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Pelz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pelz (Begriffsklärung) aufgeführt.
1906 erschienener Titel eines Pelzmodekatalogs

Pelz bezeichnet zu Kleidung, Futter, Besatz und Accessoires verarbeitete Fellarten und Felle von Säugetieren mit zumeist kurzen und sehr dicht stehenden Haaren.

Felle, Pelze und Pelzwaren gehören zu den frühesten Handelsgütern, ihre komplexe Herstellung, Verarbeitung und Verarbeitung und Verkauf hatte bedeutenden Einfluss auf Warenwirtschaft und Produktion, und Zünfte, Märkte und Messeplätze, frühe Handelsgesellschaften und Wirtschaftswege. Die Verarbeitung von Pelzen ist die Aufgabe des Kürschnerhandwerks. Das Privileg, bestimmte Pelzarten und Pelzbekleidung tragen zu dürfen, war über lange Zeiten umstritten und wurde unter anderem in strengen Kleiderordnungen geregelt.

Der Handel mit den Fellen bestimmter, insbesondere vom Aussterben bedrohter Tierarten, ist auf Grund des Artenschutzes weltweit eingeschränkt oder verboten worden. Viele Tierschützer und insbesondere Tierrechtler lehnen darüber hinaus Herstellen von und Wirtschaften mit Pelzen ab. Zeitweise wurden und werden sehr erfolgreiche Kampagnen gegen die Pelzbranche und das Pelztragen durchgeführt. Dennoch werden seit Mitte der 1990er Jahre Pelz und insbesondere Pelzaccessoires wieder zunehmend nachgefragt und getragen.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Vom Kälteschutz zur Kleiderordnung

Bereits in der jüngeren Steinzeit waren Mützen und Accessoires aus Pelz sowie Pelzfutter wichtige wärmende wie schmückende Kleidungselemente, im Zusammenspiel mit Textilien aus Fasern, Bast und Wolle.[2]

Früheste erhaltene Pelzbekleidung und Materialmix beim Mann vom Hauslabjoch

Die wahrscheinlich älteste erhaltene Pelzbekleidung sind die kupferzeitliche Bärenfellmütze und Ziegenfelljacke des Manns vom Hauslabjoch, Ötzi.[3] Bereits Ötzis Schuhe wiesen einen Materialmix aus Bärenfellsohlen, Hirschfellobermaterial, einem gewebten Innenschuh aus Lindenbastgeflecht und einer Isolierungsschicht aus Grasfasern auf. Er trug die Fellseite der Jacke nach außen, die helle und dunkle Fellstreifen zu einer besonderen optischen Wirkung kombinierte.[4] Allerdings ist der damalige Tragekomfort der Jacke keineswegs mit heutiger Funktionskleidung oder Pelzmode zu vergleichen.[3] Ein mitgeführtes Grasgeflecht wird von einigen als Übermantel oder Regenschutz interpretiert. Die Beinkleider bestehen aus vielerlei Fellstücken der Hausziege, die mit Tiersehnen in der bis heute in der Kürschnerei gebräuchlichen, einfachen überwendlichen Naht zusammengefügt sind.

In Caesars Gallischem Krieg wird die germanische Pelzkleidung als einfache Überwürfe, die den Körper teilweise freilassen, beschrieben. Tacitus Annalen berichten von einem germanischen Fellüberwurf namens „Reno“ und erwähnen Besatz und Verbrämung von einfachen Schaf- oder Wolfsfellen mit kostbareren Fellarten.[5]

Neben der Funktionalität als Kälteschutz kam Pelzen früh ein Symbol- und Statusgehalt zu. Die Kleiderordnungen des Mittelalter bis in die Neuzeit schränkten die Verwendung von einzelnen Pelzarten auf bestimmte Personengruppen ein. So wurde 1530 vom Augsburger Reichstag bestimmt, dass für Bauersleute nur unverbrämtes schlechtes Pelzwerk, so von Schaf, Lämmern und Ziegen verwendet werden durfte.[6]

Mitte des 17. bis in das 18. Jahrhundert kam es verbreitet zur Einführung von militärischen Uniformen sowie einer bis in die Gegenwart zunehmenden Massenproduktion in der zeitgenössischen Zivilmode. Pelzelemente waren dabei funktional wie als Statuszeiger mit einbezogen.

[Bearbeiten] Pelzhandel und -verarbeitung

Wegen des hohen Wertes und der vergleichsweise leichten Transportierbarkeit wurden edle Pelze und Felle bereits früh international gehandelt, dies trug mit zur Entwicklung von Handelszonen und Routen wie dem Limes norrlandicus und der Seidenstraße bei. Die Herstellung und Verarbeitung von Pelzen war und ist aufwändig, die Zucht von Pelztieren, Verarbeitung, Kommisssionierung und Handel sehr früh überregional verknüpft.

[Bearbeiten] Entwicklung der Handelsgesellschaften

Pelzhandelsplatz im russischen Irbit um 1900
Wappen der Stroganoffs mit verschiedenen Pelztieren

Hauptartikel Faktorei

Der Pelzhandel spielte im Frühkapitalismus bei der Entwicklung des Fernhandels wie der ersten internationalen Unternehmen und Handelsgesellschaften eine wichtige Rolle. In der Hanse wurden im gesamten Ostseeumfeld Wildtierfelle aus Nowgorod und Schaf- und Ziegenrauchwaren aus Britannien und Skandinavien verhandelt.[7]

Der Russischen Kolonisation und kolonialen Erschließung Sibiriens lagen weitgehende Handelsprivilegien und -rechte zugrunde, die Iwan der Schreckliche 1558 der russischen Kaufmannsfamilie Stroganow verliehen hatte. Alaska wurde aufgrund eines 1799 von Zar Paul I. der Russisch-Amerikanische Kompagnie verliehenen Monopols für den Pelzhandel in Russisch-Amerika erschlossen.

1671 veranstaltete die Hudson’s Bay Company in London die erste Rauchwarenmesse der Welt. Das Zentrum des deutschen Pelzhandels und zeitweilig eines Großteils des Welthandels war jedoch über viele Jahrzehnte der Brühl in Leipzig. International wurden viele Werkzeuge und später Fertigungsmaschinen aus Deutschland bezogen. Insbesondere russische, später zudem amerikanische Rauchwarenhändler trugen zur internationalen Rolle von Leipzig als Messestadt bei. Der Anteil der Branche am Steueraufkommen der damaligen „Pelz- und Messestadt Leipzig“ lag noch im Jahre 1913 bei 40 %.[6]

[Bearbeiten] Neuzeitlicher Pelzhandel

Kastorhut aus Biberfilz, Kastor wegen lat. Castor für Biber

Hauptartikel Pelzhandel in Nordamerika

Der Pelzhandel in Nordamerike war immer mit der Nachfrage in den europäischen Abnahmeärkten verbunden. Ab dem 17. Jahrhundert, ausgehend von Schweden kamen in Europa Filzhüte aus Biberhaaren in Mode.[8] Biber eignete sich wegen der sehr dichten und gut verfilzenden Haare. Zudem unterlagen Biber nicht von den klassischen Kleidervorschriften und konnten so von Adel und Bürgertum getragen werden. Die Unterhaare, nach dem Auskämmen des Deckhaares, waren der ideale Rohstoff, um sie zu verfilzen und hochwertige Hüte zu fertigen.[9] Die Haare wurden in einem komplizierten, gesundheitsschädlichen Verfahren von den Fellen gewonnen und verfilzt. Die entsprechende Nachfrage nach Biberfellen wurde auch aus Nordamerika gedeckt. Von Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts kam der aus Biberhaaren gefilzte Kastorhut als bürgerliches Symbol und Vorläufer des Zylinders in Mode und intensivierte die Nachfrage.

Der mit den Biberfilzhüten verbundene Biberfellhandel war ein wichtiger Treiber der Erschließung Nordamerikas. So wurde die kanadische Hudson’s Bay Company 1669 unter dem Motto Pro Pelle Cutem[10] speziell für den Pelzhandel in Nordamerika gegründet. Anfang des 19. Jahrhunderts fand eine weitere Intensivierung des nordamerikanischen Pelzhandels statt. Die kurzlebige Rocky Mountain Fur Company sowie die von Johann Jakob Astor begründete American Fur Company erschlossen mit sogenannten Rendezvous, zentralisierten jährlichen Tauschmessen in den Rocky Mountains, vorher abgelegene Jagdgebiete und erzielten damit deutlich höhere Gewinne als die traditionellen Handelsgesellschaften. Die Biberbestände wurden in kurzer Zeit reduziert.[11]

Chantal Nadeau zufolge ist Pelz heute noch wesentlicher Bestandteil des „Nationalmythos“ Kanadas, von den Trappern und Fur Ladies im frühen Pelzhandel über das 1957 aufgeführte Musical My Fur Lady, eine satirische Betrachtung des kanadischen (Pelz-)Establishments zu den Auseinandersetzungen um die Robbenjagd in den 1970er und 1990er Jahren.

[Bearbeiten] Veränderungen mit der Industrialisierung

Der Nerzmantel der Weltausstellung in Paris (Firma Revillon, 1900)
Natalie Clifford Barney mit Pelzumhang 1896
Der Pelzmantel, Gemälde von Bessie MacNicol vor 1907

Ab 1830 verdrängten seidene Zylinderhüte den Kastorhut. Es wurden parallel neue technische Möglichkeiten der Pelz- und Textilverarbeitung entwickelt. Erneute Umbrüche in der Pelzbranche waren die Folge. Die Erfindung der Pelznähmaschine um 1872 durch Joseph Priesner ermöglichte es, Pelze deutlich kostengünstiger zu fertigen und sie „auszulassen“.[6] Auslassen bedeutet, das Fell in kleine Streifen zu schneiden und diese kaum sichtbar mit feinen Nähten wieder miteinander so zu verbinden, dass ein längeres, dafür schmaleres Fell entsteht, ein Fellstreifen in der Länge des Kleidungsstücks. Das Fell wurde jetzt hauptsächlich mit der Haarseite nach außen getragen. Es entstand eine für das Bürgertum erschwingliche Pelzkleidung, die schnell zunehmenden Absatz fand.

