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| Pi-Ramesse in Hieroglyphen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Stadtname unter Ramses II. (Ramesisumeriamun) |
Per-Ra-mes(i)-su-meri-Amun-pa-ka-aa-en-pa Ra-Hor-achti Pr-Rˁ-msj-sw-mrj-Jmn-p3 k3-ˁ3-n-p3 Rˁ-Ḥr-3ẖtj [1] Stadt / Haus des Ramses II. [1] |
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| Umbenannter Stadtname unter Ramses III. (Ramesisuheqaiunu) |
Per-Ra-mes(i)-su-heqa-Iunu-aa-nachtu Pr-Rˁ-msj-sw-ḥq3-Jwnw-ˁ3-nẖtw [2] Stadt / Haus des Ramses III., Herrscher von Iunu, groß an Siegen [2] |
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Pi-Ramesse (arabisch Qantir; altägyptisch Per-Ra-mes(i)-su-meri-Amun-pa-ka-aa-en-pa-Ra-Hor-achti) war die unter Ramses II. um etwa 1278 v. Chr. erbaute Hauptstadt des Alten Ägypten. Schon kurz nach dem Tod seines Vaters Sethos I. erklärte Ramses II. den im östlichen Nildelta etwa 1 km westlich der alten Hyksosstadt Avaris gelegenen Sommerpalast, der von seinem Vater erbaut wurde, zum Kern seiner neuen Hauptstadt.
Ramses III. änderte in seiner Regierungszeit den Stadtnamen von „Haus des Ramses II.“ in „Haus des Ramses III., Herrscher von Iunu, groß an Siegen“. Den neuzeitlichen Namen „Die Türkisfarbene“ erhielt die Stadt aufgrund der dort bei Ausgrabungen gefundenen türkisfarbenen Kacheln.
Nach alttestamentlicher Überlieferung war diese Stadt einer der Orte, in denen die Ereignisse des Auszugs aus Ägypten stattfanden (Ex 1,11 EU; 12,37 EU; Num 33,3.5 EU) Die nachmaligen Israeliten sollen bei dem Bau von (Pi-)Ramesse zum Frondienst gezwungen worden sein. Von dort ausgehend seien sie später aus Ägypten ausgezogen.
Inhaltsverzeichnis |
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Pi-Ramesse und Tanis in Ägypten
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Pi-Ramesse befindet sich am östlichen Rand des Nildeltas. Es wurde zwischen dem pelusischen Nilarm und dem Entwässerungssystem des Bahr el-Baqar angelegt. Zur Zeit seiner größten Ausdehnung umfasste das Stadtgebiet – inklusive Wasser- und landwirtschaftlich genutzter Flächen sowie sonstiger Wirtschaftsräume – bis zu 30 km².[3] Das Stadtzentrum befand sich im Bereich des modernen Ortes Qantir.
Der Grundriss der Stadt ist bislang, bedingt durch die großen Zerstörungen, sowohl in antiker Zeit als auch in der Moderne, nur teilweise geklärt. Die altägyptischen Quellen zeigen, dass die Stadt offensichtlich den alten Hauptstädten Theben und Memphis an Pracht und Größe entsprechen sollte.
Pi-Ramesse soll nicht nur eine schöne Stadt gewesen sein, sondern auch von militärischer Wichtigkeit, wie Funde von Werkstätten der Waffenschmiede, Pferdeställen und Kasernen nahelegen. Die Lage im östlichen Nil-Delta machte es dem ägyptischen Heer sehr einfach, über den sog. Horusweg schnell in die Levante zu gelangen. Zwischen dem pelusischen Nilarm und den Feuchtgebieten des Bahr el-Baqar gelegen war die Stadt selbst gut gegen Angriffe geschützt. Der pelusische Nilarm war darüber hinaus ein vorzüglicher Transportweg, sowohl zum Mittelmeer hin als auch nach Ägypten hinein.
