| Lidice | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Tschechien | |||
| Region: | Středočeský kraj | |||
| Bezirk: | Kladno | |||
| Fläche: | 475 ha | |||
| Geographische Lage: | 50° 9′ N, 14° 11′ OKoordinaten: 50° 8′ 35″ N, 14° 11′ 24″ O | |||
| Höhe: | 343 m n.m. | |||
| Einwohner: | 435 (3. Juli 2006) | |||
| Postleitzahl: | 273 54 | |||
| Verkehr | ||||
| Straße: | Kladno - Makotřasy | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Gemeinde | |||
| Ortsteile: | 1 | |||
| Verwaltung (Stand: 2007) | ||||
| Bürgermeister: | Josef Mareš | |||
| Adresse: | ul. 10. června 161 273 54 Lidice |
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| Website: | www.obec-lidice.cz | |||
Lidice (deutsch Liditz) ist eine Gemeinde im Okres Kladno in Tschechien. Sie liegt fünf Kilometer östlich von Kladno und 20 km westlich von Prag in der Mittelböhmischen Region. Während des II. Weltkriegs wurde Lidice von den Nationalsozialisten zerstört. Nach dem Krieg wurde Lidice 300 m vom alten Ort entfernt neu aufgebaut. An der Stelle des früheren Lidice befindet sich heute eine Gedenkstätte und ein Museum.
Inhaltsverzeichnis |
Lidice wurde im Jahre 1306 im Zuge einer Erbteilung erstmals urkundlich erwähnt und gehörte zu Beginn des 14. Jahrhunderts verschiedenen Prager und Kuttenberger Bürgern. Für das Jahr 1309 die Existenz eines „castrum Luticz“ belegt. 1415 erwarb Petr Meziříčský aus Prager Altstadt Teile des Dorfes und schlug sie seiner Herrschaft Makotřasy zu. Während der Hussitenkriege zogen im Mai 1420 einige Tausende Aufständische aus Louny, Žatec und Slany zur Unterstützung ihrer Bundesgenossen nach Prag. Bei ihrem Zug brandschatzten sie die Feste Tasov und plünderten den Besitz ihres Gegners Meziříčský.
Nach dessen Tode folgten mehrere Besitzerwechsel. 1470 erwarb Jetřich Bezdružický von Kolowrat Makotřasy und später Buštěhrad. Er vereinigte den Besitz und bis 1713 gelangte ganz Lidice zur Herrschaft Buštěhrad. Zu den weiteren Besitzern gehörten Franziska Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg. Nach dem Tod ihrer Tochter erbte der bayrische Kurfürst Maximilian Josef die Ländereien. Unter seiner Herrschaft begann in der Umgebung der Abbau von Kohle. 1805 übergab Maximilian die Herrschaft Buštěhrad dem Erzherzog Ferdinand Habsburger, dieser übergab es 1847 an Ferdinand den Gütigen und wurde dadurch Eigentum der kaiserlichen Höfe. Bis zur Ablösung der Patrimonialherrschaften im Jahre 1848 gehörte Lidice zur Herrschaft Buštěhrad.
Der Ort in der Talmulde des Lidický potok wurde von der Pfarrkirche St. Martin des Älteren überragt, deren barocke Neugestaltung 1732 durch den Baumeister Václav Špaček erfolgte. Mit dem industriellen Aufschwung von Kladno verdienten sich viele der Bewohner seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dort ihren Lebensunterhalt als Berg- und Hüttenleute. Im Jahre 1942 bestand Lidice aus 102 Häusern und hatte 503 Einwohner. Es gab 14 Höfe, eine Mühle, drei Lebensmittelläden, drei Wirtshäuser, zwei Metzgereien und die Kirche.
Am 27. Mai 1942 wurde der höchste SS-Repräsentant im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren, der stellvertretende Reichsprotektor Reinhard Heydrich, auf dem Weg zu einem Büro auf dem Hradschin in Prag durch ein Attentat tschechischer Widerstandskämpfer schwer verletzt. Am 4. Juni 1942 erlag Heydrich den Verletzungen. Daraufhin leiteten die Nationalsozialisten massive Vergeltungsmaßnahmen gegen die tschechische Zivilbevölkerung ein. Die Behauptung, die Dorfbewohner hätten die Attentäter beherbergt, stellte sich später als falsch heraus.
