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Kufe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Kufe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Amerikanischer Pferdeschlitten
Eine Lockheed C-130 landet mit Kufen

Eine Kufe ist ein längliches holmähnliches Element mit einer geraden glatten Unterfläche als tragendes Teil einer Konstruktion, und zwar unterhalb eines Gegenstandes. Auf ihnen ist ein tragendes, verbindendes Gestell verbaut, auf der bei vielen Bauarten das komplette Gewicht des Fahrzeugrumpfes und die Last ruht.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ursprung und Bauweise

Ein grober, mit Ketten von Ochsen gezogener Schleifschlitten (Südafrika)

Die Kufe ist vom Konzept ein längerer Balken mit aufwärts gekrümmten vorderem Ende. Das Wort ‚Kufe‘ selbst steht in Beziehung zur Küferei, der Fassbinderei, eigentlich der Herstellung der gekrümmten Dauben (vergl. Küfe). Es ist nur im Oberdeutschen belegt (östrr. khueffe, bair. kueffen), aber vermutlich sehr alten Ursprungs.[1]

Die Kufe dürfte zum einen eine Weiterentwicklung der Schleife, also einer Schleppplattform sein. Die Verwandtschaft des Wortes ‚Kufe‘ zu einem altnordischen kjalki m. (etwa: dänisch kjelke, schwedisch kälke) in der ursprünglichen Bedeutung Kiefer, Kinnbacken legt nahe, dass das ursprüngliche Bauprinzip – zumindes was die Verwendung auf Schnee und Eis betrifft – die Hernahme von Walfischkiefern sein könnte, entsprechend den frühen Schlittschuhen aus Knochen. Auch zeigen Konstruktionen von historischen Schlitten, dass die Plattform der Schleife auf die Kufe aufgebockt zu verstehen sein kann.[2] Im Unterschied zur Schleife bietet die Kufe eine gewisse Führung (Spur), die das Fahrzeug leichter kontrollierbar macht, und auch schnellere Fortbewegung erlaubt.

Es gibt unterschiedliche Konzepte, das der federnden, breiten Gleitfläche für weiche Schneeformen und Schlämme, analog dem Ski oder dem Toboggan, und das scharfkantige Gleitschneide für blankes Eis, wie beim Schlittschuh oder Rennbob und Skeleton, und das der rundlichen, die auch auf Erde oder in Sänden Verwendung finden.

Konstruktionsgeschichtlich entwickelt sich die Kufe wie das Rad, und zeigt auch ähnlichen Aufbau: Die eigentlich Kufe als abgewickelter Radkranz, Streben (‚Füße‘) statt Speichen, ähnlicher Bauvorgang und Materialien, Eisenbeschlag analog zum Radreifen. Heute gibt Varianten beim Material (Holz, Metalle, Kunststoffe), bei der Bewehrung (meist Metallbeschlag), und zahlreiche spezialisierte Bauformen in Länge, Breite, Profil, und auch verschiedene Anzahl am Fahrzeug.

Einige wenige Kufen sind lenkbar, z. B. bei historischen doppelgestelligen schweren Holzziehschlitten[2] oder modernen Schneemobilen. Der zweikufige Ziehschlitten ist durch Verbiegen der beiden lang ausgezogenen Kufenbögen – begrenzt – lenkbar, ebenso die daraus hervorgegangene Rennrodel.

[Bearbeiten] Funktion und Verwendung

Kufen dienen zum Rutschen, zum Gleiten, zum Aufsetzen oder zum Wippen. Sie finden vor allem Verwendung bei Transportmitteln (Fahrzeuge und Sportgeräte). Die häufigste Verwendung von Kufen ist die Fortbewegung an Land oder im Wasser.

