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| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||
| Regierungsbezirk: | Detmold | ||
| Landschaftsverband: | Westfalen-Lippe | ||
| Verwaltungssitz: | Herford | ||
| Fläche: | 450 km² | ||
| Einwohner: | 252.949 (31. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 562 Einwohner je km² | ||
| Kfz-Kennzeichen: | HF | ||
| Kreisschlüssel: | 05 7 58
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| Kreisgliederung: | 9 Gemeinden | ||
| Adresse der Kreisverwaltung: | Amtshausstraße 3 32051 Herford |
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| Webpräsenz: | |||
| Landrätin: | Lieselore Curländer (CDU) | ||
| Lage des Kreises Herford in Nordrhein-Westfalen | |||
Der Kreis Herford (1911–69 Landkreis Herford) ist ein Kreis in der Region Ostwestfalen-Lippe im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Kreisstadt ist Herford.
Der Kreis Herford liegt größtenteils im Ravensberger Hügelland und ist dicht besiedelt. Durch ihn verlaufen die internationalen Hauptverkehrswege von Berlin/Hannover in Richtung Rhein/Ruhr und Niederlande. Mit seinem verstädterten Kernraum entlang dieser Achsen ist der Kreis Teil des ostwestfälischen Verdichtungsraumes Gütersloh–Bielefeld–Herford–Minden. Es besteht eine starke industrielle Prägung mit breiter Spartenfächerung, wobei Möbelindustrie und Textilindustrie herausragen.
1816 gebildet, hat der Kreis seit 1832, von der zeitweiligen Auskreisung Herfords abgesehen, nahezu unveränderte Grenzen. Seit 1969 gliedert er sich in sechs Städte und drei Gemeinden. Der Kreis Herford hat sich jüngst den Beinamen „Wittekindsland“ gegeben.
Inhaltsverzeichnis |
Der Kreis grenzt im Norden an den Kreis Minden-Lübbecke, im Südosten an den Kreis Lippe, im Südwesten an die kreisfreie Stadt Bielefeld und den Kreis Gütersloh sowie im Westen an den niedersächsischen Landkreis Osnabrück. Seine maximale Ausdehnung beläuft sich in Ost-West-Richtung auf 35 km und in Nord-Süd-Richtung auf 23 km. Die Kreisfläche beträgt rund 450 km². Die nächstgelegenen Großstädte außer Bielefeld sind Osnabrück (30 km westlich der Kreisgrenzen gelegen) und Hannover (70 km nordnordöstlich).
Der Kreis Herford mit seinen rund 253.000 Einwohnern setzt sich aus folgenden sechs Städten und drei Gemeinden zusammen
(in Klammer Einwohnerzahlen mit Stand vom 31. Dezember 2007[2])
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Die Kreisstadt Herford ist eine große kreisangehörige Stadt; Bünde und Löhne gelten als mittlere kreisangehörige Städte. Mit Hiddenhausen bilden diese Städte eine Agglomeration, wobei Hiddenhausen und Herford die dichteste Bevölkerungsdichte aufweisen. Die abseits der großen Verkehrsachsen liegenden Randgebiete des Kreisgebietes (Rödinghausen, Vlotho und Spenge) sind weniger von dieser zunehmenden Verstädterung betroffen.
Das Kreisgebiet wird naturräumlich grob begrenzt durch das Wiehengebirge im Norden, im Süden durch die Ausläufer des Teutoburger Waldes und im Osten durch das Wesertal und die Lipper Berge. Im Westen gibt es keine merkliche naturräumliche Grenze; die Grenze des Kreises Herford ist hier auch die Grenze zum Bundesland Niedersachsen und folgt dem historischen Grenzverlauf zwischen der preußischen Provinz Westfalens und den Gebieten des Königreich Hannovers im 19. Jahrhundert. Das Kreisgebiet zählt damit vollständig zum Weserbergland und bildet den Kernraum der Ravensberger Mulde (auch Ravensberger Hügelland) bzw. der Ravensberger Landes. Lediglich Vlotho liegt größtenteils nicht im Ravensberger Hügelland, sondern zählt mehrheitlich zum Lipper Bergland. Die Ravensberger Mulde ist ein leichtwelliges, zwischen 50 m ü. NN und 140 m ü. NN liegendes Hügelland, das von den umliegenden, bis über 300 m hohen Bergländern markant umrahmt wird. Zahlreiche kleine Täler (sog. Sieke) schneiden oft unvermittelt und tief in das sonst nur schwach kuppierte Land ein. Im äußersten Nordwesten, wo der Kamm des Wiehengebirges die Grenze des Kreises Herford darstellt, erreicht der Nonnenstein eine Höhe von 274 m ü. NN. Die höchsten Berge finden sich jedoch im Südosten des Kreises, wo die Berge des Lipper Berglandes eine Höhe von über 300 m ü. NN erreichen. Höchster Berg des Kreisgebietes ist der 342 m ü. NN hohe Bonstapel in Vlotho. Die vier nächsthöheren Gipfel Nettelberg (304m), Saalegge (300), Ruschberg (294) und Bickplecken (276) liegen ebenfalls in Vlotho. Die tiefsten Niederungen mit rund 48 m ü. NN Höhe sind die Werreauen in Löhne und das Wesertal in Vlotho mit 47 m ü. NN.
