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Mare Imbrium

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Mare Imbrium
Lage von Mare Imbrium.
Strukturen am Mare Imbrium:
A – Sinus Iridum (Regenbogenbucht)
B – Montes Jura (Jura-Gebirge)
C – Plato
D – Montes Alpes (Alpen)
E – Aristillus
F – Autolycus
G – Archimedes
H – Palus Putredinis (Sumpf der Fäulnis)
I – Hadley-Rille
J – Apollo-15-Landestelle
K – Montes Apenninus (Apenninen)
L – Erathostenes
M – Montes Carpatus (Karpaten)
N – Copernicus
O – Montes Caucasus (Kaukasus)
Das Mare Imbrium beherrscht die nördliche Mitte des Mondes.
Das Mare Imbrium mit der Regenbogenbucht und dem Jura-Gebirge durch die Tag-Nacht-Grenze hervorgehoben (Aufnahme von der Erde aus mit einem 150-mm-Teleskop).
Blick über das südliche Mare Imbrium: im Vordergrund der Krater Pytheas (20 km Durchmesser), am Horizont der Krater Copernicus (107 km Durchmesser) hinter der Gebirgskette der Karpaten. (Apollo 17, NASA)

Das Mare Imbrium (lateinisch für Meer des Regens oder Regenmeer, da man früher die dunklen Tiefebenen für Meere hielt) ist das zweitgrößte Mare des Erdmonds. Das annähernd kreisrunde, basaltgefüllte Becken des Regenmeeres ist durch den vorletzten der wirklich großen, Mare-bildenden Einschläge (Impakts) von Asteroiden während des Letzten Schweren Bombardements entstanden; nur das Mare Orientale ist selenologisch jünger. Mit dem Imbrium-Einschlag vor 3,8 bis 3,9 Milliarden Jahren endet auf der lunaren Zeitskala das nektarische Zeitalter, und das imbrische Zeitalter beginnt.

Die selenografischen Koordinaten des Mittelpunkts des Regenmeeres werden von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) mit 32,8 N 15,6 W und der Durchmesser mit 1123 Kilometer angegeben.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Umgebung

Im Westen geht die Basaltebene des Mare Imbrium in den Oceanus Procellarum über. Im Nordwesten liegt die Regenbogenbucht (Sinus Iridum) mit dem Kap Laplace und im Osten der „Sumpf“ Palus Nebularum. Im Norden trennen die (Mond-)Alpen das Regenmeer vom Mare Frigoris. Ebenfalls im Gebiet der Alpen liegt der bedeutende Krater Plato und im Mare selbst der große, mit Mare-Basalt gefüllte Krater Archimedes.

[Bearbeiten] Bergketten

Das Imbrium-Becken ist von drei kreisförmigen Bergringen umgeben, die durch den Aufprall entstanden sind. Der äußere Ring hat einen Durchmesser von etwa 1300 Kilometern und teilt sich in unterschiedliche Abschnitte auf: die Karpaten im Süden, die Apenninen im Südosten und den Kaukasus im Osten. Den mittleren Ring bilden die Alpen und die Bergregionen an den Kratern Archimedes und Plato. Der innere Ring mit einem Durchmesser von 600 Kilometer ist zum größten Teils unter Marebasalt vergraben. Nur niedrige Hügel erheben sich über die Mare-Ebene und formen ein grobes Ringmuster. Die äußeren Berge erheben sich bis zu 7 Kilometer über die Ebene des Regenmeeres.

[Bearbeiten] Untergrund

Im Zentrum unter dem Mare Imbrium befindet sich ein Mascon (Mass concentration) – eine Schwereanomalie, die einem Massenüberschuss von 0,015 bis 0,045 Prozent der Mondmasse entspricht. Sie bewirkt eine Bahnhöhenveränderung für überfliegende Mondsatelliten von ungefähr 60 bis 100 Metern.

[Bearbeiten] Entstehung

Der Einschlag, der das Regenmeer erzeugte, war der zweitgrößte in der Mondgeschichte. Seine kinetische Energie in der Größenordnung von 1027 Joule war so groß, dass bereits eine hundertfach größere Energie ausgereicht hätte, um den Mond vollständig zu zertrümmern. Der Einschlag formte die drei Bergringe und erzeugte ein Muster von radialen und konzentrischen Verwerfungen um den Einschlagskrater. In mehreren 100 Millionen Jahren füllte sich das Becken über Bodenspalten mit Lava aus dem Magma des Mondinneren, so dass die heute sichtbare basaltische Mare-Ebene mit maximal 100 Metern Höhenunterschied und der charakteristischen dunklen Färbung entstand. Um den gefluteten Einschlagskrater befinden sich tiefe Rillen, von denen man annimmt, dass sie durch Material in den Mondboden gepflügt wurden, das beim Einschlag in flachem Winkel herausgeschleudert wurde.

Am gegenüberliegenden Ort auf der Mondrückseite, im Fokus der dort zusammenlaufenden seismischen Wellen, liegt ein chaotisches Terrain. Der Zusammenhang mit dem Imbrium-Einschlag wird durch Computersimulationen bestätigt, nach denen dieses Gebiet durch die Einschlagswirkung um 10 Meter hochgerissen wurde.

[Bearbeiten] Raumfahrtmissionen

Apollo 15 landete in der Hadley-Rille am Fuße der Hadley-Apenninen, wo sich auch Spuren des Asteroideneinschlags auffinden lassen sollten. Anhand der gefundenen Brekzien und weiterer Impaktgesteine konnte das genaue Alter des Mare bestimmt werden.

Wie auch bei den Apollo-Missionen 12, 14 und 16 wurde eine autonome Basisstation mit Experimenten (ALSEP) auf der Mondoberfläche installiert. Sie war unter anderem mit einem Seismometer bestückt, das wertvolle Daten liefern konnte, auch über seismische Aktivitäten am Rande des Regenmeeres.

Das Mare Imbrium wurde von sowjetischer Seite durch den unbemannten, von der Erde aus gesteuerten Mond-Rover Lunochod 1 erforscht. Das „Mond-Mobil“ fuhr etwa 10,5 Kilometer durch die Mare-Ebene und lieferte neben einer großen Zahl von Bildern vor allem Daten über die physikalischen Eigenschaften des örtlichen Regoliths.

[Bearbeiten] Name

Die Bezeichnung Mare Imbrium wurde erstmals von Giovanni Riccioli 1651 verwendet. In den folgenden Jahrhunderten waren auch die Namen Mare Austriacum (nach Michael Florent van Langren, genannt Langrenus, 1645) und Lacus Marinus (nach Johannes Hevelius) in Gebrauch. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich für die Mondstrukturen die Benennung nach Riccioli durch, und die Bezeichnung Mare Imbrium wurde von der IAU 1935 als offizielle Bezeichnung bestätigt.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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