Eine Metropolregion (in der Schweiz auch Metropolitanregion) ist eine stark verdichtete Großstadtregion von hoher internationaler Bedeutung. Metropolregionen werden als Motoren der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes betrachtet.
Europäische Metropolregionen besitzen zudem auf Europa bezogen Schlüsselrollen für eben diese Entwicklung. Sie werden seit 1995 auf deutscher Bundesebene definiert, ausgewiesen und gefördert.
Im Gegensatz zu einer Agglomeration, die aus einer Kernstadt und ihrem suburbanen, dicht bebauten Vorortbereich (Speckgürtel) besteht, ist der Begriff der Metropolregion weiter gefasst und schließt auch große ländliche Gebiete mit ein, die mit den Oberzentren der Region durch wirtschaftliche Verflechtungen oder Pendlerströme in enger Verbindung stehen.
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Die Funktionalitäten einer Metropolregion lassen sich anhand von drei relativ einfach zu bestimmenden Kriterien einschätzen:
In den "Leitbildern und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland" hat die Ministerkonferenz für Raumordnung den Metropolregionen darüber hinaus eine "Symbolfunktion" attestiert, d. h. sie bündeln "ein hohes Maß an historischer, politischer, kultureller sowie städtebaulicher Bedeutung und ein entsprechendes internationales Ansehen" (Stand: 30. Juni 2006).
In Deutschland hat die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) mit ihrem Beschluss zum Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen 1995 die Bedeutung der Metropolregionen in Deutschland („europäische Metropolregionen“) unterstrichen: „Als Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung sollen sie die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit Deutschlands und Europas erhalten“.
Die MKRO definierte für Deutschland elf Europäische Metropolregionen. Diese wurden nicht nach raumstrukturellen Realitäten, sondern normativ festgelegt und abgegrenzt, wobei vor allem die Großzügigkeit der Abgrenzung erhebliche methodische Unterschiede aufweist. Die Einwohnerzahlen sind deshalb nur sehr bedingt vergleichbar. Manche EMR, etwa Hannover-Braunschweig-Göttingen, enthalten sehr große ländliche Gebiete und weit auseinander liegende Kernstädte, während andere, etwa die EMR München, deutlich knapper zugeschnitten wurden.
Seit der Ausweisung der „kleineren“ EMR 2005 ist jede deutsche Stadt über 400.000 Einwohnern Kernstadt einer „Metropolregion“. Der Begriff hat sich dadurch erheblich von seiner ursprünglichen Bedeutung (vgl. Artikel Metropole) entfernt. Neben den stark international ausgerichteten Metropolregionen bestehen in Deutschland 41 Ballungsräume um kleinere Kernstädte.
Beim Vergleich der Metropolregionen ist zu beachten, dass die Grenzziehung einer Metropolregion oftmals unterschiedlichen Ansichten der einzelnen Verbände entspricht, sodass ein aussagekräftiger Vergleich der Kennzahlen nach Einwohner und Fläche, sowie Wirtschaftskraft nur eingeschränkt stattfinden kann.
