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Kreuzblütengewächse

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Kreuzblütengewächse
Garten-Senfrauke (Eruca sativa)

Garten-Senfrauke (Eruca sativa)

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütengewächse
Wissenschaftlicher Name
Brassicaceae
Burnett

Die Kreuzblütengewächse (Brassicaceae, ehemals Cruciferae) sind eine sehr vielfältige Pflanzenfamilie in der Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales). Sie ist durch viele Kulturpflanzen von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Familie enthält etwa 338 Gattungen mit etwa 3700 Arten.

Einige Wildpflanzen wie Acker-Schmalwand, Hirtentäschelkraut, Ackerhellerkraut sind vielen bekannt und als „Unkräuter“ nicht beliebt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Nutzung

Zur Familie der Kreuzblütengewächse zählen viele wichtige Kulturpflanzen. So zählen vom Menschen entwickelten Kulturformen des Gemüsekohl (Brassica oleracea), wie beispielsweise Weißkohl, Rotkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl und Kohlrabi dazu. Schwarzer und Weißer Senf (Brassica nigra und Sinapis alba), Pak Choi, Chinakohl (Brassica rapa ssp. chinensis), Weiße Rübe (Brassica rapa ssp. rapa), Kohlrübe (Brassica napus ssp. rapifera), Rübse (Brassica rapa ssp. oleifera) und Raps (Brassica napus ssp. napus) gehören auch zur Gattung Brassica. Rettich und Radieschen sind Vertreter der Gattung Raphanus. Bekannt sind der Meerrettich, auch Kren genannt, (Armoracia rusticana), die Kresse und der Wasabi (Wasabia japonica). Einige Arten enthalten also Kulturpflanzen, die Öllieferanten, Gewürzpflanzen sind oder als Gemüse und Salate gegessen werden.

Angebaut werden einige Arten dieser Familie auch als Grün- und Trockenfutter. Einige Arten werden zur Gründüngung verwendet.

Die Familie enthält auch einige bekannte Zierpflanzen wie beispielsweise Goldlack, Blaukissen, Nachtviole, Levkojen.

[Bearbeiten] Beschreibung

Illustration von Barbarea stricta.

[Bearbeiten] Habitus und Blätter

Die Arten in dieser Familie wachsen meist als ein-, zweijährige und ausdauernde krautige Pflanzen. Nur wenige Arten verholzen und wachsen als Sträucher (Alyssum spinosum oder die südafrikanische Heliophila glauca) und Heliophila scandens bildet Lianen.

Die meist wechselständig und spiralig in einer grundständigen Blattrosette oder am Stängel verteilt angeordneten Laubbblätter sind ungeteilt oder zusammengesetzt. Nicht selten sind die Blätter borstig behaart. Die Form und Dichte der stets einzelligen Haare (Trichome) sind wichtige Bestimmungsmerkmale, sie sind unverzweigt oder besitzen eine Fülle von unterschiedlichen Verzweigungtypen. Der Blattgrund besitzt Blattöhrchen oder ist stängelumfassend. Nebenblätter fehlen.

[Bearbeiten] Blütenstand, Blüte und Frucht

Der traubige oder doppeltraubige, selten in trugdoldige Blütenstand enthält meist keine Tragblätter.

Die zwittrigen Blüten sind vierzählig und meist mehr oder weniger radiärsymmetrisch. Den Namen tragen die Kreuzblütengewächse, weil die vier Kronblätter der Blüte in der Form eines Kreuzes angeordnet sind, wobei oft eines der Kronblätter etwas größer als die übrigen drei ist. Die vier freien Kelchblätter sind in zwei Kreisen angeordnet. Es sind meist vier freie Kronblätter vorhanden.

Nur sehr wenigen Arten fehlt dieses Merkmal der Vierzähligkeit: Meist sind vor allem bei diesen Arten die Blüten leicht zygomorph und in einem schirmförmigen Blütenstand so angeordnet, dass dieser die Funktion eines Pseudanthiums übernimmt. Dies ist zum Beispiel bei Iberis der Fall.

Ein weiteres wichtiges Erkennungsmerkmal der Kreuzblütler sind die zwei Kreise mit insgesamt sechs Staubblättern. Der äußere Kreis besteht aus nur zwei kurzen, der innere Kreis aus vier langen Staubblättern. Der oberständige Fruchtknoten wird vermutlich aus vier Fruchtblättern gebildet: zwei fertile und zwei sterile. Es wird eine falsche Scheidewand gebildet, die bei der reifen Frucht erhalten bleibt; besonders schön ist diese Scheidewand beim Silberblatt (Lunaria rediviva) zu sehen. Die sterilen Fruchtblätter fallen bei vollreifen Früchten ab. Der Griffel ist mehr oder weniger reduziert und endet in ein oder zwei Narben. Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten (Entomophilie) oder selten durch den Wind (Anemophilie).

