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Naturpark Hoher Fläming :

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Naturpark Hoher Fläming

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Naturpark Hoher Fläming
Brautrummel bei Grubo
Brautrummel bei Grubo
Karte des Naturparks Hoher Fläming
Nächste Stadt: Belzig
Fläche: 827 km²
Gründung: 28. November 1997
Adresse: Naturparkzentrum

Brennereiweg 45
14823 Rabenstein/Fläming

Der Naturpark Hoher Fläming ist mit seinen 827 km² das drittgrößte Großschutzgebiet Brandenburgs. Der Hohe Fläming wurde am 28. November 1997 durch Bekanntmachung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung zum Naturpark erklärt. Träger des Naturparks ist das Land Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage und Verkehrsanbindung

Der Naturpark liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Südwesten des Bundeslandes Brandenburg und grenzt an den 2005 erklärten Naturpark Fläming in Sachsen-Anhalt. Wichtige Orte im Naturpark sind Belzig, Wiesenburg/Mark und Görzke. Brück, Niemegk und Ziesar liegen zwar mit ihrem Ortszentrum außerhalb des Naturparks, Teile des Gemeindegebietes wie die Brücker Dörfer Baitz und Gömnigk reichen aber in den Naturpark hinein.

Der Naturpark hat eine sehr gute Verkehrsanbindung: Er ist südlich der Autobahn A 2 (Berlin-Hannover) (Anschlussstellen Ziesar (76), Wollin (77), Brandenburg (78)) und in großen Teilen westlich der Autobahn (A 9) (Berlin-Leipzig) gelegen. Diese führt durch den Naturpark (Anschlussstellen Klein Marzehns und Niemegk). Weiterhin führen durch den Naturpark die Regionalbahn Berlin-Belzig-Dessau (Wetzlarer Bahn) und die Bundesstraßen 102, 107 und 246. Nördlich verläuft die Bundesstraße 1 und östlich die Bundesstraße 2.

[Bearbeiten] Natur

Mittelspecht (Dendrocopos medius)
Mittelspecht (Dendrocopos medius)
Breitblättriges Knabenkraut
Breitblättriges Knabenkraut

[Bearbeiten] Landschaft

Der Naturpark ist zweigeteilt: Im Süden die hügelige und waldreiche Landschaft des Hohen Fläming und im Norden die flache Niederungslandschaft der Belziger Landschaftswiesen. Die mehr als 140.000 Jahre alten Höhen des Flämings gehören noch zu den Altmoränen der Saalevereisung. Während der weiter nördlich gelegene Teil Brandenburgs in der jüngeren Weichseleiszeit (10.000 bis 115.000 vor heute) ein weiteres Mal von Eis bedeckt wurde, blieb der Hohe Fläming eisfrei. Die Niederungen der Belziger Landschaftswiesen hingegen verdanken ihre Entstehung den Schmelzwässern der Weichselgletscher. Sie sind damit bereits Teil der Jungmoränen-Landschaft.

Das Naturparkgebiet ist etwa zur Hälfte bewaldet, die andere Hälfte ist landwirtschaftliche Nutzfläche. Typisch ist der stete Wechsel von Wald und Feld. An einigen Stellen trifft man auf den ursprünglichen Buchenwald. Seen und andere offene Gewässer – abgesehen von wenigen Söllen und den Teichen bei Wiesenburg – gibt es kaum. Allerdings gibt es im Naturpark zahlreiche Bäche, die zu den saubersten in Brandenburg gehören und so naturschutzfachlich sehr wertvoll sind.

Mit den so genannten Rummeln, einer Form von Trockentälern, verfügt der Hohe Fläming über eine geologische und botanische Besonderheit.

Zum geologischen und morphologischen Bau sowie zur Hydrographie und zum Klima siehe auch die ausführlichen Ausführungen im Hauptartikel Fläming.

