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Pfullingen ist eine deutsche Kleinstadt in Baden-Württemberg am Fuß der Schwäbischen Alb. Sie grenzt unmittelbar an den Südosten der Kreisstadt Reutlingen, das sogenannte Tor zur Schwäbischen Alb, an. Pfullingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (99,9 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.
Blick auf Pfullingen vom Schönbergturm
Pfullinger Marktbrunnen in der Stadmitte/Marktplatz zwischen den beiden Rathausgebäuden; an der Brunnenwand befinden sich Abbildungen von Szenen der Pfullinger
Sagen
Pfullingen liegt am Fuß der Schwäbischen Alb im Tal der Echaz. Es ist umgeben von den beiden kegelförmigen Erhebungen Achalm und dem Georgenberg, sowie einigen Bergen des Albtraufs wie dem Schönberg und dem Ursulaberg.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Außer der gleichnamigen Kernstadt liegen keine weiteren Orte im Stadtgebiet.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Pfullingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen: Eningen unter Achalm, St. Johann, Lichtenstein, Sonnenbühl und Reutlingen.
In einer Schenkungsurkunde von Kaiser Otto I. dem Großen aus dem Jahre 937 wird Pfullingen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war der Hauptort des Pfullichgaus, der sich durch das gesamte Tal der Echaz erstreckte.
Gegen Ende des 14. Jahrhundert verlor Pfullingen in Folge der Städtekriege sein einstmals verliehenes Stadtrecht, nachdem der Ort von Reutlingen eingenommen und zerstört worden war. Um 1500 ging der Ort an Württemberg. Das Stadtrecht erhielt Pfullingen 1699 zurück.
Die Wasserkraft der Echaz bedingte schon sehr früh das Einsetzen der Industrialisierung. Bereits 1830 wurden 22 Wassertriebwerke gezählt. Die vormals vorherrschende Landwirtschaft ging stark zurück, den ebenfalls betriebenen Weinbau gibt es heute gar nicht mehr.
1999 fanden in Pfullingen die Heimattage Baden-Württemberg statt.
Die Gemeinderatswahl am 07. Juni 2009 ergab folgendes Ergebnis:
- FW 27,3% (-1,6): 6 Sitze (=)
- CDU 25,9% (-1,5): 6 Sitze (=)
- UWV 22,8% (+2,2): 5 Sitze (=)
- SPD 12,2% (+0,0): 3 Sitze (=)
- GAL 11,8% (+0,9): 2 Sitze (=)
Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Rudolf Heß endet am 13. Januar 2015.
- seit 1983: Rudolf Heß (FW)
Blasonierung: „In Blau unter einer liegenden schwarzen Hirschstange ein silbernes Kissen mit goldenen Quasten an den vier Zipfeln und rotem Vorstoß.“
Pfullingen führte seit Beginn des 15. Jh. ein im Abdruck erstmals 1501 überliefertes Siegel, das unter der Württemberger Hirschstange den für den Ortsnamen redenden "Pfulben" (=Pfühl, Kissen) zeigt; heute erklärt man ihn mit dem Sonderrecht eines Federmarkts. Um 1600 ist mehrfach als Feldfarbe Rot bezeugt, wenig später die Setzung der Hirschstange in ein Schildhaupt. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte erst 1699. Nach der später belegten Feldfarbe Blau und mit Weglassung des goldenen Schildhaupts legte man die heutige Gestaltung des Wappens 1934 fest.[2]
Der Hintergrund ist blau, das ist die Farbe der Herren von Lichtenstein und der Rempen.
Die Stadtflagge ist Blau - Weiß - Rot.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Der Schönbergturm (793 m ü. NN), im Volksmund auch „Pfullenger Onderhos“ (Pfullinger Unterhose) genannt, bildet ein im Südwesten gelegenes, weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt und wurde 1906 fertiggestellt. Der umgangssprachliche Name des Schönbergturms Pfullinger Unterhos wurde mit der größten Unterhose der Welt Realität: Zum 100. Geburtstag wurde der Schönbergturm am 2. Juli 2006 mit einer echten Unterhose aus Stoff bekleidet, aus dem nach dem „Hos ra“ am 29. Juli Handtaschen hergestellt wurden. Angeliefert wurde das Prachtstück kurz nach zwölf Uhr von einem Helikopter. Vier Wochen lang konnte das Gebäude in seinem neuen Gewand bestaunt werden. Die Organisatoren hatten sich einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde mit der größten Unterhose der Welt erhofft. Dies wurde jedoch abgelehnt.