Um 1900 wurde die Pelzmode neben den Pelzfuttern jedoch noch völlig von der Pelzgarnitur beherrscht. Pelzkolliers mit ausgearbeiteten Köpfen wiesen ein Übermaß an Formen auf. Fellkragen und -muffs, anfangs meist aus Persianer, schon bald aus den unterschiedlichsten Fellarten, wie Hermelin, Opossum, Susliki, Slinks sowie vom Grebes, dem Haubentaucher fanden großen Absatz. Sie wurden von reisenden Engroshändlern in alle Teile Deutschlands und Europas gebracht.[12]

Von Anfang des 20. Jahrhunderts bis Ende der 1970er Jahre fanden Persianer als Großkonfektion (Jacken und Mäntel), durch den Aufbau der Zucht im damaligen Südwestafrika, heute Namibia zunehmende Verbreitung. Gleichzeitig wurden frühe Tierschutz-Proteste laut, denn das Fell stammt von unmittelbar nach der Geburt geschlachteten Lämmern des Karakulschafs.

Großes Aufsehen erregte 1900 zur Weltausstellung in Paris ein Nerzmantel, bei dem die hunderte Meter langen Auslassnähte trotz der bereits erfundenen Pelznähmaschine noch mit der Hand genäht waren. Die Arbeitszeit für den Gesellen betrug 240 Stunden, für die Näherinnen 1400 Stunden. In den Großstädten der westlichen Welt wuchs die Pelzkonfektion mit einer Vielzahl von Beschäftigten und Unterauftragsnehmern, den Zwischenmeistern rasant an. Etwa 10.000 Zwecker, (Pelz-)Schneider, Pelznäher, Pelzstrecker, Pelzfinisher und Pelzbügler demonstrieren 1938 während eines Streiks in New York für bessere Arbeitsbedingungen. Im Pelzviertel Berlins waren zu der Zeit fast 500 selbständige Kürschner oder Zwischenmeister ansässig.[13]

[Bearbeiten] Zeit des Nationalsozialismus

Widersprüche im NS-Frauenbild
Im Nationalsozialismus kamen ideologische Widersprüche zwischen einer Ideologie der „Großstadtfeindschafts- und Agrarromantik“ und einem Anspruch auf Modernität zum Ausdruck. Dies führte zu Konflikten innerhalb der nationalsozialistischen Politik-Hierarchie um das Frauenbild und die zugehörige Kleidung[14]. Propaganda und Praxis klafften dabei auseinander, auf der einen Seite das propagierte Idealbild der deutschen Mutter vom Lande, die keine Kosmetika benötigte, in der Realität Frauen in führenden Positionen, wie Magda Goebbels, die ihre Roben von jüdischen Modehäusern günstig bezogen[14] und ungeniert Pelze und Schmuck Verfolgter an sich nahmen und trugen.[15]

Statussymbol, kriegswichtiges Gut und Trophäe

Pelz als kriegswichtiger Rohstoff im Dritten Reich
NS-„Qualitäts“siegel für Pelzwaren

1933–1939 wurden die für den Einkauf von Pelzen im Ausland notwendigen Devisen im Rahmen des Gesetzes über den Warenverkehr mit dem Auslande vom Jahre 1934 zumeist noch zugestanden, so dass eine Fellbeschaffung, zumeist über das Rauchwarenzentrum in London, möglich war.[16] Ab Ende 1941 wurden die Deutschen angehalten, angesichts des Mangels an wintertauglicher Kleidung im Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 Pelze und Felle zu spenden, viele Kürschner waren damit beschäftigt, Militärkleidung wintertauglich zu machen. Pelz oder pelzbesetzte Kleidung zu tragen wurde Juden ab 1941 im deutsch besetzen Polen und ab 1942 in Deutschland verboten, Vertriebenen und Deportierten entsprechende Kleidung abgenommen. Bertolt Brecht thematisierte die gewöhnliche Bereicherung einfacher Leute (das „Kräglein aus Pelz“ aus Oslo) im Lied vom Weib des Nazisoldaten. Götz Aly arbeitete dies zu der These der Umverteilung und breiten Beteiligung an Hitlers Volksstaat aus.

Vertreibung und „Arisierung“ des jüdischen Pelzhandels

Pelzhandel und -Konfektion in Deutschland wie die deutsche Modeindustrie vor 1933 allgemein hatten einen großen und historisch bedeutenden Anteil jüdischer Betriebe.[14][17]

Die Rolle von Juden im Pelzhandel wurde früh zum Ziel antisemitischer Kampagnen und Schriften, so etwa bei Henry Ford.[18] Im Zentrum des deutschen Pelzhandels, Leipzig waren 1929 von 794 Rauchwarenhändlern mehr als die Hälfte jüdischer Herkunft.[19] Unter anderem entstammt der Leipziger Schriftsteller und gelernte Kürschner Edgar Hilsenrath einer solchen Familie.

1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, erschien im Mai zunächst eine amtliche Mitteilung in der Zeitschrift „Der Rauchwarenmarkt“, dass jüdische Firmen in der Rauchwarenbranche keine Eingriffe zu befürchten hätten. Die Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Fabrikanten der Bekleidungsindustrie e.V. (ADEFA) begann beispielsweise jedoch bereits 1933 für die Produkte der ihr angeschlossenen Firmen mit dem „Gütesiegel“ Garantiert arisch zu werben. Jede verbliebene Hoffnung der jüdischen Händler auf einen Sonderstatus in Deutschland wurde spätestens 1935 durch die serienweise erscheinenden antisemitischen Verfügungen und vor allen Dingen durch die Nürnberger Rassengesetze vom 15. September 1935 zerstört. Bis 1936 waren allein in Leipzig 113 jüdische Firmen ausgewandert.[16]

Eleanor Roosevelt und Song Meiling, beide mit Pelzmänteln, 1943

Nur wenige jüdische Händler, soweit sie den Holocaust überlebt hatten, kehrten zurück. Die meisten waren vor der Verfolgung in die Vereinigten Staaten oder zum zweiten großen europäischen Pelzzentrum, London, geflüchtet, was mit zur Verschiebung des internationalen Zentrums des Pelzhandels von Leipzig nach London beigetragen hat. Die Betriebe waren zumeist liqidiert oder „arisiert“ worden. Bereits bis 1936 sind allein in Leipzig 113 Firmen der Rauchwarenbrannche, die 1931 einen Umsatz von 60 Millionen Reichsmark hatten, an „arische“ Unternehmer gefallen.[19] 1941 verkündete die Deutsche Kürschner-Zeitschrift über das ehemalige Leipziger Weltzentrum des Pelzhandels, „Der Brühl ist judenrein“.

Folgen

Nach dem dem Zweiten Weltkrieg, und dem Wegzug des Pelzhandels aus Leipzig, wurde der Name Brühl in der Pelzbranche auf die Niddastraße in Frankfurt am Main übertragen. Rund 80 Prozent des gesamten Leipziger Rauchwarenhandels, der nach Krieg und Judenverfolgung verbliebenen war, siedelte sich in den Westzonen neu an. Das Deutsche Pelzinstitut DPI als Interessenverband der deutschen Pelzwirtschaft – vom Pelztierzüchter über Fellgroßhändler und Pelzkonfektionär bis zum Kürschner und zum Pelzfacheinzelhändler – hat seine Geschäftsstelle ebenfalls in Frankfurt.

[Bearbeiten] Modeartikel Pelz nach 1945

[Bearbeiten] Nachkriegsentwicklung

Frau mit Nutriakappe und Kragen, Leipziger Messe 1966
In der DDR gefertigter Pelzmantel Margit Schumanns, getragen während der Winterolympiade 1972
Kundgebung zum Internationalen Frauentag in Ostberlin 1987, DFD Delegierte im Pelz

Die Mode der unmittelbaren Nachkriegszeit bestand zumeist aus wieder aufgearbeiteter alter Kleidung. Alte Pelze, die der „Sammlung von Woll-, Pelz- und Wintersachen für die Front“ entgangen waren, und andere Luxusgüter wurden auf dem Schwarzmarkt gegen Nahrungsmittel eingetauscht.

Die I. Internationale Pelz- und Ledermesse in Basel im Jahr 1947 war die erste Pelzmesse nach dem Krieg.[20] Mit der Währungsreform 1948 kam bald wieder modische Kleidung auch in die (west)deutschen Geschäfte. Auf der neu gegründeten Rauchwarenmesse in Frankfurt wurden bereits 1949 wieder aktuelle neue Pelze vorgestellt und gehandelt.[21]

Statt schwerer Staubmäntel kamen leichtere Pelzkleidung auf, sogenannte „Sommerpelze“ wurden kreiert, es wurde erneut viel besetzt und verbrämt. Mit dem Wirtschaftswunder kam der „Persianer“ in Mode, die Kaufhäuser entdeckten den (Billig-)Pelz und boten Alternativen aus Persianerklauen und Persianerstücken. Auf dem Höhepunkt der Persianerwelle folgte eine Umorientierung hin zum amerikanischen Zuchtnerz.[22] Die Einkommen im Westen Deutschlands stiegen und mit der zunehmenden Rolle von Nerzfellen aus Pelztierfarmen und dem damit einhergehenden Preisrückgang wurde der Nerzpelz immer erschwinglicher. Neben sportlichen Autos wurden Persianermantel und Nerzstola zum Wohlstands- und Statussymbol. Pelze wurden nicht nur von den Ikonen des Wirtschaftswunders – von Gunter Sachs bis Rosemarie Nitribitt – gerne getragen und vorgezeigt. Gegenüber den leicht zu züchtenden Pelztierarten verloren andere Pelztiere zunehmend an Bedeutung, die bisherige Materialvielfalt verschwand. Pelzbekleidung verlor ihren exquisiten Status und die auf wenige Pelztierarten wie Nerz, Nutria und Fuchs reduzierte Pelzmode der 1950er und 1960er Jahre verlor zusehends an Attraktivität.