[Bearbeiten] Tiere und Pflanzen

Der Fläming ist reich an Wild (Damhirsch, Rotwild, Marderhund und Europäischer Mufflon). Zu den besonders erwähnenswerten Arten im Naturpark zählen der Schwarzstorch, der Große Abendsegler, eine Waldfledermausart, und der Mittelspecht, das „Wappentier“ des Naturparks. In den Flämingfließen gibt es Vorkommen der Bachforelle, der Wasseramsel, Bachneunauge und Edelkrebs. In den Belziger Landschaftswiesen gibt es Vorkommen der seltenen Großtrappe und des Breitblättrigen Knabenkrauts.

[Bearbeiten] Schutzgebiete

Praktisch das gesamte Naturparkgebiet ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Hoher Fläming-Belziger Landschaftswiesen“ vom 17. November 1997 ist am 3. Dezember 1997 in Kraft getreten.

Außerdem gibt es im Naturpark neun Naturschutzgebiete. Einige der wertvollen Flämingbäche sind unter Schutz gestellt (Verlorenwasserbach, Bullenberger Bach, Planetal), außerdem sind Wald- und Heidelandschaften geschützt (Rabenstein, Spring, Werbiger Heide). Einige Naturschutzgebiete wurden schon zu DDR-Zeiten ausgewiesen. Folgende Naturschutzgebiete (mit Datum des In-Kraft-Tretens) liegen im Naturpark:

[Bearbeiten] Kultur

Schloss Wiesenburg mit dem "Parterre" genannten Teil des Schlossparks
Schloss Wiesenburg mit dem "Parterre" genannten Teil des Schlossparks
Feldsteinkirche in Jeserig/Fläming
Feldsteinkirche in Jeserig/Fläming
Kunstwanderweg: "Unter Kiefern" von Susken Rosenthal
Kunstwanderweg: "Unter Kiefern" von Susken Rosenthal

[Bearbeiten] Burgen und Schlösser

Eine Besonderheit sind die vier mittelalterlichen Burgen im Fläming: Burg Eisenhardt in Belzig, Burg Rabenstein, Burg Ziesar und das Schloss Wiesenburg, das zwar in seiner jetzigen Ausprägung ein Neo-Renaissance-Bau ist, aber auch auf eine mittelalterliche Burg zurückgeht, von der noch Elemente erhalten sind.

In der Belziger Burg Eisenhardt gibt es ein Museum. Außerdem ist ein Hotel in der Burg untergebracht.

Schloss Wiesenburg ist in Privatbesitz und wird zu Wohnzwecken genutzt. Der Burgturm kann besichtigt werden und beherbergt die Touristeninformation der Gemeinde. Das Schloss hat einen größtenteils als Landschaftspark gestalteten Schlosspark. Der 123 ha große Park gilt als das bedeutendste Gartendenkmal zwischen Potsdam und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Im Jahr 2004 wurde im Schlosspark ein Skulpturengarten veranstaltet.

Die Burg Ziesar beherbergt ein Museum zur Geschichte der Christianisierung der Mark Brandenburg.

In Burg Rabenstein ist eine Herberge mit Gaststätte untergebracht. Es finden im Burghof regelmäßig Veranstaltungen, wie das Mittelalterspektakel oder der Weihnachtsmarkt statt.

[Bearbeiten] Historische Stadtkerne

Auch die historischen Stadtkerne von Belzig und Ziesar sind sehenswert. Beide Städte sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“. Auch Niemegk hat einen historischen Stadtkern mit einem Renaissance-Rathaus.

[Bearbeiten] Feldsteinkirchen

Typisch für den Fläming sind die mittelalterlichen Feldsteinkirchen, die in vielen Dörfern noch gut erhalten sind. (siehe auch Liste der Feldsteinkirchen im Fläming)

[Bearbeiten] kunst land hoher fläming

Unter der Dachmarke „kunst land hoher fläming“ organisieren Künstler und andere Akteure im Fläming künstlerische Aktivitäten in der Landschaft. Vorläufer der Initiative war im Jahr 2004 der Skulpturenpark im Schlosspark Wiesenburg. Im Jahr 2006 wurde als erstes Projekt die „Kunstspur“ realisiert, ein 2,5 km langer Wanderweg mit von einheimischen Künstlern entworfenen Kunstwerken. Im Sommer 2007 wurde ein 17 km langer Kunstwanderweg, der die Bahnhöfe von Belzig und Wiesenburg verbindet, mit zehn Kunstwerken eröffnet. Die zehn Künstler, deren Arbeiten realisiert wurden, hatten sich zuvor in einem bundesweiten Kunstwettbewerb durchgesetzt. Es ist geplant, die bereits eröffnete Route um eine Südroute sowie Verbindungswege zu erweitern.

