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Ein Land (in der Fachsprache selten, jedoch umgangssprachlich auch Bundesland) ist nach der Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland einer ihrer teilsouveränen Gliedstaaten. Derzeit wird die Bundesrepublik aus 16 Ländern gebildet.
Die Länder sind nach Rechtsprechung und herrschender Lehre originäre Staatsrechtssubjekte. Gemäß Artikel 32 Absatz 3 Grundgesetz hat ihnen der Bund zudem beschränkte Völkerrechtssubjektivität verliehen. Dementsprechend können die Länder Verträge mit anderen Völkerrechtssubjekten abschließen, allerdings nur mit Zustimmung der Bundesregierung und soweit sie für die Gesetzgebung zuständig sind.[1]
Inhaltsverzeichnis |
| Wappen | Land | Beitritt zum Bund |
Regierungschef | Regierungs- koalition |
Stimmen im Bundesrat |
Fläche (km²)[2] | Einw. (Mio.)[2] |
Einw. je km²[2] | Hauptstadt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 1949[3] | Oettinger, G. (CDU) | CDU und FDP/DVP | 6 | 35.751 | 10,750 | 301 | Stuttgart | |
| Bayern | 1949 | Seehofer, H. (CSU) | CSU und FDP | 6 | 70.552 | 12,520 | 177 | München | |
| Berlin | 1990[4] | Wowereit, K. (SPD) | SPD und Linke | 4 | 891 | 3,416 | 3.834 | — | |
| Brandenburg | 1990 | Platzeck, M. (SPD) | SPD und CDU | 4 | 29.480 | 2,536 | 86 | Potsdam | |
| Bremen | 1949 | Böhrnsen, J. (SPD) | SPD und Grüne | 3 | 404 | 0,663 | 1.640 | Bremen (de facto) | |
| Hamburg | 1949 | von Beust, O. (CDU) | CDU und Grüne/GAL | 3 | 755 | 1,771 | 2.344 | — | |
| Hessen | 1949 | Koch, R. (CDU) | CDU und FDP | 5 | 21.115 | 6,073 | 288 | Wiesbaden | |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1990 | Sellering, E. (SPD) | SPD und CDU | 3 | 23.185 | 1,680 | 72 | Schwerin | |
| Niedersachsen | 1949 | Wulff, C. (CDU) | CDU und FDP | 6 | 47.625 | 7,972 | 167 | Hannover | |
| Nordrhein-Westfalen | 1949 | Rüttgers, J. (CDU) | CDU und FDP | 6 | 34.086 | 17,997 | 528 | Düsseldorf | |
| Rheinland-Pfalz | 1949 | Beck, K. (SPD) | SPD | 4 | 19.853 | 4,046 | 204 | Mainz | |
| Saarland | 1957 | Müller, P. (CDU) | CDU | 3 | 2.569 | 1,037 | 404 | Saarbrücken | |
| Sachsen | 1990 | Tillich, S. (CDU) | CDU und SPD | 4 | 18.418 | 4,220 | 229 | Dresden | |
| Sachsen-Anhalt | 1990 | Böhmer, W. (CDU) | CDU und SPD | 4 | 20.447 | 2,412 | 118 | Magdeburg | |
| Schleswig-Holstein | 1949 | Carstensen, P. H. (CDU) | CDU und SPD | 4 | 15.799 | 2,837 | 180 | Kiel | |
| Thüringen | 1990 | Althaus, D. (CDU) | CDU | 4 | 16.172 | 2,289 | 142 | Erfurt | |
| Bundesrepublik Deutschland | — | Merkel, A. (CDU) | CDU/CSU und SPD | — | 357.104 | 82,219 | 230 | Berlin |
Die Einwohnerzahlen sind auf Tausend gerundete Fortschreibungen des Statistischen Bundesamtes Deutschlands – einheitlich für den 31. Dezember 2007.