Seitens der DDR wurde das, insbesondere um Leipzig traditionell vorhandene Kürschnerhandwerk erklärtermaßen zur Devisenbeschaffung eingesetzt, „die Bereitstellung von finanziellen Mitteln für den Import roher Felle erfordert die Beteiligung der Rauchwarenindustrie am Export, um zur Erwirtschaftung des Gegenwerts beizutragen.“ Für den Westen, insbesondere den dortigen Versandhandel und die Kaufhausketten wurde in Lohnarbeit produziert, was der dortige Markt verlangte. Der Bedarf der DDR-Bevölkerung wurde hingegen bevorzugt mit einheimischen Pelzen, vor allem aus Kanin- und Schaffellen gedeckt.[23]

[Bearbeiten] 68er Bewegung

(Luchs-)Pelzträgerinnen auf der Flucht. Zentrale Szene eines Giallothrillers von 1978, der in der New Yorker Modeszene spielt

Bei der 68er-Bewegung galt der Wahlspruch „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“. Sowohl die zumeist mit Persianerpelz oder Samt besetzte Amtstracht Talar wie das pelzbesetzte Kleidungsstück Muff kamen damals in Verruf, da Tracht und Begriff fortan synonym für veraltete (Denk-)Strukturen verwendet wurden. Gleichzeitig nahmen Ende der 60er und in den 1970er Jahren kritische Stimmen gegen Pelztierzucht, Pelztierfang und gegen das Tragen von Pelzen zu. So hatte insbesondere eine großangelegte Kampagne gegen Art und Umstände der Robbenjagd in Neufundland, angeführt durch die Schauspielerin Brigitte Bardot, die Diskreditierung von Pelz und Pelzmode zur Folge.

[Bearbeiten] Antipelzkampagnen und Einbruch der Pelzumsätze Ende der 1980er Jahre

Robbenjäger im Nunavut Territory, Kanada 1999

Rolle von Brigitte Bardot
Marguerite Yourcenar gelang es 1968, mit einem Brief an Brigitte Bardot, die französische Schauspielerin und Sexsymbol für das Engagement gegen die Robbenjagd in Kanada zu gewinnen.[24] Es gelang ihr damit ein Anliegen ursprünglich weniger Intellektueller in Massenpresse und Öffentlichkeit einzubringen. Dass Bardot noch 1969 bei einer legendären Anzeigenkampagne nackt in Nerzmänteln eines amerikanischen Herstellers posierte, tat dem Einsatz gegen die Robbenjagd keinerlei Abbruch.[25] Der kanadischen Kommunikationswissenschaftlerin Chantal Nadeau zufolge gründete die große weltweite Resonanz auf Bardots Engagement nicht nur auf deren Rolle als französischer Nationalikone.[24] Die Antipelzkampagne fand unmittelbar nach der Stillen Revolution gegen das katholische Establishment im französisch geprägten Québec statt und intensivierte die Herausbildung eines kanadischen bzw. Quebecer Nationalgefühls.[24] Bardot erabeitete sich parallel zu ihrem Rückzug aus dem Filmgeschäft in den 1970ern eine neue Rolle als prominente Tierschützerin.[26] Mit spektakulären Aktionen und vielfältigen Medienkontakten zur Yellow Press, vor allem dem Magazin Paris Match[24] prangerte sie Umfang und Methoden der Robbenjagd an, so verbrannte sie Pelze bei einer Demonstration in Paris.[27] Nadeau sieht in einer Parallelisierung von Anti-Abtreibungsrethorik und Vermenschlichung unschuldiger weißer Robbenbabies ein so erfolgreiches PR-Schema wie im Grundsatz reaktionäres Weltbild, welches mit Bardots späterem Einsatz für den Front National konform ginge.[24]

Ende der 1980er Jahre begann Pelz aus der Mode zu geraten. Pelzmäntel und -Stolen galten als unzeitgemäß. Der Fuchsschwanz an als Bauernporsche bespöttelten Fahrzeugen wurde zunehmend als peinliches und provinzielles Accessoire empfunden. Ab Ende der 1980er Jahre brachen die Pelzumsätze regelrecht ein. Während noch 1980 in Westdeutschland Umsätze mit Pelzwaren von 3,8 Milliarden DM getätigt wurden, waren es 1991 nur 1,7 Milliarden DM.[28]

[Bearbeiten] Renaissance der Pelzmode und Materialmix nach 1995

Die polnische Popsängerin Monika Brodna mit Rotfuchsmütze, 2006
Ölgemälde von Dita Von Teese als Femme fatale im Pelzmantel, 2007

Dieser Trend kehrte sich[29] trotz anhaltender Protestevon Tierrechtsorganisationen wie PETA seit Mitte der 90er Jahre wieder um.[30] In Deutschland hat die Pelzbranche nach erheblichen Einbrüchen wieder Zuwachsraten. [31][32] Verstärkt nachgefragt werden gerupfte oder geschorene Pelze, die schon einmal in der Vor- und Nachkriegsmode beliebt waren. Während sich unter den gefragtesten Pelzarten damals Seal, Sealkanin-, Sealbisam-, Biber-, Nutria- und andere auf Seal veredelte Felle befanden, sind es jetzt erstmals „Samt“nerze und Samtwiesel und wieder Samtnutria und Samtbisam. Zunehmend angeboten werden auch ungewöhnlich kombinierte und gefärbte Pelze.[29]

Pelz- und besonders Pelzaccessoires spielen seit Ende der 1990er Jahre wieder eine zunehmende Rolle. In beliebten Fernsehserien (vgl. Sex and the City) wie bei Amtstrachten von Würdenträgern wie Hamid Karzai (Karakulmütze) oder Papst Benedikt XVI.s (Mozetta, Camauro) wird wieder Pelz[33] getragen. In der New Burlesque wird ebenfalls mit Referenz zu den Revuen im frühen 20. Jahrhundert (vgl. Vaudeville) wieder Pelz und Pelzaccessoires getragen.

Im Jahr 2006 wurden auf Pelzauktionen Rekordpreise erzielt.[33] Die Pelzmode wird zunehmend von leichteren Pelzprodukten geprägt, die nach den Vorstellungen der Pelzdesigner ganzjährig getragen werden können. Durch das Anbieten von Kleinteilen und als Besatz an Textilien wird Pelz zunehmend für kleinere Einkommen erschwinglich, Tierschutzproteste sind gegenüber Accessoires und kleineren Pelzteilen weniger virulent als gegenüber Pelzkomplettkleidung. Dieser sogenannte Materialmix wirkt sich auf das Berufsbild der Kürschner aus, die sich zunehmend Kenntnisse der Stoff- und Lederverarbeitung aneignen müssen. 2008 fielen insbesondere Jean-Paul Gaultier und Donna Karan mit ausnehmend pelzlastigen Kollektionen auf.[34]

[Bearbeiten] Produktion

[Bearbeiten] Herkunft

Lehrtafel zu verschiedenen Fellarten, 1932
Theaterkostüm mit Fuchsverbrämung, inklusive Pfoten und Kopfteilen, 2005

Hauptartikel Pelzarten

Die Qualität eines Felles hängt von vielen Faktoren ab. Ein besonders dichtes und strapazierfähiges Fell findet sich bei Pelztierarten, die ganz oder zeitweilig im Wasser leben. Je kälter der Lebensraum, desto dichter und seidiger das Haar, ebenso sind Winterfelle qualitativ besser als Sommerfelle. Felle von Kleinraubtieren haben ein zügigeres und damit stabileres Leder als die von Pflanzenfressern. Die höchsten Pelzqualitäten stammen von Winterfellen marderartiger Kleinraubtiere, so dem Nerz. In der Kürschnerei haben Pelze Haardichten über 400 Haare pro cm², Felle 50–400 Haare/cm², alle darunter liegenden Behaarungsdichten werden als haararme Haut bezeichnet.[35]

Die Herkunft der Pelze lässt sich gliedern in:[36]

Bei der Schlachtung von Nutztieren fallen unter anderem Felle von Lamm und Schaf, (Persianer, viele verschiedene Schafrassen) Kaninchen, (Kaninfell) Ziege und Zickel, Rind und Kalb, Pferd und Fohlen, Rentier (Pijikifell) und Känguru (Wallabyfell) an.

Die Nutzungsarten waren einem erheblichen historischen Wandel unterworfen. So werden einzelne Schaf- und Kaninchenrassen speziell wegen ihrer besonderen Felleigenschaften gezüchtet. Hierzu gehören zum Beispiel das Karakulschaf (gelockter Persianer), das Merinoschaf (seidig, für Wolle und Lammveloure), die Chinchilla und Rexkanin. Nutztiere wie Hamster, Meerschweinchen, Pferde und Esel oder gar Hunde kommen prinzipiell als Pelzlieferanten in Frage. Sie wurden und werden in manchen Ländern und Kulturen je nach Nahrungstabu ebenso als Fleischlieferanten genutzt. Der Pelzlieferant Biber war im Mittelalter eine beliebte Fastenspeise, Opossum und Sumpfbiber (Nutriafell) werden teilweise noch heute verzehrt. Seehunde gehören zum Grundnahrungsmittel der Inuit.

Der Wildfang macht global noch etwa 15 % des Aufkommens aus. Bedeutend dabei sind insbesondere die Pelze von Tieren, die als Schädling oder Lästlinge gejagt werden.[37] Hierzu gehören Wildkaninchen, Hamster, Maulwurf, neuseeländisches Opossum, Marder, Iltis, Wiesel, Nutria, Bisamratte und Waschbär.

