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Leyser

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Leyser / von Leyser (Variationen: Lyser, Leysser, Laiser, Laisser) ist der Name einer alten und in Einzellinien geadelten deutsch-österreichischen Gelehrtenfamilie, deren Ursprünge im 13. Jahrhundert liegen und die viele herausragende Persönlichkeiten vor allem im Bereich der evangelischen Theologie und der Rechtswissenschaften hervorgebracht hat.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Herkunft

Der Name dieser alten Familie leitet sich sehr wahrscheinlich von dem Nebenflüsschen Lieser ab, welches in Kärnten in die Drau fließt. Der erste namentlich erwähnte Leyser ist ein Ritter Raimund Leyser, der im Jahr 1239 bei einer Schlacht im Marchfeld dem späteren Kaiser Rudolf I. von Habsburg (1218–1291) das Leben rettete. Fast zweihundert Jahre später taucht ein Johann Leisser auf, der 1411 als Kastellan von Waldstein bei Deutschfeistritz in der Steiermark erwähnt wird ebenso wie im Jahre 1431 der Abt des Stiftes Zwettl Erasmus Leyßer und 1529 im Zusammenhang mit der Verteidigung von Wien ein Oberst Siegmund Leyßer. Eine Linie dieses Geschlechtes war 1642 in den Freiherren- und Grafenstand erhoben sowie mit dem Erb-, Arsenal- und Herrenamt in der Steiermark betraut worden. Seit ca. 1800 gelten aber die österreichischen Leysers als ausgestorben.

[Bearbeiten] Der württembergische Ursprung

Im Laufe der Zeit waren aber einige Mitglieder dieses alten Familienstammes wohl auf Grund ihres Glaubens nach Ungarn und /oder Württemberg vertrieben worden. Der erste urkundlich belegte Leyser, der aller Wahrscheinlichkeit nach zu den Nachkommen der nach Württemberg Vertriebenen Familienangehörigen zählt und bereits in Winnenden/Württemberg geboren worden war, dessen Eltern aber namentlich nicht bekannt sind, ist Kaspar Leyser (1526–1555). Damit wird er als der Stammvater des deutschen Zweiges dieser Familie Leyser angesehen. Obwohl sich fast alle Quellen bezüglich der Verbindung zwischen den österreichischen und württembergischen Leysers einig sind und auch die Wappenstruktur sich ähnelt, konnte ein endgültiger Beweis für diese verwandtschaftliche Beziehung unter anderem auf Grund der fehlenden Kenntnisse über Kaspars direkte Vorfahren bis heute allerdings nicht vollends erbracht werden.

Kaspar Leyser, Diakon in Vaihingen, Pfarrer in Winnenden und Nürtingen, machte auf sich aufmerksam, als er 1554 einen Antrag an den Herzog Christoph von Württemberg (1515–1568) stellte, eine strengere Kirchenzucht nach calvinistischen Vorbild und ein Presbyterium einzuführen. Vom Herzog zwar befürwortet, wurde der Vorschlag vom evangelischen Reformer und Berater des Herzogs Johannes Brenz (1499–1570) sowie den weltlichen Räten abgelehnt. Kaspar Leyser war verheiratet mit Margarethe Entringer (1526–1566), deren einziges gemeinsames Kind Polykarp Leyser der Ältere (1522–1610) war.

