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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Hochtaunuskreis | |
| Höhe: | 200–400 m ü. NN | |
| Fläche: | 18,62 km² | |
| Einwohner: | 17 576 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 944 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 61476 | |
| Vorwahl: | 06173 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HG | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 34 006 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Katharinenstraße 7 61476 Kronberg im Taunus |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Klaus Temmen (parteilos) | |
Kronberg im Taunus ist ein staatlich anerkannter Luftkurort im Hochtaunuskreis (früher: Obertaunuskreis) in Hessen. Die Stadt Kronberg gehört zum Regierungsbezirk Darmstadt und hat 18.321 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
Kronberg grenzt im Norden und Osten an die Stadt Oberursel (Taunus), im Südosten an die Stadt Steinbach (Taunus), im Westen an die Stadt Königstein im Taunus sowie im Süden an die Städte Eschborn und Schwalbach am Taunus (beide Main-Taunus-Kreis).
Kronberg besteht aus den drei Stadtteilen Kronberg (8190 Einwohner), Oberhöchstadt (6333 Einwohner) und Schönberg (3798 Einwohner) (Stand: 31. Dezember 2006, Quelle: Hess. Stat. Landesamt/Haushalt Kronberg 2007).
Kronberg liegt am Fuße des Taunus, im Norden, Westen und Osten von Wäldern umgeben. Neben einer sehr gut erhaltenen geschlossenen Altstadt mit der Burg Kronberg (mit Freiturm (Bergfried), ältestes Gebäude der Stadt, 13. bis 16. Jahrhundert), dem „Hellhof“ (ein von den Kronberger Rittern erbauter Adelshof, erstmals 1424 genannt, heute teilweise zur Galerie umgebaut), dem „Recepturhof“ (Kurmainzer Verwaltungsgebäude), der ev. Kirche St. Johann (1440), der „Streitkirche“ (1758) sind noch Schloss Friedrichshof (1889–1893, seit 1954 „Schlosshotel Kronberg“), der Stadtpark, der Edelkastanienwald, die Streuobstwiesen und die Kronthaler Mineralquellen im Quellenpark Kronthal erwähnenswert.
Seit dem 28. Juni 1966 ist Kronberg staatlich anerkannter Luftkurort.
Mit dem Bau der Burg Kronberg im Taunus (um 1220, nach Dr. Gerd Strickausen bereits Mitte des 12. Jahrhunderts) teilten sich die „Ritter von Askenburne“ (Eschborn), die dort eine Turmburg besaßen. Nach Kronberg zog und benannte sich der „Kronenstamm“, während der „Flügelstamm“ erst etwa 1250 nach Kronberg kam.
Die ersten (eingeschränkten) Stadtrechte erhielt die kleine Siedlung am Burghang bereits am 25. April 1330 durch Kaiser Ludwig den Bayern. Am 31. März 1367 verlieh (der Luxemburger) Kaiser Karl IV. Kronberg auch die Marktrechte sowie die Blutgerichtsbarkeit:
Zusammen mit den Hattsteinern und Reifenbergern erklären die Kronberger Ritter der Stadt Frankfurt im Jahr 1389 die sogenannte „Kronberger Fehde“. Als am 13. Mai die Frankfurter mit einem Groß-Aufgebot zur Burg Kronberg zogen, eilten hanauische (Ulrich V. von Hanau) und kurpfälzische (150 Kürassiere Ruprechts von der Pfalz) Truppen den Belagerten zu Hilfe, vertrieben am 14. Mai die Frankfurter in der „Schlacht bei Eschborn“ und nahmen 620 Gefangene, darunter einige adlige Ratsmitglieder und sämtliche Bäcker, Metzger, Schlosser und Schuhmacher der Stadt. Die Limburger Chronik vermerkte dazu:
Erst die für damalige Verhältnisse unglaublich hohe (am 22. August verhandelte) Lösegeld-Zahlung von 73.000 Goldgulden, an deren Abtragung Frankfurt etwa 120 Jahre zu leiden hatte, beendete den Streit mit Frankfurt und begründeten den Bau der „Frankfurter Landwehr“. Man schloss aber schnell Frieden (1391) und suchte das Bündnis mit den Cronbergern. 1394 ernannte der Frankfurter Rat Hartmuth von Cronberg für zwei Jahre zum Amtmann von Bonames, und 1395 schloss Johann von Cronberg einen ausführlichen Bundesvertrag mit Frankfurt ab, der die Kronberger verpflichtete, die Frankfurter Bürger und ihre Messen zu schützen. Im Jahre 1398 luden schließlich die „Schießgesellen zu Cronenberg… die Schießgesellen zue Franckenfurd unsern guten frunden“ zu einem „Schießen umb eyn Cleynod“ ein. Dieser Brief gilt als der älteste überlieferte Schützenladebrief Deutschlands.
