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| Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei | |
Hoheitszeichen: Partei-Adler steht über Hakenkreuz im Lorbeerkranz; wegen Blickrichtung nicht identisch mit dem Reichsadler zur Zeit des Nationalsozialismus.
Hoheitszeichen: Partei-Flagge der NSDAP (von 1935 bis 1945 (mit nach links versetztem Hakenkreuz) auch Nationalflagge des Deutschen Reiches)
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| Parteivorsitzender | Adolf Hitler |
| Gründung | 24. Februar 1920 |
| Gründungsort | München |
| Hauptsitz | Berlin |
| Farbe(n) | braun |
| Mitgliederzahl | 7,5 Millionen (1945) |
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine in der Weimarer Republik entstandene politische Partei, deren Programm beziehungsweise Ideologie (der Nationalsozialismus) von radikalem Antisemitismus und Nationalismus sowie der Ablehnung von Demokratie und Marxismus bestimmt war. Ihr Parteivorsitzender war seit 1921 der spätere Reichskanzler Adolf Hitler, unter dem sie Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 als einzige zugelassene Partei beherrschte. Sie wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 mit allen ihren Untergliederungen als verbrecherische Organisation verboten und aufgelöst, ihr Vermögen beschlagnahmt. 1949 wurde in der Bundesrepublik auch jede Werbung durch Schriften, Worte oder Kennzeichen für sie verboten.
Inhaltsverzeichnis |
Die NSDAP ging aus der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) durch deren Umbenennung am 24. Februar 1920 hervor. Die Gründung erfolgte im Münchener Hofbräuhaus. An diesem Tag veröffentlichte die Partei ihr 25-Punkte-Programm mit den Hauptpunkten Aufhebung des Versailler Friedensvertrages, Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft von Juden und „Stärkung der Volksgemeinschaft“. Kurz danach begann die NSDAP die ersten Mitgliedsausweise auszugeben. Und da sie nicht als unbedeutende Kleinstpartei dastehen wollte, begann das offizielle Parteiverzeichnis mit der Nummer 501. Hitler wurde in diesem Verzeichnis mit der Nummer 555 geführt.[1] Bis 1923 konnte sie vor allem in Bayern größeren Anhang gewinnen und nahm am 9. November 1923 die durch Ruhrkampf und Inflation desolate Lage im Deutschen Reich zum Anlass für den Hitler-Ludendorff-Putsch.
Nach dem Scheitern des Putsches wurde die Partei am 23. November 1923[2] zusammen mit der KPD und der Deutschvölkischen Freiheitspartei durch General Hans von Seeckt verboten, das gesamte Parteivermögen konfisziert, die Geschäftsstelle in München geschlossen und der damals noch österreichische Staatsbürger Hitler zu Festungshaft verurteilt, was die NSDAP veranlasste, für die Reichstagswahl Mai 1924 ein Wahlbündnis mit der Deutschvölkischen Freiheitspartei/NSFB einzugehen.
Nach seiner Entlassung aus der Festungshaft im Dezember 1924 löste Adolf Hitler die NSDAP aus dem Bündnis und begann mit der Reorganisation zu einer Führerpartei mit dem Ziel einer legalen Machtübernahme. Im Februar 1925 wurde die Partei neu gegründet. In der Zeit bis zu den Reichstagswahlen 1928 war die NSDAP nur eine von mehreren antisemitisch-völkischen Parteien, zeigte aber spätestens bei der Reichstagswahl ihre herausragende Stellung innerhalb dieses politischen Spektrums. 1929 erlangte die Partei durch gemeinsame Agitation mit der DNVP und dem Stahlhelm im Rahmen der Kampagne gegen den Young-Plan reichsweite Aufmerksamkeit.
Die vielgelesenen Zeitungen des deutschnationalen Großverlegers Alfred Hugenberg machten die NSDAP und besonders Adolf Hitler überall im Reich bekannt, obwohl die Kampagne selbst im Dezember 1929 mit nur 15 Prozent Zustimmung scheiterte. Finanziert wurden diese und die folgenden Agitationen und Wahlkämpfe weniger durch Spenden aus der Großindustrie, die vom „Sozialismus“ im Parteinamen abgeschreckt wurden und lieber die DVP und die DNVP unterstützten (einzelne nationalsozialistische Schwerindustrielle wie Fritz Thyssen und Emil Kirdorf waren Ausnahmen). Wichtiger waren Zuwendungen der mittelständischen Industrie, vor allem aber die vergleichsweise hohen Mitgliedsbeiträge (ein Finanzierungsinstrument, das die Nationalsozialisten von der SPD übernommen hatten), sowie die Eintrittsgelder zu Veranstaltungen mit Hitler oder Goebbels, für die bis zu einer Mark verlangt wurde – bei durchschnittlichen Monatseinkommen um die hundert Reichsmark eine erhebliche Summe.
Zwischen 1925 und 1930 stieg die Mitgliederzahl der Partei von 27.000 auf 130.000. Die NSDAP nutzte die Weltwirtschaftskrise und die damit einhergehende Massenverelendung, welche ihr antikapitalistisches, antiliberales und vor allem antisemitisches Programm gegen das „internationale Finanzjudentum“ in der Bevölkerung stützte. Schon 1926 wurde parteiintern der Hitlergruß eingeführt und Hitler als Führer bezeichnet.
