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Mascon

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Schwerefeldanomalien auf der erdnahen (links) und der erdfernen Seite des Mondes: rot = positive, blau = negative.

Mascons sind großräumige Bereiche höherer Dichte in geringer Tiefe auf dem Mond. Der Name stammt vom englischen Begriff für Massenkonzentration (mass concentration) ab. Als negative Mascons werden Gebiete die eine geringere Dichte als die Umgebung aufweisen bezeichnet. Die Dichte innerhalb eines Mascons liegt bei 3.3 g/cm³, für das umgebende Gestein dagegen bei 3.0 g/cm³. Die Masse aller Mascons macht zirka 0.01 bis 0.03 Prozent der Gesamtmasse des Mondes aus.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Liste bekannter Mascons (Auswahl)

Vergleich der Topografie der Oberfläche (oben) und des Schwerefeldes des Mascons vom Mare Serenitatis (Lunar Prospector, NASA).
Topografie (oben) und Schwerefeld von Mare Smithii.

Ein Mascon liegt in aller Regel unterhalb eines Mondmeeres. Die meisten wurden in Äquatornähe auf der erdzugewandten Seite entdeckt.

[Bearbeiten] Entdeckungsgeschichte

Die „krummen“ Bahndaten der ersten Mondsonden (Lunar Orbiter) wiesen die Astronomen auf Störungen in der Masseverteilung des Mondes hin. Nur bei einer kugelsymmetrischen Masseverteilung umkreist ein Satellit den Himmelskörper auf einer elliptischen Bahn, die unregelmäßigen Umläufe der Sonden konnten somit nur mit Schwereanomalien durch Mascons erklärt werden. Die Lunar-Prospector-Mission kartografierte diese Gebiete, damit wurde eine detaillierte Karte der Mascons erstellt.

[Bearbeiten] Entstehungstheorien

Da Mascons unterhalb von Einschlagskratern und Maria liegen, geht ihre Entstehung auf die Zeit des Letzten Großen Bombardement vor ca. 3 bis 3,5 Milliarden Jahren zurück. Riesige Meteoriten stürzten in dieser Ära auf den Mond und durchbrachen dessen Gesteinskruste. Das aufsteigende Magma ergoss sich über die Mondoberfläche und formte so die Maria. Unterhalb dieser Maria entstanden die Mascons. Nach einer Theorie sind die Mascons Überbleibsel der Eisenkerne dieser Meteoriten, andere gehen von Lavablasen aus, die in Folge des Einschlages aufstiegen.

[Bearbeiten] Mascons auf der Erde?

Unterhalb der großen Einschlagkrater auf der Erde wie beispielsweise unter dem Nördlinger Ries sind keine Massenkonzentrationen nachgewiesen worden. Es wird vermutet, dass der durch den Flug in der Atmosphäre aufgeheizte Kern beim Aufschlag verdampfte oder sich die Trümmerstücke beim Aufprall großflächig verteilten. Auch reicht die Erdkruste wesentlich tiefer als die frühere Mondkruste und wurde nicht wie bei der Entstehung der Marebecken durchschlagen.

[Bearbeiten] Literatur

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