Petra Karin Kelly (* 23. November 1947 in Günzburg; † 1. Oktober 1992 in Bonn) war eine deutsche Politikerin, Friedensaktivistin und Gründungsmitglied der Partei Die Grünen.
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Petra Karin Lehmann wurde als Tochter deutscher Eltern in Günzburg an der Donau geboren. Der Vater verließ die Familie, als sie sieben Jahre alt war. Die Mutter arbeitete ganztags, so dass die Tochter von der Großmutter aufgezogen wurde. Nach der Heirat der Mutter mit dem amerikanischen Offizier John E. Kelly änderte sich der Familienname in Kelly. Die Familie zog 1960 in die USA um. Von 1966 bis 1970 studierte sie Politische Wissenschaften und Weltpolitik in Washington D.C. und war dort auch hochschulpolitisch aktiv.
Unter nicht völlig geklärten Umständen wurde Kelly von ihrem Lebensgefährten Gert Bastian im Schlaf mit dessen Pistole getötet. Dieser erschoss sich anschließend selbst. Der genaue Todeszeitpunkt Kellys konnte auf Grund des späten Auffindens der Leichen erst am 19. Oktober 1992 nicht mit Sicherheit festgestellt werden, als Todeszeitpunkt angenommen wird die Nacht zum 1. Oktober 1992.
Petra Kelly wurde auf dem Würzburger Waldfriedhof beigesetzt.
Im Jahr 1968 war Petra Kelly im Präsidentschaftswahlkampf für die Senatoren Robert F. Kennedy und Hubert H. Humphrey engagiert. Sie war Geschäftsführerin der JEF (Junge Europäische Föderalisten) und von 1972 bis 1982 für die Europäische Kommission in Brüssel tätig. 1979 erklärte sie in einem Offenen Brief an Helmut Schmidt ihren Austritt aus der SPD und kündigte eine „neue Form der politischen Vertretung“ an, „wo nicht nur der Lebensschutz und der Frieden endlich Priorität erhalten werden, wo aber auch der Grundsatz von der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen echt praktiziert wird.“[1]
Nach ihrem Austritt aus der SPD 1979 wurde sie Gründungsmitglied der Grünen, deren Bundesvorstandssprecherin sie 1980 wurde. Im Jahr 1982 wurde sie mit dem Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet. Ein Jahr später folgte ihr Einzug in den Deutschen Bundestag für die Grünen.
1981 war Petra Kelly an der Demonstration der 400.000 gegen atomare Aufrüstung in Bonn beteiligt. Gerhard Schröder schrieb 1982 einen Beitrag in Die Zeit für das von Kelly mit Jo Leinen bei Olle & Wolter herausgegebene Buch Prinzip Leben, in dem es um die Notwendigkeit ging, durch mehr Demokratie einen ökologischen und atomaren Holocaust zu vermeiden.
Schwerpunkte ihrer Arbeit im Bundestag und in der Fraktion Die Grünen waren Friedenspolitik, Menschenrechte und Minderheiten. Ab 1985 setzte sich Petra Kelly für Tibet ein. Mit einer Kleinen Anfrage, die sie zusammen mit ihrem Fraktionskollegen Herbert Rusche einbrachte, sorgte sie dafür, dass Tibet zum ersten Mal im Deutschen Bundestag Erwähnung fand. Eine Reihe weiterer Anfragen, mehrere Anhörungen, Dialoge und Schriftwechsel mit chinesischen und deutschen Regierungsvertretern sowie Kontakte zur tibetischen Exilregierung und dem Dalai Lama folgten auf diese Anfrage.
1986 setzte sie sich mit Antje Vollmer und Christa Nickels besonders für den Lebensschutz von ungeborenen Menschen ein und ließ in das Wahlprogramm der Grünen folgenden Satz einfügen: „Wir erkennen an, dass ungeborenes Leben schützenswert ist.“[2]
1989 gründete sie unter anderem mit Theodor Ebert in Minden den Bund für Soziale Verteidigung und war zugleich Gründungsvorsitzende.
Anfang der 1990er Jahre moderierte Kelly die Umweltsendereihe "Fünf vor Zwölf" bei SAT.1. Zusammen mit ihrem Lebenspartner, politischen Freund und Fraktionskollegen Gert Bastian unterhielt sie internationale Kontakte zu Friedens- und Emanzipationsbewegungen.
1982 wurde sie für ihren Einsatz um Konfliktlösungen und Frieden mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.
Zur Erinnerung an Petra Kelly wurde im April 2006 ein Teilstück der Franz-Josef-Strauß-Allee in Bonn in Petra-Kelly-Allee umbenannt. Sie liegt im ehemaligen Regierungsviertel (heute Bundesviertel). Die Heinrich-Böll-Stiftung verleiht in ihrem Andenken den Petra-Kelly-Preis.
In Barcelona befindet sich im Park „Viver dels Tres Pins“ auf dem Montjuic ein kleiner Garten, der 1993 Petra Kelly gewidmet wurde. In ihm befindet sich auch eine Skulptur der Künstlerin Olga Ricart. Die Skulptur ist recht klein und zeigt einen jungen Frauenkörper, der sich an eine ovale Form schmiegt. Die Haare verdecken das Gesicht. Die Skulptur trägt die folgende katalanische Inschrift:
«No hi ha un Camí vers la Pau / La Pau és l’únic Camí / Petra Kelly / Dia de la Terra 1993»
„Es gibt keinen Weg zum Frieden / Der Friede ist der einzige Weg / Petra Kelly / Gebaut 1993“
1980–1993: Die Grünen
August Haußleiter | Petra Kelly | Norbert Mann | Dieter Burgmann | Manon Maren-Griesebach | Wilhelm Knabe | Rainer Trampert | Rebekka Schmidt | Jutta Ditfurth | Lukas Beckmann | Christian Schmidt | Regina Michalik | Verena Krieger | Ralf Fücks | Ruth Hammerbacher | Renate Damus | Hans-Christian Ströbele | Heide Rühle | Ludger Volmer | Christine Weiske
ab 1993: Bündnis 90/Die Grünen
Marianne Birthler | Ludger Volmer | Krista Sager | Jürgen Trittin | Gunda Röstel | Antje Radcke | Renate Künast | Fritz Kuhn | Claudia Roth | Angelika Beer | Reinhard Bütikofer
Fraktionssprecher Die Grünen (1983–90):
Marieluise Beck-Oberdorf | Petra Kelly | Otto Schily | Annemarie Borgmann | Waltraud Schoppe | Dr. Antje Vollmer | Sabine Bard | Hannegret Hönes | Christian Schmidt | Ludger Volmer | Willi Hoss | Thomas Ebermann | Bärbel Rust | Dr. Helmut Lippelt | Regula Schmidt-Bott | Christa Vennegerts | Marianne Birthler
Gruppensprecher Bündnis 90/Die Grünen (1990–94):
Fraktionsvorstände Bündnis 90/Die Grünen (seit 1994):
Joschka Fischer | Kerstin Müller | Rezzo Schlauch | Krista Sager | Katrin Göring-Eckardt | Fritz Kuhn | Renate Künast
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kelly, Petra Karin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin, Friedensaktivistin und Gründungsmitglied der Partei Die Grünen |
| GEBURTSDATUM | 29. November 1947 |
| GEBURTSORT | Günzburg |
| STERBEDATUM | Oktober 1992 |
| STERBEORT | Bonn |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."