Da Hartmut XII. von Cronberg, der fälschlicherweise als der Reformator der Stadt gilt (Kronberg wurde 1526 unter Philipp dem Großmütigen von Hessen lutherisch), zuvor seinem Cousin Franz von Sickingen bei dessen Angriffen auf Trier und Worms beistand, belagerten 1522 der Trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads, Ludwig von der Pfalz sowie der Landgraf Philipp von Hessen Stadt und Burg Kronberg und erzwangen die bedingungslose Kapitulation. Hartmut floh. Da Kronberg aber Reichslehen war, musste Philipp 1541 Burg und Stadt an Hartmut unter Erteilung der Schutzrechte für die lutherische Kirche zurückgeben. Diese Schutzrechte wurden durch die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt im 17. und 18. Jahrhundert bestätigt, somit blieben die späteren Mainzer Versuche einer Gegenreformation (1626–1649) und der Entkonfessionalisierung der Kirche (Simultanisierung, 1737–1768) erfolglos.
„Der letztere des uralten Geschlechts von Cronberg“ ist im Jahre 1704 kinderlos „… in Gott selig entschlafen Herr Johann Niclas von und zu Cronberg, Herr zu Yben, Rodenberg, Hollenfels und Altenbamberg“ (so seine Grabinschrift). Er verstarb auf Burg Hohlenfels (heute Gemeinde Hahnstätten) über dem Aartal. Kronberg sowie die Gemeinden Schönberg, Niederhöchstadt und Eschborn fielen als Reichslehen daraufhin an das Kurfürstentum Mainz.
In der Kurmainzer Zeit führten die (mehrheitlich) evangelischen Bürger Klage gegen Mainz wegen religiöser „Drangsalen“. Die Auseinandersetzungen eskalierten anlässlich des Baus des heute „Streitkirche“ genannten Gebäudes, das 1758 als katholische Kirche direkt neben der evangelischen Kirche St. Johann geplant war. Dies führte zu heftigen Protesten der evangelischen Bürger, die bis zum Immerwährenden Reichstag in Regensburg gelangten und denen dort nach einigen Jahren stattgegeben wurde. Der Bau wurde nie geweiht, das Glockengestühl wieder abgebrochen. Das Gebäude dient seit 1768 zivilen Zwecken (Apotheke, Gasthaus, heute auch als Museum der Kronberger Malerkolonie).
Im Frieden von Lunéville 1801 verlor das Kurfürstentum Mainz seine weltlichen Gebiete, darunter auch das Reichslehen Kronberg, das 1802 vom Fürsten von Nassau-Usingen in Beschlag genommen wurde, 1803 wurde es ihm formell zugesprochen. Im Deutschen Krieg 1866 schlägt sich der der Herzog von Nassau auf die Seite Österreichs und verliert dadurch sein Land an Preußen.
Reiche Industrielle, Kaufleute und Bankiers entdeckten in der Mitte des 19. Jahrhundert die idyllische und klimatisch günstige Lage des Taunusstädtchens in unmittelbarer Nähe Frankfurts und errichteten Villen und Sommersitze in Kronberg und Schönberg. Auch Künstler, darunter Anton Burger und Jakob Fürchtegott Dielmann, kamen nach Kronberg und begründeten die Kronberger Malerkolonie, die bis in das 20. Jahrhundert bestand. Einige Werke der Kronberger Maler sind im Museum in der Streitkirche ausgestellt. Das bislang durch Kleinbauern und Handwerker geprägte Städtchen erlangte in seiner „preußischen Epoche“ durch den Bau der Bahnverbindung Kronberg-Rödelheim (1874) sowie des Schloss Friedrichshof (1889–1894) einen ersten Aufschwung.
Es gab aber auch eine landwirtschaftliche Vergangenheit. In der Region wurde sehr viel Obst und Gemüse angebaut. Dadurch entstand die genossenschaftliche Einrichtung einer Obstverwertungsgesellschaft mit einer heute nicht mehr existierenden Markthalle. Landesweit wurden beispielsweise Erdbeeren (bis in die 50er-Jahre) unter dem Begriff „Kronberger Erdbeeren“ vermarktet. Der Apfelanbau hatte eine große Bedeutung. Apfelwein wurde gekeltert. Nicht zu vergessen die Kronberger (Edel-)Kastanien, auch „Käste“ genannt, die sich Goethe bis nach Weimar nachsenden ließ.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Kronberg zu Groß-Hessen, dem heutigen Bundesland Hessen.
