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Oderhochwasser 1997 :

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Oderhochwasser 1997

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Oderhochwasser im August 1997: geschlossene Deichscharte Zollbrücke
Pegelmarke in Frankfurt (Oder) – 1930 und 1997

Das Oderhochwasser 1997 war die größte bekannte Flut der Oder. Überschwemmungen an den Flussläufen der Oder und March verursachten im Juli und August schwere Schäden in Tschechien, Polen und Deutschland und forderten zahlreiche Opfer (114 Tote in Polen und Tschechien). Die Schäden werden auf 3,8 Milliarden Euro in Tschechien und Polen sowie 330 Mio. Euro in Deutschland beziffert. Bei Bewältigung und Abwehrmaßnahmen in Deutschland haben Bundeswehr, Bundesgrenzschutz, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsches Rotes Kreuz (DRK) sowie das THW große Hilfe geleistet. Die bei weitem größte Anzahl der Helfer stellte die Feuerwehr – vorwiegend mit ehrenamtlichen Kräften.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gesamtdeutsche Anteilnahme

Über das Oderhochwasser 1997 mit der Bedrohung des Oderbruches wurde in den Medien intensiv berichtet. Die Ereignisse wurden in der gesamten deutschen Bevölkerung mit großer Anteilnahme verfolgt. Der Kampf gegen die Flut wurde als nationale Aufgabe eingestuft und akzeptiert. Obwohl die deutsche Vereinigung formal bereits 1990 vollzogen war, gab es durch die vereinigungsbedingten Belastungen erhebliche emotionale Hemmnisse und Vorbehalte. Die Flut und die Anstrengungen zur Sicherung des Oderbruches trugen zum emotionalen Zusammenwachsen der beiden Landesteile bei. Insbesondere der Einsatz der Bundeswehr wurde in Ostdeutschland honoriert. Die Flut löste eine bundesweite Spendenbereitschaft – vor allem für die deutschen Opfer – aus. Durch seine Tätigkeit als Krisenmanager wurde der damalige brandenburgische Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, „Deichgraf“ Matthias Platzeck, bundesweit bekannt.

[Bearbeiten] Verlauf

Ursache der Flut war eine sogenannte Vb-Wetterlage, die ausgedehnte Starkniederschläge längerer Dauer in den tschechischen und polnischen Gebirgsregionen auslöste. Am 10. Juli waren weite Landesteile überflutet und tausende Menschen obdachlos.

Für den Grenzoderabschnitt gab das Landesumweltamt Brandenburg am 8. Juli eine Hochwasserwarnung heraus; am 14. Juli wurden für die betroffenen Landkreise und die Stadt Frankfurt (Oder) Alarmstufe I ausgerufen. Die Flut erreichte Brandenburg am 17. Juli bei Ratzdorf, am Zusammenfluss von Oder und Lausitzer Neiße. Mit 6,20 Meter stand der Pegel fast 3,50 Meter über den langjährigen Sommerwerten. Vorsorglich wurden die niedrigsten Deichstrecken erhöht. Eine zweite Hochwasserwelle, verursacht durch erneute starke Regenfälle, erfolgte vom 18. bis 21. Juli im oberen Odereinzugsgebiet. Deiche wurden aufgeweicht; der Wasserdruck betrug sechs Tonnen je Quadratmeter. Am Oder-Spree Kanal in Eisenhüttenstadt kam es zu Rissen der Deichkrone. Sicherheitsmaßnahmen mit Sandsäcken und Faschinen verhinderten einen Deichbruch.

Erste Evakuierungen in Aurith und der Ernst-Thälmann-Siedlung begannen; im Oderbruch wurde das Vieh in Sicherheit gebracht. Der Deich bei Brieskow-Finkenheerd brach am 23. Juli auf einer Breite von anfangs 70 Metern, später auf 200 Metern durch die hohe Fließgeschwindigkeit aufgrund des Höhenunterschiedes zwischen Oder und der Ziltendorfer Niederung. Am 24. Juli brach etwa 9 Kilometer weiter der Deich bei Aurith. Somit war die Überflutung der 5.500 Hektar großen Ziltendorfer Niederung nicht mehr aufzuhalten.

Am 27. Juli erreichte der Pegel 6,56 Meter Rekordhöhe in Frankfurt (Oder)[1].

Im nördlichen Oderbruch bei Hohenwutzen wurde vorsorglich die Evakuierung von 6.500 Menschen angeordnet. Dabei wurden auch die Tiere aus dem Oderbruchzoo Altreetz abtransportiert. Der Deich war durch zwei Brüche südlich von Hohenwutzen zusammengestürzt und auf 150 Meter Länge entstanden 6 bis 7 Meter tiefe und 25 Meter breite Löcher. Ununterbrochen brachten Hubschrauber tausende Sandsäcke, die die Soldaten in der Bruchstelle aufschichteten. Von Tauchern wurde der Deich von der Wasserseite mit Folie abgedeckt, so dass er schließlich gehalten werden konnte.