Siehe auch: Liste der Berge und Erhebungen in Ostwestfalen-Lippe
Geologisch liegen im Ravensberger Hügelland im Wesentlichen Liasplatten mit Lößauflage vor, die durch Zertalung im Pleistozän zum Hügelland umgestaltet wurden. Unter der Lößdecke finden sich teilweise Geschiebelehme. Weitere Hinterlassenschaft der Eiszeiten sind die häufig anzutreffenden Findlinge. Das Elsetal und der Unterlauf der Werre weiter im Osten bilden die tiefliegende, in westöstlicher Richtung verlaufende Urstromtal der Else-Werre-Niederung. Der Osning, der das Gebiet nur in seinen Ausläufern berührt, und das Wiehengebirge entstanden bereits vor Millionen Jahren in der Kreidezeit durch Hebungen und Faltungen der Erdkruste, zusammen mit dem Weserbergland. In den kammartigen Höhenzügen findet man vor allem Sandstein (Osning-Sandstein und Portasandstein), der aus der Kreidezeit bzw. der Jurazeit stammt. Eine Besonderheit stellt der Doberg in Bünde dar, der eine der umfangreichsten Fossilienlagerstätten aus der Zeit des Oligozän nördlich der Alpen ist.
Das vorherrschende Klima ist das atlantische Seeklima. Das Klima wird durch die Lage im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas bestimmt. Die Winter sind mild und die Sommer mäßig-warm. Die Winde kommen meist aus West oder Südwest und bringen gleichmäßige Niederschläge, die im Sommer etwas höher ausfallen. Zu ausgeprägtem Steigungsregen, wie z. B. an der Luvseite des Teutoburger Waldes, kommt es durch die eingefasste Lage zwischen Osning, Wiehengebirge und Meller Berge jedoch nicht. Im langjährigen Mittel (1961–1990) hatte die Region durchschnittlich 1473 Sonnenstunden pro Jahr (Beobachtungsstation: Herford).[3] Klimadaten im langjährigen Mittel (1971-2000) für die Kreisstadt Herford:
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und Niederschläge für Herford (1971–2000)
Quelle: DWD
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Die aufgezeigten Klimadaten für Herford sind exemplarisch für die meisten Städt und Gemeinden im Kreisgebiet, da zumindest Löhne, Bünde, Enger, Hiddenhausen und Kirchlengern in naturräumlich vergleichbarer Lage wie Herford liegen. Für Teile Vlothos und Rödinghausen (→Klima in Rödinghausen) sind aufgrund der relativen Höhenlage bis zu um 0,5° Celsius reduzierte Monatsdurchschnittstemperaturen anzunehmen.
Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe
Der Kreis Herford ist durch seine Beckenlage zwischen Wiehengebirge und Osning ein sehr wasserreiches Gebiet. Die wichtigsten Flüssen neben der Weser sind die Werre, die Else und Aa. Die Aa fließt in Herford in die Werre, die das Kreisgebiet vom Teutoburger Wald kommend zunächst von Süd nach Nord durchfließt und sich bei Kirchlengern mit der von Osten nach Westen fließenden Else vereinigt. Die Werre fließt dann von Ost nach West weiter um (bereits jenseits der Kreisgrenze) in die Weser zu entwässern. Nur wenige Bäche an den Grenzen des Kreises entwässern nicht über das Einzugsgebiet von Else und Werre, sondern beispielsweise über die Große Aue oder die Hunte im Gebiet von Rödinghausen. Letztlich entwässern aber auch diese Gewässer in die Weser. Im Südosten des Kreises entwässern einige Bäche auch direkt in die Weser, die seit einer Gebietsreform 1973 den Kreis nicht mehr nur streift, sondern auf einem kurzen Stück auch durchfließt. Die Weser ist zugleich auch der größte Fluss des Kreises und einzige Wasserstraße. Größter See mit einer Wasserfläche von rund 12ha ist das Hücker Moor in Spenge.