Bei den Zucht-Pelztieren geht der Hauptanteil (2008) auf den Minknerz zurück, gefolgt von Schafen, Silberfuchs, Blaufuchs, Marderhund (Seefuchsfell), Chinchilla, Nutria, Zobel und Iltis. Je nach Mode wurden mehr oder weniger erfolgreiche Versuche unternommen, weitere Pelztiere zu züchten (unter anderem Waschbär, Bisamratte, Skunk). Die meisten Pelztierfelle stammen aus Pelztierfarmen.

[Bearbeiten] Pelzverarbeitung

Hauptartikel Kürschner

Handwerkszeug des Kürschners (und Zurichters), aus der Enzyklopädie von Diderot und d’Alembert 1762–1777

Kürschner verarbeiten Rauchwaren oder Rauwaren, für die Pelzverarbeitung geeignete, zugerichtete Tierfelle. Erste Zunftgründungen sind bereits aus dem 12. und 13. Jahrhundert bekannt. Ähnlich wie bei den verwandten Berufen, wie Weißgerber, Täschner, Handschuhmacher und Pergamenter, galt die Kürschnerei im Mittelalter wegen des Umgangs mit toten Tieren als unreines Handwerk. In Asien, insbesondere in Japan hatte dies eine bis heute andauernde Diskriminierung zur Folge (vgl. Buraku und Dalit), wobei nicht die Produkte, sondern die zugehörigen Berufsgruppen und deren Nachfahren als unrein gelten. In Europa waren Kürschner dennoch angesehen und zumeist ratsfähig.

Im Unterschied zum Gerben, dem Zubereiten von rohen Häuten und Fellen zu Leder, werden die Rohfelle zu dauerhaften Pelzfellen zugerichtet. Dafür wird das Fell so konserviert, dass das Haar erhalten bleibt. Das Zurichten sucht verderbliche Fette und Eiweißstoffe durch konservierende und stabilisierende Substanzen zu ersetzen und macht aus getrockneten Rohfellen geschmeidige, strapazierfähige und verarbeitungsfähige Pelzfelle. Die Felle werden entfleischt und das Unterhaut-Bindegewebe wird entfernt, das Pelzleder speziell gegerbt und gefettet. Abschließend werden die Pelzfelle in eine für die Weiterverarbeitung geeignete Form gestreckt, gesäubert und geglättet. Bis etwa 1850 haben die Kürschner ihre Rohfelle selbst zugerichtet, danach wurde die Zurichtung von der eigentlichen Kürschnerei abgetrennt.[38]

In weiteren, als „Veredlung“ bezeichneten Arbeitsschritten, können die Felle u. a. zusätzlich gefärbt werden, die Lederseite kann veloutiert oder nappiert werden. Durch Scheren oder Rupfen werden die Felle zu sogenannten „Samtpelzen“ weiter veredelt. Schon in der frühen Neuzeit entwickelte sich dabei eine Arbeitsteilung, bei der Stückwerker und Tafelmeister beschäftigt wurden, später Halbfabrikatehersteller und die Kürschner für die fertige Pelzbekleidung.[40] Aufwändige Formveränderungen der verarbeiteten Felle hat es vor dem 18. Jahrhundert kaum gegeben. Mit der Erfindung der Pelznähmaschine um 1872 durch Joseph Priesner[6] wurde die Verarbeitung von Pelzen erheblich erleichtert und die Pelzbranche expandierte in erheblichem Maß. Nach dem Ende der Ausbildung oft eine Spezialisierung der Tätigkeit in den „Schneide“- und den „Nähkürschner“. Für das Nähen mit der Pelznähmaschine erfolgt häufig eine erneute Arbeitsteilung, insbesondere auch für das Nähen der sogenannten „Auslassarbeiten“ (Verlängern der Felle durch Schnittanlagen).

Zu den Zentren der Pelzverarbeitung gehören bestimmte Regionen in Griechenland und die Türkei. Im deutschsprachigen Raum ist die Pelzbearbeitung klein, mittelständisch und sehr stark regional strukturiert, die verbliebenen Pelztierfarmen finden sich vor allem in NRW, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Deutschland (Bundesrepublik wie DDR) hatte in den sechziger und siebziger Jahren im Bereich der Veredlungsindustrie von Pelzwaren eine Spitzenstellung eingenommen.[28]

[Bearbeiten] Herstellung

„Tafel“ aus Fuchsfellen

Wie viele Felle für ein einzelnes Pelzteil verarbeitet werden, hängt von der Größe des Felles, der Art des Kleidungsstücks (Hut, Schal, Jacke, Mantel usw.), der Mode und davon ab, wie aufwändig die Form gestaltet wird. Ein gerader Mantel von 100 cm Länge in der Konfektionsgröße 38 hat einen Flächeninhalt um 25.000 cm². Nicht direkt verwendete Fellteile wie Schweife, Pfoten oder Kopfstücken werden zu „Tafeln“ zusammensetzt, aus denen später Kleidungsstücke gefertigt werden. Hauptort der „Body“- oder Tafelfertigung ist Kastoria in Griechenland.

Nachfolgend die durchschnittlichen Nutzflächen der einzelnen Fellarten und dem Fellverbrauch für einen geraden Mantel.

Durchschnittliche Fellfläche und Fellverbrauch für einen 100 cm langen, geraden Mantel
Fachbezeichnung   cm² Stück Felle
Bisam 600 46 Zumeist werden Wamme (Bauch) und
Rücken getrennt verarbeitet.
Chinchilla 420 64
Feh 350 80 Zumeist werden Wamme (Bauch) und
Rücken getrennt verarbeitet.
Europäischer Rotfuchs 2.520 10
Edelfüchse Blaufuchs,
Silberfuchs; nicht der kleinere Polarfuchs
3.200 8 Durch Zwischensetzen von durch
die Haare ganz oder teilweise
verdeckten Lederstreifen
(Fachbegriffe: „galonieren“, „federn“)
lässt sich die Fellzahl bis auf drei
oder weniger reduzieren.
Kanin 700 38
Luchs 3.150 9 Zumeist werden Wamme (Bauch) und
der Rücken getrennt verarbeitet.
Nerz, „Females“ (weibliche Felle, Fähen) 1.000 28
Nerz, „Males“ (männliche Felle, Rüden) 1.350 20
Nutria 900 30
Neuseeländisches Opossum 880 32
Persianer (oder Karakul) 1.400 18
Zobel 450 58

[Bearbeiten] Umgestaltung

Pelznähmaschine auf einer Briefmarke.

Ein wesentliches Merkmal eines Pelzes ist die Möglichkeit, ihn im Laufe seines Lebens mehrfach umzugestalten. Da der Pelz aus einzelnen Fellen zusammengefügt wurde, lässt er sich durch eine Neuaufteilung der Felle umformen. Die Ursachen für den Wunsch einer Veränderung können in einer Figurveränderung des Besitzers oder der Besitzerin liegen, im Wunsch nach einer modischen Veränderung (Modelländerung, Farbänderung, Strukturänderung durch rupfen oder scheren) oder wegen inzwischen eingetretener Tragespuren (Wegfall der beriebenen Fellteile durch die Umgestaltung eines Mantels zur Jacke oder zu einem Pelzinnenfutter). Eine weitere spätere Verwendungsmöglichkeit eines Pelzbekleidungsstücks besteht in der Umformung in eine Decke oder ein Fellplaid.

Die Umgestaltungsmöglichkeit eines Pelzes ist durch die natürliche Alterung zeitlich begrenzt. Diese hängt von der Art der Lagerung (möglichst kühl bei durchschnittlicher Luftfeuchtigkeit, dunkel), von der Fellart und der Gerbung ab. Um eine Umarbeitung wirtschaftlich begründen zu können sollte der Pelz außerdem einen gewissen Materialwert im Verhältnis zu den Kosten nicht unterschreiten.

[Bearbeiten] Wirtschaftliche Bedeutung

[Bearbeiten] Umsatz und regionale Schwerpunkte

Trapperfamilie auf dem Weg zu einer Auktion, USA 1941
Zobelfelle auf einem Messestand

Das Umsatzvolumen der internationalen Pelzwirtschaft stieg zwischen 2000 und 2009 von knapp 11[41] auf über 14 Milliarden Dollar[29], davon werden etwas weniger als die Hälfte in Europa getätigt.[1] Weltweit werden jedes Jahr etwa 90 Millionen Felle verarbeitet. Pro Jahr werden auf der ganzen Welt 28 Millionen Nerzfelle und 4 Millionen Fuchsfelle produziert. Die heute genutzten Fellarten kommen zu etwa 46,9 Prozent aus Zucht und Farmhaltung (so Chinchilla, Nerz, Marderhund), zu 37,6 Prozent aus Weide- und Stallhaltung (so Lamm, Ziege, Kalb) und zu 15,5 Prozent aus Jagd und Hege (u. a. Bisam, Nutria, Rotfuchs, Waschbär und neuseeländisches Opossum).[36]

In etwa 6500 Pelztierfarmen in der EU sind ungefähr 30.000 Mitarbeiter, in der gesamten europäischen Pelzbranche etwa 164.000 Menschen beschäftigt. Dabei gibt es regionale Schwerpunkte, so werden die meisten Nerze in China, Dänemark, USA, Italien, den Niederlanden und Russland gezüchtet.[29] Die Fuchszucht ist insbesondere an der finnischen Westküste verbreitet.