Nach dem verheerend schlechten Ergebnis bei den Reichstagswahlen 1928, als sich die NSDAP mit 2,6 Prozent der Stimmen begnügen musste, erging die Weisung an alle Parteigliederungen, in ihrer Propaganda den Antisemitismus zurückzuschrauben, der vor allem auf bürgerliche Kreise abschreckend wirkte. Von nun an setzte die NSDAP zentral auf den Straßenterror der SA und andere Themen wie die Außenpolitik, woraufhin ihre Stimmenanteile bei den Landtagswahlen 1929 und 1930 auf über 10 Prozent anstiegen (zum Beispiel in Sachsen mit 14,4 Prozent). Dies lag auch an den nicht durch Wahlen legitimierten Präsidialkabinetten. Besonders Jugendliche und junge Männer traten in die Hitler-Jugend und die SA ein. Die nationalsozialistischen Politiker gingen von dem Versuch ab, vor allem die Arbeiterschaft für sich zu gewinnen, was zur Abspaltung eines „linken“ Flügels führte, zu dem unter anderen Otto Strasser gehörte. Die NSDAP erhielt aber immer mehr Unterstützung von Bauern (die Agrarpreise waren seit 1928 zusehends verfallen), Handwerkern und Einzelhändlern (Angst vor der Konkurrenz durch „jüdisch geführte“ Kaufhauskonzerne), sowie aus den Reihen der Studenten- und Beamtenschaft (Furcht vor einer drohenden „Proletarisierung“ des akademischen Bürgertums).
So konnte die NSDAP die Weltwirtschaftskrise, deren Auswirkungen im Deutschen Reich besonders spürbar wurden, zur Gewinnung einer Massenbasis in denjenigen Wählerschichten nutzen, die vorher für die DNVP oder eine der sonstigen nationalen Kleinparteien gestimmt hatten oder enttäuscht von den „bürgerlichen“ Parteien (DVP und DDP) seit Jahren ins Nichtwählerlager gewechselt waren.
Die Auflösung des Reichstags durch Reichspräsident Paul von Hindenburg gemäß Artikel 25 der Verfassung kam den Nationalsozialisten daher sehr gelegen. Bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930 wurde die NSDAP mit lediglich 18,3 Prozent der abgegebenen Stimmen zweitstärkste Partei hinter der SPD. Bereits im Januar 1930 trat die NSDAP in Thüringen (siehe: „Baum-Frick-Regierung) und im weiteren Verlauf des Jahres dann in Braunschweig in Koalitionsregierungen ein. Trotz der Regierungsbeteiligungen wurde sie weiterhin als Opposition gegen das „System“ wahrgenommen. Die Propaganda der NSDAP stellte vor allem außenpolitische und soziale Themen in den Vordergrund. In ihrer Polemik gegen den Versailler Vertrag und namentlich gegen den Youngplan, die als die Ursache der Verelendung in der Weltwirtschaftskrise hingestellt wurden, fasste sie beide Themen zusammen.[3] Mit antisemitischer Polemik hielt sich die Parteipropaganda nach einer Anweisung von Goebbels aus dem Jahr 1928 deutlich zurück.[4][5] Dennoch kam es auch in den Aufstiegsjahren der NSDAP wiederholt zu pogromartigen Zwischenfällen wie den Angriffen auf das Kaufhaus Wertheim am Tag der Reichstagseröffnung 1930 oder den Kurfürstendamm-Krawall vom 12. September 1931.[6] Da sie ihren parteipolitischen Apparat organisatorisch stark ausgeweitet hatte, konnte sie für jede soziale Gruppe speziell auf sie zugeschnittene Organisationen und Propaganda anbieten. In „nacktem Populismus“ (Hans-Ulrich Wehler) versprach sie jeder gesellschaftlichen Gruppe, genau ihre Wünsche zu erfüllen:[7] Für die Industriearbeiter etwa gab es die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation und die Hib-Aktion („Hinein in die Betriebe“), für sie gerierte sich die Partei als sozialistisch und organisierte auch Streiks. Für kleinere Ladenbesitzer gab es den Nationalsozialistischen Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand, der sich die den kleinen Spezialgeschäften ökonomisch überlegenen Warenhäuser und Einheitspreisläden kämpfte. Auf dem Lande übernahm die NSDAP die Themen der Landvolkbewegung und konzentrierte sich auf ihre Blut-und-Boden-Ideologie und ihr Ziel, die deutsche Wirtschaft vom Weltmarkt abzukoppeln.[8] Dass die Nationalsozialisten eine Autarkie planten, wurde von Hitler gegenüber den Großindustriellen dagegen bestritten, so etwa in seiner Rede vor dem Düsseldorfer Industrie-Club. Gegenüber dieser Klientel, für die es mit der Arbeitsstelle Dr. Schacht und dem Keppler-Kreis gleich mehrere, konkurrierende Organisationen innerhalb des Parteiapparats NSDAP gab, betonte die Propaganda die Ablehnung von Klassenkämpfen und Demokratie.
