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| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Bayern | ||
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | ||
| Verwaltungssitz: | Tirschenreuth | ||
| Fläche: | 1.085,1 km² | ||
| Einwohner: | 76.308 (30. Juni 2008) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 70 Einwohner je km² | ||
| Kfz-Kennzeichen: | TIR | ||
| Kreisschlüssel: | 09 3 77
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| Kreisgliederung: | 26 Gemeinden | ||
| Adresse der Kreisverwaltung: | Mähringer Str. 7 95643 Tirschenreuth |
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| Webpräsenz: | |||
| Landrat: | Wolfgang Lippert (FW) | ||
| Lage des Landkreises Tirschenreuth in Bayern | |||
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Der Landkreis Tirschenreuth ist der nördlichste Landkreis des Regierungsbezirks Oberpfalz in Ostbayern. Er liegt im geografischen Zentrum Mitteleuropas. Nachbarlandkreise sind im Norden der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, im Osten die tschechischen Verwaltungsbezirke Karlsbad (Karlovarský kraj) und Pilsen (Plzeňský kraj), im Süden der Landkreis Neustadt an der Waldnaab und im Westen der Landkreis Bayreuth.
Inhaltsverzeichnis |
Das Landschaftsbild des Landkreises Tirschenreuth wird bestimmt von zahlreiche Fischweihern in den Tälern und Senken sowie von Fichtenwäldern auf den Höhen. Fast die Hälfte der Fläche ist mit Wald bedeckt. Im Westen des Landkreises steigen die zum Fichtelgebirge gehörenden Höhenzüge des Steinwaldes empor und im Südwesten der Hessenreuther Wald. Im Osten und Südosten ist es der Oberpfälzer Wald.
Die höchsten Erhebungen im Steinwald sind Platte (946 m) und Plößberg (820 m) sowie im Oberpfälzer Wald Entenbühl (901 m) und Steinberg (802 m).
Die größten Flüsse sind die Waldnaab und die Fichtelnaab. Darüber hinaus gibt es mehrere Bäche, wie Wondreb, Muglbach, Seibertsbach, Sauerbach und Kösseine.
Das Gebiet des Landkreises Tirschenreuth gehörte vor 1800 zum Großteil zum Kloster Waldsassen und kam 1803 an Bayern. 1803 wurde die Landgerichte Waldsassen und Kemnath, 1804 das Landgericht Tirschenreuth errichtet. Sie gehörten bis 1810 zum Naabkreis, dann zum Mainkreis, der 1817 in Obermainkreis umbenannt wurde. 1838 kamen sie zum Regenkreis, der damals in Oberpfalz und Regensburg (später nur noch Oberpfalz) umbenannt wurde. 1849 wurde aus Gemeinden der Landgerichte Kemnath, Neustadt an der Waldnaab, Waldsassen und Tirschenreuth das neue Landgericht Erbendorf errichtet. 1862 bildeten die Landgerichte Tirschenreuth und Waldsassen das Bezirksamt Tirschenreuth und die Landgerichte Erbendorf und Kemnath das Bezirksamt Kemnath. 1931 gab es einige Grenzveränderungen. Dabei gab das Bezirksamt Kemnath einige Gemeinden an das Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab sowie fünf Gemeinden an das Bezirksamt Tirschenreuth ab. 1939 wurden die beiden Bezirksämter in Landratsämter, die zugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde der Landkreis Tirschenreuth um den Großteil des Landkreises Kemnath sowie das Gebiet um Erbendorf und Krummennaab, das bisher zum Landkreis Neustadt an der Waldnaab gehörte, vergrößert. Das südwestliche Gebiet des Landkreises Kemnath kam zum Landkreis Bayreuth in Oberfranken.
Der Kreis ist bekannt durch seine Porzellan- und Glasindustrie in Mitterteich, Tirschenreuth, Erbendorf und Krummennaab. Ferner gibt es Ziegelindustrie (Waldsassen), Textilindustrie (Wiesau, Tirschenreuth), Glasindustrie (Waldsassen, Mitterteich), Knopfindustrie (Bärnau), Maschinenbau (Tirschenreuth), Kunststoffverarbeitung (Wiesau, Waldsassen, Tirschenreuth, Plößberg und Immenreuth) sowie Metallindustrie (Waldershof, Kemnath).
