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Brief des Paulus an Philemon

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Der Brief des Paulus an Philemon ist ein Buch des Neuen Testaments der christlichen Bibel. Seit der frühen Neuzeit wird es in 25 Verse aufgeteilt. Eine Kapiteleinteilung gibt es wegen der Kürze des Briefes nicht.

Der Brief wurde von Paulus wahrscheinlich in Ephesus geschrieben, wo er um 56 in Haft (Hausarrest) war. In Ephesus hatte Paulus den entlaufenen Sklaven Onesimus kennengelernt, den er nun mit diesem Brief zu Philemon nach Kolossä schickt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aufbau

[Bearbeiten] Inhalt

Paulus fordert seinen Glaubensbruder und Mitarbeiter Philemon auf, dass er seinen davongelaufenen Sklaven Onesimus freundlich aufnehmen und in ihm fortan den geliebten Bruder sehen soll, da Onesimus Christ sei. Zudem gibt Paulus seiner Hoffnung Ausdruck, dass er bald aus der Gefangenschaft entlassen werde und bittet Philemon, eine Unterkunft für ihn vorzubereiten.

[Bearbeiten] Auslegungsgeschichte

Nach der in der Auslegungsgeschichte vorherrschenden Meinung verlangt Paulus von Philemon jedoch nicht, dass er den Sklavenstand Onesimus' aufheben soll. Diese Interpretation wurde bis in die jüngste Vergangenheit in den USA als Rechtfertigung der Sklaverei verwandt. Andere lesen den Philemonbrief als rhetorisch geschicktes Schreiben des Paulus, das nicht nur an den Sklavenhalter Philemon gerichtet ist, sondern an die ganze Gemeinde, und dessen Inhalt es Philemon unmöglich macht, Onesimus weiter als Sklaven zu behandeln.[1]

In seiner 2. Enzyklika SPE SALVI facti sumus – auf Hoffnung hin sind wir gerettet (Röm 8,24 EU) – erläutert Papst Benedikt XVI., dass das Christentum keine sozialrevolutionäre Botschaft brachte, sondern etwas ganz anderes (Absatz Nr. 4). Er führt dabei ausdrücklich auf den Brief des Apostel Paulus an Philemon hin (Phlm 10-16 EU): Die Menschen, die ihrem zivilen Status nach sich als Herren und Sklaven gegenüberstehen, sind als Glieder der einen Kirche einander Brüder und Schwestern geworden.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Kommentare

[Bearbeiten] Einzelne Studien

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Vers 16: Entscheidend ist die Interpretation der Ausdrücke οὐκέτι ὡς δοῦλον - „nicht mehr wie ein Sklave“, sowie ἀλλ' ὑπὲρ δοῦλον - „sondern mehr als ein Sklave“, nämlich ein geliebter Bruder. Für einige schließt die Anerkennung als Bruder die Stellung als Sklave aus, für andere nicht.
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