| In Grafik | Metropolregion | Mio. Einwohner 1997 | Mio. Einwohner 2004 | Veränderung (%) | Größte Städte | Bundesländer | EMR seit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 9 | Rhein-Ruhr | 11,57 | 11,51 | −0,5 | K, DO, D, E, DU, BO, W, BN, GE, MG, HER, KR, NE, HAM | NW | 1995 |
| 1 | Berlin/Brandenburg | 6,00 | 5,96 | −0,7 | B, P | BE, BR | 1995 |
| 3 | Frankfurt/Rhein-Main | 5,19 | 5,29 | +2,0 | F, WI, MZ, DA, OF | HE, RP, BY | 1995 |
| 11 | Stuttgart | 4,53 | 4,66 | +3,0 | S, RT, ES, HN | BW | 1995 |
| 4 | Hamburg | 4,10 | 4,25 | +3,5 | HH | HH, SH, NI, MV | 1995 |
| 5 | Hannover-Braunschweig- Göttingen-Wolfsburg |
3,93 | 3,94 | +0,0 | H, BS, GÖ, WOB, SZ, HI | NI | 2005 |
| 10 | Sachsendreieck | 3,68 | 3,52 | −4,2 | L, DD, C, HAL, Z | SN, ST, TH | 1997 |
| 6 | München (Kerngebiet) | 2,39 | 2,53 | +5,9 | M, mit A und IN (u. a.) 5,1 Mio. EW (1996) | BY | 1995 |
| 7 | Nürnberg | 2,45 | 2,50 | +2,1 | N, FÜ, ER, BT, BA, HO | BY | 2005 |
| 2 | Bremen-Oldenburg | 2,32 | 2,37 | +2,2 | HB, OL, DEL, HB xxxx | HB, NI | 2005 |
| 8 | Rhein-Neckar | 2,32 | 2,36 | +1,5 | MA, LU, HD, WO | BW, RP, HE | 2005 |
Die Angaben zu den Einwohnerzahlen entstammen dem Bericht Regionales Monitoring 2006[1]. Die dafür verwendeten Abgrenzungen basieren auf Kreisgrenzen, die angegebenen Einwohnerzahlen entsprechen daher teilweise nicht der tatsächlichen Einwohnerzahl. Außerdem haben sich die Grenzen der Metropolregionen bis zum heutigen Stand stark verändert, sodass Flächen- und Einwohnerzahlen oftmals nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen. Zur besseren Vergleichbarkeit sollten diese Zahlen beibehalten werden, bis (angekündigt für Herbst 2008) wieder eine Gesamtstatistik für alle Metropolregionen in Deutschland herausgegeben wird.
Laut Bundesamt für Statistik (BFS) gibt es in der Schweiz fünf Metropolregionen (Zürich, Genf-Lausanne, Basel, Bern, Tessin). Davon befinden sich nur die von Zürich und Bern vollständig auf Schweizer Boden. Etwa 70 % der Schweizer leben in einem dieser fünf Gebiete. Dabei merkte das BFS bereits 2004 selber an, dass diese Fünfteilung zu klein für einen vergleichbaren europäischen Zuschnitt und letztlich ein politisches Eingeständnis sei. Der Blick sollte viel mehr auf die Einteilung der METREX gerichtet sein, welche die Einteilung in Metropolitanregion Nordschweiz (mit Teilen des Elsass' und Süddeutschlands) und Arc Lémanique vorsieht.[2] Dabei weisen beide mit Genf und Lausanne, respektive Zürich und Basel zwei Pole auf.[3] Der Kanton Tessin und Südbünden gehören zur Metropolregion Mailand.
In der Metropolitanregion Nordschweiz bildet der Raum Zürich als Finanz- und Handelsplatz, Medienzentrum, Bildungs- und Forschungsstandort sowie als Verkehrsknotenpunkt das wichtigste Zentrum. Zudem trägt der Zürcher Flughafen zur internationalen Ausstrahlung des Gebiets bei. [4][5]
Die länderübergreifende Metropolregion Basel ist ein trinationaler Lebens- und Wirtschaftsraum. Die Wirtschaftsbereiche Life Sciences (pharmazeutische und chemische Industrie), Banken, Transport, Messewesen und Kultur, sind im auch metrobasel genannten Gebiet besonders stark vertreten. Die Region verfügt mit dem EuroAirport zudem über einen Flughafen, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist.
Es gibt noch einen anderen Begriff für den urbanen Raum Basel, nämlich RegioTriRhena. Sie gilt aber nicht als offizielle Metropolregion. Die RegioTriRhena, die sich ähnlich wie «metrobasel» zusammensetzt, sich aber weiter nach Norden (Deutschland und Frankreich) ausdehnt, zählt 2.3 Millionen Einwohner.
