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Lausitzer Bergland

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Das Lausitzer Bergland (obersorbisch: Łužiske hory) ist eine hügelige Mittelgebirgslandschaft in der sächsischen Oberlausitz, das den Oberlauf der Spree bis südlich Bautzens begleitet. Nach Südwesten geht es in die Sächsische Schweiz über, nach Süden setzt es sich als Böhmisches Niederland (tschech.Šluknovsko) nach Tschechien fort, wo es nach Südosten ins Lausitzer Gebirge übergeht, dessen deutschen Teil das Zittauer Gebirge darstellt. Nach Westen, Norden und Osten schließen sich in Westlausitzer Hügel- und Bergland, Oberlausitzer Gefilde und Östlicher Oberlausitz Lösshügellandschaften an.

Das Lausitzer Bergland ist Teil des Sudetengebirgszugs, der seine bekannten Höhenschwerpunkte Riesengebirge und Altvatergebirge allerdings erst in deutlicher (süd-)östlicher Entfernung entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Naturräumliche Zuordnung

In der naturräumlichen Ordnung nach Meynen, die in den 1950er Jahren deutschlandweit erfolgt war, stellte das Lausitzer Bergland die Haupteinheit 441 innerhalb der Haupteinheitengruppe 44 (BfN 1994: "D14") Oberlausitz dar. Jene etwas heterogene Haupteinheitengruppe taucht jedoch in der von der Arbeitsgruppe Naturhaushalt und Gebietscharakter der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig erarbeiteten naturräumlichen Neuordnung nicht mehr auf und wurde, je nach Landschaftscharakter, dem Lösshügellandgürtel oder den Mittelgebirgen zugerechnet. Hierbei ist das Lausitzer Bergland die einzige Haupteinheit der ehemaligen Haupteinheitengruppe, die der "Über-Einheitengruppe" Sächsisches Bergland und Mittelgebirge zugeordnet wurde, die weiterhin aus dem sich südöstlich anschließenden, jedoch auf deutschem Boden räumlich getrennten Zittauer Gebirge sowie den sich westlich auf der sächsisch-böhmischen Grenze anschließenden Landschaften Sächsische Schweiz, Erzgebirge und Vogtland besteht.[1]


[Bearbeiten] Geologie

Das Lausitzer Bergland gilt als das größte Granitgebiet in Mitteleuropa. Dieses reicht auch noch ins heute polnische Gebiet der Oberlausitz östlich der Lausitzer Neiße. Auch wenn die Gesteine streng geologisch meistens Granodiorite sind, hat sich doch die Bezeichnung Lausitzer Granit eingebürgert. Sie wurden und werden in mehreren Steinbrüchen abgebaut und finden als Naturwerksteine weite Verbreitung.

Deutlich jünger als die Granite sind die Reste alter Vulkane aus dem Tertiär. Die lange Kette vulkanischer Berge vom Böhmischen Mittelgebirge über das Lausitzer Gebirge setzt sich auch östlich des Lausitzer Berglandes, in der Östlichen Oberlausitz, noch bis zur Lausitzer Neiße fort. Solche basaltischen Berge sind neben dem noch am Südostrande des Berglandes selber gelegenen Kottmar z.B. die Doppelkuppe von Löbauer Berg und Schafberg (449 m) bei Löbau und die Landeskrone (420 m) bei Görlitz.

Bedeutendste geologische Störungszone ist die Lausitzer Überschiebung, an dieser Verwerfung wurde die granitene Platte der Lausitz auf den Sandstein im Süden aufgeschoben. Bergbauversuche im Lausitzer Bergland waren wegen Mangels an Erzen wenig erfolgreich. Dafür war das Gebiet einst das Zentrum der Granitindustrie in Deutschland. In Form von Pflastersteinen, Gehwegplatten, Zaunssäulen, Fassadenelementen u.v.m. findet sich das Material im gesamten mitteldeutschen Raum.

[Bearbeiten] Topografische Beschreibung

Die Oberflächenformen sind klar gegliedert. Das Lausitzer Bergland baut sich aus drei in Ost-West- Richtung verlaufenden Höhenzügen auf, dazwischen liegen zwei breite Talwannen.