Pelztierhaltung und Wildfang ermöglichen in abgelegenen Regionen mit extensiver Agrarnutzung und klimatischen Herausforderungen eine Existenz oder zumindest einen Zuverdienst.[41]

Eine wesentliche Grundlage für die Pelztierzucht ist insbesondere in Skandinavien und Holland die Weiterverarbeitung von mehreren 100.000 Tonnen Fleisch- und Fischabfälle aus der Nahrungsmittelindustrie als Pelztierfutter.[1] Die meisten Nerze werden nach wie vor in Europa, in Dänemark, Italien und den Niederlanden gezüchtet, Füchse insbesondere in Westfinnland.[36] Bei der Konfektion von Pelzkleidung haben Griechenland, Italien, Spanien und Deutschland eine führende Rolle in der EU.[1] Die Pelzwirtschaft in der EU kommt ohne Subventionen aus.[1] Pelzwaren sind hochwertige Einzelstücke, so können Zobelmäntel im Einzelhandel unter Umständen mehr als 100.000 € erzielen.[33]

[Bearbeiten] Abnehmer und Messen

In China konfektionierter Kaninschal in der typischen arbeitsintensiven Flechttechnik

Nach 2000 hatte ein wiedererstarktes Interesse an Pelzen in Russland und China und die Nachfrage von Pelzmode in Ost- und Südeuropa Einfluss auf den gesamteuropäischen Pelzeinzelhandel und die zugehörigen Handelsmessen. Die Messe MEXA MOSKAU gibt im Jahr 2009 den Pelzumsatz für die UdSSR mit rund 2,5 Mrd. US$ an. Knapp die Hälfte der Lieferungen für Russland stammte aus der Türkei[42] und ein Viertel bereits aus China, wo nach 1990 eine bedeutende Zahl von Pelzfarmen neu entstanden sind.[42] Der Rest teilt sich zwischen Italien, Griechenland und Deutschland auf.[42] Zusätzlich zu den im eigenen Land gewonnenen Fellen bezieht Russland die Rohware zur Weiterverarbeitung insbesondere aus Skandinavien und Litauen und hat mit der MEXA MOSCOW eine eigene Fachmesse etablieren können.[42]

Die jährliche Frankfurter Pelzmesse „Fur & Fashion“ hatte sich in den letzten Jahren erheblich verkleinert und wurde nach 2008 zugunsten der „Mifur“ in Mailand geschlossen. In Deutschland hat sich ein Teil des Einzelhandels vom klassischen Pelzfachgeschäft zu Textilanbietern hin verlagert.

[Bearbeiten] Sonderrolle von Indigenen

Für indigene Ethnien und Kulturen wie Inuit und Samen und allgemein Menschen in abgelegenen Regionen stellen Jagd, Fischerei und Tierzucht und der damit verbundene Handel mit Pelzen nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle dar, von der Fischerei wird eine Nahrungskonkurrenz etwa zu Robben angeführt. In Nordamerika gibt es etwa 200.000 Trapper und Fallensteller, die ihren Lebensunterhalt mit der Pelztierjad aufbessern oder komplett bestreiten.[29]

Norwegische Saami mit Kleidung aus Rentierfellen, 1900

Aqqaluk Lynge Präsident des Inuit Circumpolar Council (ICC) machte die Greenpeace-Kampagnen gegen die allgemein als brutal empfundene neufundländische Seehundjagd Anfang der 1980er Jahre indirekt für soziale Probleme der weiter nördlich in der Arktis lebenden Inuit verantwortlich.[43] Für diese Inuit sei die Robbenjagd und der Pelzhandel eine wichtige wirtschaftliche Grundlage und eine in der heimischen indigenen Kultur tief verankerte Lebensweise und nachhaltiger Jagdmethoden gewesen.[44] auf Basis nachwachsender Rohstoffe Diese sei durch das nach wie vor geltende, generelle Importverbot von Robbenfell in die europäische Union weitgehend versperrt und zerstört worden, ohne, wie etwa beim Walfang, taugliche Ausnahmeregelungen für indigene Völker zuzulassen.

[Bearbeiten] Verwendung

[Bearbeiten] Einzelne Kleidungsstücke

Zu Accessoires aus Pelz gehören unter anderem Flohpelze (Zibellini), Muffe, Pelzhandschuhe, Stolen und Boas sowie Pelzhüte, Pelzstiefel und Pelztaschen. Unterbekleidung und Leibwärmer, heute vor allem aus elastische natürlichen Fasern wie Angorawolle, wurden bis in die 70er Jahre auch aus Katzenfellen hergestellt.

Aus pelzbesetzter Überbekleidung wie Schauben und Gollern von Amts- und Würdenträgern entwickelten sich noch heute getragene Amtstrachten und Mantelmoden[45]. Die schweren Chauffeur und Fahrermäntel der 20er Jahre wurden zum Statussymbol bei Collegestudenten.

Ein Wechsel zwischen Funktionalität und Status oder Symbolgehalt kommt ebenfalls bei den sogenannten „Pelzkolliers“ mit ausgearbeiteten Köpfen und am Fell belassenen Pfoten und Schwänzen zum Tragen. Sie gehen unter anderem auf die im Barock noch weitverbreiteten Flohfallen und aufwendigeren Flohpelze zurück. Pelzkolliers waren im neunzehnten Jahrhunderts wieder sehr beliebt, die Trageweise wird, auch ohne Bezug zu Flohbefall, seitdem immer wieder in der Kleidungsmode aufgegriffen.

Stolen und Boas sind Bestandteile der Abendgarderobe, die Verwendung bei Prostituierten brachte zeitweise ganze Pelzarten wie den Silberfuchs in Verruf. Stolen aus der vor dem Aufkommen der Pelztierzucht nahezu unerschwingliche Pelzart waren vor dem Zweiten Weltkrieg erheblich preisgünstiger geworden.

[Bearbeiten] Decken, Flaggen und Wandbehänge

Die Verwendung von Pelzen und Fellteilen für Dekorationen und Wandbehänge gehen neben der Ausstellung von Jagdtrophäen insbesondere auf kunsthandwerkliche Leistungsschauen und Messeobjekte zurück.

[Bearbeiten] Technische Anwendungen

Der Strich, die Ausrichtung faseriger Körperoberflächen nach einer bestimmten Richtung wird bei der technischen Filtration wie beim Festhalten auf glatten Oberflächen genutzt. Der Mythos des Goldene Vlies geht auf die Verwendung von Schaffellen beim Goldwaschen zurück. Als Steigfell für Tourenskigeher und Gebirgsjäger wurde vor allem Seehundsfell verwendet, da dieses sich durch einen besonders starken und stabilen Strich auszeichnet.

Erste Experimente mit Elektrizität wurden bereits in der griechischen Antike mit Bernstein und Fellstücken durchgeführt. Im 18. Jahrhundert kamen dann Elektrisiermaschinen auf, die die Reibungselektrizität und statische Aufladung nutzten, unter anderem unter Verwendung von Pelz- und Fellstreifen.

[Bearbeiten] Pelz als Status- und Machtsymbol

Mit Pelzen unterschiedlicher Qualität wurden bereits in der Antike militärische und zivile Würdenträger gekennzeichnet, exemplarisch in der Ilias.[7] Die griechischen Heerführer Agamemnon und Nestor sind zuweilen in Löwenfelle gehüllt, Menelaos trägt ein Leopardenfell. Der einfache Trojer Dolon[46] trägt einen mit Otterfell besetzten Helm und einen Wolfspelzmantel. Weniger kostbare Felle von Schafen und wilden Büffeln dienen den Helden als Lagerstätte.

Europäischem Adel und Würdenträgern waren seltene und begehrte Felle entsprechend genau abgestimmter Kleiderordnungen vorbehalten. Das betraf insbesondere das Hermelin (vgl. Hermelinfell in der Heraldik), Zobel und Feh. Elemente davon haben sich in der Bekleidungsordnung und Amtstrachten der britischen Monarchie bis heute erhalten.

Monarchische Verfügungen des 12. und 13. Jahrhundert zu finden ordneten einzelne Pelzarten und Trägergruppen eindeutig zu.[47] Während die Regeln für Pelze lange Zeit stabil blieben, wurden die städtischen Aufwands- und Luxusgesetzgebungen des späten Mittelalters für die variabler einzusetzenden edlen Tuchqualitäten wie Samt, Seide und Brokatstoffe regelmäßig angepasst und erneuert.[47]

[Bearbeiten] Uniformen und Amtskleidung

Mit der Bildung der stehenden Heere und der Verbesserung der Produktionsmöglichkeiten der Textilmanufakturen kam es von der Mitte des 17. bis in das 18. Jahrhundert zur breiten Einführung militärischer Uniformen bei intensiver Wechselwirkung mit der zeitgenössischen Zivilmode.

Bekannt wurde die aus der ungarischen Nationaltracht entwickelte Uniform der nach dem 18. Jahrhundert in verschiedenen europäischen Ländern aufgestellten Husarentruppen. Dazu gehörte eine Pelzmütze (Kalpak), eine eng anliegende Hose und der Dolman, eine verschnürte Pelzjacke sowie „Überjacken“. Die Pekesche, ein mit Pelz verbrämte Oberrock der polnischen Kavallerie wurde 1830 von geflohenen polnischen Freiheitskämpfern in Preußen eingeführt und im Gefolge der damaligen Polenbegeisterung als Teil der studentischen Tracht übernommen.

Aus hohen, pelzbesetzten Grenadiermützen, die Anfang Mitte des 17. Jahrhunderts bei spezialisierten französischen Infanterieeinheiten eingeführt wurde, entwickelte sich ein Symbol von Eliteeinheiten. Nach der Niederlage Napoleons wurden die schweren Bärenfellmützen unter anderem von britischen Garderegimenter übernommen und heute noch für repräsentative und zeremonielle Anlässe eingesetzt. Die britischen Mützen werden aus Bärenfellen gefertigt, die Unterstützungsprogrammen für die kanadischen Inuit entstammen.[48]

[Bearbeiten] Symbolträchtige Pelze im 20. Jahrhundert und Gegenwart

Die russische Uschanka, eine für extreme kalte Wetterverhältnisse geeignete Kopfbedeckung stammt eigentlich aus Finnland. Sie wurde nach dem Winterkrieg 1939–40 als russische Militärmütze adaptiert und über die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes hinaus international verbreitet. Nicht nur in Deutschland ist die Ohrenklappenmütze als „Uschanka“ oder „Tschapka“ zum Inbegriff der Russenmütze geworden, ein 1976 bei einem Russlandbesuch entstandenes Bild von US-Präsident Gerald Ford mit einer von den Gastgebern überreichten Ushanka aus Pelz ging als Symbol der Entspannungspolitik um die Welt.