1946 wurde von Papst Pius XII. die Päpstliche Mission für die Flüchtlinge in Deutschland nach Kronberg verlegt. Apostolischer Visitator und Leiter der Einrichtung war der deutschstämmige Bischof von Fargo in Nord-Dakota (USA) Aloysius Muench. Sein Seelsorge-Auftrag umfasste die Betreuung der Geflüchteten und Vertriebenen aus Osteuropa. Bis zum Sommer 1949 organisierte er von Kronberg aus den Transport von rund 950 Güterwagons mit päpstlichen Hilfsgütern nach Deutschland. Unterstützung fand er auch bei der US-Regierung; vor der Aufnahme seiner Tätigkeit in Kronberg erhielt er vom US-Verteidigungsminister Robert P. Patterson die Ernennungsurkunde als Verbindungsbeauftragter für religiöse Angelegenheiten bei der US-Militärregierung in Deutschland. Durch seine Kontakte in die USA vermittelte Muench einen beachtlichen Spendenfluss ins zerstörte Deutschland. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde die Kronberger Apostolische Mission 1951 aufgelöst. Muench wurde anschließend erster Apostolischer Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahre 1959 ernannte Papst Johannes XXIII. den Erzbischof Muench zum Kardinal.
Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 1. April 1972 fusionierte Kronberg mit den bis zu diesem Zeitpunkt selbstständigen Gemeinden Oberhöchstadt und Schönberg.
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 37,1 | 12 | 43,7 | 14 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 22,0 | 7 | 25,7 | 9 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 8,6 | 3 | 9,7 | 3 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 7,8 | 3 | 9,5 | 3 |
| UBG | Unabhängige Bürgergemeinschaft Kronberg Ts. | 13,1 | 4 | 11,5 | 4 |
| KfB | Kronberg für die Bürger | 11,5 | 4 | – | – |
| Gesamt | 100,0 | 33 | 100,0 | 33 | |
| Wahlbeteiligung in % | 54,0 | 61,1 | |||
Ein Stadtverordneter trat nach der Wahl aus der FDP aus und war bis August 2008 fraktionslos. Seit August 2008 ist er Mitglied der CDU-Fraktion (CDU jetzt 13 Sitze, FDP 2 Sitze).
Regierungskoalition (21. September 2006-19. Februar 2009): SPD, UBG, KfB und Bündnis 90/DIE GRÜNEN.
Derzeit keine formellen Bündnisse.
Das größte Straßenfest in der Altstadt (rund um die Steinstraße) ist die „Thäler Kerb.“ Seit 1967 (Gründung des Thäler Kerbe-Vereins) wird sie wieder gefeiert, immer am Dienstag und Mittwoch nach dem ersten Juli-Sonntag. Während der beiden Festtage regiert das „Thäler Pärchen“, die Miss Bembel und der Thäler Bürgermeister.
Die Kronberger Bürger organisieren und pflegen ein reges Vereinsleben in den Bereichen Jugend, Kultur und Sport. Alle (mehr als 100) aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. (Der älteste Verein besteht übrigens seit 1398: Cronberger Schützengesellschaft von 1398 e.V.)
Am nördlichen Rand Kronbergs verläuft die B 455 als Umgehungsstraße von Wiesbaden nach Bad Homburg, so erreicht man von Kronberg schnell die A 3 und A 661. In südlicher Richtung erreicht man schnell die A 5 und A 66.
Kronberg ist Endpunkt der Frankfurter S-Bahn-Linie S4, der Nachfolgerin der Kronberger Bahn, und verbindet Kronberg mit der Frankfurter Innenstadt, dem Hauptbahnhof und der Nachbarstadt Eschborn. Südlich von Frankfurt führt diese Linie nach Langen (Hessen), einige Züge fahren bis Darmstadt Hauptbahnhof.
Kronberg hat ein eigenes kleines Stadtbussystem (vier reguläre Linien (davon eine als Anruf-Sammeltaxen-Linie) sowie Anruf-Sammeltaxen im Stadtgebiet zur Betriebsstundenerweiterung). Regionale Buslinien verbinden Kronberg mit den Nachbarstädten und dem nahen Frankfurter Norden.
Siehe: Liste der Ehrenbürger von Kronberg im Taunus
Bad Homburg v. d. Höhe | Friedrichsdorf | Glashütten | Grävenwiesbach | Königstein im Taunus | Kronberg im Taunus | Neu-Anspach | Oberursel (Taunus) | Schmitten | Steinbach (Taunus) | Usingen | Wehrheim | Weilrod