Integrierendes Element dieser widersprüchlichen Forderungen waren der radikale Nationalismus der Partei und ihre Volksgemeinschaftsideologie, die man je nach Publikum unterschiedlich auslegen konnte. Zwar gab es sowohl innerhalb der Partei als auch von außen, zum Beispiel von Seiten der Industrie, die wissen wollte, wie es denn nun mit dem „Sozialismus“ des Parteiprogramms bestellt war, immer wieder Ansätze, die NSDAP auf ein konkretes Aktionsprogramm für die Zeit nach einer Machtergreifung festzulegen. Dies wurden von Hitler stets rundweg abgelehnt, der programmatisch stets wolkig blieb und unterhalb der Ebene vager Großforderungen wie der nach einer „Regeneration unseres Volkskörpers“ jede politische Konkretion vermied: „So unveränderlich […] die Gesetze des Lebens selbst sind und damit die unserer Bewegung zugrunde liegende Idee, so ewig fließend ist das Ringen um die Erfüllung“.[9]
Durch ihre breit adressatendifferenzierte Propaganda gelang es der NSDAP, Wähler in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten zu gewinnen. Zwar erwiesen sich das traditionsbewusst-katholische Milieu und das der organisierten Industriearbeiter als weniger anfällig als die anderen Milieus, doch blieben auch sie nicht immun gegenüber der nationalsozialistischen Verlockung. Überproportional viele Anhänger konnte sie im alten Mittelstand gewinnen, bei den kleinen Gewerbetreibenden, den Ladenbesitzern und Inhabern von Handwerksbetrieben. Aus diesem Befund zieht der Parteienforscher Jürgen W. Falter den Schluss, dass die NSDAP eine „Volkspartei mit Mittelstandsbauch“ war, die die zum Teil diametral divergierenden Werte und Interessen aller Teile der Wahlbevölkerung zu integrieren vermochte.[10]
Im Oktober 1931 taten sich auf Drängen Hitlers und Alfred Hugenbergs die NSDAP und die DNVP mit anderen nationalistischen Verbänden zur Harzburger Front als Gegner der Weimarer Republik zusammen, das Bündnis hielt aber nicht lange: Bereits wenige Monate später bekämpften sie sich im Wahlkampf zur Reichspräsidentenwahl 1932. Dennoch gelang Hindenburg seine Wiederwahl zum Reichspräsidenten erst im zweiten Wahlgang – Hitler kam auf Platz zwei; bei den Landtagswahlen in Preußen, Bayern, Württemberg und anderen Reichsländern erzielte die Partei deutliche Erfolge und wurde bei den Reichstagswahlen am 31. Juli 1932 auch stärkste Partei im Reichstag. Zwar durchlief die Partei 1932 eine schwere Krise, welche in den Misserfolgen bei der Reichstagswahl am sechsten November gipfelte, doch konnte sie sich wieder erholen. Die Trendumkehr gelang bei der Landtagswahl im Januar 1933 in Lippe: 1933 zählte die NSDAP 850.000 Mitglieder. Die Wahlerfolge sind auf die erfolgreiche Mobilisierung von Nichtwählern zurückzuführen, welche den bis dahin regierenden Parteien nicht mehr zutrauten, die Weltwirtschaftskrise zu überwinden.
Reichspräsident von Hindenburg hegte eine tiefe persönliche Abneigung gegen den „böhmischen Gefreiten” Hitler, der außerdem nicht bereit war, sich mit weniger als der Reichskanzlerschaft zufrieden zu geben. Gleichwohl dachten sowohl Reichskanzler Brüning als auch seine Nachfolger von Papen und von Schleicher jeweils zumindest zeitweise an eine Rechtskoalition von Zentrum, DNVP und NSDAP, um eine Reichsreform ohne Beteiligung der SPD zustandezubringen. Dies scheiterte aber an Hitlers Bestehen auf der Kanzlerschaft; außerdem gelang es nicht, wenigstens Teile der Nationalsozialisten (und der Deutschnationalen) zu dieser Koalition zu bewegen, oder zu einer „Querfront“ von Gewerkschaften und linken Nationalsozialisten. Die Versuche zur Einbindung Hitlers hatten als Kehrseite, dass bereits Brüning die NSDAP nicht als umstürzlerische und verfassungsfeindliche Partei anprangerte und dementsprechend bekämpfte.
Anfang 1933 war die „Querfront“-Idee des Kanzlers von Schleicher gescheitert. Dieser befürwortete ein Weiterregieren unter Ausschaltung des Reichstags, der Ende Januar wieder zusammentreten und mit Sicherheit die Regierung stürzen würde. In dieser Situation gelang es Franz von Papen, den Reichspräsidenten zu einer NSDAP-DNVP-Koalition unter einem Kanzler Hitler zu überreden. Von Papen glaubte, Hitler „zähmen“ zu können. Am 30. Januar 1933 führte dies zur formal legalen „Machtübergabe“ (später gerne nicht ganz korrekt als „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten bezeichnet).
