993 und erinnerte im großen und ganzen an die Show Am laufenden Band.
Im neuen Postleitzahlenbuch, das in einer Auflagenhöhe von 40 Millionen kostenlos an alle Haushalte in Deutschland verteilt wurde, ist für jeden Ort mit mehreren Postleitzahlen das komplette Straßenregister mit den dazugehörigen Postleitzahlen aufgeführt. Daneben erschienen noch ein Buch mit Postleitzahlen für Großempfänger, Postfächer und Postlagerausgaben und ein numerisch geordnetes Postleitzahlenbuch, in dem sowohl nach dem neuen als auch nach dem alten System geordnet wurde und in beiden Sortierungen jeweils die andere Postleitzahl gegenübergestellt wurde. Diese beiden Verzeichnisse wurden nicht kostenlos verteilt, sondern waren nur auf Anforderung erhältlich. Eine Neuauflage des Postleitzahlenbuches gab es erstmals seit 1993 am 4. Oktober 2005 in einer – nun allerdings kostenpflichtigen – Auflage von 3 Millionen Stück. Etwa einmal je Quartal erscheint eine CD-ROM mit den Postleitzahlen. Die Postleitzahlen können im Internet auf den Seiten der Deutschen Post sowie bei zahlreichen weiteren kommerziellen Anbietern abgefragt werden.
Die bisher größte Änderung im neuen System fand 2001 statt, als in Leipzig im Zuge der erfolgten Eingemeindungen neben Umbenennungen von Straßen auch den neuen Ortsteilen neue Postleitzahlen zugeordnet wurden.
Die erste Ziffer der fünfstelligen Postleitzahl bezeichnet die Zone (und damit den Verkehrsflughafen, ab dem die Post ausgeliefert wird), die zweite Ziffer die Region (die ersten beiden Ziffern heißen daher oft Postleitregion oder Leitregion; meist im Gegenuhrzeigersinn vom Zentralort aus fortlaufend – beginnend im Süden). In den Postleitregionen sind die Postleitgebiete zusammengefasst, die dieselben beiden Anfangsziffern haben. Meist betreibt die Post in den Leitregionen eines der 82 Briefzentren, 10 dieser Zentren sind für jeweils 2 Leitregionen zuständig.
Innerhalb dieser Leitregionen sind Nummernbereiche zwischen 20 und 200 Nummern für Leitbereiche vergeben, worin jeder Gemeinde [1] ein Nummernbereich zugeordnet wird, beginnend mit dem Hauptort des Leitbereichs. Danach wurde teilweise nach Einwohnerzahl, teilweise alphabetisch weiterverteilt. Im Nummernbereich einer Gemeinde [1] sind die niedrigsten Nummern für Postlagerausgaben (Postfächer), die Nummern danach für Großempfänger und die höchsten Nummern für Zustellbezirke vergeben. Leitbereiche sind wichtig für die Zustellung von Massenbriefsendungen (z. B. „Infopost“).
[1] Der Begriff „Gemeinde“ orientiert sich hier nicht an der Organisationseinheit sondern ist übertragen zu verstehen, da sich die Grenzen im Sinne der Postleitzahl zwar sehr oft, aber nicht immer an den politisch-organisatorischen Gemeindegrenzen orientieren.
Beispiel:
Auffällig ist, dass die Mehrheit aller möglichen Zahlenkombinationen freigeblieben ist: So bezeichnen z. B. die Zahlen 20101 bis 20110 die zehn Postfachschränke des Postamts Hamburg 13, die diesem zugeordneten Zustellbezirke haben die Nummern 20144, 20146, 20148 und 20149. Es gibt in Deutschland 96 Postleitregionen; zu vier Ziffernkombinationen (00, 05, 43, 62) ist keine Postleitregion definiert.