Der Papyrus Anastasi II verweist auf die Zeit unter Ramses III.:
„Seine Majestät (Ramses III.) hat sich ein Schloss gebaut, „Groß an Siegen“ ist sein Name. Es liegt zwischen Retjenu und Tameri, voll von Nahrung und Speise. Es ist gemacht nach der Art des Iunu von Month und seine Dauer ist wie die von Hut-ka-Ptah. Die Sonne geht auf in seinen beiden Lichtbergen, sie geht unter in seinem Inneren. Alle Leute verlassen ihre Städte und siedeln sich in seinem Bezirk an. Sein Westen ist ein Tempel des Amun, sein Süden ein Tempel des Seth. Astarte befindet sich in seinem Osten und Uto in seinem Norden. Das Schloss, das darin liegt, das ist wie die beiden Lichtberge des Himmels. Ramses II. ist in ihm als Gott, „Month in den Beiden Ländern“ als Berichterstatter, „Sonne, der Herrscher“ als Wesir, der Ägypten freundlich gesinnt ist. „Geliebt von Atum“ als Fürst und das ganze Land steigt hinab zu seinem Wohnsitz.[4]“
– Papyrus Anastasi II[5]
Etwa um 1110 v. Chr. wurde die Stadt am Ende der 20. Dynastie aufgegeben. Vermutlich war dies durch die Verlandung des pelusischen Nilarms bedingt. Mit dem Umzug in das 30 km entfernte Tanis war der Transport von zahlreichen Monumenten aus Pi-Ramesse verbunden, was dazu führte, dass aufgrund der zahlreichen Inschriften zunächst Tanis mit der Ramses-Stadt identifiziert wurde.
In der folgenden Zeit gerieten die Stadt und ihr Name allmählich in Vergessenheit. Seit der 21. Dynastie dienten die großen Gebäude der Stadt offensichtlich als Steinbruch.
Durch die umfangreiche Zerstörung der Stadt bereits in der Antike ist heute kaum noch etwas erhalten. Noch im 19. Jahrhundert waren Reste einiger Tells zu sehen, die mittlerweile fast verschwunden sind. Heute sind lediglich die Basis einer ursprünglich etwa 10 m hohen Sitzstatue Ramses’ II. und eine große Säulenbasis aus Granit vor Ort zu sehen. Im benachbarten Dorf Samana befindet sich ein Brunnen Ramses' II.
Seit dem späten 19. Jahrhundert wurden die antiken Hinterlassenschaften der Gegend um Qantir bemerkt und untersucht. Seit den Entdeckungen einer großen Menge von Fayencekacheln, die am ehesten denjenigen des Tempelpalastes von Medinet Habu entsprechen, war Qantir als Platz der ramessidischen Hauptstadt Pi-Ramesse im Gespräch.[6] Seit dem wegweisenden Artikel Labib Habachis aus dem Jahr 1954 begann sich diese Ansicht innerhalb der Fachwelt zu verbreiten, bis sie schließlich in den 1970er Jahren, den Arbeiten von Manfred Bietak folgend, zur allgemein anerkannten Lehrmeinung wurde. Somit wurde Tanis abgelöst, das zuvor häufig mit Pi-Ramesse in Verbindung gebracht worden war, besonders von dem französischen Archäologen Pierre Montet, der in Tanis ausgegraben hatte.
In Qantir graben seit 1980 die Archäologen des Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museums unter der Leitung von Edgar Pusch in Kooperation mit dem Team des Österreichischen Archäologischen Instituts, das unter der Leitung von Manfred Bietak im wenige Kilometer südlich gelegenen Tell el-Dab'a, dem antiken Avaris, der Hauptstadt der Hyksos, gräbt.
Eine besondere Pionierleistung war die Anwendung geomagnetischer Untersuchungsmethoden, bei der beeindruckende Bilder der unterirdischen Ruinen entstanden.