Knotenpunkt des Schienenverkehrs war der Bahnhof Wiesau, der an der 1864 von der AG der Bayerischen Ostbahnen eröffneten Hauptbahn Weiden - Mitterteich liegt, die 1865 Eger erreichte und weiter nach Mitteldeutschland führte. Von Weiden aus hatte die "Ostbahn" bereits ein Jahr zuvor eine Verbindung nach Bayreuth geschaffen, die den Bahnhof der ehemaligen Kreisstadt Kemnath bediente. Zweiter Bahnhof mit Regionalexpress-Halt ist Waldershof, im Norden des Landkreises, mit Anbindungen an Nürnberg, Bayreuth und Marktredwitz (Nachbarstadt).
Im Jahre 1872 kam die Strecke Wiesau - Tirschenreuth hinzu. Diese wurde 1903 durch die Bayerischen Staatseisenbahnen bis Bärnau verlängert. Die 1878 ebenfalls von diesem Unternehmen eröffnete Hauptbahn Schnabelwaid - Marktredwitz berührte im Nordwesten des Kreises die Stationen Waldershof und Neusorg, von wo ab 1890 eine Stichbahn nach Fichtelberg hinaufging.
Wiesaus Bedeutung wuchs, als 1882 eine Strecke von Marktredwitz her in die "Ostbahn" einmündete. Damit war es möglich geworden, von Sachsen nach Bayern zu fahren, ohne österreichisches Territorium bei Eger zu durchqueren. Südlich von Wiesau, im Bahnhof Reuth, zweigte seit 1909 eine Lokalbahn zur Stadt Erbendorf ab; ferner gab es hier eine Güterbahn nach Friedenfels.
In den Jahren 1972-76 und 1986-89 wurde auf den Lokalbahnen von 58 km Länge der Personenverkehr eingestellt. Es verblieben die Hauptbahnen mit 57 km, also die Hälfte des Netzes.
Das Wappen wurde 1974 neu geschaffen. Der goldene Löwe auf schwarzem Grund weist zum einen auf die rheinpfälzischen Kurfürsten und auf das ihnen gehörende Land in Bayern, die Oberpfalz hin. Zum anderen zeigt der Löwe aber auch die Entwicklung des Stiftlandes Waldsassen, die von der eigenständigen Reichsabtei zur Kurpfalz und zum Bezirksamt Tirschenreuth führte.
Der Rumpf des Drachen, der als Ganzes ein Teil des Wappens des Klosters Waldsassen war, weist auf die Markgrafen der Diepoldinger hin. Nach offiziöser Deutung soll der abgeschnittene Drache auch ausdrücken, dass das Stiftland wesentlicher Rechte beschnitten wurde, als es vom Reichsstift zu einem oberpfälzischen Landsassen herabgewürdigt wurde. Tatsächlich steht der Drache aber erst seit 1974, als der „Leuchtenberger Balken“ in das Hoheitszeichen aufgenommen wurde (siehe folgender Absatz), in dieser „geminderten“ Form im Wappen des nunmehrigen Großlandkreises. Zuvor war er „ungemindert“ (vollständig) im Kreiswappen enthalten. Letztendlich erinnert der rote Drachen(rumpf) auch an die reichsunmittelbare Stellung von Waldsassen während der Stauferherrschaft.
Der blaue Balken im weißen Feld weist auf die Landgrafen von Leuchtenberg hin. Einige ehemals (bis 1283) ihnen gehörende Gebietsteile, nämlich das einstige Amt Waldeck mit Kemnath, fanden bei der Gebietsreform 1972 Eingang in den neuen Landkreis Tirschenreuth. Somit steht der „Leuchtenberger Balken“ für die ehemals zum Kreis Kemnath gehörenden Teile des nunmehrigen Großlandkreises Tirschenreuth.
Die bedeutendsten Museen im Landkreis sind das Stiftlandmuseum in Waldsassen, das Oberpfälzer Fischereimuseum in Tirschenreuth und das Deutsche Knopfmuseum in Bärnau.
Exponate aus der Geschichte des regionalen Bergbaus sowie aus der geologischen und wirtschaftlichen Vergangenheit der Stadt Erbendorf zeigt das Bergbau- und Heimatmuseum Erbendorf.
(Fläche in km² am 31. Dezember 2001, Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2007)
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