Mobutu Sese Seko, von 1965 bis 1997 Diktator Zaires, ließ sich als „Leopardenmann“ feiern und trug bei öffentlichen Auftritten eine entsprechende Mütze.

Bei orthodoxen chassidischen Juden wurde der Schtreimel, eine kreisrunde Pelzmütze, als traditionelle Kopfbedeckung getragen. Die nach der Shoah fast in Vergessenheit geratene Kopfbedeckung wurde unter anderem durch den Louis de Funès Film Die Abenteuer des Rabbi Jacob in den 1960er Jahren wieder bekannt gemacht.

Pelz kam bei Amtstrachten von Professoren, Richtern und religiösen Würdenträgern seit den 1990ern wieder vermehrt in Gebrauch. Ein gewisses Aufsehen erregte Benedikt XVI. mit der Verwendung modischer Accessoires und symbolträchtiger Kleidungsstücke wie der Mozetta und des Camauro.[49] Das „reine Weiß“ des dabei verwendeten Hermelin- und Wiesel-Winterfells war als Symbol der Makellosigkeit seit dem frühen Mittelalter ein Kennzeichen fürstlicher wie richterlicher Gewalt und Bestandteil und Kennzeichen von Krönungsornaten und vielfältiger heraldischer Symbolik.

[Bearbeiten] Kritik und Einschränkungen der Pelzgewinnung und Herstellung

Christy Turlington in einer Anti-Pelzkampagne
Waschbär im Freiluftgehege des Kölner Zoos
Illegale Fuchsfallen
Stalking einer Frau mit Pelzmantel durch französische Anti-Pelzaktivisten, 2007

Gegen das Tragen und die Herstellung von Pelz gibt es ausgeprägte Abneigungen und teilweise gewaltsame Widerstände.[31][50][51] Kritisiert wird unter anderem, Nutzung und Haltung von Tieren zur Pelzgewinnung diene allein Mode und Luxus und fände unter tierquälerischen Umständen statt.[31]

[Bearbeiten] Tierschutz

Seitens vieler Tierschützer wird die Tierhaltung und Schlachtung und der Fang von Tieren in Tierfallen für die Pelzherstellung allgemein wie die Umstände bei einzelnen Pelzarten abgelehnt. So wird die Tierhaltung in einzelnen Pelzfarmen als nicht artgerecht oder als Tierquälerei angesehen.[52] Die dort gehaltenen Raubtiere würden unter hygienisch unzumutbaren Bedingungen in viel zu kleinen Käfigen gehalten und daher Verhaltensstörungen entwickeln und körperlichen Schäden davontragen.

[Bearbeiten] Kritik an der Pelztierhaltung in der EU

Die Pelztierhaltung in Deutschland erfolgt auf der Grundlage des „Gutachten zur tiergerechten Haltung und Tötung von Pelztieren“ von 1986 und Empfehlungen des Europarates von 1999. Diese Empfehlung von 1999 hat bereits Eingang in nationales Recht gefunden und ist in den Code of Practice des europäischen Pelztierzüchterverband (EFBA) eingeflossen.

Demgegenüber stellt eine 2001 veröffentlichte Studie des Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare der EU[53] Informationen zur Haltung von 8 verbreiteten Pelzarten zusammen. Kritisiert wurde insbesondere eine hohe Sterblichkeit bei Jungtieren, und Verhaltensauffälligkeiten bei weiblichen Nerzen. Die Zuchtziele seien weniger die Zahmheit noch die Anpassung an die Gefangenschaft sondern insbesondere die Pelzqualität. Empfohlen wurde neben der Weiterbildung der Halter, eine stärkeren Ausrichtung der Zuchtziele auf Abbau von Ängstlichkeit und Aggression sowie eine stärkere Ausrichtung der Haltung auf das natürliche Spiel und Erkundungsverhalten der Tiere.

Eine einheitliche europäische Regelung ist bislang nicht zustandegekommen, unter anderem weil strengere Vorgaben mancher EU Länder weder EU-weit noch im Ausland allgemein durchgesetzt werden konnten. 2005 wurde die deutsche Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung entsprechend angepasst, dem Ziel, die Haltungsbedingungen für Pelztiere in Deutschland stufenweise zu verbessern.[54]

Die Industrie reagierte in Deutschland 2003 mit der Einführung von Fellbezeichnungsetiketten, um sich von Produkten aus Tieren aus deutlich problematischerer Haltung etwa in China absetzen zu können.[31] Seit 2008 zeigt das Origin Assured (TM) Label an, dass Pelzprodukte aus einem Land kommen, in dem anerkannte Verordnungen und Standards bei der Pelzproduktion in Kraft sind.

[Bearbeiten] Tierrechtsbewegung

Grundsätzliche Kritik an dem Begriff der „Nutzung“ von Tieren kommt aus dem Umfeld der Tierrechtsbewegung. Sie betont in deontologischen Argumenten eine Autonomie[55][56] oder in utilitaristischen eine vergleichbare Berücksichtigung von vergleichbaren Interessen höherer Tiere, einschließlich des Menschen.[57][58] Tierrechtsforderungen gehen im Allgemeinen weit über den Tierschutz hinaus, speziell an der Nutzung von Pelzen wird unter anderem kritisiert, dass die Tötung der Tiere der Befriedigung eines demzufolge ungerechtfertigten menschlichen Bedürfnisses nach Luxusartikeln diene.[59]

Bekannt wurden spektakuläre Aktionen von Tierrechtsorganisationen wie PETA, von militanten Pelzgegnern wurden auch illegale Aktionen durchgeführt. Das Spektrum reicht vom Stalken und Belästigen, Tortung und Farbattacken auf Pelzträger und Pelzkleidung, Zerstörung von Pelzkleidung bis zum Einbruch oder Brandstiftung in Pelztierfarmen und der Freilassung der gehaltenen Tiere. Im Falle der Cloppenburgs kam es zur Grabschändung bei einer im Pelzgeschäft tätigen Familie.[60]

Konflikt um Robbenfang

2006 hatte das Europäische Parlament die Europäische Kommission ersucht, eine Verordnung zum Verbot von Einfuhr, Ausfuhr und Verkauf aller Sattel- und Mützenrobbenerzeugnisse zu verbieten. Das wissenschaftliche Gutachten[61] erfolgte 2007. Das geplante gänzliche Einfuhrverbot könnte einen Handelskonflikt mit Kanada auslösen.[62] Ein geplantes europäisches Einfuhr- wie Transportverbot ist für die robbenjagenden Länder insoweit problematisch, als die Weiterverarbeitung oft in Europa geschieht und die Abnehmer vor allem in China und Russland zu finden sind. 2005 war Bekleidung aus Robbenfellen im Umfang von 460 Tonnen und einem Warenwert von rund 68,2 Millionen Euro in die Bundesrepublik eingeführt worden.[63] Die von der EU angebotene Trennung zwischen traditionellem Fang durch Indigene und kommerziellem Fang wurde von Kanada nicht akzeptiert.[64]

[Bearbeiten] Artenschutz

Ausnehmen und Abziehen einer erlegten Ringelrobbe, 2000
Taiwanesischer Ureinwohner mit Schildkrötleopardenweste, um 1900
Pelze der europäischen Bisamratte (2009)

Seitens des Artenschutzes und zugehöriger Organisationen wie der WWF wird die Verwendung von oder das Wildern geschützter Arten und der Schmuggel geschützter Felle abgelehnt. Dazu werden national oder international Rote Listen gefährdeter wildlebender Arten wie gefährdeten Nutztierrassen erstellt, die den Grad der Gefährdung von Arten beziffern.

Einige Pelztiere wie Bisam und Mink haben sich als Neozoen in der europäischen freien Wildbahn etabliert und verdrängen teilweise endogene Arten wie den europäischen Nerz. Gefangenschaftsflüchtlinge aus der Pelztierhaltung bzw. gewollte Freilassungen werden kontrovers diskutiert.

Zu Schutzmaßnahmen gehören internationale Handelsabkommen, die den Pelzhandel einschränken sowie Abschussquoten, Schutzgebiete und Schonzeiten für einzelne Arten. Der WWF akzeptiert die traditionelle (Pelztier) Jagd unter genau definierten Bedingungen[31]. Dieses Jagdmanagement sowie die Bewirtschaftung von einzelnen wildlebenden Pelztierarten ist umstritten, so bei Robbenjagd und Bisambekämpfung.

[Bearbeiten] Ökologische Position

Aus ökologischer Sicht wird eine schlechtere Ressourcenbilanz von Pelzmode moniert. Gegenüber us Erdöl hergestellten Kunstpelzen sei die Ressourcenbilanz von „Naturpelz“ um Größenordnungen schlechter.[65] Die Studie differenziert nur zwischen Wildfang und Zucht, sie betrachtet nicht, ob die betreffenden Tiere ohne Nutzung des Pelzes gejagt würden. Die Wiederverwertbarkeit, das Recycling und die Kompostierbarkeit wie die Herkunft aus nachwachsenden Rohstoffen wird von Befürwortern als Argument pro Pelz wie andere Naturfasern angeführt.[66]

Die steigende Nachfrage nach ökologisch hergestellten Produkten macht vor Pelzen nicht halt. Die Reaktionen der Kritiker auf einzelne Label mit ökologischem Anspruch wie Fur is Green[67] oder Friendly Fur sind gespalten.[68] Natur- und Artenschutzorganisationen zeigen sich aufgeschlossen, Tierschützer hegen Vorbehalte, während die Tierrechtsposition die Konzepte ablehnt.

