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Moderner Fünfkampf ist eine Vielseitigkeits-Sportart, die fünf verschiedene Einzeldisziplinen in Form eines Mehrkampfes kombiniert.
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Die Disziplinen sind Pistolenschießen, Degenfechten, Schwimmen, Springreiten und ein Crosslauf. Ins Leben gerufen wurde die Sportart von Pierre de Coubertin, dem Initiator der Olympischen Spiele der Neuzeit. Ziel dieser Sportart sollte der ideale Athlet sein. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde Moderner Fünfkampf größtenteils von Angehörigen von Militär und Polizei betrieben.
Im Gegensatz zum Triathlon werden die fünf Disziplinen nicht hintereinander ausgeführt, sondern sind mit mindestens einer Stunde voneinander getrennt. Die erzielten Leistungen werden in Punkte umgerechnet und addiert.
Besondere Schwierigkeit bei dieser Sportart ist die Belastung unterschiedlicher, sich zum Teil im Wege stehender Muskelgruppen, da je nach Disziplin unterschiedliche Anforderungen an den Sportler gestellt werden. Ist bei den organischen Disziplinen Laufen und Schwimmen Schnelligkeit und Ausdauer gefragt, kommt es bei den drei technischen Disziplinen Reiten, Schießen und Fechten auf Konzentrationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, geistige Ruhe und Technik an. Schon im Jugendbereich werden enorme Trainingspensen bewältigt. Allein Schwimmen und Laufen wird in der Regel vier- bis fünfmal in der Woche trainiert, dazu kommen jeweils eine bis drei Trainingseinheiten in den technischen Disziplinen.
Dachverband der Sportart ist die Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM), die 1948 gegründet wurde. Leistungszentren befinden sich in Deutschland in Berlin, Potsdam, Heidenheim, Bonn, Marktoberdorf und Darmstadt
Der Moderne Fünfkampf wurde speziell als Olympischer Wettbewerb konzipiert und erstmals während der Sommerspiele 1912 in Stockholm ausgetragen. Er lehnt sich nur grob an das antike Pentathlon an, das sich aus den vier Leichtathletik-Wettbewerben Diskuswurf, Weitsprung, Speerwurf, Stadionlauf und einem Ringkampf zusammensetzte.
Bei den Olympischen Sommerspielen 1952 wurde erstmals ein Teamwettbewerb veranstaltet, 2000 auch ein Wettbewerb für Frauen. Seit 1949 finden in den nichtolympischen Jahren Weltmeisterschaften statt. Der Teamwettbewerb wurde zuletzt 1992 ausgetragen.
Bei den Olympischen Sommerspielen 1968 wurde der Schwede Gunnar Liljenvall wegen Drogenmissbrauchs disqualifiziert. Bei den Olympischen Sommerspielen 1976 wurde der Ukrainer Boris Onischtschenko wegen Betruges disqualifiziert. Der ehemalige Weltmeister hatte seinen Degen mit einem Kontaktknopf präpariert, um bei der elektronischen Trefferanzeige beim Gegner Treffer anzeigen zu lassen, obwohl dieser nicht getroffen wurde.
Bereits zweimal war der Fortbestand des Modernen Fünfkampfs als Olympische Disziplin gefährdet. 1994 plante die Programm-Kommission des IOC die Streichung aus dem Olympischen Programm ab den Spielen 2000,[1] der Antrag wurde jedoch von der IOC-Vollversammlung abgelehnt. 2002 schlug IOC-Präsident Jacques Rogge erneut die Abschaffung der Fünfkampf-Wettbewerbe für 2008 vor, da der hohe Aufwand für die Wettkampfstätten in ungünstigem Verhältnis zum relativ geringen öffentlichen Interesse an dieser Sportart stehe.[2] Die IOC-Session entschied am 29. November 2002 allerdings für einen Verbleib im Programm.[3] Um die Attraktivität des Fünfkampfs zu steigern, wurde auf dem UIPM-Kongress in Kyoto 2006 eine Änderung der Disziplinenfolge beschlossen. Ab 2009 werden die Disziplinen Schießen und Laufen nach dem Reiten als Kombination ähnlich einem Sommerbiathlon durchgeführt. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London wird dieses Reglement zur Anwendung kommen.[4] Der UIPM wurde von Seiten des IOC eine Bestandsgarantie für den Modernen Fünfkampf bis zu den Olympischen Sommerspielen 2016 zugesagt.[5]
Siehe Liste der Olympiasieger im Modernen Fünfkampf.