| Wahlkreis[11] | 5. März 1933 | 6. November 1932 | 31. Juli 1932 | 14. September 1930 |
|---|---|---|---|---|
| Ostpreußen | 56,5 % | 39,7 % | 47,1 % | 22,5 % |
| Pommern | 56,3 % | 43,1 % | 48,0 % | 24,3 % |
| Mecklenburg | 48,0 % | 37,0 % | 44,8 % | 20,1 % |
| Oppeln | 43,2 % | 26,8 % | 29,2 % | 9,5 % |
| Breslau | 50,2 % | 40,4 % | 43,5 % | 24,2 % |
| Liegnitz | 54,0 % | 42,1 % | 48,0 % | 20,9 % |
| Frankfurt an der Oder | 55,2 % | 42,6 % | 48,1 % | 22,7 % |
| Berlin | 31,3 % | 22,5 % | 24,6 % | 12,8 % |
| Potsdam I | 44,4 % | 34,1 % | 38,2 % | 18,8 % |
| Potsdam II | 38,2 % | 29,1 % | 33,0 % | 16,7 % |
| Leipzig | 40,0 % | 31,0 % | 36,1 % | 14,0 % |
| Dresden-Bautzen | 43,6 % | 34,0 % | 39,3 % | 16,1 % |
| Chemnitz-Zwickau | 50,0 % | 43,4 % | 47,0 % | 23,8 % |
| Merseburg | 46,6 % | 34,5 % | 42,6 % | 20,5 % |
| Magdeburg | 47,3 % | 39,0 % | 43,8 % | 19,5 % |
| Osthannover | 54,3 % | 42,9 % | 49,5 % | 20,6 % |
| Südhannover-Braunschweig | 48,7 % | 40,6 % | 46,1 % | 24,3 % |
| Hamburg | 38,9 % | 27,2 % | 33,7 % | 19,2 % |
| Schleswig-Holstein | 53,2 % | 45,7 % | 51,0 % | 27,0 % |
| Weser-Ems | 41,4 % | 31,9 % | 38,4 % | 20,5 % |
| Westfalen-Nord | 34,9 % | 22,3 % | 25,7 % | 12,2 % |
| Westfalen-Süd | 33,8 % | 24,8 % | 27,2 % | 13,9 % |
| Düsseldorf-Ost | 37,4 % | 27,0 % | 31,6 % | 17,0 % |
| Düsseldorf-West | 35,2 % | 24,2 % | 27,0 % | 16,8 % |
| Köln-Aachen | 30,1 % | 17,4 % | 20,2 % | 14,5 % |
| Koblenz-Trier | 38,4 % | 26,1 % | 28,8 % | 14,9 % |
| Pfalz | 46,5 % | 42,6 % | 43,7 % | 22,8 % |
| Hessen-Darmstadt | 47,4 % | 40,2 % | 43,1 % | 18,5 % |
| Hessen-Nassau | 49,4 % | 41,2 % | 43,6 % | 20,8 % |
| Thüringen | 47,2 % | 37,1 % | 43,4 % | 19,3 % |
| Franken | 45,7 % | 36,4 % | 39,9 % | 20,5 % |
| Niederbayern | 39,2 % | 18,5 % | 20,4 % | 12,0 % |
| Oberbayern-Schwaben | 40,9 % | 24,6 % | 27,1 % | 16,3 % |
| Württemberg | 42,0 % | 26,2 % | 30,3 % | 9,4 % |
| Baden | 45,4 % | 34,1 % | 36,9 % | 19,2 % |
| Deutsches Reich | 43,9 % | 33,1 % | 37,4 % | 18,3 % |
Hitler agierte in den ersten Monaten des Jahres 1933 auf der Grundlage der seiner Regierung, einer Koalition aus NSDAP und Deutschnationalen durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg übergebenen Macht. Auch in der letzten nach dem Recht der Weimarer Republik abgehaltenen Wahl am 5. März 1933, deren Wahlkampf bereits durch Verbote anderer Parteien und Repressalien der politischen Gegner durch Terror und Propaganda gekennzeichnet war, erhielt die NSDAP mit etwa 44 Prozent nicht die absolute Mehrheit der Stimmen. Die Nationalsozialisten schafften es jedoch mit den Stimmen aller anderen Parteien außer SPD und KPD (siehe Tag von Potsdam), im Reichstag die nötige Zweidrittelmehrheit für die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 24. März zu erlangen, das die Macht unter Ausschaltung des Parlaments auf Hitler übertrug und schließlich auch zum Verbot sämtlicher Parteien außer der NSDAP, verwendet wurde.
Es bildete sich ein Einparteienstaat, welcher am 1. Dezember 1933 durch das „Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat“ auch rechtlich verankert wurde. Die NSDAP war hiermit eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit eigener Gerichtsbarkeit über ihre Mitglieder. Bis zum April zählte die Partei 2,5 Millionen Mitglieder, welche in der Hauptsache aus Beamten und Angestellten bestanden, nachdem die NSDAP wichtige Schlüsselpositionen in Staat, Organisationen, Fabriken und Behörden besetzte. Ab 1933 wurde das 1920 als Parteisymbol eingeführte Hakenkreuz allgegenwärtig im Alltag der Bürger. Im Zuge der auf dem Reichsparteitag 1935 verabschiedeten Nürnberger Gesetze wurde das Symbol zum Hoheitszeichen des Deutschen Reiches.
Vom 30. Juni bis 2. Juli 1934 wurden im Zuge der angeblichen Niederschlagung des so genannten Röhm-Putschs die SA-Führung einschließlich ihres Stabschefs Ernst Röhm auf Hitlers Befehl ermordet. In Wahrheit hatte es keinerlei Putschvorbereitungen seitens der SA gegeben. Es wurde dadurch vielmehr die absolute Macht Hitlers über die Partei zementiert, die seitdem lediglich ein Instrument seiner persönlichen Herrschaft war.
→ Hauptartikel: Sozialpolitik im Nationalsozialismus
Die Partei gewann ein breite und milieuübergreifende Zustimmung, indem sie sich als Partei des „kleinen Mannes“ ausgab. Die ersten von der NSDAP verabschiedeten Gesetze stärkten z. B. den Schutz des Schuldners gegenüber dem Gläubigerinteresse und erschwerten das Pfänden und die Zwangsräumung. Die Forderung nach Chancengleichheit im Bildungswesen wurde postuliert und teils umgesetzt, jedoch einerseits mit Ausgrenzungen und andererseits mit Begünstigungen von NSDAP-Angehörigen verbunden.