Siehe auch: „Der Bund und die Länder“, Art. 20–37 GG
| Land | BIP in Mrd. €[5] | Pro Kopf in €[5] | EK/K in €[6] | Schulden in Mrd. €[7] | Pro Kopf in €[7] | AQ[8] | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BW | 352,6 | 32.811 | 19.261 | 44,113 | 4.109 | 4,0 | |
| BY | 434,1 | 34.721 | 18.775 | 23,075 | 1.857 | 3,8 | |
| BE | 83,4 | 24.482 | 14.797 | 61,0[9] | 17.968[10] | 13,7 | |
| BR | 52,5 | 20.665 | 14.634 | 16,4[9] | 6.640[9] | 12,6 | |
| HB | 26,4 | 39.758 | 19.933 | 13,4[9] | 20.178[9] | 11,4 | |
| HH | 88,9 | 50.504 | 22.908 | 20,045 | 15.417 | 8,1 | |
| HE | 216,3 | 35.638 | 18.658 | 32,289 | 5.300 | 6,7 | |
| MV | 34,2 | 20.294 | 13.953 | 10,894 | 6.417 | 13,4 | |
| NI | 206,4 | 25.845 | 17.105 | 51,332 | 6.425 | 7,7 | |
| NW | 529,8 | 29.146 | 18.724 | 115,0[9] | 6.398[9] | 8,6 | |
| RP | 104,6 | 25.827 | 17.101 | 27,485 | 6.771 | 5,6 | |
| SL | 29,9 | 28.777 | 17.138 | 9,346 | 8.880 | 7,3 | |
| SN | 92,6 | 21.873 | 14.599 | 11,8[9] | 2.825[9] | 12,4 | |
| ST | 51,0 | 20.996 | 14.005 | 20,127 | 8.252 | 13,8 | |
| SH | 72,2 | 25.472 | 16.920 | 22,873 | 8.072 | 7,4 | |
| TH | 48,0 | 20.883 | 14.152 | 16,276 | 7.043 | 10,9 | |
| DE | 2.423,0 | 29.455 | 17.702 | 1.491,983 | 18.113 | 7,7 | |
| EU | 26.500[11] | 7,6[12] |
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Verwaltungsgliederung Deutschlands |
Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sind jeweils gleichzeitig ein Land und eine Stadt und sind nicht weiter in Gemeinden untergliedert. Das Land Bremen besteht aus den Städten Bremen und Bremerhaven. In den übrigen deutschen Ländern gibt es folgende weitere Verwaltungs- und Selbstverwaltungseinheiten:
Zu den Bundesgliedern des Deutschen Reiches siehe die Gliederung des Deutschen Kaiserreichs 1871–1918
Die Länder sind ein (teilweise historische und landsmannschaftliche Zusammenhänge ignorierendes) Ergebnis der territorialen Neugliederung des besetzten Deutschen Reiches nach 1945. Die Gebiete des Deutschen Reiches wurden aufgeteilt und erste Länder wurden im Juli 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet. Allerdings verfolgten die Sowjets für ein zukünftiges Deutschland (ohne das wieder staatlich gewordene Österreich) den Entwurf eines zentralistischen Staates, in dem die Länder lediglich Verwaltungseinheiten darstellen sollten. Dem stand das vor allem von den US-Amerikanern verfolgte Konzept eines föderalen Staates entgegen, in dem die Länder auch eine wichtige politische Rolle spielen sollten.
Aufgrund der „Proklamation Nr. 2“ entstanden am 19. September 1945 in der US-amerikanischen Besatzungszone die ersten Länder mit dieser Ausrichtung. Innerhalb der vier Besatzungszonen auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland waren es ab dem 21. Januar 1947 16 Länder, die im Wesentlichen aus folgenden Gebieten gebildet wurden:
Am 23. August 1946 entstanden durch die Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ die Länder Hannover (später mit den Ländern Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe zum Land Niedersachsen zusammengeschlossen), Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Entgegen niedersächsischer Wünsche kam es dabei nicht zu einer Vereinigung Ost- und Westfalens. Hamburg blieb ein eigenständiges Land. Das Land Rheinland-Pfalz wurde ebenfalls 1946 durch Verordnung der französischen Militärregierung geschaffen.
