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Stammwappen der Leininger laut GHdA
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Das Haus Leiningen ist ein weitverzweigtes Grafen- bzw. Fürstengeschlecht aus dem pfälzischen Raum (im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz), das wohl fränkischer Herkunft war.
Inhaltsverzeichnis |
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Seinen belegbaren Ausgang nahm das Geschlecht von der im 12. Jahrhundert errichteten Burg Leiningen im nordöstlichen Pfälzerwald; die Burg wurde später „Altleiningen“ genannt, als im 13. Jahrhundert, am 5 km entfernten Ostrand des Pfälzerwaldes zur Rheinebene hin, die Schwesterburg Neuleiningen hinzukam.
Unterhalb der Burg Altleiningen im Tal des Eckbachs liegt die Gemeinde Altleiningen, während die Gemeinde Neuleiningen sich auf der Anhöhe um die gleichnamige Burg herum entwickelt hat. Das Stammland der Leininger um die beiden Burgen trägt heute den Namen Leiningerland und deckt sich weitgehend mit den Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim sowie der Stadt Grünstadt.
Über die Frühzeit des Geschlechts bis ins 12. Jahrhundert lassen sich keine gesicherten Angaben machen. Die erste sichere Erwähnung der Familie stammt aus dem Jahr 1128, als Graf Emich von Leiningen eine Urkunde des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Saarbrücken bezeugte.
Dieser Emich II. von Leiningen († vor 1138) wird in der neueren Literatur (Lit.: Toussaint) als Stammvater des Adelsgeschlechts betrachtet. Toussaint hält eine Verwandtschaft mit den Emichonen, den Grafen im Nahegau, für wahrscheinlich, kann dies aber bisher nicht anhand von Urkunden belegen. Auch die Beziehungen zum Kreuzfahrer Emicho sind bislang nicht geklärt; möglicherweise war er der Großvater Emichs II.
Emich II. baute das Kerngebiet seiner Herrschaft um die Burg Leiningen (heute Altleiningen) aus. Unbekannt ist sein Anteil am Bau oder Ausbau der Burg, dokumentiert ist aber die Gründung des Chorherrenstifts Höningen (siehe auch Höninger Lateinschule) zwischen 1119 und 1124.
Nachfolger Emichs II. im Grafenamt waren Emich III. († 1180 oder 1187) und Friedrich I. († vor 1214). Die Grafen von Leiningen erhielten 1204/05 die Landvogtei über den Speyergau sowie Vogtrechte über das Kloster Limburg.
Im Jahr 1212 starben die Leininger in männlicher Linie aus.
Nach dem Aussterben der Leininger im Jahr 1212 nahm der Neffe des letzten Grafen, Sohn seiner Schwester Liutgard und des Grafen Simon II. von Saarbrücken, als Friedrich II. den Namen Leiningen und das Wappen an.[2] Damit begründete er die jüngere Linie Leiningen. Zum vorhandenen Leininger Besitz kamen vom Vater ererbte Güter (Hardenburg) sowie die Vogtei über die Stift Limburg hinzu. Sein Sohn Friedrich III. erwarb 1241 die Grafschaft Dagsburg in den Vogesen. Der zweite Sohn, Emich IV., Gründer der Stadt Landau in der Pfalz, erhielt bei der Erbteilung von 1237 die Burg Landeck mitsamt allen dazu gehörigen Ortschaften und Rechten und begründete die kurzlebige Linie Leiningen-Landeck, die aber schon 1289/1290 mit dem Tod seines Sohnes Emicho und Enkels Rudolf wieder erlosch. 1317 kam es unter den Enkeln Friedrichs III. zur Teilung in die beiden Linien Leiningen-Dagsburg und Leiningen-Hardenburg.
Die (ältere) Linie Dagsburg starb schon 1467 wieder aus. Letzter dieser Linie war der noch 1444 zum Fürsten ernannte Landgraf Hesso von Leiningen-Dagsburg. Dessen Schwester Margarethe, verheiratet mit Reinhard III. von Westerburg, erhielt den größeren Teil des Erbes, weshalb sich die im Westerwald beheimateten Grafen von da an Leiningen-Westerburg nannten. Der Stammsitz der älteren Dagsburger Linie, die Dagsburg, fiel an die Linie Leiningen-Hardenburg, die daraufhin den Namen Leiningen-Dagsburg(-Hardenburg) annahm.
Ab dem 15. Jahrhundert gab es also zwei fürstliche Häuser Leiningen, eine aus der älteren Dagsburger Linie hervorgegangene Familie Leiningen-Westerburg und eine aus der Linie Leiningen-Hardenburg hervorgegangene jüngere Familie Leiningen-Dagsburg.