Siehe auch: Liste der Gewässer in Ostwestfalen-Lippe
Durch die fruchtbaren Lößböden gehört das Gebiet zum Altsiedelland, wurde bereits früh landwirtschaftlich genutzt und entwickelte sich zu einer sehr waldarmen, kleinräumigen Kulturlandschaft mit einem Waldanteil von nur 8,4 Prozent. Hauptsächlich wird Getreide und Mais aber auch zunehmend Raps kultiviert. Die vorherrschende natürliche Waldgesellschaft ist die des Eichen-Hainbuchenwaldes. Durch die Lage an wichtigen Verkehrsverbindungen und die einsetzende Industrialisierung entwickelte sich der Kreis zudem zu einer stark zersiedelten Agglomeration von Städten, die immer weiter zusammenwachsen. Dieses Städteband erstreckt sich über den Kreis hinaus und umfasst Städte wie Bielefeld, Bad Salzuflen und Minden. Der Kreis ist einer der dichtbesiedelsten und waldärmsten (Land-)Kreise Deutschlands. Fast 30 Prozent der Fläche sind Verkehrs- oder Siedlungsfläche. Die genaue Flächenverteilung ist im Folgenden zusammengefasst[4]:
| Fläche nach Nutzungsart |
Fläche in ha | Anteil an Gesamtfläche |
|---|---|---|
| Siedlungs- und Verkehr | 13.117 | 29,1 % |
| Landwirtschaft | 27.420 | 60,9 % |
| Wald | 3.769 | 8,4 % |
| Wasser | 212 | 1,1 % |
| sonstige Freiflächen | 490 | 0,5 % |
| TOTAL | 45.007 | 100 % |
Der Landrat des Kreises wird seit 1999 direkt gewählt. Das Amt des Oberkreisdirektors wurde 1999 abgeschafft. Seitdem übernimmt der Landrat auch die Aufgaben des Verwaltungschefs. Es gibt zwei stellv. Landräte, die öffentliche repräsentative Funktionen übernehmen. Verwaltungsinterner Stellvertreter der Landrätin ist der Kreisdirektor.
Seit dem 4. Mai 2003 ist die ehemalige Bürgermeisterin von Vlotho, Lieselore Curländer (CDU), die Landrätin des Kreises Herford. Sie wurde mit 52,29 % der Stimmen zur ersten Frau an die Spitze des Kreises gewählt.
Ihr Vorgänger war Hans-Georg Kluge (CDU), der sich 1999 im 2. Wahlgang mit 53,3 % der Stimmen gegen den letzten Oberkeisdirektor Henning Kreibohm (SPD) durchsetzte und dadurch Nachfolger des letzten ehrenamtlichen Landrats Gerhard Wattenberg (SPD) wurde. Kluge wechselte vor Ende seiner Amtsperiode als Staatssekretär ins Brandenburgische Justizministerium, so dass eine vorzeitige Neuwahl des Landrats notwendig wurde.
Der Kreis Herford beschäftigt zur Zeit rund 600 Mitarbeiter. Seine Institutionen sitzen größtenteils im Herforder Kreishaus oder in dessen unmittelbarer Nähe. Bedeutendste Ausnahme ist der Bereich Straßenverkehr, der in Kirchlengern angesiedelt ist.
Die Kreisverwaltung gliedert sich in vier Dezernate, in denen die verschiedenen Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten des Kreises zusammengefasst sind:
Die Landtätin steht dem Dezernat I vor, die anderen Dezernate haben eigene Dezernenten. Der Landrätin unmittelbar unterstellt sind die Kreispolizeibehörde, das Schulamt, der Bereich Personalvertretung und die Gleichstellungsbeauftragte.
| Erträge | Ansatz 2008 in Mio. Euro |
Ansatz 2007 in Mio. Euro |
|
|---|---|---|---|
| 1 | Steuern u. ähnliche Abgaben | 4,124 | 2,864 |
| 2 | Schlüsselzuweisungen (v.a. durch das Land) | 20,325 | 14,016 |
| 3 | Kreisumlage (Beiträge der Kommunen) | 107,758 | 108,760 |
| 4 | Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte (Verwaltungsgebühren u.ä.) | 10,858 | 10,546 |
| 5 | Privatrechtliche Leistungsentgelte (Mieten, Pachten, Verkäufe) | 0,289 | 0,323 |
| 6 | Zuwendungen und allgemeine Umlagen | 39,017 | 38,879 |
| 7 | Finanzerträge | 1,124 | 0,451 |
| 8 | sonstige Transfererträge (Ersatz von sozialen Leistungen u.ä.) | 2,411 | 1,741 |
| 9 | sonstige ordentliche Erträge (Verwarnungs-, Buß- u. Zwangsgelder) | 2,593 | 2,581 |
| 10 | Kostenerstattungen u. Kostenumlagen | 5,476 | 6,074 |
| Insgesamt | 193,975 | 186,235 |
Der größte Ertragsposten des Kreises ist die Kreisumlage. Deren Hebesatz, den der Kreis ohne Zustimmung der Kommunen festlegen kann, liegt derzeit bei 40,69 %, das heißt, alle neun kreisangehörigen Kommunen müssen 40,69 % ihrer jeweiligen Erträge an den Kreis abführen.
