Das im Lettischen als Sēlija (auch Selija), oder volkstümlich: Augšzeme (deutsch: Oberlettland) bezeichnete Gebiet ist das historische Siedlungsgebiet der Selen oder Selonen im Süden Lettlands. Heute keine eigenständige Verwaltungseinheit mehr, sondern zu Semgallen gehörend, umfasst es die am linken Ufer der Düna gelegenen Gebiete der Rajons Daugavpils, Jēkabpils und Aizkraukle. Jakobstadt (lettisch: Jēkabpils) ist die inoffizielle Hauptstadt.
Der alte baltische Stamm der Selen siedelte bis tief ins heutige Litauen, mit dessen Stämmen er verbündet war. Nach 1180 wurden Selen gemeinsam mit den Kuren, Liven und Semgallen missioniert und im 13. Jahrhundert vom Schwertbrüderorden und deren Nachfolgern, dem Deutschen Orden, unterworfen. Unterschiedliche Glaubensrichtungen beeinflussten das Gebiet. Die früher dort tätigen deutschen Pastoren hatten wesentlichen Einfluss auf die Bildung der dortigen Einwohner. Im 19. Jahrhundert hatte das Gebiet einen großen Anteil jüdischer Bevölkerung.
Während der Zeit der Zugehörigkeit Lettlands zur Sowjetunion wurden die Selen oder Selonen offiziell nicht anerkannt. Die Nachfahren des Stammes bemühen sich seit der Wiederherstellung der lettischen Unabhängigkeit verstärkt um ihre ethnische Identität. Sie erforschen und pflegen ihre lokale Sprache, ihre Kultur und Überlieferungen.
deutsche Bezeichnungen: Kurland | Livland | Lettgallen | Semgallen | Oberlettland
lettische Bezeichnungen: Kurzeme | Vidzeme | Latgale | Zemgale | Sēlija oder Augšzeme
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."