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Mehrlinge sind zwei oder mehr Kinder einer Mutter und eines Vaters, die innerhalb derselben Schwangerschaft herangewachsen sind und in der Regel im Verlauf desselben Geburtsvorganges zur Welt kommen. Der Begriff wird meist nur verwendet, wenn nicht der Spezialfall einer Zwillingsschwangerschaft vorliegt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Entstehung von Drillingen und höhergradiger Mehrlinge entspricht der der Entstehung von Zwillingen:
Bei Mehrlingsschwangerschaften mit eineiigen (= monozygoten) Zwillingen entstehen abhängig vom Zeitpunkt der Teilung des Embryoblasten vier Formen, wie sich die Zwillinge Plazenta und Fruchtblase teilen:
Drillinge entstehen auf natürliche Weise, wenn es nach der Zwillingsbildung nochmals zu einer Teilung kommt. Dabei kommen alle Formen der zweiten Zwillingsbildung vor, häufen sich aber prägnant bei bestimmten Formen.
| In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Verwandtschaftsverhälnisse von Mehrlingen detaillierter aufschlüsseln
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst. |
Entsprechend der Bildung lässt sich die Häufigkeit von Mehrlingsschwangerschaften nach der Hellin-Hypothese (auch Hellin-Regel) als Potenz der Häufigkeit von Zwillingsgeburten errechnen, wobei der Exponent die Anzahl der Kinder minus Eins ist.
Bei einer angenommenen Häufigkeit von Zwillingsschwangerschaften von 1:85 (aufgrund von Hormonbehandlung und künstlicher Befruchtung liegt die Quote heute in der betroffenen Gruppe sowie der Gesamtpopulation höher) ergeben sich folgende Häufigkeiten für Mehrlingsgeburten:
| Anzahl Kinder | Formel | Häufigkeit | in Prozent |
| Zwillinge | 1:851 | 1:85 | ca. 1,2 |
| Drillinge | 1:852 | ca. 1:7.000 | ca. 0,01 |
| Vierlinge | 1:853 | ca. 1:600.000 | ca. 0,0002 |
| Fünflinge | 1:854 | ca. 1:50.000.000 | ca. 0,000002 |
Die Hinweise für eine Mehrlingsschwangerschaft können in sichere und unsichere Zeichen eingeteilt werden:
Sichere Zeichen sind demgegenüber
Als indirekter Hinweis muss auch das Auftreten von Mehrlingsschwangerschaften in der Familie genommen werden. Dies betrifft ausschließlich Schwangerschaften mit mehreiigen Mehrlingen; monozygotische Mehrlinge treten nicht familiär gehäuft auf. Folglich kann eine Disposition zu Mehrlingsschwangerschaften ausschließlich über die Familie mütterlicherseits vererbt werden.
Mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsschwangerschaft ist nach einer künstlichen Befruchtung zu rechnen.
Eine Mehrlingsschwangerschaft stellt eine Risikoschwangerschaft für die Mutter und die Kinder dar. So weisen die Schwangeren selbst eine dreifach erhöhte Sterblichkeit auf. In der Frühschwangerschaft kommt es gehäuft zum Auftreten einer Hyperemesis gravidarum, in der späteren Schwangerschaft zum Auftreten von Gestosen. Die Frühgeburtlichkeit ist deutlich erhöht. Gegen Ende der Schwangerschaft kommt es zu einer Wachstumsverzögerung der Feten - bei Zwillingsschwangerschaften ab der 34.-35. Schwangerschaftswoche (SSW), bei Drillingen schon ab der 28. SSW. Um auch ein unterschiedliches Wachstum der einzelnen Feten feststellen zu können, werden 14-tägige Kontrolluntersuchungen bis zur 28. SSW, danach wöchentlich empfohlen.
Bei einer Mehrlingsschwangerschaft können folgende Komplikationen gehäuft auftreten:
Insbesondere bei Drillingsschwangerschaften und Schwangerschaften mit höhergradigen Mehrlingen besteht die Möglichkeit des selektiven Fetozids, d.h. der pränatalen Reduktion von Mehrlingen. Dabei wird aufgrund einer medizinischen Indikation mindestens eines der ungeborenen Kinder getötet, entweder weil es behindert ist oder um die Überlebens- und Entwicklungschancen der anderen Föten zu erhöhen. In der Regel gehen der Entscheidung zum selektiven Fetozid pränataldiagnostische Untersuchungen voran, bei denen untersucht wird, ob ein Kind möglicherweise eine Erkrankung oder Behinderung hat, die die Wahl des Kindes, das getötet werden soll, erleichtern könnte. Lässt sich nichts dergleichen feststellen, wird meist das kleinste Kind ausgewählt und entweder durch eine tödliche Injektion oder durch die Unterbindung versorgender Gefäße abgetötet. Das Risiko, letztlich alle Kinder durch eine durch den Eingriff ausgelöste Fehlgeburt zu verlieren, beträgt durchschnittlich 15%.
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