[Bearbeiten] Fortbewegung

Wasserkufen an einer Sikorsky VS-300 (1941)

Kufen, die zur Fortbewegung verwendet werden, verrichten eine erhebliche Reibungsarbeit mit der Auflage. Durch ihre geringe Auflagefläche bieten sie nur wenig Reibungswiderstand beim Rutschen oder Gleiten. Die Holme sind wie bei einer Skispitze nach vorne hoch gebogen. Damit werden unter anderem kleinere Unebenheiten von der Kufe ausgeglichen. Es dient auch der Sicherheit, da es sonst zu einem abrupten Stopp oder zu einem Sturz kommen würde (dieses Prinzip wenden auch Kettenfahrzeuge an). Für die Fortbewegung an Land dienen sie, wenn Räder nicht eingesetzt werden können. Dies trifft bei einem weichen Untergrund, wie z. B. Schnee, oder glatten Flächen, wie z. B. Eis, aber auch Sand, zu.

Kufen, die der Fortbewegung dienen, liegen idealerweise plan auf dem Untergrund auf und sind meist paarförmig sowie parallel angeordnet. Je länger eine Kufe ist, umso mehr Unebenheiten des Untergrundes werden ausgeglichen. Kufen sind an fast jedem Schlittschuh und Schlitten (Lastenträger oder Sportgerät) vorhanden. Manche Schlittschuhe haben am schrägen Ende der Kufe ein gezacktes Endteil, mit dem die Fahrt verzögert (abgebremst) werden kann. Beim Eissurfen werden die Kufen unter dem Brett zum Surfen verwendet.

[Bearbeiten] Transportmittel (Fahrzeuge)

Tragflächenboot mit V-förmigen Kufen

Kufen sind ein wesentliches Element an der Landfahrzeugart der Kufenfahrzeuge.

Auf Tragflügelbooten gibt es mindestens zwei Kufen (Tragflächen genannt), die sich unter dem Bug befinden. Hier werden stählerne Kufen verbaut, die sich gegen den Wasserdruck stemmen müssen. Sie haben daher einen spitzen Anstellwinkel zur Fahrtrichtung. Sie wirken erst bei einer schnellen Fahrt (Gleitfahrt). Dabei hebt sich das Schiff etwa zu einem Drittel aus dem Wasser ab und erfährt dadurch eine Änderung in seiner Längsachse. So wird Energie gespart, weil ein Teil des Unterwasserschiffes nicht durch das Wasser "gedrückt" werden muss. Schneemobile bestehen aus einer Kombination aus Kufen (vorn) und einem raupenähnlichen Antrieb (hinten).

Obwohl Skier keine Kufen haben, sind sie in Kombination mit einem Aufbau auch Kufenfahrzeuge, so haben diese Konstruktionen vorne einen lenkbaren Ski und hinten zwei starre Skier. Auf dem kleinen Gebilde sitzt der Fahrer.

[Bearbeiten] Gestell zum Aufsetzen

Einige Hubschrauber haben unter dem Rumpf zwei parallele, längs verlaufende und meist über die Fahrzeuglänge erstreckende Kufen zum Aufsetzen. Diese Kufen, die mehrere Bauarten haben, werden Landevorrichtung genannt. So kann auf weichem Untergrund oder auch auf dem Wasser aufgesetzt werden.

[Bearbeiten] Wippen

Altes Schaukelpferd

Kufen, die zum Wippen dienen, sind halbkeisförmig und -artig gebogen. Sie sind bei Sitzmöbeln und großen Spielzeugen üblich. Aufgrund der Schwerkraft ist das oben aufgesetzte Teil ohne weitere Energiezuführung nicht mehr in der Lage, weiter zu wippen. Beispiele sind: Schaukelstuhl und Schaukelpferd.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eintrag KUFE, f. schlittenkufe u. ä. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854–1960 (germazope.uni-trier.de)
  2. a b Siehe etwa: Schleifen und Schlitten. In: Bauernarbeit im Wandel der Zeit. Landwirtschaftsmuseum Schloss Ehrental. Abgerufen am 7. November 2008.
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