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Marienbildnis

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Martin Schongauer, Maria im Rosenhag, 1473, Tempera auf Holz, Colmar, Dominikanerkirche

Als Marienbildnis, Madonnenbildnis oder auch nur Marienbild bezeichnet man in der christlichen bildenden Kunst die Darstellung Marias allein oder gemeinsam mit Jesus Christus als Kind. Seit dem 3. Jahrhundert bildet das Marienbild den häufigsten Gegenstand der christlichen Kunst, dass sich auf zahllosen Bildmedien und in vielfachen inhaltlichen Zusammenhängen präsentiert und der Marienverehrung bildhaften Ausdruck verleiht.[1]

Marienbilder greifen oft Szenen aus der Marienlegende, dem Marienleben oder dem Leben von Jesus Christus auf. Daneben existieren zahlreiche Bildzyklen und Einzeldarstellungen, bei denen sich eigenständige Bildtypen herausgebildet haben, sowie solche, die bestimmte theologische Vorstellungen und Zusammenhänge abbilden.[2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichtliche Entwicklung

Krönung der Maria, Apsismosaik in Santa Maria Maggiore, Rom, 1295 unter Verwendung von Resten des urspürunglichen Mosaiks aus dem 5. Jh.

Die Geschichte des Marienbildnisses ist zugleich eine Geschichte der Darstellungstypen, eine Geschichte der Anlässe der Mariendarstellung, aber auch eine Geschichte der Marienheiligtümer und Marienwallfahrten und nicht zuletzt eine Geschichte der Marienfrömmigkeit, deren sich wandelnde Haltungen auch einen Bedeutungswandel der bildlichen Darstellungen mit sich brachte. Daneben spielt das Marienbildnis auch eine mitunter wichtige Rolle im Werk einzelner Künstler. Diese verschiedenen Stränge der Geschichte des Marienbildes überlagern sich vielfach, die Marienikonograpie lässt sich deshalb und auch wegen zahlloser regionaler oder lokaler Besonderheiten kaum systematisieren.[3]

[Bearbeiten] Frühchristliche Kunst

Frühe Marienbilder stammen bereits aus dem 2. Jahrhundert. Sie sind beispielsweise in der Priscilla-Katakombe in Rom zu sehen. Meist wurde Maria hier jedoch nicht eigenständig, sondern in thematisch am Leben Jesu oder der Theologie Christi orientierten Szenen (mit) dargestellt. Die Zahl der Marienbilder nahm zu, nachdem Maria im Jahre 431 auf dem Konzil von Ephesos als Gottesmutter dogmatisiert worden war. Ab diesem Zeitpunkt entwickelten sich eigenständige Marienbildtypen. Programmatisch für die neue Haltung seit dem Konzil von Ephesos ist die Basilika Santa Maria Maggiore in Rom.[4]

[Bearbeiten] Byzantinische Kunst nach dem Bilderstreit

Byzantinische Madonnen und die der russischen Ikone verwenden eine andere und teilweise sehr einheitliche Darstellungsform, verglichen mit den Darstellungsweisen der westeuropäische Marienbilder, auch wenn die byzantinischen Darstellungen für die europäischen Bilddarstellungen richtungsweisend waren.

„Dreihändige” Gottesmutter (Tricheirousa), Kloster Hilandar, Athos

Anders als in der westeuropäischen Kunst haben sich in der byzantinischen Kunst sehr typische Madonnentypen entwickelt, die als Typus eindeutig benannt werden können:

Siehe auch: Marienikone

[Bearbeiten] Darstellungsformen der westeuropäischen Kunst bis zum Konzil von Trient

Marienstatue über einem Hauseingang
Madonna mit Kind. Zeitgenössische Holzplastik aus Ghana

Die westeuropäische Kunst hat weniger strenge Darstellungsformen entwickelt. Entsprechend der Entwicklung der Kunststile haben sich jedoch auch hier Muster herausgebildet.

Zu den zentralen Formen der Marienverehrung gehören die stehende oder thronende Madonna mit Kind, die Schmerzensmutter beim Martyrium Jesu oder die Maria alleine.


In der Zeit der Gotik entstanden zahlreiche Bildtypen für die Darstellung der Maria. Nicht jedes Marienbild lässt sich jedoch eindeutig einem spezifischen Bildtyp zuordnen. Typisch für Madonnen der Gotik ist jedoch die zunehmende Betonung ihrer menschlichen und mütterlichen Seite. Die meisten gotischen Madonnen werden stehend gezeigt und wenden sich dem Kind zu.

Seit dem 12. Jahrhundert wurden außerdem bevorzugt Szenen aus dem Marienleben gezeigt. Typische Bildthemen waren Anna selbdritt, Englischer Gruß, die Krönung Mariens, Maria Himmelfahrt und die Darstellung der Schmerzensmutter als Pietà oder bei der Beweinung Christi.

Typisch für die Renaissance Italiens ist die Sacra Conversazione (Maria im kleinen Kreise), nördlich der Alpen die Virgo inter Virgines, Jungfrau unter Jungfrauen, und die Maria im Rosenhag oder Maria im Paradiesgarten.

Mit der Wiederbelebung des Marienkultes in der Zeit der Gegenreformation wird Maria besonders häufig als hoheitsvolle Herrscherin (Regina Coeli) oder – ohne Kind – als Immaculata, die Unbefleckte, dargestellt.

Darüber hinaus haben sich bestimmte Sonderformen der Mariendarstellung herausgebildet. Dazu gehören:

[Bearbeiten] 19. und 20. Jahrhundert

Die strengste Form der Darstellung war die in der Romanik. In dieser Zeit wurde die Madonna überwiegend feierlich und streng mit Kind als Maestà oder Sedes sapientiae dargestellt.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Engelbert Kirschbaum (Hg.) u.a.: Lexikon der Christlichen Ikonographie. Freiburg, 1971. Bd. 3, Stichwort "Maria, Marienbild", S. 157.
  2. Engelbert Kirschbaum (Hg.) u.a.: Lexikon der Christlichen Ikonographie. Freiburg, 1971. Bd. 3, Stichwort "Maria, Marienbild", S. 156.
  3. Engelbert Kirschbaum (Hg.) u.a.: Lexikon der Christlichen Ikonographie. Freiburg, 1971. Bd. 3, Stichwort "Maria, Marienbild", S. 156.
  4. Engelbert Kirschbaum (Hg.) u.a.: Lexikon der Christlichen Ikonographie. Freiburg, 1971. Bd. 3, Stichwort "Maria, Marienbild", S. 156.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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