Simon II. ∞ Liutgard von Leiningen
Als Gräfin Margarethe von Leiningen-Westerburg 1470 starb, fiel der gesamte Westerburger und Leininger Besitz an ihren Enkel Reinhard, der sich von da an „Graf zu Leiningen-Westerburg“ nannte. Er vermachte seine pfälzischen Besitzungen seinem Sohn aus erster Ehe, Philipp, und teilte seine westerwäldischen Besitzungen unter den Söhnen Kuno und Georg aus zweiter Ehe. Somit entstanden zunächst auch hier drei Linien:
Das Haus Leiningen-Leiningen erwarb im 16. Jahrhundert die Grafschaft Rixingen in Lothringen und erhielt 1570, beim Aussterben der Grafen von Zweibrücken-Bitsch, auch einen Teil von deren Herrschaft, u. a. Oberbronn im Elsass. 1569 führten die Leininger die Reformation ein, hoben das Kloster Höningen auf und gründeten an dessen Stelle eine Lateinschule, auf die das heutige Leininger-Gymnasium in Grünstadt zurückgeht.
Als 1622 Graf Ludwig von Leiningen-Leiningen starb, teilte sich dieses Haus wiederum in drei Linien:
1705 fielen diese Teile an die überlebenden Verwandten aus der Schaumburger Linie.
Die Linie Leiningen-Westerburg starb schon 1597 aus, ihre Besitzungen fielen ebenfalls an die Linie Leiningen-Schaumburg. 1695 teilte sich auch diese Linie mehrfach. Von diesen Nebenlinien des gräflichen Hauses Leiningen existieren zwei bis heute:
Die linksrheinischen Besitzungen der Grafen wurden im Gefolge der Französischen Revolution 1793 dem französischen Staat einverleibt, die beiden Grafen von Alt- und Neuleiningen in Paris vorübergehend inhaftiert. Sie wurden im Reichsdeputationshauptschluss 1803 mit den ehemaligen Abteien Ilbenstadt und Engelthal in der Wetterau entschädigt. 1806 wurden ihre Güter den Großherzogtümern Berg und Hessen-Darmstadt bzw. den Fürstentümern Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen einverleibt.
Die andere Linie, Leiningen-Dagsburg-Hardenburg, konnte sich im Besitz der Landvogtei Unterelsass dort weiteren Besitz verschaffen. 1466 erwarb diese Linie die Herrschaft Apremont in Lothringen. Eine bereits 1343 abgespaltene Linie zu Rixingen fiel 1506 an Pfalz-Zweibrücken.
Leiningen-Hardenburg konnte im 15. und 16. Jahrhundert Weißenburger Lehen erlangen, doch 1560 erfolgte eine weitere Teilung, aus der die Linien
hervorgingen.
Die Grafschaft der Linie Leiningen-Dagsburg-Hardenburg geriet 1681 (in den Reunionskriegen) unter die Hoheit Frankreichs, weshalb sie ihren Sitz 1725 nach Dürkheim verlegte. Die Vertreter dieser Linie wurden 1779 in den Reichsfürstenstand erhoben.
1801 gingen die linksrheinischen Güter der Linie an Frankreich, weshalb sie 1803 mit verschiedenen ehemaligen Kurmainzer und Würzburger Besitzungen im Odenwald entschädigt wurde und das neue Fürstentum Leiningen mit Sitz in der ehemaligen Abtei Amorbach bildete.
Die gräfliche Linie Leiningen-Dagsburg-Falkenburg spaltete sich 1657/58 in die Linien
Die Grafschaft Dagsburg fiel 1774 an Leiningen-Dagsburg-Hardenburg.
Die beiden Nebenlinien
erhielten die übrigen Besitzungen der Linie Guntersblum.
