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Leipziger Messe :

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Leipziger Messe

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Die Leipziger Messe ist das Messe- und Ausstellungsgelände von Leipzig, das zu den ältesten Messestandorten der Welt zählt. Sie befindet sich in dem bis 1996 gebauten Messegelände nördlich der Stadt.

Leipziger Messe GmbH
Unternehmensform GmbH
Unternehmenssitz Leipzig, Deutschland
Unternehmensleitung

Wolfgang Marzin
(Vorsitzender der Geschäftsführung)
Martin Buhl-Wagner
(Geschäftsführer)

Mitarbeiter 392 Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt 2007)
Umsatz 76,8 Mio. Euro
Branche Handelsmessen und Kongresse
Website http://www.Messe-Leipzig.de/
Das neue Gelände der Leipziger Messe
Das neue Gelände der Leipziger Messe

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Messetreiben auf dem Leipziger Markt um 1800
Messetreiben auf dem Leipziger Markt um 1800

[Bearbeiten] Begründung der Messen im Ausgang des Mittelalters

Die Stadt Leipzig lag an der Kreuzung der Via Regia (die vom Rheinland nach Osteuropa führte) und der Via Imperii (von Italien zur Ostsee). Diese Lage begünstigte den Handel, insbesondere den Fernhandel. 1190 wurden die Ostermärkte und die Michaelismärkte durch den Markgrafen Otto von Meißen bestätigt. In einem Umkreis von einer sächsischen Meile (etwa 15,39 km) um die Stadt Leipzig herum durfte kein schädlicher Markt abgehalten werden. Im Jahre 1268 stellte Markgraf Dietrich von Landsberg das Geleitschutzprivileg aus, was für die Entwicklung des Fernhandels von eminenter Bedeutung war. Mit dem Neujahrsmarkt wurde Leipzig durch Kurfürst Friedrich II. eine dritte Messe verliehen. Diese wurde erstmalig zu Neujahr 1459 abgehalten. Im Jahre 1497 erhob Kaiser Maximilian I. die bisherigen Jahrmärkte zu Reichsmessen. Das bedeutete, dass im Umkreis von 15 deutschen Meilen (rund 115 km) keine andere Stadt das Recht hatte, ebenfalls Messen abzuhalten. Auf der Grundlage dieses Privilegs entwickelte sich Leipzig durch Anbahnung eigener Handelsverbindungen nach allen Richtungen im Verlaufe der Jahrhunderte kontinuierlich zu einem der bedeutendsten Handelsplätze Europas.

Das Doppel-M – Logo der Leipziger Messe
Das Doppel-M – Logo der Leipziger Messe
Briefmarke zur Leipziger Frühjahrsmesse von 1979
Briefmarke zur Leipziger Frühjahrsmesse von 1979

[Bearbeiten] Übergang zur Mustermesse

Im Jahre 1895 erfolgte die Umstellung von der Warenmesse zur weltweit ersten Mustermesse. Dem 1904 vollendeten Städtischen Kaufhaus folgten zahlreiche weitere Messehäuser, welche bis heute das Bild der Leipziger Innenstadt prägen. Von nun an wurden die Waren nicht mehr direkt vor Ort verkauft. Durch die Präsentation von Mustern wurden Handelsverträge geschlossen, auf deren Grundlage dann der Transport der Ware in vorher vereinbarter Menge und Qualität und zu vereinbarten Konditionen vom Hersteller zum Kunden erfolgte. Das Logo der Leipziger Messe, erstmals für die Herbstmesse 1917 entworfen, mit zwei übereinandergestellten M, stellt den Begriff Mustermesse dar. Ab 1964 war das Messemännchen eine populäre Werbefigur.

[Bearbeiten] Messen nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam auch die Leipziger Messe vorerst zum Erliegen. Der langsame Neubeginn in den Nachkriegsjahren hatte anfangs nur den Charakter von Kleinhandel. Am 8. Mai 1946 begann die erste Leipziger Messe nach dem Kriegsende, die von den Veranstaltern Friedensmesse genannt wurde. Man wollte Normalität und Leistungskraft demonstrieren. Auch westdeutsche Aussteller waren vertreten. Ab den 1950er Jahren wurde die Hannovermesse zum größten Konkurrenten. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich die Leipziger Messe allmählich zu einem wichtigen Zentrum im Ost-West-Handel. Sie wurde von der SED-Führung als wirtschaftliches und politisches Schaufenster der DDR genutzt. Alljährlich fand nun eine Frühjahrsmesse und eine Herbstmesse in Leipzig mit Ausstellern aus Ost und West statt und bot der DDR vor allem bis 1970 die Möglichkeit, ihre technische Leistungsfähigkeit mit dem „Weltniveau“ zu vergleichen. Ab den 1960er Jahren pendelten sich die Besucherzahlen um 600.000 ein, wobei ca. 90 % der Besucher aus der DDR kamen, 7-8 % aus westlichen Ländern (größtenteils aus der BRD). Die Zahl der Aussteller lag in den 1950er und 1960er Jahren um die 10.000, die bis zu 300.000 m² Ausstellungsfläche nutzten. Später hielten sich westliche und osteuropäische Aussteller in der Präsentation ihrer neuesten und fortgeschrittensten Produkte zurück. Die zentrale Funktion im West-Ost-Geschäft blieb jedoch unangetastet[1]