Die Bildungsreform der Weimarer Republik wurde überwiegend fortgesetzt, zudem führte die NSDAP den schulgeldfreien Zugang zur höheren Bildung ein, sowie die Förderung begabter, sozial benachteiligter Kinder. Neben Zuspruch aus den unteren Gesellschaftsschichten mobilisierte diese Neuerung jene Personen, welche dank der Weimarer Bildungsreform einen Abschluss hatten und nun die Chance hatten, sich an einer Universität einzuschreiben.
Die Verheißung von Chancengleichheit bzw. sozialen Aufstieg je nach Leistung, unabhängig von Schichtzugehörigkeit, band große Teile der Bevölkerung ein. Die nationalsozialistische Zielperspektive war jedoch keine moderne, leistungs- und aufstiegsorientierte Individualgesellschaft freier Bürger, sondern eine rassistisch formierte Volksgemeinschaft, die Elitebildung und Vorwärtskommen nicht nur von Leistung, sondern ebenso von biologistischen Kriterien abhängig machte sowie von Konformität zur NS-Ideologie.
Deren Vertreter, z. B. Julius Streicher und Alfred Rosenberg, griffen gezielt auf den Sozialdarwinismus und Antisemitismus von Vordenkern des 19. Jahrhunderts wie Wilhelm Marr, Karl Eugen Dühring, Houston Stewart Chamberlain, Paul de Lagarde, Theodor Fritsch u. a. zurück. Neben Rassenlehren wurden Elemente eines Neopaganismus und einer germanisch-mythischen Esoterik bei NSDAP-Ideologen aus der Thule-Gesellschaft gepflegt. Allerdings blieb diese kleine Gruppe weitgehend ohne politische Bedeutung; während die protestantischen Kirchen den effektivsten Rekrutierungsgrund der NSDAP boten und mit der Katholischen Kirche ein Konkordat geschlossen wurde.
1934 schuf die Reichsfinanzreform in der Sozialverfassung einige bis heute gültige soziale und steuerliche Neuerungen wie das Ehegattensplitting, die Steuerfreiheit von Zuschlägen für Nacht- und Feiertagsarbeit oder die Kilometerpauschale. Dazu kamen weitere sozialpolitische Maßnahmen wie die Erhöhung der steuerfreien Grundbetrags, Ehestandsdarlehen, KdF-Reisen/Ausflüge und nicht zuletzt umfangreiche Tätigkeiten des Winterhilfswerks, welche 1933 an Stelle der 1923 gegründeten Deutschen Nothilfe trat. Als Organe der Volksfürsorge, aber auch zur Selbstdarstellung des NS-Regimes, dienten zudem die umfangreich ausgebaute NS-Volkswohlfahrt (NSV) und die Deutsche Arbeitsfront, teils auch als Ersatz für die 1933 verbotenen Organisationen der Arbeiter (Gewerkschaften).
Ende 1940 wurde die Steuerfreiheit für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen eingeführt. Im Herbst 1941 wurden die Rentner Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse und erhielten eine Rentenerhöhung von 15 Prozent. Gleichzeitig wurden die sozialen Transferleistungen für Familien verdoppelt. Hinzu kam als weitere soziale Leistung die Lebensmittelzuteilung. All das verstärkte den Rückhalt für den Krieg in der „arischen“ Gesellschaft.
Mitte 1941 kam es zu einem einmalig erhobenen Zuschlag auf die Körperschaftsteuer, welche 1940 auf einen Satz von 40 Prozent stieg, 1942 zu einer allgemeinen Verkaufspflicht für Aktien sowie am 1. Januar 1943 zur Ablösung der Hauszinssteuer. Von der Enteignung bzw. Entwertung von Spareinlagen und Anleihen zur Kriegsfinanzierung wurden allerdings nicht nur Wohlhabende getroffen.
Aus rassepolitischen Motiven ausgeschlossene "rassefremde" Minderheiten wie Juden oder Sinti und Roma verloren weitgehend ihre sozialen Rechte. 1940 wurde eine 15%ige Sondersteuer zur Lohn- bzw. Einkommenssteuer (Euphemismus: "Sozialausgleichsabgabe") bei Juden, Polen und Angehörigen anderer slawischer Bevölkerungsgruppen erhoben. 1942 wurde sie auf Roma und Sinti ausgeweitet. Ab 1941 wurden die Angehörigen der jüdischen Minderheit, soweit sie nicht ausgeplündert hatten ins Ausland fliehen können, in die Vernichtung deportiert. Ab 1943 geschah eben dies auch mit Roma und Sinti. Das Eigentum der beiden Minderheiten wurde jeweils enteignet und mit dem Gestus der sozialen Tat der Mehrheitsbevölkerung zu Erwerb und Nutzung übergeben.
Nicht zuletzt, um Ressourcen für den Erhalt und die weitere Verbesserung der sozialpolitischen Standards frei zu machen, fielen "deutschblütige" Behinderte als "unnütze Esser" dem Euthanasieprogramm zum Opfer, während die unter das Etikett "asozial" bzw. "gemeinschaftsfremd" subsumierten randständigen sozialen und psychosozialen Gruppen der Mehrheitsbevölkerung aus Unterstützungsleistungen herausgenommen wurden. Ihnen drohte die Internierung in Konzentrationslagern und anderen Zwangsarbeitsstätten, die einige Tausend erlitten und mancher nicht überlebte.