1947 musste das vormalige Land Lippe auf Betreiben der Briten seine Selbstständigkeit aufgeben, seine Regierung entschied sich nach Verhandlungen mit beiden benachbarten Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen für den Anschluss an Nordrhein-Westfalen. Am 21. Januar 1947 trat durch die britische Militärverordnung Nr. 77 die Vereinigung in Kraft und sollte durch eine Volksabstimmung in Lippe innerhalb von fünf Jahren bestätigt werden, was jedoch unterblieb. Am 5. November 1948 wurde mit der Verabschiedung des „Gesetzes über die Vereinigung des Landes Lippe mit Nordrhein-Westfalen“ durch den nordrhein-westfälischen Landtag der Beitritt auch rechtsformal vollzogen.
Die Hessische Verfassung wurde von der Verfassungsberatenden Landesversammlung in Wiesbaden am 29. Oktober 1946 beschlossen, trat am 1. Dezember 1946 durch Volksabstimmung in Kraft und war somit die erste Nachkriegsverfassung Deutschlands. Danach folgte die Verfassung des Freistaates Bayern, die am 1. Dezember 1946 in einem Volksentscheid angenommen wurde.
Am 25. Februar 1947 beschloss der Alliierte Kontrollrat die Auflösung Preußens. Bis dahin existierte Preußen mit seinen Provinzen neben den neu gegründeten Ländern fort.
In der Sowjetische Besatzungszone wurde am 28. Februar 1947 die Landesverfassung Sachsens verabschiedet.
Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verkündet. Zum Geltungsbereich des Grundgesetzes traten die Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Württemberg-Baden, Baden, Württemberg-Hohenzollern und Bayern bei. Berlin (West) hatte – auch laut des Viermächte-Abkommens – stets einen Sonderstatus, auch wenn es nach Artikel 23 GG a.F. als Bundesland („Groß-Berlin“) betrachtet wurde.
Als erste Gliederungsreform seit der Gründung der Bundesrepublik wurden 25. April 1952 Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zum Land Baden-Württemberg vereinigt. Im selben Jahr wurden die Länder in der DDR zwar nicht formal aufgelöst, jedoch ihrer Verwaltungsfunktionen enthoben, was einer De-facto-Auflösung gleichkam; an ihre Stelle traten 14 Bezirke und Ost-Berlin, das offiziell „Berlin – Hauptstadt der DDR“ genannt wurde.
Das seit 1947 nominell unabhängige Saarland trat am 1. Januar 1957 nach einer Volksabstimmung dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland bei – ob als zehntes oder als elftes Land hängt davon ab, wie man retrospektiv den völkerrechtlich umstrittenen und verfassungsrechtlich komplizierten Status von West-Berlin beurteilt. Gemäß Landesverfassung ist „das Saarland [fortan] ein demokratisch und sozial geordnetes Bundesland.“ Die einseitige Wirtschaftsunion des Saarlandes mit Frankreich blieb bis 1959 bestehen.
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April 1952 - August 1955. Nach Gründung Baden-Württembergs. |
Januar 1957 - Oktober 1990. Nachdem das Saarland der Bundesrepublik beitrat. |
Siehe auch: Deutschland 1945 bis 1949
→ Hauptartikel: Geschichte Baden-Württembergs
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die nördlichen Teile von Baden und Württemberg zur amerikanischen Besatzungszone, die südlichen Teile sowie Hohenzollern zur französischen. Die Militärregierungen der Besatzungszonen gründeten 1945/46 die Länder Württemberg-Baden in der amerikanischen sowie Württemberg-Hohenzollern und Baden in der französischen Zone. Diese Länder wurden am 23. Mai 1949 Teil der Bundesrepublik Deutschland.