[Bearbeiten] Rechtslage

Pelzhändler in Kairo, Gemälde von Jean-Léon Gérôme (1869)

Spätestens seit Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens werden fast alle gefleckten Katzen (südamerikanische Wildkatzen, Ozelots, alle Großkatzen) und Otter nicht mehr legal gehandelt. Davon unbenommen ist in der EU der Handel und die Einfuhr von Rauchwaren, Fellen und Pelzbekleidung frei und unbeschränkt möglich.

In den meisten Staaten fällt die Haltung von Pelztieren unter die allgemeinen Regelungen zur Züchtung wie zum Schlachten oder Töten von Tieren. Nach § 4 Abs. 1 des TierSchG von 1972 dürften Wirbeltiere „nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden“. Die Durchführung der Tötung werde von entsprechenden Kenntnissen und Fähigkeiten abhängig gemacht und innerhalb der Ausbildung der Pelztierhalter durch Empfehlungen für tierschutzgerechte Tötung von Pelztieren in Zuchtfarmen nachvollzogen. Für Wildfänge gilt unter anderem die Fallenfangverordnung. Der grenzüberschreitende Handel wird durch das internationale Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geregelt.

Auf europäischer Ebene wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2008 verboten, Hauskatzen- und Hundefelle in die Länder der EU ein oder aus der Union auszuführen; Katzenfelle wurden insbesondere zur Linderung bei Rheumaschmerzen verwendet.[69]

Nationale Regelungen kommen etwa in der Schweiz und Großbritannien zum Tragen, wo es seit Anfang der 1990er Jahre keine Pelztierhaltungen mehr gibt.[70] Die kommerzielle Nutzung lohnt sich nicht mehr, da für diese Wildtiere eine aufwändige Gehegehaltung vorgeschrieben ist. In Österreich ist mit der Verordnung über die Haltung von Pelztieren seit 1998 die Pelztierhaltung zu Erwerbszwecken verboten.[70] In Deutschland werden weitere Einschränkungen diskutiert. Eine europäisches Verbot scheiterte an der Haltung der Skandinavier, insbesondere Finnlands und Dänemarks, wo die Pelzzucht einen wichtigen regionalen Wirtschaftsfaktor darstellt.[71][70]

[Bearbeiten] Pelz in Wissenschaft, Kunst und Literatur

Steinbockmaske bei der allemannischen Fasnet

Wissenschaftlich untersucht und erforscht wird die Haltung von Pelztieren als Aspekt der Landwirtschaft wie des Veterinärwesens, die wissenschaftliche Begleitung der Jagd und Hege von Wildtieren ist Angelegenheit der Vegetationsbiologie wie Forstwirtschaft. Die symbolische und ikonographische Rolle von Pelz wird im Rahmen der Mode- und Kunstgeschichte, der Volkskunde wie auch im Bereich der Textilrestaurierung[47] wie bei der Kleiderkunde als kunstgeschichtlicher Methode[45] betrachtet.

In der modernen Kunst ist Meret Oppenheims Le Déjeuner en Fourrure (Frühstück im Pelz, eine pelzbezogene Kaffeetasse) von 1936 ein Hauptwerk des Surrealismus.[72] Das ikonische Werk der Objektkunst thematisiert und verfremdet Alltagswahrnehmungen wie auch die sinnliche Wirkung von Pelz.

Über einen reinen Bekleidungszweck hinaus dienen bestimmte Pelze und Pelzaccessoires seit der Antike als Macht und Statussymbole bis hin zum sexuellen Fetisch.[73] Die besondere Wirkung und Ausstrahlung von Tierfellen an und für Menschen spielt eine wichtige Rolle in Sagen über Gestalt- und Fellwechsler, in Fasnetskostümen und -Bräuchen, in der Literatur wie in Subkulturen (vgl. Furry). Literarisch wie in der Psychologie thematisiert diese unter anderem Venus im Pelz, eine 1870 erschienene Novelle Leopold von Sacher-Masochs, ein Klassiker der erotischen Literatur. Das Abbild einer nur in einen Pelzmantel gehüllten Frau ist dabei das Leitmotiv des Romanhelden. Der biographische Roman Frau im Pelz beschreibt unterschiedlichste Frauenbilder und -rollen im Nationalsozialismus, wiederum unter dem Leitmotiv des Pelzmantels.[74] Vorbild war die Schweizer Journalistin, Gestapo-Agentin wie Blockälteste im KZ Ravensbrück Carmen Mory.

[Bearbeiten] Metaphern und Redewendungen

Während Leder oft mit Wildheit und Ungezügeltheit in Verbindung gebracht wird, kommt Pelz ein Ausdruck und Vorzeigen von Intimität zu, in der Freudschen Deutung steht Pelz für den (behaarten) Schambereich.[75] Diese Anspielung spiegelt sich in den Redewendungen jemanden eine Laus in den Pelz setzen oder jemanden auf den Pelz rücken sowie dem widersprüchlichen wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass wieder.

Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist drückt einen gewissen Respekt vor der Wildheit der Pelztiere aus. „Jemandem schwimmen die Felle weg“ bezieht sich auf die frühe Fell- und Pelzverarbeitung, bei der Felle nach dem Gerben wie Zurichten in Fließgewässern gespült wurden. In Russland weist Der Kluge kauft im Sommer seinen Pelz auf saisonale Preisunterschiede hin. A Zaddik im Pelz steht jiddisch für einen Frömmler oder falschtuenden Menschen, ähnlich wie der Fuchs im Schafpelz im Deutschen eine charakterliche Maskierung wiedergibt.

[Bearbeiten] Verweise

[Bearbeiten] Literatur

Handwerkliches

Historisches

Kritisches

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Pelz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Wikiquote Wikiquote: Pelz – Zitate
Commons Commons: Pelz – Bilder, Videos und Audiodateien
Commons Commons: Pelzhandel – Bilder, Videos und Audiodateien