Die Sozialpolitik der NSDAP war mit ihrer Umverteilungspolitik einerseits eine Weiterführung und ein Ausbau der Sozialpolitik der Weimarer Republik, andererseits war sie auch faschistisch bzw. totalitär geprägt, z. B. durch Elemente von Zwangsarbeit (z. B. RAD), Enteignungen, Propagierung von NS-Ideengut wie einer angeblich existenten „Volksgemeinschaft“, sowie Massenpropaganda.
Die nationalsozialistische Sozialpolitik wurde propagandistisch umfangreich ausgeschlachtet, z. B. in Form von Spendenkampagnen für das Winterhilfswerk wie den Eintopfsonntag. Dies diente vor allem dazu, soziale Wärme zu suggerieren, womit sich die Partei die Zustimmung der Massen zu Krieg und Rassismus erkaufte bzw. die Duldung dieser Verbrechen (der Historiker Götz Aly spricht in diesem Zusammenhang von einer „Wohlfühl-“ oder auch „Gefälligkeitsdiktatur“).
Finanziert wurden die sowohl die Sozialleistungen als auch die Kriegsführung zum größten Teil durch die Ausbeutung besetzter Gebiete, welchen das doppelte, teilweise das dreifache der letzten Friedenshaushaltes in Form von Kontributionen abgepresst wurden. Damit konnte das Regime die Inflation im Deutschen Reich unterdrücken und ins besetzte Ausland verlagern. Die unterworfenen Staaten finanzierten wiederum mit Hilfe der Arisierung, Romanisierung, Magyarisierung oder Hellenisierung des Eigentums der Staatsangehörigen mit jüdischem Hintergrund und schwächten damit den Inflationsdruck ab. Der Historiker Götz Aly erklärt die „verbrecherische Dynamik des Nationalsozialismus“ mit den Worten: „Da alle deutschen Soldaten mit dem Geld der besetzten Länder bezahlt wurden, ebenso alle Lebensmittel, Kleidungsstücke, Wolldecken, medizinischen Geräte, die von dort ins Reich geliefert wurden, steckte in all diesen Zahlungen immer auch der Gegenwert dessen, was den Juden überall in Europa weggenommen, verkauft und dann in Geldform in den Besatzungskostenhaushalt geleitet worden war.“
Ein weiterer Faktor zur Entlastung der Volksdeutschen war die in Millionenumfang vorgenommene Verpflichtung ausländischer Zwangsarbeiter, deren Arbeitskraft unter größtenteils unwürdigen Bedingungen ausgebeutet wurde. Gemäß der Nationalproduktrechnung des Wirtschaftshistorikers Mark Harrisson betrug der Außenbeitrag zu den deutschen Kriegskosten rund 25 Prozent.
Zur Finanzierung der sozialen Kosten und Kriegskosten hielt sich die Partei auch am Eigentum und Vermögen jüdischer Bürger schadlos. Partei und einzelne Parteimitglieder nutzten Eigentum und Vermögen jüdischer Bürger zur Bereicherung oder für zusätzliche Staatseinnahmen. Zunächst erfolgten stufenweise Arisierungen sowie willkürliche Kürzungen von Renten und Sozialleistungen jüdischer Bürger. So betrugen im Haushaltsjahr 1938/1939 die Zusatzeinnahmen aus der Arisierung (auch Reichsfluchtsteuer) rund 10 Prozent der laufenden Haushaltseinnahmen des NS-Staates. Während der Kriegsjahre dann wurden jüdische Bürger massenhaft in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet, wobei umstritten ist, welche Rolle wirtschaftliche Motive beim Holocaust spielten, und ob sie überhaupt eine wichtige Rolle spielten.
Die Finanzierung des Krieges und der sozialen Absicherungssyteme war also ausgelegt auf Rückgriffe auf Vermögen aus jüdischer Hand. Dieses System funktionierte bis 1942 und außerhalb der Sowjetunion bis 1944.
In der Endphase der Weimarer Republik trugen die Großunternehmer nur vereinzelt zur Finanzierung der NSDAP bei. Ausnahmen waren Fritz Thyssen, Albert Vögler, der sich noch im November 1932 an einer Unterschriftenliste bedeutender Unternehmer gegen Hitler beteiligt hatte, oder Emil Kirdorf, der sich aber bereits 1928 wieder der DNVP zuwandte. Erst ab Februar 1933 flossen die Industriespenden reichlich. Sie wurden als Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft institutionalisiert und nahmen bald den Charakter einer Zwangsabgabe an. Allerdings erhielten die Industriellen, wie von ihnen erhofft, durch ihre finanzielle Unterstützung diverse Vorteile. Für die Erfüllung von Hitlers Plan nach Kriegsfähigkeit der Wirtschaft und Einsatzfähigkeit der Wehrmacht wurde nicht nur die Rüstungsindustrie stark vorangetrieben. Vor allem auch Konzerne wie I.G. Farben waren vonnöten, um die synthetische Herstellung von Buna oder Benzin zu ermöglichen.