Die anderen Metropolregionen sind international weniger wichtig, außer Genf-Lausanne, die mit Genf-Cointrin über einen internationalen Flughafen verfügt und Hauptsitz von zahlreichen internationalen Organisationen ist.
| Name | Inhalt | Zugehörige Schweizer Agglomerationen | Mio. Einwohner (2004) | Fläche (km²) |
|---|---|---|---|---|
| Metropolregion Zürich | Kanton Zürich und angrenzende Gebiete | Zürich, Winterthur, Frauenfeld, Wetzikon-Pfäffikon, Rapperswil-Jona-Rüti, Lachen, Zug, Lenzburg, Wohlen (AG), Baden-Brugg, Schaffhausen sowie die Einzelstadt Einsiedeln | 1,68 | 2.104 |
| Metropolregion Genf-Lausanne | Genferseeregion/Riviera, einige Teile der Region Rhône-Alpes (F) | Genf (CH/F), Lausanne, Yverdon-les-Bains, Vevey-Montreux | 1,20 | 1.014 |
| Metropolregion Basel | Nordwestschweiz (CH), Südosten des Départements Haut-Rhin (F), Landkreis Lörrach (D) | Basel, Delsberg | 0,80 | --- |
| Metropolregion Bern | ein Teil des Espace Mittelland | Bern, Burgdorf, Thun, Biel/Bienne, Fribourg, Einzelstadt Lyss | 0,70 | 938 |
| Metropolregion Tessin | Südtessin, Como (I) | Locarno, Bellinzona, Lugano, Como-Chiasso-Mendrisio (CH/I) | 0,53 | 731 |
| Gesamt | ca. 5,00 (davon etwa 4,50 in den Schweizer Gebieten) |
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| Name | Inhaltet | Mio. Einwohner (2006) | Fläche (km²) |
|---|---|---|---|
| Nordschweiz | Deutschschweiz, Jura, südliches Elsass, Region Hochrhein-Bodensee | 6,40 (5,40 in CH) | |
| Lémanique | Genferseeregion, Welschschweiz, tw. Rhône-Alpes (F) | 2,10 (1,70 in CH) | |
| Mailand | Tessin, Südbünden, Mailand (I) | 9,78 (0,35 in CH) | |
| Gesamt | 8,90[6] (7,40 in CH) |
Die METREX als 1996 auf Initiative des schottischen Regionalrats Strathclyde (Strathclyde Regional Council) gegründete Zusammenarbeitsebene der EU-Metropolregionen definiert eine Metropolregion als Agglomeration von mehr als 500.000 Einwohnern und geht für die EU von 120 Metropolregionen aus, in denen 60 % der Einwohner der Mitgliedsstaaten leben und arbeiten. Diese Definition des Begriffes bedeutete jedoch auch, dass bspw. im Bezug auf Deutschland weite Teile des Landes Metropolregionen wären. In England wurden mit den Metropolitan Counties Gebietskörperschaften gegründet, die der gewachsenen urbanen Struktur angepasst sein sollen. Damit wurde an einigen Ballungsräumen die herkömmliche Aufteilung der Grafschaften abgelöst. Auch in Frankreich stimmen einige Metropolregionen mit den tatsächlichen Regionen als Gebietskörperschaft überein. Der Status der Metropolregion in Deutschland als Metagebilde, das körperschaftsübergreifend zur Kooperation anregen soll, ist in Europa seltener anzutreffen. Es gibt allerdings auch Beispiele für länderübergreifende Regionen. Auf dem amerikanischen Kontinent gibt es doppelt soviel Metropolregionen mit über fünf Millionen Einwohnern wie in Europa, allein 13 davon in den USA.
