Pierre d’Ailly (* 1350/51 in Compiègne; † 9. August 1420 in Avignon; lateinisch Petrus de Alliaco, deutsch Petrus von Ailly, Peter von Ailly) war ein französischer Theologe und ab 1411 Kardinal.
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Peter von Ailly studierte am Collège de Navarre in Paris und war dort von 1384 bis 1389 Großmeister, als der er auch Johannes Gerson unterrichtete. 1389 war er Beichtvater Karls VI., 1389 bis 1395 Kanzler der Universität Paris. 1395 wurde er Bischof von Le Puy, 1397 von Cambrai. In den Auseinandersetzungen des Abendländischen Schismas setzte er sich für den Avignoner Gegenpapst Benedikt XIII. ein, plädierte jedoch für den Rücktritt beider Päpste. Auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418) unterstützte er Johannes Gerson. Die Initiative der beiden Theologen trug zur Beendigung des Schismas nach dem Konzil bei. 1418 zog sich Peter von Ailly nach Avignon zurück und verfasste vor allem mystische und asketische Werke.
Seine Werke sind geprägt vom Geist des Nominalismus und vor allem von Wilhelm von Ockham, Heinrich von Langenstein, Johannes Gerson und Roger Bacon beeinflusst. Sein astronomisches und geographisches Buch Imago mundi (1410), das aus verschiedenen antiken und mittelalterlichen Schriften zusammengestellt ist, war eine der Quellen des Christoph Kolumbus für dessen Idee, über den Atlantik einen Seeweg nach Indien zu suchen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pierre d’Ailly |
| ALTERNATIVNAMEN | Petrus de Alliaco (lateinisch); Petrus von Ailly (deutsch); Peter von Ailly |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Theologe und Kardinal |
| GEBURTSDATUM | 1350 oder 1351 |
| GEBURTSORT | Compiègne |
| STERBEDATUM | 9. August 1420 |
| STERBEORT | Avignon |
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