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Otto Gotsche (* 3. Juli 1904 in Wolferode; † 17. Dezember 1985 in Berlin) war ein deutscher Politiker und Schriftsteller.
Er war Sohn eines Bergarbeiters und erlernte den Beruf eines Klempners. Seit 1918 war er Mitglied im Spartakusbund, und wurde wegen Teilnahme an den Märzkämpfen sowie 1923 als KPD-Funktionär wegen Hochverrats zu Gefängnisstrafen verurteilt. Er saß ab 1933 im KZ Sonnenburg, wurde jedoch bald freigelassen und unter Polizeiaufsicht gestellt. Dennoch beteiligte er sich am illegalen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime.
1946 wurde er als Landrat in Eisleben (Mansfelder Seekreis) eingesetzt, später zum 1. Vizepräsident des Bezirks Merseburg der Provinz Sachsen ernannt. Von 1960 bis 1971 wirkte er unter Walter Ulbricht als Sekretär des Staatsrates der DDR. 1966 wurde er Mitglied des Zentralkomitees der SED.
Gotsches literarisches Debüt war der Roman Märzstürme, der erstmals 1933 gedruckt, jedoch von den Nazis vernichtet wurde. 1953 erschien er in einer erweiterten Fassung, ein zweiter Band wurde 1971 veröffentlicht. Als sein bedeutendstes Werk, mit dem Gotsche in die sozialistische Literaturgeschichte einging, gilt Die Fahne von Kriwoj Rog. Dieser erzählt die Geschichte einer Fahne, die den Mansfelder Bergarbeitern von ukrainischen Kollegen geschenkt wurde. Dieser Roman wurde 1967 unter gleichem Titel verfilmt.
Gotsche galt als Förderer der Bewegung schreibender Arbeiter der DDR. Für sein Werk erhielt er 1958 den Nationalpreis der DDR, 1959 den Literaturpreis der DDR, 1964 die Erich-Weinert-Medaille und 1965 den Karl-Marx-Orden. Seine Urne wurde in der Grabanlage Pergolenweg der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde beigesetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gotsche, Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 3. Juli 1904 |
| GEBURTSORT | Wolferode bei Eisleben |
| STERBEDATUM | 17. Dezember 1985 |
| STERBEORT | Berlin |