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- Medebach -

Medebach :

femme russe

Medebach

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Medebach; für den Fluss siehe Medebach (Orke).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Medebach
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Medebach hervorgehoben
Koordinaten: 51° 12′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Höhe: 410 m ü. NN
Fläche: 126,05 km²
Einwohner: 8068 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59964
Vorwahl: 02982
Kfz-Kennzeichen: HSK
Gemeindeschlüssel: 05 9 58 028
Adresse der Stadtverwaltung: Oberstraße 28–30
59964 Medebach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Heinrich Nolte (CDU)
Lage der Stadt Medebach im Hochsauerlandkreis
Hessen Kreis Siegen-Wittgenstein Kreis Höxter Kreis Olpe Kreis Paderborn Kreis Soest Märkischer Kreis Olsberg Meschede Winterberg Marsberg Bestwig Eslohe (Sauerland) Sundern (Sauerland) Hallenberg Medebach Brilon Schmallenberg Arnsberg Nordrhein-WestfalenKarte
Über dieses Bild

Medebach ist eine Kleinstadt im östlichen Nordrhein-Westfalen, die zum Hochsauerlandkreis gehört. Die Struktur der heutigen Stadt geht auf die kommunale Neugliederung von 1969 zurück. Damals wurden Medebach und weitere Gemeinden zu der neuen Stadt Medebach zusammengeschlossen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Medebach liegt am Nordost-Fuß des Rothaargebirges in der Medebacher Bucht. Der gleichnamige Kernort befindet sich nur knapp drei Kilometer westlich der Grenze zu Hessen. Dort liegen die weit verstreuten Ortsteile zwischen Winterberg im Westen, dem Waldecker Upland im Nordosten und Hallenberg im Süden.

Im Westen wird der weite Talkessel von bewaldeten Höhenzügen begrenzt. Zu nennen sind der Bollerberg (757 m), Winterkasten (659 m), Alter Grimme (751 m), Junger Grimme (782 m), Reetsberg (792 m), Schlossberg (790 m), Hohe Pär (793 m) und Emmet (742 m). Der tiefste Punkt liegt mit 345 m im Ortsteil Berge.

Das südliche Gemeindegebiet wird von der Orke, einem westlichen Nebenfluss der Eder, durchflossen, das nordöstliche Gebiet von der weiter östlich in die Orke einmündenden Wilden Aa oder Ogge. Durch die Kernstadt fließt der Medebach, ein kleiner nördlicher Zufluss zur Orke.

[Bearbeiten] Geologie

Die Erdschichten in der Medebacher Bucht stammen überwiegend aus dem Unterkarbon, bestehend aus Tonschiefer und Grauwacke. Im Westen und Nordwesten schließen sich drei voneinander unabhängige Schichten aus dem Oberdevon an. Diese bilden gleichzeitig die Grenze zum Ostsauerländer Hauptsattel mit seinen Erdschichten aus dem unteren Mitteldevon. Die erste Schicht, im Norden gelegen, erstreckt sich nach Osten bis dicht vor Düdinghausen. Am Borghagen gibt es einen Steinbruch, der Kieselschiefer, kieselige Tonsteine und Kalksteine enthält, die vor etwa 320 Millionen Jahren am Grunde eines Meeres entstanden sind. Die zweite Schicht beginnt westlich von Glindfeld und erstreckt sich nach Nordwesten bis kurz vor Küstelberg. Sie hat eine Breite von etwa zwei bis drei Kilometern und besteht aus Hembergschiefer und Sandsteinen. Westlich von Medelon gibt es eine weitere aus Kieselkalken gebildete Schicht aus dem Oberdevon. Bei Dreislar gibt es in Grauwacken und Tonschiefer des Unterkarbon ein kleines Einsprengsel aus Zechstein. Hier ist eine Erdspalte aufgerissen. Die dort vorhandene Schwerspatgrube mit einer Mächtigkeit von zwei jeweils etwa zwei Meter breiten Gängen enthält neben Kieselschiefer und Quarz auch Baryt. [2]