Am Abend des 9. Juni 1942 umstellten deutsche Polizeikräfte (Angehörige der Gestapo, des SD und der Schutzpolizei unter dem Kommando von SS-Offizieren einer Sonderkommission und des Befehlshabers der Sipo in Prag) mit Unterstützung der tschechischen Gendarmerie Lidice und blockierten alle Zufahrtswege, da dort Beteiligte des Attentats vermutet wurden. In der folgenden Nacht wurden die Dorfbewohner zusammengetrieben. Alle 172 Männer, die älter als 15 Jahre waren, wurden in den Hof der Familie Horák gebracht, wo sie tags darauf erschossen wurden. Weitere neun Männer, die auswärts in der Nachtschicht in einem Kohlebergwerk arbeiteten, und sieben schwangere Frauen wurden nach Prag gebracht. Die Männer wurden dort erschossen, während die Frauen ihre Kinder gebären konnten. Die verbleibenden 195 Frauen wurden in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, wo 52 von ihnen ermordet wurden. Nachdem die sieben Schwangeren entbunden hatten, wurden sie von ihren Kindern getrennt und ebenfalls nach Ravensbrück deportiert.
Der Ort Lidice wurde in Brand gesteckt, gesprengt und schließlich durch Züge des Reichsarbeitsdienstes eingeebnet, um die Gemeinde vollständig von der Landkarte zu tilgen. Die Anordnung zur „Räumung“ des Dorfes erfolgte durch den SS-und Polizeiführer Karl Hermann Frank. Vergleichbar mit dieser „Vergeltungsmaßnahme“ war die wenige Tage später durchgeführte vollkommene Zerstörung von Ležáky.
Die 98 Kinder des Dorfes wurden in das Jugendkonzentrationslager in der Gneisenaustraße in Litzmannstadt deportiert und nach rassischen Kriterien ausgesondert. Zwölf Kinder wurden zur „Germanisierung“ vorgesehen. Diejenigen 82 Kinder, die nicht zur „Germanisierung“ vorgesehen waren, wurden zusammen mit elf Kindern aus Ležáky ins Vernichtungslager Kulmhof deportiert und dort vergast.[1]
Die zwölf Kinder, die zwecks „Germanisierung“ ausgesondert worden waren, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern wieder aufgefunden, ebenso sechs von den sieben, die nach dem 10. Juni 1942 geboren wurden; das siebte war verstorben. Ein Kind aus Lidice, Marta Hroníková, ist Anfang der 1950er Jahre unter ungeklärten Umständen in einem Flüchtlingslager aufgefunden worden. Nach jahrzehntelanger Odyssee durch psychiatrische Anstalten der kommunistischen Tschechoslowakei wurde sie nach der Wende als verschollenes Kind aus Lidice anerkannt und erhielt eine Entschädigung.
Ab dem Jahr 2000 wurde die bestehende Gedenkstätte umfassend renoviert: Die Bildhauerin Marie Uchytilová schuf eine aus 82 Personen bestehende Bronzegruppe. Sie soll an die Kinder aus Lidice erinnern, die nach ihrer Deportation umgebracht worden sind, und zugleich ein Denkmal für alle Kinder darstellen, die Opfer von Kriegen sind. Der bestehende Rosengarten wurde mit 23.000 Rosenstöcken neu bepflanzt.
Als die Gräuel von Lidice bekannt wurden, haben mehrere Gemeinden den Namen Lidice (bzw. in spanischer Schreibweise Lídice) angenommen. So findet man
Ortsteile mit dem Namen Lidice gibt es in Lima (Peru), Caracas (Venezuela), Regia (Kuba) und Gan Yaoneh (Israel).
Siehe auch: Pro Lidice
Heinrich Mann, der sich in den USA im Exil befand, verarbeitete die Ereignisse um Lidice 1942 in seinem Roman Lidice. Dieser wurde nach einigen Schwierigkeiten 1943 im mexikanischen Verlag El Libro Libre erstmals veröffentlicht, der ein Jahr zuvor von deutschen Autoren im Exil gegründet worden war.[2]
Der tschechische Komponist Bohuslav Martinů schrieb 1943 während seines Exilaufenthalts in den USA ein Mahnmal für Lidice. Es ist ein einsätziges Werk für großes Orchester und zitiert unter anderem Beethovens 5. Sinfonie.
Die Kinder von Lidice Dokumentarfilm (ZDF, Deutschland, 1999, 29 Min.), Regie: Manfred Kosmann, Bohumil Neumann. Der Film stellt nach Forschungen der Berliner Journalistin Kerstin Schicha und des Berliner Rechtsanwalts Frank Metzing das Schicksal der Kinder dar, die nach der Zerstörung Lidices von den Nationalsozialisten verschleppt wurden.
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Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."