[Bearbeiten] Fachmessen nach 1990

Nach dem Ende der DDR fielen auch die speziellen Bedingungen weg, unter denen die Leipziger Messe ihre herausragende Stellung entfalten konnte. Innerhalb kurzer Zeit musste sich die Messe völlig veränderten Bedingungen anpassen. Die bisherigen Universalmessen (jährlich im Frühjahr und Herbst) wurden nun durch Fachmessen ersetzt. Dies war ein Schritt, den westliche Messestandorte bereits Jahrzehnte zuvor vollzogen hatten. Durch diesen Schritt und die Verlegung der Messe vom alten Messegelände zur 1996 eröffneten modernen neuen Messe am Stadtrand, die nach einem Masterplan des Architekturbüros GMP gebaut wurde, konnte die Leipziger Messe im Wettbewerb mit den Standorten Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Berlin, München und Hannover bestehen.

Insbesondere mit der Automesse Auto Mobil International, der Buchmesse und der Computerspielemesse Games Convention gelangen der Messe in jüngerer Vergangenheit einige Erfolge. Die Games Convention avancierte beispielsweise in wenigen Jahren zu einer der wichtigsten europäischen Messen für die Computerspielebranche. Im Sommer 2006 erreichte die Games Convention einen neuen Tagesbesucherrekord für das neue Messegelände. Die Bedeutung der Messe für den Standort zeigt sich neben dem Besucherzuspruch auch daran, dass die Messebetreiber in München, Köln und Berlin die Games Convention, mit der Begründung der Standort Leipzig stoße an seine Kapazitätsgrenzen, bereits erwerben wollten.[2] Außerdem konnte eine Lizenz des Messekonzepts nach Singapur verkauft werden. Dort soll 2007 die erste Games Convention Asia stattfinden.[3] Neben diesen Erfolgen kam es in den letzten Jahren auch zu einigen Misserfolgen. So scheiterte der Versuch in Leipzig eine größere Modemesse zu etablieren. Dies lag insbesondere an der Ausstellerresonanz, die durch die weite Entfernung zu den führenden deutschen Standorten der Modeindustrie zu gering war. So konnte die für Leipzig entwickelte Modemesse Body Look Anfang 2006 nach Düsseldorf, eines der deutschen Modezentren, verkauft werden.

Das Neue Messegelände nachts
Das Neue Messegelände nachts

Die Leipziger Messe GmbH mit ihren etwa 35 Messen im Jahr gehört mittlerweile wieder zu den zehn größten Messegesellschaften in Deutschland. Jährlich generiert die Messe als Instrument der Wirtschaftsförderung Produktionswirkungen von mehreren hundert Millionen Euro. Trotz dieser Summen bleibt das Kerngeschäft, rein monetär betrachtet, für die Gesellschafter, der Stadt Leipzig und dem Land Sachsen, ein Zuschussgeschäft. Von der strategischen Kooperation mit anderen Messegesellschaften wie in Moskau, Kiew, Warschau und Prag verspricht man sich unterstützende Impulse für die Unternehmensentwicklung. Das Auslandsgeschäft soll langfristig 40 Prozent des Umsatzes ausmachen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Märkten in Osteuropa und Asien.[4] Nach Plänen des Vorstandes der Geschäftsführung soll Leipzig in Zukunft stark mit der Messe Dresden zusammenarbeiten und so der führende Messestandort im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien werden.[5]

[Bearbeiten] Statistik

Auf dem Gelände der Leipziger Messe befinden sich fünf miteinander verbundene Ausstellungshallen von jeweils 20.500 Quadratmetern Fläche, eine zentrale Glashalle und ein Kongresszentrum. Das Freigelände verfügt über eine Ausstellungsfläche von 70.000 Quadratmetern.

[Bearbeiten] Bedeutende Veranstaltungen

[Bearbeiten] Verkehrsanbindung

[Bearbeiten] Auto

Das neue Messegelände liegt direkt an der Autobahn A14 und der Bundesstraße 2.

[Bearbeiten] Bahn

Am Messebahnhof "Leipzig - Neue Messe" halten Regionalzüge der Deutschen Bahn und der "FlughafenExpress", der den Leipziger Hauptbahnhof mit dem Flughafen Leipzig-Halle bzw. den Hauptbahnhof Halle verbindet.

[Bearbeiten] Straßenbahn

Das neue Messegelände ist an das Straßenbahnnetz der Leipziger Verkehrsbetriebe angebunden, es hält die Linie 16; zu großen Messen zusätzlich die Linie 16E.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Rainer Karlsch / Michael Schäfer: Wirtschaftsgeschichte Sachsens, Edition Leipzig, 2006.
  2. http://www.n-tv.de/702720.html n-tv.de – „Games Convention“ bleibt (23. August 2006)
  3. http://www.heise.de/newsticker/meldung/76975 Heise Online – Games Convention künftig auch in Asien (18. August 2006)
  4. http://www.leipziger-messe.de/LeMMon/PRESSE.NSF/lmgwebger/3ACD750C0C53AE0AC125711B003F3BDA?OpenDocument Leipziger Messe International schließt Kooperation mit Kiev International Contract Fair (20. August 2006)
  5. http://mephisto976.uni-leipzig.de/modules.php?name=News&file=article&sid=9472 mephisto 97.6 – Kooperation Leipziger und Dresdner Messe (23. März 2005)

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Leipziger Messe – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 23′ 45" n. Br., 12° 24′ 10" ö. L.

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