[Bearbeiten] Die sächsische, preußische und hannoversche Linie

Mit Polykarp Leyser den Älteren, dessen Reichsadelstand am 22. Dezember 1590 von Rudolf II. (1552–1612) in Prag auf Grund seiner Stellung in der Gesellschaft durch kaiserliches Handschreiben neu konfirmiert und konferiert worden war, nachdem seine Vorfahren angeblich auf Grund von Verarmung den früher vergebenen Adel abgelehnt hatten, begann der quantitative sowie qualitative Aufstieg der Gelehrtenfamilie. Durch jeweils zahlreiche Nachkommen in den einzelnen Generationen konnte sich die Familie enorm vergrößern und verzweigen. Durch die Tätigkeit von Polykarp Leyser in Wittenberg verlagerte sich der Hauptsitz der Familie nach Sachsen und teilte sich in den Folgegenerationen weiterhin noch in eine hannoversche und preußische Linie auf. Hier sind es vorrangig die Linien seiner Söhne Polykarp Leyser II. (1586-1635) und Wilhelm Leyser I. 1592–1649), die in der Zukunft theologische und rechtswissenschaftliche Geschichte schreiben und die bedeutendsten Persönlichkeiten der Familie hervorbringen sollten. Während der Sohn Wilhelm I. zunächst ebenfalls noch Theologe geworden war, wurden bereits sein Sohn Wilhelm Leyser II. (1628–1689) ebenso wie anschließend sein Enkel Augustin Leyser (1683–1752) bedeutende Rechtswissenschaftler. Für seine Verdienste wurde Augustin Leyser im Jahre 1739 darüber hinaus von Kaiser Karl VI. (1685–1740) in den erblichen Reichsadelstand erhoben. Augustin von Leyser hatte zwei Söhne, wobei aber Augustin der Jüngere im Jahre 1743 als Student und Wilhelm 1750 als sächsischer Leutnant ohne Nachkommen verstarben und somit ist dieser Zweig im Namensstamm erloschen. Alle nachfolgenden adeligen Nachkommen stammen daher von dem Konsistorialrat Johann Gottlieb von Leyser (1699–1780) aus Dresden ab, der später in Preußen ansässig wurde und von dem aus sich die preußische Linie entwickelte. Er war ein Urenkel des Polykarp II. und wurde ebenfalls auf Grund seiner Verdienste mit Bestätigungsbrief vom 23. Mai 1751 geadelt. Von dieser geadelten Linie sind die bekanntesten Mitglieder der Kriegs- und Domänenrat und Botaniker Friedrich Wilhelm von Leyser (1731–1815), der Maler und Rittmeister Ernst Polykarp Baron von Leyser (* 1792) sowie die Generäle Hans Polykarp von Leyser (1855–1928) und Ernst von Leyser (1889–1962), wobei letzterer bekannt wurde durch seine Kriegsverbrechen gegenüber Zivilisten auf dem Balkan im Zweiten Weltkrieges und der beim Prozess Generäle in Südosteuropa entsprechend bestraft wurde.

Darüber hinaus stammen von der Linie von Polykarp II. noch weitere bedeutende Persönlichkeiten ab, wie beispielsweise der Philosoph und Mediziner Michael Leyser (1626-1659), die Theologen Christian Leyser (1624–1671), Friedrich Wilhelm Leyser (1622–1691), Polykarp Leyser III. (1656–1725), von dem sich später die hannoversche Linie abzweigt und zu der der sächsische Generalleutnant und letzte Besitzer des Stammsitzes Schloss Nudersdorf, August Friedrich Wilhelm von Leyser (1771–1842), zu zählen ist, sowie Polykarp Leyser IV. (1690–1728), während aber ein anderer Sohn von Polykarp Leyser II., der Theologe Johann Leyser, zum Außenseiter und schwarzen Schaf der Familie wurde, weil er sich für die Polygamie aussprach.

Deutschlandweit sind heute noch circa 500 eingetragene Personen gleichen Namens zu finden ebenso wie auch eine größere Zahl an Personen die im 19.Jahrhundert nach Amerika und England emigriert waren. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass sich in Deutschland zusätzlich eine eigenständige Familie namens Leyser entwickelt hat, deren Namen wohl eher von dem Bach Lieser im Tal der Mosel herstammt und ebenfalls bekannte Persönlichkeiten wie beispielsweise den Theologen und Schriftsteller Jakob Anton Leyser (1830–1897) oder den Historiker Karl Leyser (1920–1992) hervorgebracht hatte. Dies würde auch die Häufung des Namens in Rheinland-Pfalz und Umgebung begründen. Somit sind die Leysers, die auf der Namensverteilungskarte in Niedersachsen und Ostdeutschland zu finden sind, aller Wahrscheinlichkeit nach die letzten Nachkommen der alten ursprünglich österreichischen Adelsfamilie.

[Bearbeiten] Wappen

Das ursprüngliche Wappen der Freiherren Leyser ist geviertelt und zeigt im ersten und letzten schwarzen Feld zwei auswärts gedrehte Halbmonde, wohingegen im dritten und vierten blauen Feld dreihügelige Berge mit zwei am Stiel übereinander gekreuzten Eicheln zu sehen sind. Eine Variation des Wappens zeigt auch statt der Eicheln gekreuzte mit Trauben behängte Zweige von Weinstöcken. Auf dem linken gekrönten Helm mit golden-blauer Helmdecke befinden sich zwischen schwarzen Straußenfedern ebenfalls zwei goldene Halbmonde, wohingegen der rechte Helm mit golden-schwarzer Helmdecke zwischen blauen Flügeln die Eicheln oder Rebstöcke wiederholen.

Das Wappen der seit 1590 geadelten württembergisch-sächsische Linie, zeigt zwei nebeneinander stehende, mit den Spitzen auswärts gekehrte Halbmonde im schwarzen Schilde. Auf dem gekrönten Helm sind sechs schwarze Straußenfedern, belegt mit ebenfalls zwei goldenen Halbmonden, vorgestellt.

[Bearbeiten] Herausragende Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Einzelnachweis

  1. Eintragungen in : Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 497-498. Zeno org: [1] ; und sein botanisches Hauptwerk: "Spermatophytes; Mycology; Algae; Bryophytes" [2]
  2. Eintrag in Pierers Universallexikon: [3]

[Bearbeiten] Literatur und Quellen

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