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| Mérida | ||
|---|---|---|
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Mérida auf der Karte von Venezuela |
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| Basisdaten | ||
| Staat | Venezuela | |
| Bundesstaat | Mérida | |
| Stadtgründung | 9. Oktober 1558 | |
| Einwohner | 215.289 (Ber. 2005) | |
| Stadtinsignien | ||
| Detaildaten | ||
| Fläche | ~25 km² | |
| Höhe | 1,63 m | |
| Gewässer | Río Chama | |
| Postleitzahl | 5101 | |
| Vorwahl | (+58) 274 | |
| Zeitzone | UTC-4:30 | |
| Stadtvorsitz | Léster Rodríguez (2008 - 2012) | |
| Website | ||
| Spitzname: „Ciudad de los Caballeros“[1] | ||
| Luftaufnahme von Mérida | ||
| Panorama von Mérida | ||
| Flughafen von Mérida | ||
Mérida (vollständiger spanischer Name Santiago de los Caballeros de Mérida) ist die Hauptstadt und das Handelszentrum des Bundesstaates Mérida mit 215.289 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005), sowie das touristische und universitäre Zentrum des venezolanischen Westens.
Inhaltsverzeichnis |
Geprägt ist Mérida durch seine Tallage im Andenhochland. Das Zentrum liegt in einer Höhe von 1.630 m[2] auf einer angeschwemmten Terrasse zwischen den Flüssen Río Albarregas im Westen und Río Chama im Osten.
Begrenzt wird es von zwei Gebirgsketten, im Südosten die Sierra Nevada und im Nordwesten die Sierra La Culata. In unmittelbarer Nähe zur Stadt und in Sichtweite befindet sich der höchste Berg Venezuelas, der ganzjährig von einem (schrumpfenden) Gletscher bedeckte Pico Bolívar (4.981 Meter).
Wegen seiner Lage auf einer Terrasse in einem Tal hatte die Stadt nicht viele Möglichkeiten zur Entwicklung und ist daher recht wild gewachsen. Lediglich das im kolonialen Stil gehaltene Zentrum ist mit seinen acht Avenidas in Ost-West-Richtung und 40 Straßen in Nord-Süd-Richtung geordnet.
Der Rest der Stadt orientiert sich entlang der Hauptverkehrsadern (wie der Transandina und dem Anschluss an die Panamericana und anderen Ausfallstraßen). Im Südosten reicht die Stadt schon bis auf zwei Kilomater an den Nachbarort Ejido heran.
Trotz des beengten Raumes zur Stadtentwicklung weist Mérida wegen der Vielzahl seiner Plätze und öffentlichen Parks den höchsten Anteil an Grünfläche pro Einwohner von Venezuela auf.
Gegründet wurde Mérida am 9. Oktober 1558 durch den spanischen Kapitän Juan Rodriquez Suárez (am heutigen Ort von San Juan de Lagunillas). Er gab ihr den Namen seiner gleichnamigen westspanischen Heimatstadt, Mérida. Auch die Flüsse benannte er nach den Flüssen des spanischen Mérida Albarregas und Guadiana (letzterer wurde später in Chama umbenannt).
1559 wurde sie von Juan de Maldonado an ihren jetzigen Ort verlegt und dabei in „San Juan de las Nieves“ beziehungsweise später in „Santiago de los Caballeros“ umbenannt. Daraus entwickelte sich schließlich „Santiago de los Caballeros de Mérida“, der bis heute gültige, komplette Name.
Im Jahr 1622 wurde Mérida zur Hauptstadt des Bundesstaates und 1778 zum Bischofssitz[3]. Dies trug zum Bau eines Priesterseminars bei, das 1811 zur Universidad de Los Andes umgewandelt wurde.
Wie in allen venezolanischen Städten bildet die Plaza Bolívar das Herz der Stadt. An ihrer Westseite befindet sich die Kathedrale (Catedral de Mérida) im gotischem Stil aus dem Jahr 1803.