- Schlössle, um 1450 gebautes Fachwerkgebäude
- Klosterkirche des ehemaligen Klarissenklosters (13. Jahrhundert bis zur Reformation)
- Martinskirche im spätgotischen Stil. Teilweise von 1463 erhalten.
- Pfullinger Hallen mit großflächigen Jugendstilmalereien, Architekt war Theodor Fischer, am 24. Oktober 1907 von Louis Laiblin der Stadt gestiftet.
- Baumannsche Mühle
- Das Erdhügelhaus an der Landstraße Richtung Gönningen wurde 1995 von der Landschaftsgärtnerei Hofmann GmbH & Co. erbaut, seit 2005 befindet sich in dem Gebäude ein Tierschutzzentrum des Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V..
[Bearbeiten] Parks und Grünanlagen
- Hochzeitswiese
- Klostergarten
- Klosterseeanlage
- Parkanlage der Villa Laiblin
- Schlosspark
- Stadtgarten
[Bearbeiten] Landschaft und Natur
Pfullingen verfügt auf seiner Gemarkung über mehrere Ausflugsziele und Naherholungsgebiete am Albrand sowie auf der Albhochhochfläche, worunter sich auch einige Naturschutzgebiete mit unterschiedlichen Biotopen befinden. Die populärsten darunter sind:
- Georgenberg
- Hochzeitswiese
- Pfullinger Berg
- Schönberg (mit Schönbergturm)
- Übersberg und Mädelesfels
- Ursulaberg
- Wackerstein
Der Wackerstein ist die höchste Erhebung von Pfullingen. Er befindet sich auf 825 m ü. NN und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer.
- Wanne
Aufgrund der Lage am Albtrauf sind einige dieser Örtlichkeiten Aussichtspunkte die einen Aus- und Überblick auf die Landschaftsstruktur der weiteren Umgebung bieten.
- Trollblumenwiese Kaltenbronnen, 1,5 ha
- Bergwiese Schömberg, 4,7 ha
- Trollblumenwiese Ochsensteige, 0,3 ha
- Feuchtgebiete Wolfsgrube, 3,8 ha
- Feuchtgebiet Echazwinkel, 0,1 ha
- Feuchtgebiet Saure Wiesen, 0,6 ha
[Bearbeiten] Naturschutzgebiete
- Ursulahochberg, 9,0 ha
- Kugelberg, 26,7 ha
- Kugelberg (städt. Naturschutzgebiet), 26,9 ha
- Bergwiese Gielsberg, 68,0 ha
[Bearbeiten] Landschaftsschutzgebiete
- Reutlinger und Uracher Alb, 52,0 ha
- Georgenberg, 8,0 ha
- Stadtgeschichtliches Museum im Schlössle
- Trachten- und Mühlenmuseum in der Baumannschen Mühle
- Pfullinger Museen, Griesstraße
- Akkordeon-Orchester im Schwäbischen Albverein Ortsgruppe Pfullingen, gegründet 1951
- Männergesangverein Eintracht Pfullingen 1904 e. V.
- Liederkranz Pfullingen e. V., gegründet 1837
- Musikverein Stadtkapelle Pfullingen e. V., gegründet 1903
- Spielmanns- und Schalmeienzug Pfullingen e. V., gegründet 1985
- Musikschule Pfullingen
- Music-Creativ Pfullingen
- VfL Pfullingen
- BFC Pfullingen
- Schützengilde Pfullingen 1522 e. V.
- Segelfluggelände Übersberg
- DLRG OG Pfullingen
- Mountainbike-Club Pfullingen
- Stoppomat Der MTB Club Pfullingen betreibt seit Mai 2008 eine permanente Zeitfahrstrecke am Kalkofen.