Die nördlichste Bergkette steigt unvermittelt aus dem Lausitzer Gefilde empor. Die markantesten Berge von Ost nach West sind der Hochstein nordwestlich Kleindehsas (542 m), der Czorneboh (556 m), der Thromberg (432 m); westlich des Spreetals folgen schließlich der Mönchswalder Berg (447 m), der Große Picho (499 m) und der Hohe Hahn südlich Tröbigaus (446 m). Ein Ausläufer diese Bergkette, der sich von unmittelbar östlich des Hohen Hahnes Richtung Nordwesten zieht, reicht über den Tröpigauer Berg (398 m) und den Klosterberg (394 m) bis unmittelbar südöstlich von Demitz-Thumitz. Diesen zählte Meynen[2] bereits zu den auswärtigen Westlausitzer Vorbergen. Nach der neueren Einteilung durch das Sächsische Ministerium[1], die in der Hauptsache die Westlausitzer Vorberge und die sich westlich anschließende Lausitzer Platte zum Westlausitzer Hügel- und Bergland zusammenfasst, zählt dieser Ausläufer indes zum Bergland selber.

Südlich der eigentlichen Bergkette liegen in der Talwanne Cunewalde (am rechten Spree-Nebenfluss Cunewalder Wasser), Wilthen (am linken Spree-Nebenfluss Butterwasser) und Neukirch/Lausitz (an der nach Westen abfließenden Wesenitz).

Die zweite Bergkette erstreckt sich vom Bieleboh (499 m) über die Kälbersteine (487 m), westlich des Spreetals dann von der Weifaer Höhe (505 m) zum Valtenberg, welcher mit 587 m die höchste Erhebung des Lausitzer Berglandes ist.

Südlich dieser Bergkette liegen wiederum im Tal: Ebersbach, Neusalza-Spremberg, Oppach, Taubenheim/Spree, Sohland an der Spree (alle, bis auf das nach Norden hiervon abweichende Oppach, am Quellauf der Spree) und Steinigtwolmsdorf (unmittelbar südöstlich des Wesenitz-Quellaufes).

Der dritte, südlichste Bergrücken liegt gänzlich links der Spree und bildet zum Teil die Staatsgrenze zu Tschechien. Er beginnt im Südosten des Berglandes am Spree-Quellberg Kottmar (583 m) und setzt sich zunächst fort über den Schlechteberg (486 m) unmittelbar südlich Ebersbergs. An der Sächsisch-Tschechischen Grenze folgen schließlich nach zwei unbedeutenderen Anhöhen mit knapp über 500 m die Gipfel Taubenberg (458 m), Brandbusch (443 m), Spicak (481 m, Gipfel ganz auf tschechischer Seite), Hutberg bei Steinigtwolmsdorf (503 m), Bukova Hora (512 m, Gipfel ganz in Tschechien), Hoher Hahn bei Langburkersdorf (528 m) und im äußersten Südwesten der Unger (538 m).

Der Hohwald, zwischen dessen beiden Hauptgipfeln Valtenberg und Hoher Hahn die beiden letztgenannten Bergketten ineinander übergehen, ist das größte zusammenhängende Waldgebiet (ca 30 km²) im Lausitzer Bergland. Hier fallen auch die meisten Niederschläge und im Winter finden wir hier die größten Schneehöhen des Gebietes. Der Hauptfluss im Lausitzer Bergland ist die Spree, sie entspringt am Kottmar und fließt zunächst von Ost nach West durch Ebersbach, Neusalza-Spremberg, Taubenheim bis nach Sohland. Ab hier wendet sie sich nach Norden und bildet zwischen Kälbersteinen und Weifaer Höhe bei Schirgiswalde als rauschender Gebirgsfluss ein enges Durchbruchstal durch die mittlere Bergkette. In Mäandern durchquert sie dann die nördliche Talwanne bei Kirschau, Rodewitz und Eulowitz. Hier beginnt in einem breiteren Tal der Durchbruch durch die nördliche Bergkette um schließlich Bautzen zu erreichen.

Die Täler des Lausitzer Berglandes und der südlichen Oberlausitz sind dicht besiedelt und bebaut. Wenn man ab Neukirch über B98 und B96 durch die Täler nach Zittau fährt, dann bleibt man die ca 60 km lange Strecke praktisch immer in einer geschlossenen Ortschaft, da hier die Orte wie an einer Perlenschnur aneinandergereiht liegen und einer in den anderen übergeht.

Das Lausitzer Bergland ist auch das Kerngebiet der Oberlausitzer Mundart mit dem typischen rollenden Rrr, man sagt, die Leute haben "a Radl a dr Gurgl", und hier finden sich ebenfalls auch viele Umgebindehäuser - Häuser in der für die Oberlausitz typischen Volksbauweise, bei der slawischer Blockbau und deutscher Fachwerkbau vereint wurden.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Karte der Naturräume in Sachsen auf www.umwelt.sachsen.de (PDF, 859 kB)
  2. * BfN: Kartendienste / Landschaftssteckbrief Oberlausitzer Bergland
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