Größte Attraktion Méridas ist die Teleférico de Mérida, eine Seilbahn auf den Pico Espejo (4.765 Meter). Aus dem Zentrum der Stadt führt sie bis in die Gletscherregion der Anden. In vier Abschnitten wird ein Höhenunterschied von fast 3.200 Meter und eine Distanz von mehr als 12,5 km bewältigt (damit ist sie die höchste und zweitlängste der Welt). Seit August 2008 ist die Seilbahn allerdings wegen gravierender Verschleißerscheinungen geschlossen; eine Renovierung oder Neubau wird erwogen[4].
Der Start befindet sich an der „Plaza Las Heroínas“, die zur Erinnerung an 5 „Merideñas“ (Frauen aus Mérida) errichtet wurde, die für die Unabhängigkeit kämpften.
Der „Mercado Principal“ ist eine Markthalle in der Avenida Las Américas (etwas außerhalb des Zentrums), in dem Handwerkswaren und typische Güter der Region (gemeinsam mit gastronomischen Produkten) angeboten werden.
Außerdem befindet sich in der Innenstadt die „Heladería Coromoto“, eine Eisdiele, die aufgrund ihrer Angebotsvielfalt an Eissorten (mehr als 800 verschiedene, davon ca. 75 bis 100 permanent verfügbar) in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde. Darunter befinden sich so ausgefallene Eissorten wie Forelle oder Knoblauch.
In der Umgebung befinden sich die Nationalparks Sierra Nevada und La Culata sowie eine Vielzahl von Bergseen wie die Laguna Mucubají, die Laguna Negra oder die Laguna Tapada.
75 km von Mérida entfernt befindet sich in 3.100 Meter Höhe das Berghotel Los Frailes. Es wurde im 17. Jahrhundert als Kloster errichtet. Der erhalten gebliebene Glockenturm ist das Wahrzeichen des Hotels.
Mérida ist Standort der zweitältesten Universität des Landes, der „Universidad de Los Andes“ (ULA), mit etwa 44.000 Studenten (Stand 2006).
Sie hat ihre Ursprünge in einem am 29. März 1785 gegründeten Priesterseminar, das am 21. September 1810 zu einer (kirchlichen) Universität (namens Real Universidad de San Buenaventura de Mérida de los Caballeros) umgewandelt wurde. 1832 erfolgte die Wandlung zu einer weltlichen Universität und 1883 erhielt sie ihren heutigen Namen (ULA).
Das Studienangebot der über die ganze Stadt verteilten[5] Universität umfasst zahlreiche Fächer der Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Die ULA unterhält u.a. ein studentisches Austauschprogramm mit dem Fachbereich für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim.
Mérida beherbergt das am 10. November 2006 eröffnete Nationale Zentrum für die Entwicklung und Erforschung freier Technologien (Cenditel). Dieses neue Forschungszentrum entstand in Zusammenarbeit der Stiftung zur Entwicklung von Wissenschaft und Technologie (Fundacite Mérida) des Bundesstaates Mérida mit Forschern der Universidad de Los Andes und untersteht dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie. Das Zentrum eröffnet einen neuen Raum in der Auseinandersetzung über den Gebrauch und die Entwicklung freier Technologien (Freie Software, Open Source, Freie Hardware, Offene Standards) und befördert deren Erforschung und Entwicklung.
| Zählung | Mérida | Ballungsraum |
|---|---|---|
| 1950 | 25.000 | - |
| 1971 | 74.000 | - |
| 1981 | 156.956 | - |
| 1990 | 178.580 | 271.992 |
| 2001 | 204.879 | 345.489 |
| 2005 | 215.289 | - |
Obwohl Mérida immer eine der wichtigsten Städte der venezolanischen Anden war, hatte es relativ wenige Einwohner im Vergleich zu vielen anderen Städten des Landes. So lebten am Anfang des 17. Jahrhunderts etwa 4.000 Menschen (rund 3.300 Indios und etwa 150 spanischstämmige Familien) in der Stadt und dies stieg bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts auf lediglich 5.000 Einwohner an.