Nach der Ermordung der selbstbewussten Führung der SA im Zuge der Abwehr des angeblichen Röhm-Putsches hatte Hitler innerparteilich keine ernsthaften Gegner mehr. Die ihm nun eigene Machtfülle in der nach dem Führerprinzip strukturierten Partei sollte sich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges erhalten.
Die „unlöslich mit dem Staat verbundene“ Partei wurde zur „Trägerin des deutschen Staatsgedankens“ und war zuständig für die „Führerauslese“, also die Besetzung staatlicher Schlüsselpositionen. Während des Zweiten Weltkrieges lag es an der NSDAP, zu entscheiden, wer nun unabkömmlich sei und damit vom aktiven Kriegsdienst an der Front befreit wurde. Diesen Status erhielten in der Regel nur Funktionäre der Partei. Die materielle Bevorzugung der hauptamtlichen „Parteibonzen“, sowie deren häufige Unfähigkeit und Korruption, trugen dazu bei, dass das Ansehen der NSDAP in der Gesellschaft schon zu Beginn des Krieges rasch schwand. Die NSDAP war in der Hauptsache beschäftigt mit organisatorischen und verwaltungsmäßigen Aufgaben im Luftschutz und bei der Evakuierung aus Städten, mit Lagern für Zwangsarbeiter, bei Sammelaktionen oder Erntehilfen der Hitlerjugend. Gegen Ende des Krieges sollte sie zusätzlich den Volkssturm aufstellen.
Bis 1938 zelebrierte die NSDAP ihre jährlichen Parteitage in Nürnberg. Diese Reichsparteitage waren einprägsam inszeniert in gewaltigen Aufzügen von Parteifunktionären mit anschließenden Treuegelöbnissen sowie abendlichen Fackelzügen und Lichtdomen als symbolische Verschmelzung von Mensch und Naturgewalt. Albert Speers Lichtdom galt als erhabene visuelle Inszenierung des Kollektivs und war die Projektion von 150 Flakscheinwerfern am Himmel. Ausführlich berichteten die Medien über die minutiös geplanten Parteitage. Zusätzlich kam es zu filmischen Überhöhungen in Form von Reichsparteitagsfilmen, welche Leni Riefenstahl in Szene setzte, „Sieg des Glaubens“ und „Triumph des Willens“ vermittelten den Eindruck der von den Nationalsozialisten proklamierten Volksgemeinschaft und der damit verbundenen Gleichschaltung. Die Wehrmacht nahm 1934 nach dem Tod Paul von Hindenburgs erstmals an einem Parteitag teil und wurde auf Hitler, nicht das Volk, eingeschworen.
Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches stellte die Parteiorganisation ihre Tätigkeit ein. Am 10. Oktober 1945 wurde die NSDAP mit allen Gliederungen und angeschlossenen Verbänden durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrates verboten. Die Partei wurde in den Nürnberger Prozessen 1946 zur „verbrecherischen Organisation“ erklärt.
→ Hauptartikel: Struktur der NSDAP
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei war pyramidenartig aufgebaut. An der Spitze stand der Vorsitzende, zu Beginn Anton Drexler (24. Februar 1920 bis 29. Juli 1921), der danach Ehrenvorsitzender wurde und anschließend Adolf Hitler (29. Juli 1921 bis 30. April 1945). Er war mit absoluter Macht ausgestattet und hatte die volle Befehlsgewalt. Alle anderen Parteiämter waren seiner Position untergeordnet und mussten sich nach seinen Weisungen richten. Unter dem Vorsitzenden Hitler waren die Reichsleiter in der 1934 errichteten „Kanzlei des Führers“, deren Zahl nach und nach auf 18 erhöht wurde. Im Dritten Reich hatten diese ähnlich große Macht wie Reichsminister, was zu von Hitler gewünschten Konkurrenzkämpfen führte.
Der Partei waren folgende Organisationen angegliedert:
Einige Organisationen hatten aber eine eigene Rechtspersönlichkeit und eigenes Vermögen. Sie waren auch der Partei angeschlossen, wie zum Beispiel:
Mit den Organisationen und den angeschlossenen Verbänden konnte die NSDAP die Gesellschaft organisatorisch weitgehend durchdringen und die Bevölkerung sowohl im Beruf als auch in der Freizeit kontrollieren und indoktrinieren. Der Entnazifizierungs-Fragebogen der Militärregierung, Ausgabe 1946, fragte nach der Mitgliedschaft in 95 Organisationen aus dem Umkreis der NSDAP. Die soziale Kontrolle erfolgte insbesondere durch Block- und Zellenwarte und mittels Ortsgruppen der NSDAP, da sie bei der Beförderung von Beamten, für Anwärter des öffentlichen Diensts oder für Antragsteller bezüglich sozialer Unterstützung und Ausbildungshilfen ein Vetorecht hatten. Letzteres war entscheidend, weil die NSDAP erst 1941 eine gesetzliche Krankenkasse gründete. Vorher hatten sich die Arbeiter an Wohltätigkeitsorganisationen zu wenden, weil sich die Masse ansonsten keinen Arztbesuch leisten konnte.
Die Politische Organisation (PO) der NSDAP gliederte sich in Gaue, Kreise, Ortsgruppen, Zellen und in Blocks. Ein Block zählte als kleinste organisatorische Einheit zwischen 40 und 60 Haushalte.