Blütenformel: \ K_4 \; C_4 \; A_{2+4} \; G_{\underline{(2)}}

Die Früchte werden Schoten, wenn sie mindestens dreimal so lang wie breit sind oder Schötchen genannt, wenn sie gedrungener sind. Bei manchen Taxa werden Gliederschoten, die in einsamige Teilfrüchte zerfallen, oder geschlossen bleibende, einsamige Nußschötchen ausgebildet. Blütenansatz und Samenbildung überlappen sich oft zeitlich: Während unten schon Samen gebildet werden, blüht der obere Teil des Blütenstandes noch.

[Bearbeiten] Inhaltsstoffe

Es sind sogenannte Myrosinzellen vorhanden, die das Enzym Myrosinase, das ist eine Thioglukosidase und Senfölglykoside (Glukosinolate) enthalten. Die Spaltung der Senfölglykoside erzeugt Senföle (Alkylisothiocyanate), Rhodanide (Thiocyanate), Nitrile und Goitrine (Oxazolidinthione).

Typisch ist der durch Senfölglykoside verursachte kohlartige Geruch und Geschmack.

Eine weitere Besonderheit ist, dass bekannte Nutzpflanzen wie Kohl, Broccoli und Raps, möglicherweise alle Kreuzblütengewächse Brommethan als Gas an die Umwelt abgeben und somit einen deutlichen Beitrag zur Gesamtemission dieses Giftes beitragen. Ob es sich dabei nur um einen Abwehr- oder um einen Signalstoff handelt, bleibt noch zu klären. Etwa 15 % der weltweiten Emissionen an Brommethan sollen auf das Konto dieser Pflanzenfamilie gehen.[1]

Das fette Öl der Rapspflanze wird zur Herstellung von Biokraftstoffen sowie (wie auch Senföl) als Speisefett verwendet.

[Bearbeiten] Systematik und Verbreitung

Kreuzblütengewächse können weltweit gefunden werden (Kosmopoliten) von der Dauerfrostzone bis zu den Tropen. Ihren Verbreitungsschwerpunkt haben sie in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel und hier wiederum in den Mittelmeerländern und in Südwest- und Zentralasien. 102 Gattungen mit 412 Arten sind in China beheimatet, davon sind 115 dort endemisch.

Synonyme für Brassicaceae Burnett sind: Cruciferae Juss., nom. cons., Raphanaceae Horan., Stanleyaceae Nutt., Thlaspiaceae Martinov [2]. Am nächsten verwandt sind die Familien Cleomaceae und Capparidaceae.

In der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gibt es 338 bis 419 Gattungen mit 3000 bis 4130 Arten (die größte Anzahl an Gattungen und Arten listet Judd et al. 1999).

Die Familie wird in etwa 25 bis 35 Tribus gegliedert [3], [4]:

[Bearbeiten] Gattungen

Hier eine Auflistung von Gattungen [2]:

Blütenstand von Echtes Barbarakraut, Winterkresse (Barbarea vulgaris).
Caulanthus crassicaulis var. crassicaulis
Gewöhnlicher Meerkohl (Crambe maritima)
Illustration von Goldlack (Erysimum cheiri, Syn.: Cheiranthus cheiri)
Habitus und Blütenstände von Phoenicaulis cheiranthoides.
Polyctenium fremontii var. fremontii.
Habitus und Blütenstände von Stanleya pinnata.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Spektrum der Wissenschaft, Juni 2005, S. 38 ff.
  2. a b Eintrag bei GRIN.
  3. E.A. Kamel, H.Z. Hassan & S.M. Ahmed: Electrophoretic Characterization and the Relationship Between Some Egyptian Cruciferae, in OnLine Journal of Biological Sciences, 3 (9), 2003, 834-842, ISSN 1608-4217: Online.
  4. C. Donovan Bailey, Marcus A. Koch, Michael Mayer, Klaus Mummenhoff, Steve L. O'Kane, Jr, Suzanne I. Warwick, Michael D. Windham & Ihsan A. Al-Shehbaz: Toward a Global Phylogeny of the Brassicaceae, in Molecular Biology and Evolution, 2006, 23(11), S. 2142-2160. doi:10.1093/molbev/msl087: Online.

[Bearbeiten] Weblinks

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