Durch die weiten Polderflächen im unteren Odertal - sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite -, die im Sommer 1997 aufgrund des Hochwassers geflutet wurden, konnte Schlimmeres verhindert werden. Bei einem möglichen Deichbruch bei Hohenwutzen wäre nicht nur das Oderbruch betroffen gewesen. Das Wasser hätte sich auch über die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße in die flachen Randgebiete des Unteren Odertals ausgebreitet. Dies hätte auch die Stadt Schwedt/Oder, die direkt über einen alten Oderarm mit diesem Kanal verbunden ist, schwer getroffen. Dabei wären weite Teile der Innenstadt bis an den Rand der oberen Talsandterassen überflutet worden.

Nachdem sich die Hochwasserlage im polnischen Słubice für die ärmliche Bevölkerung erheblich verschlechterte, wurde eine Hilfsgruppe des DRK nach Słubice für Internationale Hilfsmaßnahmen abgeordnet. Diese Gruppe verteilte Hilfsgüter (Lebensmittel- und Sachgutspenden) aus Deutschland an die evakuierten Personen und leistete bei Verletzungen Erste Hilfe.

Im August blieben die gefährdeten Deichabschnitte unter Kontrolle. Der Pegel sank nur langsam, da das Flussbett der Oder ein geringes Gefälle aufweist und das Wasser aus den Nebenflüssen nachrückte.

[Bearbeiten] Aufräumarbeiten

Am 9. August kehrten die ausgesiedelten Bewohner des Oderbruchs schrittweise in ihre Dörfer zurück; die Grenzübergänge nach Polen wurden wieder geöffnet.

Während die Bundeswehr gemeinsam mit dem THW und den örtlichen Feuerwehren die Aufräumarbeiten aufnahm, begann das Landesumweltamt Brandenburg den Wiederaufbau der zerstörten Deichabschnitte vorzubereiten. Noch im September 1997 wurde an zwölf Deichbauvorhaben mit den Bauarbeiten begonnen. Schwierigkeiten ergaben sich durch die Untergrundverhältnisse der aufgeweichten Deiche und Munitionsfunde aus dem Zweiten Weltkrieg. Ende November 1997 konnten die letzten Reparaturarbeiten abgeschlossen werden.

[Bearbeiten] Einsatzkräfte und Material

30.000 Soldaten waren vom 18. Juli bis 10. Oktober bei der Bekämpfung des Hochwassers und seiner Auswirkungen im bisher größten Einsatz der Bundeswehr. Mehr als 8 Millionen Sandsäcke wurden mit ca. 177.000 Tonnen Sand und Kies vom THW, Bundesgrenzschutz, Feuerwehren, zivilen Hilfsorganisationen und der Bevölkerung gefüllt. Die Bundeswehr war mit mehr als 3.000 Fahrzeugen und Spezialmaschinen im Einsatz. 50 Bundeswehr-Hubschrauber beförderten in über 2.700 Flugstunden rund 2.000 Personen sowie etwa 3.500 Tonnen Material.

Das Land Brandenburg und der Bund reagierten mit Soforthilfeprogrammen. Nach dem Hochwasser setzte eine Spendenaktion der Bevölkerung ein. Die Summe der Spenden belief sich auf mehr als 50 Millionen Euro.

[Bearbeiten] Oderflut-Medaille

In Anerkennung der Hilfe und zum Dank an die Helferinnen und Helfer beim Flutkatastropheneinsatz wurde vom Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg die Oderflut-Medaille gestiftet, und erstmalig während eines Festaktes am 20. September 1997 von Manfred Stolpe überreicht. Die Oderflut-Medaille des Landes Brandenburg gibt es für Uniformträger und für Zivilisten. "Die Oderflut-Medaille trägt auf ihrer Vorderseite den brandenburgischen Adler mit dem Schriftzug Land Brandenburg sowie einen Hinweis auf das Ereignis und eine Dankesformel; auf ihrer Rückseite ist die betroffene Region symbolisch dargestellt. Sie wird an einem rot-weißen Band auf der linken oberen Brustseite getragen." (aus dem Erlass des Ministerpräsidenten zur Oderflut-Medaille[2]).

[Bearbeiten] Deichneubau

Aufgrund der 1997 gesammelten Erfahrungen wurden an mehreren Stellen Planungsverfahren für den grundlegenden Neubau kritischer Deichabschnitte des Oderdeiches eingeleitet. Dabei wurden die Deichlinie, das Deichprofil und die Deichhöhe verändert. Probleme traten vereinzelt bei der Beschaffung der Grundstücke und bei der Entschädigung der Anlieger auf. Diese Neubaumaßnahmen erfolgten in den Jahren 1998 bis 2005.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach Aussage des Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde vom 2. August 2007 wurde 1997 als erster Wert 657 cm angegeben. Dieser Wert musste später auf Grund von vermessungstechnischen Anpassungen an ein durchgeführtes Hauptnivellement auf 656 korrigiert werden
  2. Erlass des Ministerpräsidenten zur Oderflut-Medaille

[Bearbeiten] Weblinks

Oderhochwasser 1997 - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Oderhochwasser 1997 - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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