Dieser langsame Anstieg der Einwohnerzahl dauerte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts an; danach stieg sie schneller und verdreifachte sich beispielsweise ab 1971 in lediglich 3 Jahrzehnten (74.000 − 205.000). Dies ist zu einem großen Teil auf die Landflucht der Bauern der Umgebung zurückzuführen, sowie auf den guten Ruf der Universität.
Die „Merideños“ (beziehungsweise alle Einwohner der Anden) werden im Rest des Landes auch „Gochos“ (ausgesprochen als Gotschos) genannt.
Traditionell spielte die Landwirtschaft eine große Rolle in der Stadt (von der aus die Güter im ganzen Bundesstaat verteilt wurden). In der Umgebung gab es große Haciendas, die Zuckerrohr anbauten.
Dies änderte sich mit der Errichtung der Seilbahn (dem Teleférico), dem besseren Anschluss an das nationale Straßennetz und dem Bau des Flughafens, wodurch sich der Tourismus erhöhte und sich damit einhergehend eine Dienstleistungsgesellschaft für dessen Bedürfnisse entwickelte. Diese ist zur Zeit die Haupteinnahmequelle der Stadt.
Die Kultur der Stadt hängt sehr der „Folklore der Anden“ an. Mérida ist dabei der wichtigste Repräsentant dieser Folklore im Land.
Die wichtigste regionale Feier ist die im Februar stattfindende „Feria del Sol“, sonst werden die üblichen christlichen Feiern abgehalten.
Es gibt in der Stadt eine große Anzahl von Sportstätten, die auch für nationale Veranstaltungen (wie die Juegos Nacionales Andes 2005 oder die Copa América 2007) genutzt werden.
Die größte davon ist das Complejo Deportivo Cinco Águilas Blancas, in welchem sich auch das Estadio Metropolitano de Mérida befindet. Dort trägt das lokale Fußballteam Estudiantes de Mérida ihre Spiele aus.
Die populärsten Sportarten sind Fußball und Baseball, aber - dank der Lage der Stadt - können auch eine Vielzahl von Extremsportarten praktiziert werden.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gab es keine Verkehrsverbindungen mit den restlichen Bundesländern; erst dann wurde durch den Bau der Transandina Mérida an das nationale Straßennetz angeschlossen. Eine zweite Straße verbindet die Stadt über El Vigía mit der Panamericana. Andere Straßen führen zu Nachbarstädten des Bundesstaats.
Durch Naturereignisse (wie durch die starken Regenfälle ausgelöste Muren) kam es jedoch immer wieder zu Beeinträchtigungen im regionalen straßengebundenen Verkehr.
Innerhalb der Stadt gibt es 4 Durchzugsstraßen, die diese der Länge nach durchlaufen.
Mérida hat weitläufiges urbanes Bussystem, das das Zentrum mit den Außenbezirken verbindet und die Stadt zu einem großen Prozentsatz abdeckt.
Der öffentliche Transport ist zwar einer der besten des Landes, sieht sich aber einer steigenden Nachfrage (vor allem zwischen Zentrum und der Nachbarstadt Ejido) gegenüber. Um dieser gerecht zu werden, wurde der Trolebús de Mérida gebaut, ein umweltfreundliches Massentransportsystem. Am 18. Juni 2007 wurde das erste Teilstück (mit 14 von 33 Stationen) eröffnet.
Regional und national gibt es Busverbindungen, die - mit der Ausnahme von einigen regionalen Buslinien - vom Busterminal der Stadt abfahren.
Innerhalb der Stadt gibt es den nationalen Flughafen Alberto Carnevalli, von dem aus die wichtigsten Städte (vor allem im Westen) des Landes direkt angeflogen werden können. Er ist einer der aktivsten des Landes, mit etwa 20 täglichen Flügen von und nach Caracas.
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