Besonders „runde“ Nummern wie zum Beispiel die 10000, 20000 usw. sind zwar den jeweiligen Leitbereichen zugeordnet, werden aber für Zustellbezirke nicht vergeben, sondern finden nur im internen Dienst der Brief- und Frachtzentren der Post, auf beispielsweise Beutelfahnen, Anwendung.[16]
In der folgenden Tabelle werden die einstelligen Postleitzonen mit Flächenangaben und Einwohnerzahlen mit dem Stand vom 31. Dezember 2007 angegeben. Für die Regionen siehe: Postleitregionen seit 1993
| Leitzone | Fläche in km² | Einwohner | Einwohner pro km² (gerundet) |
|---|---|---|---|
| 0 | 37.187,8 | 6.819.607 | 183 |
| 1 | 47.642,4 | 7.034.541 | 148 |
| 2 | 44.207,4 | 8.691.409 | 197 |
| 3 | 45.488,1 | 9.012.212 | 198 |
| 4 | 20.212,3 | 10.331.535 | 511 |
| 5 | 28.834,5 | 9.233.815 | 320 |
| 6 | 17.247,9 | 7.540.503 | 437 |
| 7 | 27.864,2 | 8.715.898 | 313 |
| 8 | 36.427,2 | 7.675.001 | 211 |
| 9 | 47.803,7 | 7.163.416 | 150 |
Es gibt verschiedene Arten von Postleitzahlen:
| Beschreibung | Vorgesehene Stückzahl der fünfstelligen Postleitzahlen (Stand: 22. Dezember 1992)[17] |
Stückzahl (Stand: Oktober 2005) |
|---|---|---|
| Postfach | 16.500 | 17.119 |
| Schalterausgabe | – | 0 |
| Gruppen-Großempfänger | – | 814 |
| Einzel-Großempfänger | 1.700 | 1.616 |
| Aktions-PLZ | – | 1.824 |
| Zustell-PLZ | 8.200 | 17.201 |
| Zustellung und Postfach | – | 1.131 |
| Gesamtanzahl der vergebenen Postleitzahlen | 26.400 | 39.705 |
Zur Erinnerung: Von den insgesamt 5420 vierstelligen Postleitzahlen, die bis zur Einführung der fünfstelligen galten, entfielen 3400 auf das Verkehrsgebiet West und 2020 auf das Verkehrsgebiet Ost.
Obwohl die fünfstelligen Postleitzahlen allein für das deutsche Bundesgebiet entwickelt wurden, mussten, wie auch schon beim vierstelligen System, Ausnahmen berücksichtigt werden:
| Ortsname | Österreich | Deutschland | Deutschland (bis 1993) |
|---|---|---|---|
| Jungholz | 6691 | 87491 | 8965 |
| Riezlern | 6991 | 87567 | 8984 |
| Hirschegg | 6992 | 87568 | 8985 |
| Mittelberg | 6993 | 87569 | 8986 |
| Ortsname | Schweiz | Deutschland | Deutschland (bis 1993) |
|---|---|---|---|
| Büsingen | 8238 | 78266 | 7701 |
Von dieser organisatorischen Regelung sind die Postleitzahlen der Feldpost ausgenommen. Ursprünglich waren deren Leitzahlen willkürlich angeordnet, um im Ernstfall den Standort einer Einheit zu verschleiern. Aufgrund des Endes des Kalten Krieges war dies aber unnötig geworden. Dennoch benutzte die Feldpost bis 2004 ein eigenes Nummernsystem. Beispielhaft hier der Stempel der Feldpostleitstelle in Darmstadt. Die Leitzahl 6700 ist willkürlich gewählt und stand in keinem Zusammenhang mit den Postleitzahlen der Städte Darmstadt (damals 6100) oder Ludwigshafen am Rhein welche damals die 6700 hatte. Weitere Beispiele sind „731 Feldpost e“ (Feldpostamt Prizren-Airfield) und „730 Feldpost b“.
Seit dem 1. Januar 2005 hat aber auch die Feldpost auf ein geordnetes System umgestellt, so dass seither aus der Feldpostnummer auf den Einsatz geschlossen werden kann. So gilt seit diesem Datum:
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