Am 9. Dezember 1951 fand die Volksabstimmung zur Gründung Baden-Württembergs statt. Bei der Abstimmung votierten die Wähler in beiden Teilen Württembergs mit 93 % für die Fusion, in Nordbaden mit 57 %, während in Südbaden nur 38 % dafür waren. In drei von vier Abstimmungsbezirken gab es eine Mehrheit für die Bildung des Südweststaates, so dass die Bildung eines Südweststaates beschlossen war. Daraufhin wurden die Länder am 25. April 1952 vereinigt und das Land Baden-Württemberg gegründet.
→ Hauptartikel: Neue Bundesländer
1990 wurden die Bezirke auf dem Gebiet der DDR abgeschafft und die fünf ehemaligen Länder neu errichtet (das ehemalige Mecklenburg erhielt den Namen Mecklenburg-Vorpommern), teilweise mit veränderten Grenzen. Sie wurden ebenso wie Berlin – Berlin (West) war aufgrund des alliierten Vorbehaltsrechts (Viersektorenstadt) kein vollwertiger Gliedstaat – Länder der Bundesrepublik Deutschland.
Analog siehe auch: Alte Bundesländer
Eine Neugliederung des Bundesgebietes aufgrund des Artikels 29 GG wird immer wieder in die politische Diskussion eingebracht. Zuletzt scheiterte aber eine Fusion von Berlin und Brandenburg an dem Willen der brandenburgischen Bevölkerung. Die Vereinigung zweier Bundesländer (oder die Trennung) ist der einzige Fall (außer Art. 146, neue Verfassung), in dem das Grundgesetz eine Volksabstimmung vorsieht. Neben Fusionen werden teilweise auch Teilungen diskutiert. So fordert beispielsweise der Fränkische Bund eine Abspaltung Frankens vom Freistaat Bayern. In Baden tritt eine Landesvereinigung Baden in Europa[13] für die Interessen Badens und seiner ehemaligen Landeshauptstadt Karlsruhe und gegen zu viel Zentralismus ein.
Hier sind die Landesflaggen der Länder dargestellt. Sie dürfen in der Öffentlichkeit von jedem Bürger gezeigt werden. Die Landesdienstflaggen hingegen sind in der Verwendung stark eingeschränkt – sie dürfen nur von den jeweiligen Landesbehörden verwendet werden.
Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen: einmal die hier dargestellte weiß-blau gerautete Flagge, zum anderen eine mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau (siehe hierzu Staatsflagge Bayerns).
In folgenden Ländern gibt es keinen Unterschied zwischen Landesflagge und Landesdienstflagge: Bayern, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Die Bremer Landesflaggen mit Wappen (in zwei Varianten) dürfen auch von den Bürgern verwendet werden.
Die Landesdienstflaggen folgender Länder zeigen zusätzlich das Landeswappen: Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen. Die Berliner Dienstflagge zeigt statt des Bären der Landesflagge das vollständige Landeswappen.
Je direkter eines der deutschen Länder von EU-Regelungen betroffen ist, desto größer ist nach dem Grundgesetz auch sein Mitspracherecht gegenüber der Bundesvertretung bei der Europäischen Union.[14] Als Folge dieser Regelung ist jedes deutsche Land mit einem eigenen Gebäude für seine Landesvertretung bei der Europäischen Union in Brüssel vertreten. Lediglich die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein sind im „Hanse-Office“ zusammengefasst.[15]
Das unkoordinierte Vorgehen der einzelnen Landesvertretungen und ihre eigenmächtigen Interventionen bei den Europäischen Institutionen schwächen, nach Ansicht des Auswärtigen Amtes, die Position der Bundesrepublik Deutschland in der Union.[14]
Baden-Württemberg | Bayern | Berlin | Brandenburg | Bremen | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen