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Als Naturdarm wird – zur Unterscheidung vom Kunstdarm – der echte Darm eines Tieres bezeichnet, der zur Wurstherstellung verwendet wird. Er kann vom Rind, Schwein oder Schaf stammen, aber auch von anderen Nutztieren.
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Zur Vorbereitung werden die Därme nach der Schlachtung des Tieres gereinigt, von der Muskelschicht und der Schleimhaut befreit und gebrüht.
Je nach Wurstsorte werden unterschiedliche Darmabschnitte von unterschiedlichen Tieren bevorzugt:
Heute kommen die meisten Schafdärme (Saitlinge) aus China (abnehmend), der Türkei (zunehmend) und anderen orientalischen Ländern. Die Qualitäten sind sehr unterschiedlich, was die Längen, (Wand-)Stärken und andere Eigenschaften der Därme betrifft. So ist es z.B. ein großer Unterschied in der Produktion, ob Würste aus 2 m- oder 5 m-Därmen hergestellt werden. Der Zeitaufwand für den Darmwechsel ist bei kurzen Darmstücken größer, und auch der Ausschuss ist größer, weil die Restlängen (der letzten Wurst eines Darmstrangs) bei kürzeren Därmen öfter nicht dem Mindestmaß der Wurst entspricht als bei längeren Därmen.
Naturdarm besitzt andere chemische und mechanische Eigenschaften als vergleichbare Produkte aus Kunststoff. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass er essbar ist und sich besser für Konservierungsverfahren wie Räuchern und Trocknen eignet. Er wird darum zur Fertigung von über 50 % der deutschen Wurstwaren verwendet. Der hauptsächlich aus Kollagen bestehende und daher luftdurchlässige Naturdarm trägt zur Entfaltung des Aromas bei, bei Dauerwürsten auch zur natürlichen Konservierung.
Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. wurde Naturdarm in Persien benutzt, sowohl als Hilfsmittel zum Kochen von Fleischgerichten als auch zum Bau von Schwimmgürteln für Soldaten. Auch heute noch ist der Iran als Schafzucht betreibende Nation eines der wichtigsten Herkunftsländer für Naturdärme, vorwiegend für Saitlinge. Im Mittelalter wurde einseitig zugeknoteter Schafsdarm auch als Verhütungsmittel (Präservativ) verwendet.