[Bearbeiten] Theater und Konzerte

Theateraufführungen gibt es regelmäßig im Sommer im Wiesenburger Park und im Burghof Ziesar. In Belzig, dem Geburtsort des Komponisten Carl Gottlieb Reißiger werden seine Werke gelegentlich aufgeführt. In der Bücknitzer Feldsteinkirche gibt es im Sommer regelmäßig Konzerte. In Belzig und Wiesenburg werden theatralische Stadtrundgänge angeboten.

[Bearbeiten] Tourismus

Borner Bockwindmühle
Borner Bockwindmühle

Ein touristischer Schwerpunkt im Naturpark Hoher Fläming ist der Gesundheitstourismus. Belzig ist ein staatlich anerkannter Kurort und hat mit der SteinTherme und der Reha-Klinik ein breites Angebot im Bereich Gesundheitstourismus. Es ist auch erklärtes Ziel des Naturparks, unter dem Motto „Naturpark für alle“ mit angestrebter Barrierefreiheit eine Reiseregion zu sein, in der sich auch Menschen mit Behinderungen wohl fühlen können und sollen. Asphaltierte Radwanderstrecken sind zum Befahren mit Rollstühlen geeignet. In Publikationen wird die Zugänglichkeit von touristischen Ziele für Menschen mit Behinderungen dargestellt.

Der Europaradweg Euroroute R1 und der Europäische Fernwanderweg E 11 sowie die Deutsche Alleenstraße führen durch den Naturpark, und ausgeschilderte Naturpark-Reitrouten, die auf 250 km die Reiterhöfe im Fläming verbinden, stehen für Wanderreiter zur Verfügung.

Es wurden Natur- und Kulturführer ausgebildet, die ein breites Angebot von Führungen und anderen Veranstaltungen von der Kräuterwanderung bis zum Yoga-Walking anbieten.

[Bearbeiten] Feste

Es gibt eine Vielzahl von Festen im Naturpark. Die wichtigsten regelmäßigen Veranstaltungen sind:

[Bearbeiten] Küche

Die Küche im Hohen Fläming ist bodenständig und geprägt von der Landschaft. Die Wälder liefern Wild und im Herbst Pilze, vor allem Maronen und Pfifferlinge, aber auch Steinpilze und andere schmackhafte Speisepilze. Ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil der Küche im Hohen Fläming ist die Kartoffel. Mehrere Gasthäuser haben sich zusammengeschlossen und die „Kulinarische Kartoffeltour“ konzipiert. In allen teilnehmenden Gasthäusern werden innovative Kartoffelgerichte angeboten.

Eine weitere Spezialität ist die Flämingforelle die in den Flämingfließen natürlich vorkommt, aber auch in verschiedenen Forellenzuchtanlagen gezüchtet wird.

Typisch für die Region ist auch der Klemmkuchen, eine waffelartige Süßspeise, die die Flamen im 12./13. Jahrhundert mitgebracht hatten.

Siehe auch: Tourismus in Brandenburg

[Bearbeiten] Naturparkzentrum „Alte Brennerei“

Naturparkzentrum „Alte Brennerei“
Naturparkzentrum „Alte Brennerei“

Das Naturparkzentrum befindet sich in Rabenstein/Fläming im Ortsteil Raben in der „Alten Brennerei“. Die Alte Brennerei liegt im Dorf Raben unterhalb der Burg Rabenstein und ist mit dieser von jeher verbunden. Um 1700 als Wirtschaftsgebäude der Burg erbaut, sicherte sie ab 1863 als Pumpstation mit pferdebetriebenem Göpelwerk bis zum 2. Weltkrieg die Wasserversorgung der Burg. Im 18. Jahrhundert wurde hier noch Schnaps gebrannt – daher der Name Alte Brennerei. Reste des Göpelwerkes, wie das pferdebetriebene Zahnrad und Wasserkessel sind noch heute zu sehen. Nach einer Zeit des langsamen Verfalls ab 1945 wurde das historische Gebäude schließlich 1996 durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark, der auch Eigentümer der Alten Brennerei ist, restauriert. Im Mai 1997 nahm das Informationszentrum seine Arbeit auf. Betreiber ist der Naturparkverein Fläming e. V.