[Bearbeiten] Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet erstreckt sich über 12,8 km in West-Ost-Richtung, vom Tal der Hille im Westen bis zum Tal der Aar im Osten an der hessischen Grenze. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich das Stadtgebiet über 16,1 km von der Landesgrenze im Norden beim Hülsenberg und dem Bach Herzgraben im Süden.[3]

Von dem 126 km² großen Stadtgebiet sind 63,4 km² (50,3 %) Wald und weitere 51,5 km² (39,9 %) Landwirtschaftliche Nutzfläche. 4,0 km² (3,2 %) nehmen Gebäude- und Freifläche und 5,8 km² (4,6 %) Verkehrsfläche in Anspruch.[4]

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Nachbargemeinden der Stadt Medebach sind die nordrhein-westfälischen Städte Winterberg und Hallenberg im Westen und Süden sowie die hessischen Städte Lichtenfels und Korbach im Osten und Nordosten und die Gemeinde Willingen im Norden.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Das Stadtgebiet besteht neben der Kernstadt Medebach aus den Ortsteilen

[Bearbeiten] Klima

In Medebach herrscht typisches Mittelgebirgsklima. Dieses wird durch den in der Medebacher Bucht vorherrschenden Übergangsbereich zwischen dem subatlantischen und dem subkontinentalen Klima geprägt. Kennzeichen hierfür sind feuchte, kühle Sommer und milde Winter. Die durchschnittliche auf das Jahr bezogene Höchsttemperatur lag bei 13,8 °C, die vergleichbare Tiefsttemperatur im Jahresmittel bei 5,4 °C. In der Medebacher Bucht betrug 1989 das Jahresmittel der Temperatur 7,5 °C mit Monatsmitteltemperaturen in den Monaten Juli und August von 15 °C und 16 °C.[5] Die Jahresniederschlagsmenge erreichte im Schnitt einen Wert von 789,8 mm pro Jahr im Messwertzeitraum 1961 bis 1990. Die Monatsdaten können dem Klimadiagramm entnommen werden.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Medebach
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5 6 10 13 19 21 22 22 19 14 8 6 Ø 13,8
Min. Temperatur (°C) 0 0 1 3 7 11 12 12 10 6 2 1 Ø 5,4
Niederschlag (mm) 74,7 56,6 66,1 50,2 64,1 71,3 68,6 59,7 57,2 58,6 79,5 83,2 Σ 789,8
T
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g
74,7
56,6
66,1
50,2
64,1
71,3
68,6
59,7
57,2
58,6
79,5
83,2


Quelle: 1. Niederschlagsangaben: Deutscher Wetterdienst Mittelwerte des Niederschlags für den Zeitraum 1961–1990;
2. Temperaturangaben: www.zoover.de Wetter Medebach (Sauerland)

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Mittelalter

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Medebach im Jahr 1144 durch den Kölner Erzbischof Arnold I.: Medebach sei zwar als eine Villa (also ein Dorf) bekannt, aber eigentlich müsse man sie als eine ansehnliche Stadt (honestum oppidum) bezeichnen, die mit einem öffentlichen Markt unter Königsbann ausgezeichnet sei. Es sollen die gleichen Marktgesetze gelten wie in Soest. Im Jahr 1165 bestätigte und erweiterte Erzbischof Rainald von Dassel die Stadtrechte. In derselben Urkunde werden Handelsbeziehungen mit Datia vel Rucia (Dänemark beziehungsweise Russland) erwähnt. Da die Echtheit dieser beiden Urkunden umstritten ist, kann man die Siedlung erst nach 1180 mit Sicherheit als Stadt bezeichnen.[6]

Medebach lag an der Heidenstraße und war Mitglied der Hanse. Für den Fernhandel sprechen die Erwähnung eines Gottfried von Medebach in Lübeck (1183), eines Johan de Medebeke in Dorpat (1340) und eines Henricus de Medebeke in Reval (1347). 1179 zerstörten Verbündete Heinrichs des Löwen Medebach. Der Propstei Küstelberg wurde im Jahr 1220 durch Erzbischof Engelbert von Köln das Patronatsrecht über die städtische Pfarrkirche geschenkt. Außerdem übertrug er der Stadt das Soester Stadtrecht, so wie es Brilon und Rüthen bereits besaßen. Vermutlich bestand schon 1144 eine Münzstätte am Ort, weil in der Urkunde ein monetarius erwähnt wird. Urkundlich nachweisbar ist sie im Jahr 1293, als der westfälische Marschall Johann I. von Plettenberg die Münze an die Stadt verkaufte.[7][8]

Das Stadtgebiet wurde um das Jahr 1303 erweitert und besser befestigt. 1323 wurde das kurfürstliche privilegium de non evocando verliehen, d. h. Medebacher Bürger durften nicht mehr vor ein auswärtiges Gericht geladen werden. Die Städte Medebach, Schmallenberg, Winterberg und Hallenberg verbündeten sich mehrfach, zuletzt im Jahr 1370, zum gemeinschaftlichen Schutz und zur Durchsetzung des Landfriedens. Das Kloster Bredelar besaß 1373 in Medebach schon ein Hofstätte an der heutigen Hinterstraße 4, den sogenannten Mönchshof. Bis zur Auflösung des Klosters im 19. Jahrhundert blieb diese Stätte in Bredelarer Besitz. Heute lässt sich nicht mehr genau belegen, ob an dieser Stelle bereits erzbischöfliche-kölnische Vögte des 12. Jahrhunderts ihren Amtshof hatten. 1450 erhielt Medebach als Ersatz für seine in der Soester Fehde erlittenen Schäden das Recht zur Erhebung von Steuern (Akzise) auf Bier und Branntwein.[9]

[Bearbeiten] Frühe Neuzeit

Ansicht der Stadt von Süden nach dem Brand von 1844

Im Jahr 1583 schloss sich die Stadt auf dem Landtag von Arnsberg dem zum Protestantismus übergetreten Kurfürsten Gebhard I. von Waldburg an. Auf seinem Zug dorthin durchquerte er am 14. Februar 1583 die Stadt. Anfang 1584 eroberten Parteigänger der Gegenreformation das Herzogtum Westfalen. Daraufhin huldigte im April 1584 die Stadt dem neuen Kurfürsten Ernst von Bayern. Für die schreibunkundigen Abgeordneten der Stadt unterschrieb der Bürgermeister von Winterberg[10] . Die Rekatholisierung zog sich danach noch über Jahrzehnte hin.

In der frühen Neuzeit verlor die Stadt auf Grund ihrer verkehrsfernen Lage allmählich an Bedeutung. Dazu trugen sicherlich auch die Folgen des Dreißigjährigen Krieges bei, von deren Schäden sie sich bis ins 20. Jahrhundert nie mehr so recht erholte. Die Stadt wurde mehrfach vor allem von hessischen, aber auch von kaiserlichen Truppen geplündert. Mehrfach flohen die Einwohner in die umgebenden Wälder. 1636, 1640 und 1643 flüchteten sie für bis zu 14 Wochen aus der Stadt, während die Stadt selbst den Soldaten schutzlos ausgeliefert war. Unter den im Wald hausenden Einwohnern verbreitete sich 1636 die Pest, die 322 Opfer kostete.[11] 1644 hatte der Ort nach einer Steuerliste 228 Bürger.

Im 18. Jahrhundert kam es zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang und einer Rückbildung gewerblicher Strukturen. Im Siebenjährigen Krieg und in der Napoleonischen Zeit litt Medebach erheblich unter den Kriegslasten, für deren Bezahlung zahlreiche Anleihen aufgenommen werden mussten. Im Jahr 1779 zählte Medebach nur noch 1380 Einwohner und war geprägt von ackerbürgerlichen Strukturen. Daran hat sich im 19. Jahrhundert kaum etwas geändert.

[Bearbeiten] 19. und 20. Jahrhundert

Kastasterblatt Medebach von 1830

1817 wurde in der preußischen Provinz Westfalen der Kreis Medebach aus den Ämtern Medebach und Amt Fredeburg gebildet. Er wurde jedoch schon am 1. Januar 1819 wieder aufgelöst. Im Jahr 1844 vernichtete ein verheerender Brand fast die gesamte Stadt und fast alle Urkunden und Akten. Der Regierungspräsidenten von Arnsberg und ehemalige preußischer Staatsminister Ernst von Bodelschwingh starb auf einer Dienstreise am 11. Mai 1854 in der Stadt. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wanderten viele Bewohner in die Ruhrgebietsstädte ab. Bevorzugtes Ziel war Bochum. 1897 wurde die in Küstelberg gegründete Strumpffabrik Ewers nach Medebach verlegt. Sie bot um 1950 etwa 400 Arbeitsplätze an. In jüngster Zeit wurde der Tourismus zu einer weiteren Einnahmequelle für die Bevölkerung.

In der Reichspogromnacht vom 10. auf den 11. November 1938 wurden das jüdische Gotteshaus zerstört und zahlreiche Häuser jüdischer Mitbürger demoliert. Große Warenbestände wurden vernichtet. Viel schlimmer noch waren die Drangsalierungen der Menschen. Die Täter hatten wie im totalitären Staat üblich keine Strafverfolgung zu befürchten. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand keine jüdische Gemeinde mehr in Medebach. Von diesem Krieg blieb die Stadt fast vollständig verschont. Es gab nur einen Bombenabwurf am 29. Januar 1945, der vier Todesopfer forderte. Am 29. März 1945 besetzten Amerikaner den Ort fast ohne Gegenwehr. Mindestens 230 Einwohner der Stadt starben als Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg.[12]

Nach 1945 wuchs die Stadt durch den Zuzug von Flüchtlingen um gut 1000 Einwohner. Bemühungen um die Ansiedlung von kleineren Unternehmungen und Ansätze zum Tourismus geben aber auch heute noch zu wenigen Einwohnern ausreichende Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten, so dass die Stadt immer noch ein Abwanderungsort ist.

[Bearbeiten] Religionen

Die Kirchengemeinde Medebach ist eine der ältesten der Region. Als Teil des kurkölnischen Sauerlandes lag der Anteil der katholischen Bevölkerung 2005 bei 72 %. 16 % stellten die Protestanten und 12 % gehörten anderen Religionen beziehungsweise Konfessionen oder keiner Glaubensgemeinschaft an. [13]

Für die katholischen Gläubigen besteht der Pastoralverbund Medebach mit Pfarrgemeinden in den meisten Ortsteilen. Mit der Zuwanderung protestantischer Einwohner wurde 1837 eine evangelische Kirchengemeinde gegründet.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Zum 1. Juli 1969 wurden die alte Stadt Medebach und die Gemeinden Berge, Deifeld, Dreislar, Düdinghausen, Küstelberg, Medelon, Oberschledorn, Referinghausen, Titmaringhausen und Wissinghausen zur neuen Stadt Medebach zusammengeschlossen. [14]

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl der (Kern-)Stadt Medebach stieg im 19. Jahrhundert von etwa 1.900 auf 2.500 Personen langsam an, fiel zur Jahrhundertwende aber wieder auf unter 2.000. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts erreichte die Zahl etwa 3.400. Durch zahlreiche Eingemeindungen 1969 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf zunächst über 7.000, und stieg noch weiter an. Der Höhepunkt wurde zum Stichtag 31. Dezember 2000 mit 8.356 Einwohnern erreicht. Seitdem ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Die Werte ab 1975 stammen vom Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW [15].

Jahr Einwohner
1818 1.936
1839 1.992
1858 2.050
1867 2.500
1871 2.336
1885 2.257
Jahr Einwohner
1895 2.058
1905 1.992
1925 2.243
1933 2.384
1939 2.444
1951 3.400
Jahr Einwohner
31. Dezember 1975 7.351
31. Dezember 1980 7.149
31. Dezember 1985 7.138
31. Dezember 1990 7.560
31. Dezember 1995 8.200
31. Dezember 2000 8.356
Jahr Einwohner
31. Dezember 2005 8.210
31. Dezember 2006 8.131
31. Dezember 2007 8.068

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Die Zusammensetzung des Stadtrates der letzten drei Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen sieht wie folgt aus [16][17]:

Ergebnisse der Kommunalwahlen (Ratsmitglieder/Sitze)
Partei/Gruppierung 2004 1999 1994
CDU 16 (56,1 %) 21 19
SPD 4 (12,5 %) 5 6
FDP 2 (8,8 %) 2 2
FWG 6 (22,6 %) - -

[Bearbeiten] Bürgermeister

1844 war Amtmann Hauck gleichzeitig Ortsvorsteher. Nach seinem Tod war Franz Hellwig bis 1864 Stadtoberhaupt. Danach war Josef Flamm Ortsvorsteher bis 1894. Bis 1916 war Fritz Schäfer Ortsvorsteher. Sein Nachfolger, Josef Schröder, wurde 1933 von den Nationalsozialisten abgesetzt. Bis 1934 war Fritz Weber Ortsvorsteher, abgelöst von Dr. Beule (bis 1945). 1946 bis 1948 war Josef Ricken Bürgermeister. Seit 1948 war Albert Klüppel Bürgermeister. Zwischen 1961 und 1975 amtierte Fritz Schröder als ehrenamtlicher Bürgermeister. Danach war Günter Langen bis 1998 Bürgermeister. Stadtdirektor war seit 1969 bis 1982 Gerd Hausmann. Ihm folgte Heinrich Nolte. Dieser ist seit 1998 erster hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt.[18]

[Bearbeiten] Bundestagswahl

Medebach war bei der Bundestagswahl 2005 Teil des Wahlbezirks 148 Hochsauerlandkreis. Gewählt wurde Friedrich Merz von der CDU. In Medebach erzielte er 73,0 Prozent der Stimmen.[19]

Ergebnisse der Bundestagswahlen 2005, Teil des Wahlbezirks 148 Hochsauerlandkreis
Partei/Gruppierung 2005 2002
CDU 73,0 % 69,7 %
SPD 19,3 % 20,9 %
FDP 2,9 % 5,8 %
Die Grünen 1,5 % 2,4 %
Die Linke 2,7 % 0,6 %
NPD 0,6 % - %
Sonstige - % 0,7 %

[Bearbeiten] Landtagswahl

Bei der Landtagswahl 2005 erzielte die CDU in Medebach einen Stimmenanteil von 73,3 Prozent. Hubert Kleff zog mit einem Direktmandat in den Landtag ein, gewählt wurde im Wahlkreis 125 Hochsauerlandkreis II – Soest III. [20] [21]

Ergebnisse der Landtagswahlen 2005, Medebach
Partei/Gruppierung 2005
CDU 73,3 %
SPD 14,7 %
FDP 6,3 %
Die Grünen 2,0 %
WASG 1,5 %
NPD 0,8 %
PDS 0,6 %

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung:

Geviert von Rot und Silber durch ein durchgehendes schwarzes Kreuz; im ersten Feld eine silberne Lilie, im vierten Feld ein aufrechter silberner Schlüssel mit abgekehrtem Bart. [22]

Beschreibung:

Das Kreuz weist auf die ehemalige Zugehörigkeit der Stadt zu Kurköln hin. Der Schlüssel ist das Symbol des Heiligen Petrus, des Stadt- und Kirchenpatrons der alten Stadt Medebach. Dem Wappen des Augustinerinnenklosters Glindfeld ist die Lilie entnommen. Es handelt sich um das selbe Wappen, wie es die alte Stadt Medebach seit 1951 und nach dem Zusammenschluss mit den Gemeinden des Amtes Medebach seit 1969 führte. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 27. November 1979. Hiervon zu unterscheiden ist ein Wappen, das Stadt und Amt Medebach seit 1912 führten.[23]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Medebach unterhält mit dem französischen Locminé seit dem 7. Juni 1992 und mit dem thüringischen Worbis seit Mai 1994 Partnerschaften.[24]

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche
Fachwerkhaus in Küstelberg

[Bearbeiten] Musik

In Medebach sind mehrere Musikvereine aktiv, die sich auf die einzelnen Stadtteile verteilen. Es gibt fünf Chöre / Gesangsvereine, drei Orchester / Spielmannszüge und vier allgemeine Musikvereine.

[Bearbeiten] Bauwerke

Im Stadtgebiet stehen mehrere bemerkenswerte Kirchen. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist eine der größten Hallenkirchen im Erzbistum Paderborn. Ganz in der Nähe befindet sich die Andreaskapelle aus dem Jahr 1238, was sie zum ältesten erhaltenen Gebäude von Medebach macht. Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Referinghausen aus dem Jahr 1526 beherbergt eine romanische Sitzmadonna aus dem 13. Jahrhundert. Die Barockkapelle St. Johannes in Berge stammt aus dem Jahr 1696. Dort zu sehen sind die Bilder der zwölf Apostel, die früher im Besitz von Kloster Glindfeld waren. Die romanische Hallenkirche in Deifeld stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Am sogenannten „heiligen Berg“ Kahlen in der Nähe des ehemaligen Klosters Glindfeld existiert ein historischer Kreuzweg. Auf dem Berg steht die Kahlenkapelle mit einer barocken Kreuzgruppe auf dem Vorplatz.

Zu den zahlreichen Fachwerkhäusern Medebachs gehört das Haus Ewers in Küstelberg aus dem Jahr 1748. In ihm wurde die spätere Kochbuchautorin Henriette Davidis geboren. Aus dem Jahr 1768 stammt der Hof Fresen im Ortsteil Titmaringhausen.

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

Die Medebacher Bucht gelegen an der Grenze zu Hessen unterscheidet sich durch ihre offene Landschaft, flachen Hügeln, geringem Niederschlag und einer höheren Durchschnittstemperatur stark vom angrenzenden Rothaargebirge. Das wegen der geringen Niederschläge und saueren Böden landwirtschaftlich nur schwer nutzbare Gebiet blieb von Flurbereinigungen und ähnlichen Maßnahmen weitgehend verschont. Es existieren dort Weiden, Bergheiden, Ginsterkuppen und Hecken als Lebensräume für zahlreiche teilweise bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Fast das gesamte Gebiet der Stadt mit Ausnahme der vorhandenen Gebäude unterliegt den strengen Bestimmungen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU. Das Schutzgebiet ist das zweitgrößte seiner Art in ganz NRW. Die in diesem Rahmen entstandenen Konflikte mit den Interessen der Landwirtschaft, führten zu einer Vereinbarung der verschiedenen Interessengruppen. Diese war Vorbild für ähnliche Projekte. Umgesetzt wurden die Naturschutzmaßnahmen insbesondere von der Biologischen Station Hochsauerland.[25]

[Bearbeiten] Sport

Aufgrund des Rothaarsteigs ist der Wander- und Klettersport in Medebach verbreitet. Der Kreissportbund des Hochsauerlandes bietet darüber hinaus Kurse in der Sportart Nordic Walking an. Überhaupt stehen die touristischen Sportarten im Fokus. Dazu gehört auch der Radsport, der von der Bike Arena Sauerland profitiert. Schwimmsport ist im Hallenbad Aqua Mundo möglich.