1938 wurden folgende Angaben zur Entwicklung der Mitgliederzahl zwischen 1919 und 1933 gemacht:[12]
| Datum | Mitglieder |
|---|---|
| Ende 1919 | 64 |
| Ende 1920 | 3.000 |
| Ende 1921 | 6.000 |
| 23. November 1923 | 55.787 |
| Ende 1925 | 27.117 |
| Ende 1926 | 49.523 |
| Ende 1927 | 72.590 |
| Ende 1928 | 108.717 |
| Ende 1929 | 176.426 |
| Ende 1930 | 389.000 |
| Ende 1931 | 806.294 |
| April 1932 | 1.000.000 |
| Ende 1932 | 1.200.000 |
| Ende 1933 | 3.900.000 |
Die NSDAP hatte zur Zeit der „Machtergreifung“ 849.009 Mitglieder (parteieigene Statistik), bis 1945 wuchs diese Zahl auf 7,5 Millionen an. Anfangs (und immer wieder) wurde versucht, die „Märzgefallenen“ (Opportunisten die sich nach der Machtergreifung, insbesondere nach dem Wahlsieg im März 1933 zur NSDAP bekannten) von der Partei fernzuhalten. Dazu wurde 1933 eine umfassende Aufnahmesperre verhängt (siehe Hauptartikel Aufnahmesperre der NSDAP). Der Bedarf an neuen Mitgliedern war aber stets so groß, dass solche Maßnahmen nicht lange durchgehalten wurden, zumal mit ihnen ja auch ein „Transmissionsriemen“ in die Gesellschaft aufgebaut wurde.
Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der NSDAP war ein eigenhändig unterschriebener Aufnahmeantrag.[13] Für den Jahrgang 1927 legte der zuständige Reichsschatzmeister am 7. Januar 1944 eine Herabsetzung des Aufnahmealters von 18 auf 17 Jahre fest. Bedingung für den Parteibeitritt war eine mehrjährige Mitgliedschaft in der Hitlerjugend.[14] Erhaltener interner Schriftverkehr der NSDAP belegt, dass auch im August 1944 nicht unterschriebene Aufnahmeanträge unbearbeitet zurückgegeben wurden.[15] Bis zu zwei Jahre konnten zwischen Aufnahmeantrag und der Aushändigung der Mitgliedskarte beziehungsweise des Mitgliedsbuches vergehen, erst dadurch wurde die Mitgliedschaft rechtskräftig.
Für eine Reihe von Angehörigen der „Flakhelfergeneration“ wie den Komponisten Hans Werner Henze, den Kabarettisten Dieter Hildebrandt, die Politiker Erhard Eppler und Horst Ehmke oder die Autoren Martin Walser und Siegfried Lenz liegen im Bundesarchiv NSDAP-Mitgliedskarten vor. Bis auf Eppler bestreiten jedoch alle Betroffenen, wissentlich Mitglied der NSDAP gewesen zu sein.
Dazu bemerkte der Historiker Norbert Frei, er halte „unwissentliche Mitgliedschaften prinzipiell für möglich“.[16] Der Freiburger Historiker Ulrich Herbert erklärt zu den Parteieintritten bei Kriegsende: „Die Absicht, möglichst viele – oder alle – Angehörigen einer HJ-Einheit zum Eintritt in die NSDAP zu bewegen, ist deutlich erkennbar“. Es sei durchaus möglich, dass einzelne NS-Führer zum Beweis ihrer Tüchtigkeit hohe Eintrittszahlen auch ohne die entsprechenden Unterschriften melden wollten; etwa zu „Führers Geburtstag“.[17] Allerdings gibt es für Parteiaufnahmen ohne Wissen der Betroffenen keine Belege, während die strenge Einhaltung der Aufnahmerichtlinien auch im Jahre 1944 gut durch Listen von Aufnahmescheinen dokumentiert ist. Demzufolge wurden auch bei Sammeleintritten etwa von Hitlerjungen nicht eigenhändig unterschriebene Aufnahmescheine durch den NS-Reichsschatzmeister zurück an die jeweilige Gauleitung geschickt, und die Parteiaufnahme kam nicht zustande. So tauchen die Namen von Ehmke und Henze auf Sammellisten mit mehreren hundert Aufnahmeanträgen auf, von denen die nicht unterschriebenen Anträge allerdings unbearbeitet zurückgeschickt wurden (Ehmkes und Henzes Anträge wurden nicht beanstandet).[18][19]
Der Historiker Michael Buddrus vom Institut für Zeitgeschichte kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass eine Aufnahme in die NSDAP ohne eigene Unterschrift unwahrscheinlich sei. Nach vorläufiger Einschätzung des Bundesarchivs sind die entsprechenden Parteivorschriften auch während des Krieges streng eingehalten worden.[20] In diesem Zusammenhang werden Forschungsdefizite beklagt, da es keine neuere Gesamtgeschichte der NSDAP und auch keine Darstellungen zu ihrem Aufnahmeverfahren gebe.[21]
Die Mitglieder dieser Partei, aber oft auch ihre für sie auftretenden Anhänger, wurden und werden seitdem „Nationalsozialisten“ oder kurz „Nazis“ bzw. „Parteigenossen“ oder kurz „PGs“ genannt.[22] Die Partei selbst wurde in der Alltagssprache meist durch das Buchstabenkürzel NSDAP bezeichnet. Für Parteifunktionäre gab es aufgrund der Uniformfarbe auch die Bezeichnung Goldfasan.[23]
Die Partei hat eine Reihe von Auszeichnungen verliehen, siehe:
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