Die Naturparkausstellung im Obergeschoss des Naturparkzentrums informiert über alle Aspekte des Naturparks. Außerdem gibt es touristische Informationen, wie Karten und Faltblätter mit Routenempfehlungen sowie Literatur. Im Kellergewölbe des Gartenhauses befindet sich ein Verkauf regionaltypischer Produkte, wie Töpferwaren aus Görzke, Honig, Bienenwachskerzen, Marmeladen und Gelees und Obstbrände. Außerdem gibt es einen Fahrradverleih. In der Naturparkwerkstatt werden Umweltbildungsveranstaltungen angeboten. Das Naturparkzentrum ist täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Im Naturparkzentrum haben die Naturparkverwaltung und der Naturparkverein Fläming e. V. ihren Sitz.

[Bearbeiten] Institutionen im Naturpark

[Bearbeiten] Naturparkverwaltung

Das Land Brandenburg ist Träger des Naturparks. Daher hat es die Naturparkverwaltung eingerichtet und unterstützt das Naturparkzentrum finanziell (institutionelle Förderung).Die Naturparkverwaltung hat ihren Sitz im Naturparkzentrum in Raben und ist organisatorisch dem Landesumweltamt Brandenburg zugeordnet. Aufgaben der Naturparkverwaltung sind:

Karl Decruppe ist Naturparkleiter.

[Bearbeiten] Naturparkverein Fläming e. V.

Der Entstehung und dem Betrieb des Naturparks ist der Naturparkverein Fläming e.V. eng verbunden. Dieser wurde im Jahr 1993 gegründet. Er ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Rabenstein/Fläming, der etwa 50 Mitglieder hat. Die meisten Gemeinden im Naturpark Hoher Fläming sind Mitglied im Naturparkverein. Das ursprüngliche Vereinsziel, die Anerkennung der Region des Hohen Fläming als Naturpark zu unterstützen, wurde mit der öffentlichen Bekanntmachung des Naturparks im Jahr 1997 erreicht. Der Verein verfolgt heute das Ziel, Umwelt- und Denkmalschutz im Naturpark zu fördern und eine nachhaltige Entwicklung der Naturparkregion zu unterstützen.

Der Naturparkverein betreibt die Besucherinformation in der „Alten Brennerei“, dessen Mitarbeiter er ebenfalls stellt. Außerdem organisiert er Veranstaltungen, wie die Wanderung, auf der der Baum des Jahres gepflanzt wird, oder den „etwas anderen Weihnachtsmarkt“ am ersten Adventswochenende. Weiterhin werden Projekte zur nachhaltigen Entwicklung des Naturparks durchgeführt, wie beispielsweise die Ausbildung von Natur- und Kulturführern oder das Projekt „Naturpark für alle“, das barrierefreie Angebote für Menschen mit Behinderungen im Naturpark zusammengestellt und beworben hat. Erster Vorsitzender des Naturparkvereins ist Bernd Schade, Geschäftsführer Stefan Ratering.

[Bearbeiten] Naturwacht

Wie in allen brandenburgischen Großschutzgebieten ist die Naturwacht Brandenburg auch im Naturpark Hoher Fläming mit mehreren Naturwächtern vertreten. Träger der Naturwacht ist der NaturSchutzFonds Brandenburg, finanziert wird die Naturwacht vom Land Brandenburg. Die Naturwacht hat Stützpunkte in Grubo und in der Vogelschutzwarte in Baitz. Die Naturwächter sind Dienstleister der Naturparkverwaltung. Aufgaben der Naturwacht sind:

[Bearbeiten] Statistische Angaben

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Naturpark Hoher Fläming – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52°04'00" N 12°34'00" O

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