Der mit Abstand bedeutendste Verein ist der TuS Medebach. Er wurde am 23. November 1919 als reiner Turnverein gegründet. Eine Fußballabteilung kam 1920 hinzu. Höhepunkt war das Jahr 1947, als der Tus Medebach unter anderem gegen Borussia Dortmund und Schalke 04 spielte. Diese kamen nach Medebach aufs Land, um Lebensmittel zu bekommen. Als Sportplatz diente zunächst der Kirmesplatz. 1960 wurde in Medebach ein Aschenplatz errichtet, auf dem die Fußballspiele stattfinden konnten.[26]

[Bearbeiten] Museen

In Medebach gibt es folgende Museen:

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Seit 1636 findet das so genannte „Gelobte Fest“ statt. In diesen bitten die Bürger Gott die Stadt vor Krieg, Hunger und Pest zu verschonen. Am Samstag vor dem Namenstag von Johannes des Täufers zieht zur Erinnerung eine Prozession durch die Stadt.

Der Karneval in der Stadt Medebach blickt auf eine mehr als fünfzigjährige Tradition zurück. Jedes Jahr zur Karnevalszeit werden von den Karnevalisten Narrensitzungen, ein Fastnachtsball und ein Rosenmontagsumzug veranstaltet. Die Besucher werden mit dem traditionellen Karnevalsgruß „Medebach Halei“ gegrüßt. In Medelon und Oberschledorn finden ebenfalls jährlich Karnevalssitzungen und -umzüge statt, in Medelon außerdem eine Herrensitzung.

Ferner gibt es ein „Straßenmalerfest“. In allen Ortsteilen werden Schützenfeste gefeiert. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft geht auf das Jahr 1486 zurück. Schützenfeste wurden bereits im 16. Jahrhundert gefeiert.

Vom Kulturring der Stadt werden Konzerte veranstaltet. Kammermusikaufführungen finden etwa auf Gut Glindfeld statt, während Orgel- und Chorkonzerte in der Pfarrkirche gegeben werden. Kunstausstellungen gibt es im Hansesaal.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaftsstruktur

In vielen der zur Stadt gehörenden Dörfer prägt noch immer die Land- und Forstwirtschaft das Bild. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist heute der Tourismus. Dieser hat sich insbesondere seit den 1960er Jahren entwickelt. Seither wurde das Angebot für Wintersportler deutlich ausgebaut. Ein großer Arbeitgeber ist der ehemalige Grand Dorado und heutige Center Parc Hochsauerland mit etwa 300 Mitarbeitern. Der Ort profitiert auch von seiner Lage am Rothaarsteig. Insgesamt bestanden im Jahr 2005 27 Betriebe des Übernachtungsgewerbes mit zusammen über 4000 Betten. Im selben Jahr zählte man fast 770.000 Übernachtungen. Der Anteil von ausländischen Gästen lag bei über 315.000.[27]

Neben dem Tourismus zählen zu den stärksten Wirtschaftsfaktoren der Stadt Medebach die Automobilzulieferbranche, die Leuchtenproduktion und der Maschinenbau. So befindet sich in Medebach ein Werk der Firma Borbet.

Von insgesamt 1938 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten waren 2002 700 im verarbeitenden Gewerbe, 360 im Handel und 258 im Gastgewerbe tätig.

[Bearbeiten] Verkehr

Schienenverkehr

Zwischen 1903 und 1953 war Medebach über die Kleinbahn Steinhelle–Medebach an das deutsche Eisenbahnnetz angebunden. Heute hat die Stadt keinen eigenen Bahnhof mehr – die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Willingen, Winterberg, Korbach und Frankenberg.

Straßenverkehr

Zu erreichen ist Medebach nur über Landes- und Kreisstraßen; die nächsten Bundesstraßen befinden sich in Winterberg (B 236 und B 480), Korbach (B 252) und Willingen (B 251). Der nächste Autobahnanschluss liegt ca. 39 km entfernt an der A 46 in Bestwig. Weitere Autobahnanschlüsse sind bei Diemelstadt an der A 44 (49 km) und bei Fritzlar an der A 49 (61 km).

Busverbindungen bestehen nach Schmallenberg, Brilon, Hallenberg, Korbach, Frankenberg und Willingen und werden von der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH durchgeführt.

[Bearbeiten] Medien

Lokale Tageszeitung ist die Westfalenpost, sonntags erscheint der Astenkurier. Als Lokalradiosender kann Radio Sauerland empfangen werden.

