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Peter Schütt (Forstwissenschaftler)

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Peter Schütt (* 13. September 1926 in Berlin) ist ein deutscher Forstwissenschaftler. Der langjährige Professor für Forstbotanik und Forstpathologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist einer breiten Öffentlichkeit in den 1980er-Jahren als einer der wissenschaftlichen Protagonisten in der Debatte um das so genannte „Waldsterben“ bekannt geworden. Daneben war er wesentlicher Mitverfasser und Herausgeber einer Reihe von dendrologischen Standardwerken, vor allem der von ihm 1994 begründeten umfassenden Enzyklopädie der Holzgewächse.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Nachdem Peter Schütt 1954 mit der Dissertation Dendroklimatologische Untersuchungen an Stiel-, Trauben- und Roteichen auf Diluvialstandorten an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität seiner Heimatstadt Berlin zum Dr. rer. nat. promoviert worden war, arbeitete er zunächst an der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Reinbek bei Hamburg. Dort spezialisierte er sich auf Kiefernzüchtungen. 1963 habilitierte er sich mit der Schrift Der Schüttebefall der Kiefer in Abhängigkeit von Herkunft und Anbauort an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, wo er 1969 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde.

Doch bereits im Jahr darauf nahm er den Ruf der Ludwig-Maximilians-Universität München auf den zuvor vier Jahre lang vakanten Lehrstuhl für Forstbotanik und Forstpathologie an. Dort wirkte er als ordentlicher Professor bis zur Emeritierung 1994. In dieser Zeit legte Schütt einen besonderen Schwerpunkt auf Forstpathologie und Dendrologie in Lehre und Forschung und verfasste dazu zahlreiche Fachbeiträge. Im Jahr 1978 veröffentlichte er zusammen mit Werner Koch und Hans Joachim Schuck das Lehrbuch Allgemeine Botanik für Forstwirte. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.

Bundesweit bekannt wurde Peter Schütt dann Anfang der 1980er-Jahre im Zuge der Debatte um das so genannte „Waldsterben“ (neuartige Waldschäden). Es war Schütt, der während einer am 22. Mai 1981 vom Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) veranstalteten Pressefahrt nach Pleystein bei Vohenstrauß im Bayerischen Wald den Begriff „Waldsterben“ in die politische Diskussion einführte. [1] Der Begriff selbst war zwar schon im Jahr 1951 von dem Schweizer Forstwissenschaftler Professor Dr. Hans Leibundgut geprägt worden, hatte jedoch in Fachkreisen eine eher untergeordnete Rolle gespielt. Er erwies sich nun als griffiges Schlagwort für die von Schütt vor Ort gezeigten Schäden an Fichten, Weißtannen und Waldkiefern. Während dieser folgenreichen Pressefahrt formulierte Schütt auch seine Stresshypothese, nach der jahrelange Umweltbelastungen die Bäume geschwächt habe, diese sich in einem Stresszustand befänden und nicht mehr vollständig in der Lage seien, Krankheitserregern und tierischen Schädlingen zu widerstehen. Das Neue daran war, dass derartige Schäden nicht mehr in der unmittelbaren Nachbarschaft entsprechender Schadstoffemittenten, sondern auch weitab davon und nach Ansicht der Waldschadensforscher auch flächendeckend auftraten.

Endgültig in Schwung kam die Diskussion, als das Nachrichtenmagazin Der Spiegel Ende 1981 mit einer dreiteiligen Serie über Das stille Sterben das Thema einer breiten Öffentlichkeit darstellte. In der Folge avancierte Schütt in der „Waldsterben“-Debatte neben dem Göttinger Bodenkundler Prof. Dr. Bernhard Ulrich zum gefragtesten wissenschaftlichen Ansprechpartner der Medien, der regelmäßig zitiert wurde. [2] Er selbst veröffentlichte zu dem Thema eine Reihe von wissenschaftlichen Beiträgen über seine Forschungsergebnisse vorrangig in Fachzeitschriften und war auch wesentlicher Mitverfasser des Umwelt-Bestsellers So stirbt der Wald. Schadbilder und Krankheitsverlauf, der es zwischen 1983 und 1986 auf fünf Auflagen brachte, und der Darstellung Der Wald stirbt an Streß (1984), in der er seine Thesen ausführlich darlegte und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog gegen das „Waldsterben“ aufstellte, den Politik und Wirtschaft umsetzen sollten. Zum wissenschaftlichen Team, das in diesen Jahren mit Schütt forschte und an den Veröffentlichungen mitwirkte, gehörten Helmut Blaschke, Ottmar Holdenrieder, Werner Koch, Klaus Jürgen Lang, Hans Joachim Schuck, Bernd Stimm und Herbert Summerer.

Für sein Engagement zum Schutz der Wälder zeichnete ihn der Bund Naturschutz in Bayern mit der Bayerischen Naturschutzmedaille aus.

Abseits der tagesaktuellen Debatten verfasste Schütt gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und Kollegen jedoch auch solche Standardwerke wie das Lexikon der Forstbotanik (1992). Seine eigentliche wissenschaftliche Lebensleistung ist die von ihm 1994 begründete und in den Folgejahren stetig vorangetriebene Enzyklopädie der Holzgewächse. Handbuch und Atlas der Dendrologie. Zusammen mit mehr als 30 Experten aus aller Welt entstand so das umfangreichste und umfassendste dendrologische Werk, in das langfristig alle Holzpflanzen von Bedeutung aufgenommen werden sollen. Zunächst als Loseblattsammlung konzipiert, wurden daraus zwischenzeitlich die Bäume der Tropen (2004), Lexikon der Nadelbäume (2004), Enzyklopädie der Sträucher (2006) und Enzyklopädie der Laubbäume (2006) als selbständige thematische Teilbände herausgegeben.

Daneben war Schütt auch Herausgeber des European Journal of Forest Pathology und gehörte der Redaktion des Forstwissenschaftlichen Centralblattes an.

Prof. em. Dr. rer. nat. Peter Schütt lebt in Hohenpeißenberg.

[Bearbeiten] Schriften

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Wälder statt Forste, BUNDmagazin 4/2002, S. 4
  2. Burkhard Müller-Ullrich: Das Waldsterben – ein Holzweg, in ders.: Medienmärchen. Gesinnungstäter im Journalismus. Blessing, München 1996, ISBN 3-89667-002-6, S. 24-34

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