Pelzwirtschaft

Kritiker, Tierschutz, Arten und Naturschutz, Tierrechte

Allgemein

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c d e [1] International Fur Trade Federation, Bedeutung der europäischen Pelzwirtschaft
  2. Josef Winiger: Die Bekleidung des Eismanns und neuere Erkenntnisse zum Beginn der Weberei nördlich der Alpen. In Der Mann im Eis: Neue Funde und Ergebnisse / K. Spindler … [et al.] (Hrsg.), Von Konrad Spindler, Frank Höpfel, Werner Platzer, Mitwirkende Personen Konrad Spindler, Frank Höpfel Springer, 1995, ISBN 3211826262, S. 119 ff.
  3. a b [2] Tragekomfort in der Steinzeit – Wie schneidet Ötzis Kleidung gegen moderne Funktionskleidung ab? Rose-Marie Riedl, IDW, 25. Mai 2007
  4. [3] Der Fellmantel, Website des Südtiroler Archäologiemuseum, Stand 2008
  5. Alexander Tuma: Pelz-Lexikon. Pelz- und Rauchwarenkunde. XXI. Band. Verlag Alexander Tuma, Wien 1950. Seite 35
  6. a b c d Walter Fellmann: Der Leipziger Brühl, 1989, VEB Fachbuchverlag, Leipzig
  7. a b Berufsausbildungsaussschuss des Zentralverbandes des Kürschnerhandwerks (Hrsg.): Der Kürschner, Verlag J. P. Bachem in Köln, 1953
  8. J. F. Crean, Hats and the Fur Trade in: The Canadian Journal of Economics and Political Science, Vol. 28, No. 3 (Aug 1962), S. 373–386, S. 379
  9. Dietmar Kuegler, In der Wildnis die Freiheit – Trapper, Mountain Men, Pelzhändler – Der amerikanische Pelzhandel, Verlag für Amerikanistik, Wyk 1989, ISBN 3-924696-33-0. (Methoden, Persönlichkeiten und Unternehmen im Pelzhandel)
  10. Möglicher Bezug ist Hiob 2:4, wo der Teufel zitiert wird mit „Haut für Haut; und alles was ein Mann hat, lässt er für sein Leben“, eine andere Deutung ist „Fell für Pelz“ oder schlicht „für Pelz riskieren wir unsere Haut“
  11. The Ecological Indian: Myth and History. Von Shepard Krech. Verlag: W W Norton & Co Ltd; 21. Oktober 1999, ISBN 0-393-04755-5.
  12. Alexander Tuma: Die Geschichte der Kürschnerei, Verlag Alexander Tuma, Wien, 1967
  13. Redaktion Die Pelzwirtschaft: Die Bedeutung der Berliner Pelzwaren-Industrie. Die Pelzwirtschaft, Fachblatt für den Rauchwarenhandel. 1. Januar 1965, S. 70
  14. a b c Guenther, Irene, Nazi Chic?. Fashioning Women in the Third Reich, Oxford, Berg Publishers 2004, ISBN 1-85973-717-X.
  15. Frank, Niklas: Meine deutsche Mutter, München, C. Bertelsmann Verlag, 2005
  16. a b Dr. Paul Schöps Leipzig – Der Weg zur Pelzstadt. Aus Dokumenten und eigenem Erleben in Die Pelzwirtschaft, Verlag die Pelzwirtschaft, Berlin, 1. Januar 1965 (Jubiläumsausgabe zum 60. Bestehen), Seite 16–34
  17. siehe auch Frankfurt Macht Mode 1933–1945 [Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung vom 18. März bis 25. Juli 1999], Von Almut Junker, Historisches Museum Frankfurt am Main
  18. siehe Wikisource, Henry Ford, The International Jew: The World’s Foremost Problem/Chapter 16
  19. a b Manfred Unger, Hubert Lang: Juden in Leipzig – Eine Dokumentation zur Ausstellung anläßlich des 50. Jahrestages der faschistischen Pogromnacht im Ausstellungszentrum der Karl-Marx-Universität Leipzig vom 5. November bis 17. Dezember 1988, Herausgeber Rat des Bezirkes Leipzig, Abt. Kultur. Seite 151
  20. Dr. Ing. A. Ginzel: Die Rauchwarenveredlungsindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg In Das Pelzgewerbe. Jahrgang XIX Neue Folge, 1968/1969, Nr. 6, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps. S. 7
  21. die frankfurter messe bis 1950. JHS. Abgerufen am 15. März 2009.
  22. Der Amerikanische Nerz (Mink) wird in den USA bereits seit etwa 1900 erfolgreich gezüchtet, was mit der europäischen Varietät nie möglich gewesen war
  23. Autorenkollektiv: Rauchwarenherstellung und Pelzkonfektion, VEB Fachbuchverlag Leipzig, Kapitel Zielstellung der Rauchwarenindustrie in der DDR, 1970, Seite 24
  24. a b c d e Chantal Nadeau: Fur nation: from the beaver to Brigitte Bardot, Routledge, 2001, ISBN 0415158745.
  25. Die Anzeigen zeigen (bis heute) Prominente in einem Nerzmantel, ohne jede Namensnennung und der schlichten Frage What becomes a legend most?, sie gilt als eine der besten Werbesprüche bzw. Kampagnen überhaupt, vgl. [4] Advertising: the Best One-Liners, Time online, 2. Januar 1978
  26. Chantal Nadeau: BB and the Beasts: Brigitte Bardot and the Canadian Seal Controversy, Screen, 37, 3: 240–250, 1996
  27. Richard Leakey: Wildlife – Ein Leben für die Elefanten. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-10-043208-8, Seite 13.
  28. a b Die Pelzindustrie läuft sich langsam warm. Haut(e) Couture Der Pelzhandel in Deutschland erholt sich trotz einiger Widerstände. Lena Fleuchaus in Frankfurter Allgemeine Zeitung Donnerstag, 7. Dezember 2006
  29. a b c d e [5] Back in Style: The Fur Trade (Schick zurück – der Pelzhandel), KATE GALBRAITH, December 24, 2006 The New York Times
  30. [6]. Vom Albtraum, die Lust am Pelz zu genießen, Die Welt, November 2006, von Inga Griese. Zitat: „Als ich vor einigen Jahren in einem Artikel bekannte, eine gewisse Pelzaffinität zu verstehen, weil tatsächlich nichts weicher, wärmer und schmeichelnder ist, o Mann, da habe ich reizende Post bekommen. Bewusst gesteuert, eine sehr kleine Menge Menschen schickte eine sehr große Menge E-mails. Beeindruckende Morddrohungen waren dabei, auch sehr praktische Vorschläge, wie der, dass man aus meiner Haut Lampenschirme machen sollte. Woher nur so viel Hass? habe ich mich nicht nur damals gefragt. Ich habe die nicht anonymen Absender alle angerufen – und leider nicht eine einzige vernünftige Antwort bekommen“
  31. a b c d e [7] Mode & Schönheit Mode-Trends Darf man heute Pelze tragen? Anne Petersen, BRIGITTE 01/2006, 20. Dezember 2005
  32. [8] Stern 18. Dezember 2005 Ist Pelz wieder tragbar?, von Cathrin Dobelmann/Jochen Siemens/ Katrin Wilkens
  33. a b c [9] Trophäe des Wohlstands, von Christiane Binder und Nadja Pastega, Facts 12. Januar 2006
  34. A Very Furry Season, Some mink and fox is typical for fall. This time, it was more than some. Von Nandini D’Souza, 6. Mai 2008 im New York Magazine [10]
  35. Prof. Dr. sc. nat. Dr. med vet. h. c. Heinrich Dathe, Berlin; Dr. rer. pol. Paul Schöps, Leipzig unter Mitarbeit von 11 Fachwissenschaftlern: Pelztieratlas, VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 1986, S. 17
  36. a b c [11] Deutsches Pelzinstitut, Frankfurt/Main
  37. Glosse zum Umgang mit dem Thema bei [12] Haarige Moral, Die Welt vom 15. Oktober 2003, von Dirk Maxeiner und Michael Miersch
  38. [13] Zusammenfassung der Verarbeitungsschritte auf der Website der Deutschen Kuerschnerinnungen, Abruf März 2009
  39. Entwurf Guliya Baykieva
  40. Ohne Angabe des Autors: Der Produktionsprozeß im Kürschnergewerbe, Kürschner Zeitung, Nr. 28, Verlag Alexander Duncker, Leipzig, 1. Oktober 1933, Seite 598–600
  41. a b [14] The Socio-Economic Impact of International Fur Farming, Broschüre der Internationalen Pelzhandelsorganisation (IFTF) zur internationalen Pelzwirtschaft, Stand September 2003
  42. a b c d BFAI Kurzstudie Pelzbekleidung in Russland „en vogue“ Datum: 2. Juni 2006 Importe dominieren weiterhin den Markt / Messe „Mecha“ erneut mit deutschem Gemeinschaftsstand [15]
  43. [16] Greenland takes up the fight for Inuit hunters, Lucy Jones, The Guardian, 13. Oktober 1999
  44. [17] Stellungnahme des Inuit Circumpolar Council (ІСС) zum Pelzboykott Paul McCartneys
  45. a b Dürers Pelz und das Recht im Bild – Kleiderkunde als Methode der Kunstgeschichte, von Philipp Zitzlsperger, Akademie Verlag GmbH, 2008, ISBN 3050045221.
  46. dito im 10. Gesang
  47. a b c [18]Die Kleider der Passion. Für eine Ikonographie des Kostüms, Doktorarbeit von Andrea-Martina Reichel, an der Humboldt-Universität zu Berlin, 6. Februar 1998
  48. Tierschützer Der Garde ans Fell. Von Johannes Leithäuser. In FAZ. 2. September 2008
  49. [19] Stern 9. September 2006, Benedikt XVI.Des Papsts neue Kleider, von Claudia Pientka
  50. [20] Pelz, Broschüre „Pelz tragen – Gewissensfrage“ vom Deutschen Tierschutzbund, Anfang der 1990er Jahre
  51. Dokumentation von Aktionen der Animal Liberation Front
  52. SÜDWESTRUNDFUNK, Report Mainz, 8. Januar 2007, [21] Leiden für den Luxus: Wieso in Deutschland weiter Pelztiere gequält werden dürfen, Thomas Reutter,
  53. EUROPEAN COMMISSION HEALTH & CONSUMER PROTECTION DIRECTORATE-GENERAL Directorate C - Scientific Opinions, Report of the scientific committee on Animal health and Animal Welfare, Dezember 12/13 2001
  54. [22] Verordnung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Zweite Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, Berlin, den 10. Juni 2005
  55. Martin Balluch: Kontinuität von Bewusstsein, Guthmann-Peterson, Wien 2005.
  56. Tom Regan: The Case for Animal Rights, University of California Press, Berkeley, Los Angeles 1983
  57. Peter Singer: Praktische Ethik, Reclam, Stuttgart 1984
  58. Tierrechte, eine interdiszinplinäre Herausforderung, Herausgegeben von der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Tierethik Heidelberg (IAT, einer Studenteninitiative), Heidelberg 2007, Harald Fischer Verlag
  59. Helmut F. Kaplan: Leichenschmaus. Rowohlt, Reinbek 1993, S. 29.
  60. [23] 13. Juni 2006 Berliner Staatsschutz ermittelt gegen Tierschützer, Gruppe schändete Grab, abgerufen auf animal-health-online 2/2009
  61. Scientific Opinion of the Panel on Animal Health and Welfare on a request from the Commission on the Animal Welfare aspects of the killing and skinning of seals. The EFSA Journal (2007) 610, 1–122
  62. [24] Europa-Parlament: Plan für Verbot von Robben-Produkten 3. März 2009, Die Presse. Die EU steuert auf einen neuen Handelskonflikt mit Kanada zu. Der Beschluss löste im Fischerei-Ministerium in Ottawa Entsetzen aus
  63. Das Parlament Nr. 18–19 / 28. April 2008 Michael Klein Einfuhrverbot für Robbenfelle
  64. [25] EU votes for a full ban on seal products, Injustice is served: EU Council favours political expediency over science and law, Presserklärung des Fur Institute of Canada, Ottawa, 27. März 2009
  65. Argumente gegen Pelze beim Verein gegen Tierfabriken (Österreich)
  66. FCUSA COMMENTARY, 17. Dezember 2008, Plastic Bags on Our Backs, Teresa Platt, Geschäftsführerin US Fur Commission (Interessenvertreterin der Nerzzüchter)
  67. [26] Fur is Green Kampagne in Kanada unter Nothing to fear but fur itself, Nathalie Atkinson, National Post, 31. Oktober 2008
  68. Kann ein Pelzkragen Öko sein? Welt Online. 14. Februar 2008
  69. [27] EU MEMO/06/436, Brüssel, den 20. November 2006, Fragen und Antworten zum Vorschlag für ein Verbot von Katzen- und Hundefellen in der EU
  70. a b c [28] RESEARCH PAPER 01/15, 19. Oktober 2001, Fur Farming (Prohibition) (Scotland) Bill, Zusammenfassung des schottischen Parlaments zur Pelztierhaltung in Europa
  71. [29]Fur Farming in Finland– a countryside success story, Imagebroschüre der Finnish Fur Breeders’ Association (FFBA)
  72. Meret Oppenheim – Retrospektive: mit ganz enorm wenig viel. 210 farbige Abbildungen. Herausgegeben von Therese Bhattacharya-Stettler, Matthias Frehner. Hatje Cantz Verlag, gebundene Ausgabe, 359 Seiten, ISBN 3-775-71746-3.
  73. Valerie Steele: Fetisch. Mode, Sex und Macht. New York 1996
  74. Lukas Hartmann: Frau im Pelz. Leben und Tod der Carmen Mory. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 1999, ISBN 3-312-00250-8.
  75. Kulturtheorie, von Ortrud Gutjahr, bei Königshausen & Neumann, 2005, ISBN 3826030672.
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