- Tauchsportfreunde Pfullingen e. V., gegründet 4. Mai 1982
- Läufergemeinschaft Pfullingen e. V.
- Schachfreunde Pfullingen e. V.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Pfullingen ist Sitz der Prettl-Gruppe.
Die Bundesstraße 312, von der Bundesautobahn 8 beim Flughafen Stuttgart kommend, führt an Pfullingen vorbei über Riedlingen und Biberach an der Riß nach Memmingen. Im Dezember 2003 wurde die Umgehung der Ortsdurchfahrt in Form des 1180 m langen Ursulaberg-Tunnels für den Verkehr freigegeben.
Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 220.
Bis zum Beginn der 1980er Jahre fuhr durch Pfullingen eine Eisenbahn. Heute ist auf der Trasse ein Radweg angelegt.
- Echaz-Bote; Lokalausgabe des Reutlinger Generalanzeigers (GEA) und Amtsblatt der Stadt Pfullingen
- Pfullinger Zeitung (Reutlinger Nachrichten)
- Pfullinger Journal mit Lokalteil Eningen u. A.
- Bäder
- Freibad (Schönbergbad)
- Hallenbad (Echazbad)
- Sportanlagen
- Kurt-App-Sporthalle
- Stadion am Schönberg
- Stadtbücherei
Weiterführende Schulen:
- Friedrich-Schiller-Gymnasium
- Wilhelm-Hauff-Realschule
- Schloss-Schule (Grund- und Hauptschule)
- Volkshochschule Pfullingen
Grundschulen:
- Burgwegschule (Grundschule)
- Laiblinschule (Grundschule)
- Schloss-Schule (Grund- und Hauptschule)
- Uhlandschule (Grund- und Förderschule)
- Karl Adolf Laiblin, (* 3. Dezember 1850; † 6. März 1921), Papierfabrikant und Kommerzienrat
- Ernst Louis Philipp Friedrich Laiblin, (* 4. Juni 1861; † 10. Februar 1927), Mäzen, stiftete die Pfullinger Hallen
- 1996: Erich Möck, (* 1921; † 2006), 40 Jahre lang Gemeinderat
- 2005: Theodor Götz, (* 1930; † 2008), u. a. 34 Jahre lang Gemeinderat, Rektor am Friedrich-Schiller-Gymnasium
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- St. Wolfgang (924–994), Mönch und Bischof von Regensburg
- Kuno (Konrad) I. von Pfullingen (1016–1066), Erzbischof von Trier
- Ernst Louis Philipp Friedrich Laiblin (1861–1927), Geheimer Hofrat, Mäzen
- Johannes Fink (1895–1981), Luftwaffengeneral
- Wilhelm Kinkelin (1896–?), nationalsozialistischer Mediziner und schwäbischer Heimatforscher, SS-Brigadeführer. Verfasser eines Heimatbuches über Pfullingen
- Paul Bader (PeBe) (* 1928), Künstler
Bekannt wurde Pfullingen in den letzten Jahren durch die Installation eines Prototypen des neuartigen Fußgängerüberweg-Systems Peoplemover und im Handball durch den VfL Pfullingen, der vier Spielzeiten bis 2006 in der Ersten Handball-Bundesliga bestritt, nach dem sportlichen Abstieg 2006 aber Insolvenz anmelden musste.
- Hermann Fischer, Brigitte Neske, Hermann Taigel (Hsg.): Pfullingen. Verlag Günther Neske, Pfullingen 1982, ISBN 3-7885-0252-5. Umfassende Darstellung der Stadtgeschichte, seiner Flora und Fauna u. a.
- Martin Fink, Ina Brandmaier (Hsg.): Pfullinger Sagen. Druck: Robert Blessing GmbH, Pfullingen 1987, 51 Seiten
- Steffen Burgemeister: Pfullingen. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-139-4
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
- ↑ Klemens Stadler: Deutsche Wappen. Band VIII: Baden-Württemberg Seite 85. Mit Zeichnungen von Max Reinhart. Angelsachsen-Verlag Bremen, 1971.
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