Amtsgericht Medebach

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Die Stadt Medebach verfügt über kein eigenes Krankenhaus, die nächsten Hospitäler befinden sich in den Nachbarstädten Winterberg, Frankenberg und Korbach.[28] Der Rettungsdienst erfolgt über eine Nebenwache des Rettungsdienstes des Hochsauerlandkreises. Bisher war die Wache nur tagsüber besetzt, ab 1. Januar 2009 soll es eine 24-Stunden-Besetzung geben. [29]

In der Stadt gibt es eine Freiwillige Feuerwehr, die aus einen Löschzug (Medebach) im Ortskern und neun Löschgruppen in den umliegenden Ortsteilen besteht.

Das Amtsgericht Medebach ist eine der kleinsten Einrichtungen dieser Art in Nordrhein-Westfalen.[30]

[Bearbeiten] Bildung

Die Stadt verfügt über drei Kindergärten, zwei Grundschulen, die Caspar-Vopelius-Hauptschule und ein Gymnasium. Im April 2008 wurde für das Gymnasium ein Schulzweckverband mit der Stadt Winterberg gebildet.[31] Zusammen mit der Stadt Hallenberg besteht seit Anfang 2008 als Verbundschule eine Realschule.[32]

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Franz Lotze (Herausgeber): ’’Sammlung Geologischer Führer’’, Band 39: Sauerland, bearbeitet von Hermann Schmidt und Werner Pleßmann, Berlin 1961.
  3. Topografische Karte 1:25.000
  4. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW
  5. uni-muenster.de: Studie „Die Heuschreckengemeinschaften isolierter Schieferkuppen der Medebacher Bucht“ (2.1 Naturraum und Klima)
  6. Haase, S. 25 f
  7. Grosche, S. 11–13
  8. vergl. Walter Hävernick: Der Kölner Pfennig im 12. und 13. Jahrhundert: Periode der territorialen Pfennigmünze. Georg Olms Verlag, 1984 S. 71 Digitalisat
  9. Grosche, S. 14 f
  10. Anton Grosche: 800 Jahre Stadt Medebach, Medebach 1951, S. 79
  11. Grosche, S. 16–18
  12. Grosche, S. 22 f
  13. Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster, 2005. S. 150
  14. Gesetz- und Verordnungsblatt Nordrhein-Westfalen 1969, S. 284: Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Brilon vom 18. Juni 1969
  15. LDS NRW (Landesdatenbank)
  16. LDS NRW: Kommunalwahlergebnis (26. September 2004)
  17. LDS NRW: Kommunalwahlergebnisse 1999 und 1994
  18. Werden, Wachsen, Wirken. Vom Wandel der Zeit – Kreisverwaltungen im Hochsauerlandkreis 1817–2007. Arnsberg, 2007. S.239
  19. Bundestagswahl 2005
  20. Landtagswahl 2005 (Wahlkreis 125)
  21. Landtagswahl 2005
  22. § 2 der Hauptsatzung der Stadt Medebach
  23. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Arnsberg 1986, S. 58, 163, ISBN 3-87793-017-4.
  24. Stadt Medebach: Städtepartnerschaften
  25. Projekt Medebacher Bucht, Kurzbeschreibung der Dissertation von Tobias Kador
  26. Geschichte des TuS Medebach 1919 e.V.
  27. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (Hrsg.): Die Gemeinden Nordrhein-Westfalens. Ausgabe 2006 Medebach
  28. medebach.de: Krankenhäuser. Zugriff am 28. Oktober 2008.
  29. Aktuelle Meldung auf der Website der Stadt Medebach Zugriff am 3. November 2008
  30. Westfälische Rundschau vom 23. September 2008
  31. Gründungsversammlung des Schulzweckverbandes am 14. April 2008
  32. „Grünes Licht“ für die Verbundschule in: WP 8. Februar 2008
  33. Kurzfassung der Geschichte (tabellarisch) von Medebach
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Medebach - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Medebach - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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