| Rang | Name der Metropolregion | Größte Städte | Verwaltungseinheit | Land | Einwohner (Schätzung) |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Moskau | Moskau | Oblast Moskau | 17,1 Mio. | |
| 2 | London | London | London | 16,8 Mio. | |
| 3 | Istanbul | Istanbul | Istanbul | 14,4 Mio. | |
| 4 | Île-de-France | Paris | Île-de-France | 12,0 Mio. | |
| 5 | Rhein-Ruhr | Köln, Dortmund, Essen, Düsseldorf | NRW | 11,8 Mio. | |
| 6 | Lombardei | Mailand | Lombardei | 9,8 Mio. | |
| 7 | Randstad | Amsterdam, Den Haag, Rotterdam | Zuid holland | 8 Mio. | |
| 8 | Madrid | Madrid | Comunidad de Madrid | 6,2 Mio. | |
| 9 | Berlin/Brandenburg | Berlin | Berlin Brandenburg | 5,96 Mio. | |
| 10 | Rhein-Main | Frankfurt am Main | Hessen | 5,5 Mio. | |
| 11 | Barcelona | Barcelona | Provinz Barcelona | 5,3 Mio. | |
| 12 | Kattowitz-Oberschlesien | Kattowitz, Sosnowiec, Gleiwitz, Bielsko-Biała | Woiwodschaft Schlesien | 4,9 Mio. |
Die Metropolregion London ist nicht mit dem Verwaltungsgebiet der 33 Londoner Stadtbezirke, Greater London, zu verwechseln. Dieses hat nur knapp 8 Mio. Einwohner.
| Rang | Name der Metropolregion | Größte Städte | Land | Einwohner (Schätzung) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Kairo | Kairo | 18,1 Mio. | |
| 2 | Lagos | Lagos | 13,6 Mio. | |
| 3 | Kinshasa-Brazzaville | Kinshasa | 9,8 Mio. | |
| 4 | Johannesburg | Johannesburg | 7,6 Mio. | |
| 5 | Algier | Algier | 6,3 Mio. | |
| 6 | Abidjan | Abidjan | 5,6 Mio. |
Der Begriff Metropolregion ist ursprünglich eine informelle Begriffsbeschreibung für eng verflochtene Regionen mit städtischem Charakter. Dies erschien aus der zunehmenden Bedeutung solcher Gebiete, die über ihre räumliche Nähe hinaus als wirtschaftliche, soziale und kulturelle Einheit funktionieren, und deren Entwicklungsprozesse zunehmend im Gleichtakt verlaufen. Die Wahrnehmung dieser Gebiete hat internationale Ausstrahlung und stärkt im Rückkopplungseffekt die Begriffsbildung und Begriffsdeutung.
Der Begriff der Metropolregion wurde für Deutschland formal formuliert durch Beschluss der Ministerkonferenz für Raumordnung vom 8. März 1995. Schon in der ersten Herausgabe wurden sechs „europäische Metropolregionen“ benannt: Berlin/Brandenburg, Hamburg, München, Rhein-Main, Rhein-Ruhr und Stuttgart. Diese entsprechen teils auch der Charakterisierung als verstädterter Metropolregion mit globaler Ausstrahlung (Megastadt). Das Sachsendreieck als Regionalraum wird ebenda schon benannt, weitere vier Metropolregionen wurden am 28. April 2005 benannt.
In der Erkenntnis, dass Strukturentwicklung im Rahmen von Regionen mit internationaler Ausstrahlung erfolgen sollte, hat sich der Sinn des „Metropolregionseins“ zum Selbstläufer entwickelt. In dessen Folge streben weitere Regionen danach, sich als Metropolregion im Sinne der Raumpolitik zu profilieren, und nebenbei Förderung auf Bundesebene zu ergattern. Dazu gehört die Umwandlung des Ruhrgebiets vom Kommunalverband zum rechtlich eigenständigeren Regionalverband Ruhr. Bei der Metropolregion Hamburg versuchen weitere Städte in den ursprünglichen Verband aufgenommen zu werden.
Auch wesentlich kleinere deutsche Ballungsräume versuchen nun, sich als europäische Metropolregion im Sinne der MKRO (Ministerkonferenz für Raumordnung) zu qualifizieren. Im Zuge der Profilierung als Metropolregion kommt es durchaus zu Reibungsverlusten. Bei natürlich gewachsenen Metropolregionen wie Berlin folgt der Gleichtakt der politischen Ereignisse einfach nur dem faktischen Gleichtakt im wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Region. Wo die Politik dem Leben jedoch vorauseilt, dort werden widerstreitende Interessen nicht zwangsweise durch das soziale Leben geglättet, sondern müssen schwierig am Tisch ausgehandelt werden.
Zürich dehnt sich aus, NZZ, 28. Juli 2006
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."