(nach Lebensdaten, nicht genealogisch sortiert)
| Name | Linie | geboren | gestorben | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| Emich II. | Leiningen | vor 1138 | Erbauung der Burg Leiningen (heute Altleiningen)? 1119/1124 Chorherrenstift Höningen | |
| Emich III. | Leiningen | 1180 oder 1187 | ||
| Friedrich I. | Leiningen | vor 1214 | 1204/05 Landvogtei über den Speyergau, 1206 (1237?) Vogtrechte über Kloster Limburg | |
| Friedrich II. | Leiningen | 1237 | Einbringung der ererbten Hardenburg | |
| Heinrich | Leiningen | 18. Januar 1272 | Kanzler, Bischof von Speyer, kurzfristig Bischof von Würzburg | |
| Emich IV. | Leiningen-Landeck | 1281 | 1237 Landecker Linie (1289 erloschen) | |
| Friedrich III. | Leiningen-Dagsburg | 1287 | 1241 Hinzuerwerb der Grafschaft Dagsburg mit der gleichnamigen Burg im heute lothringischen Teil der Vogesen | |
| Friedrich IV. | Leiningen-Dagsburg | 1316 | ||
| Friedrich V. | Leiningen-Dagsburg | 1327 | ||
| Friedrich VI. | Leiningen-Dagsburg | vor 1342 | ||
| Friedrich VII. | Leiningen-Dagsburg | 1377 | ||
| Friedrich VIII. | Leiningen-Dagsburg | 1397 | ||
| Friedrich IX. | Leiningen-Dagsburg | um 1434 | ||
| Friedrich X. | Leiningen-Dagsburg | vor 1429 | ||
| Emich VII. | Leiningen-Dagsburg | 1452 | ||
| Hesso | Leiningen-Dagsburg | 1467 | ||
| Emich VIII. | Leiningen-Dagsburg | 1495 | 1460 und 1471 Zerstörung der Emichsburg durch Kurfürst Friedrich I. | |
| Emich IX. | Leiningen-Dagsburg | 18. Februar 1535 | 1502 Wiederaufbau der Emichsburg | |
| Emich X. | Leiningen-Dagsburg | 1498 | 10. Januar 1541 | |
| Emich XI. | Leiningen-Dagsburg | 15. Dezember 1540 | 13. März 1593 | Umgestaltung der Emichsburg in Renaissance-Schlossgut |
| Emich XII. | Leiningen-Dagsburg | 4. November 1562 | 24. November 1607 | |
| Johann Ludwig | Leiningen-Dagsburg | 8. Mai 1579 | 19. Juni 1625 | |
| Emich XIII. | Leiningen-Dagsburg | 12. Juni 1612 | 1658 | |
| Georg Wilhelm | Leiningen-Dagsburg | 8. März 1636 | 19. Juli 1672 | |
| Johann Karl August | Leiningen-Dagsburg | 17. März 1662 | 3. November 1698 | |
| Christian Karl Reinhard | Leiningen-Dagsburg | 7. Juli 1695 | 17. November 1766 | |
| Ludwig | Leiningen-Dagsburg | 22. Dezember 1709 | 23. September 1766 | 1730 neues Wohngebäude auf dem Gelände der Emichsburg |
| Name | Linie | geboren | gestorben | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| Gottfried von Leiningen | 1396–97 Erzbischof von Mainz | |||
| Carl Friedrich Wilhelm zu Leiningen | Leiningen-Dagsburg-Hardenburg | 1724 | 1807 | erster Fürst zu Leiningen, kaiserlicher Kämmerer, Wirklicher Kurpfälzischer Geheimer Rat und Generalleutnant |
| Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg | Leiningen-Dagsburg-Falkenburg | 1729 | 1818 | genannt Prinzessin George |
| Emich Carl zu Leiningen | Leiningen-Dagsburg-Hardenburg | 1763 | 1814 | zweiter Fürst zu Leiningen |
| Karl Friedrich Wilhelm Emich zu Leiningen | Leiningen-Dagsburg-Hardenburg | 1804 | 1856 | dritter Fürst zu Leiningen, königlich bayerischer Generalleutnant, erster Ministerpräsident der zur Frankfurter Nationalversammlung gehörenden Reichsregierung der Provisorischen Zentralgewalt und erster Vorsitzender des Mainzer Adelsvereins |
| Feodora zu Leiningen | Leiningen-Dagsburg-Hardenburg | 1807 | 1873 | Halbschwester der britischen Königin Victoria I. sowie Nichte des belgischen Königs Leopold I. |
| Viktor zu Leiningen-Westerburg-Altleiningen | Leiningen-Westerburg-Altleiningen | 1821 | 1880 | k.u.k. österreichischer Feldmarschallleutnant |
Das Stammwappen zeigt in Blau drei (2:1) rot-bewehrte silberne Adler. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken steht eine grüne Linde mit silbernen Blüten. In dieser Form ist es im Codex Manesse[3] und im Ortenburger Wappenbuch von 1466[4] dargestellt. Die heute benutzte Form[5] mit einem zusätzlichen roten Turnierkragen erscheint schon 1515 bei Nicolaus Bertschi[6]. Laut Blasonierung im Genealogischen Handbuch des Adels ist die Version mit dem Turnierkragen als das Stammwappen definiert[7].
Der sogenannte Leininger Adler fand Eingang in zahlreiche Ortswappen im ehemaligen Herrschaftsgebiet der Familienzweige.
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Stadt Westerburg |
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Vorderweidenthal, Landkreis Südliche Weinstraße |
Worms-Rheindürkheim, Stadt Worms |