| Aufwendungen | Ansatz 2008 in Mio. Euro |
Ansatz 2007 in Mio. Euro |
|
|---|---|---|---|
| 1 | Personalaufwendungen | 28,079 | 31,002 |
| 2 | Versorgungsaufwendungen | 5,933 | 0,843 |
| 3 | Sach- u. Dienstleistungen | 11,134 | 10,602 |
| 4 | Abschreibung auf Sachanlagen | 4,748 | 4,144 |
| 5 | Landschaftsumlage (an den LWL) | 43,058 | 41,248 |
| 6 | Transferaufwendungen (soziale Leistungen) | 55,618 | 54,915 |
| 7 | Kosten der Unterkunft nach dem SGB II | 32,500 | 34,500 |
| 8 | Sonstige ordentliche Aufwendungen | 11,495 | 10,467 |
| 9 | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 1,324 | 1,698 |
| Insgesamt | 193,889 | 189,419 |
Die Kreise sind laut Gebührenordnung des Landes verpflichtet, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Geringfügige Überziehungen können jedoch, wie etwa 2007 geschehen, durch die sogenannte Ausgleichsrücklage gedeckt werden. Diese hat für den Kreis Herford derzeit einen Umfang von 5,119 Mio. Euro.
Der Kreistag besteht zurzeit aus 50 Sitzen. Fraktionsvorsitzende sind zurzeit: Christoph Roefs (CDU), Hans Stüwe (SPD), Stephen Paul (FDP), Ulrich Richter (Grüne) und Eckhard Gläsker (Freie Wähler). Die Sitzverteilung und Stimmanteil nach der Kommunalwahl am 26. September 2004, die eine Wahlbeteiligung von 54,0 % erbrachte, zeigt die folgende Tabelle. Zum Vergleich ist die Zusammensetzung der vorangegangenen Kreistage angegeben (für die zugehörigen Wahlergebnisse siehe unten).
| Partei | Stimmen- anteil 2004 |
Sitze 2004 |
Sitze 1999 |
Sitze 1994 |
|---|---|---|---|---|
| CDU | 41,8 % | 21 | 25 | 23 |
| SPD | 39,1 % | 20 | 22 | 27 |
| Grüne | 9,0 % | 4 | 3 | 5 |
| FDP | 6,4 % | 3 | 2 | - |
| Freie Wähler | 3,1 % | 2 | - | - |
| sonstige | 0,6 % | - | - | - |
| gesamt | 100 % | 50 | 52 | 55 |
Quelle: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen[5] und Landeswahlleiterin Nordrhein-Westfalen[6].
Bei der Bundestagswahl 2005 wurde Wolfgang Spanier (SPD) mit 47,5 % der Erststimmen für den Wahlkreis Herford - Minden-Lübbecke II in den Bundestag gewählt. Von den Zweitstimmen entfielen auf die SPD 40,7 % , die CDU 35,2 %, die FDP 9,5 %, die Grünen 6,6 % und die Die Linke. 5,0 %. Der gegen Spanier unterlegene Reinhard Göhner (CDU) zog zunächst über die Landesliste in den Bundestag ein, trat jedoch noch vor Ablauf der Legislaturperiode von seinem Mandat zurück.
Bei der Landtagswahl 2005 wurden die CDU Politiker Wolfgang Aßbrock (Wahlkreis Herford I, 43,4 % der Stimmen) und Chris Bollenbach (Herford II, 43,3 %) in den Landtag gewählt. Wolfgang Aßbrock verstarb im Dezember 2007. Sein Nachfolger ist der Minister für Bauen und Verkehr Oliver Wittke (CDU).
Siehe auch: Wahlen zum Bundes- und Landtag in Ostwestfalen-Lippe
Das schwarze, springende Ross im silbernen Feld des Herforder Kreiswappens soll an den Sachsenherzog Wittekind erinnern, dessen Sarkophag in der Stiftskirche zu Enger steht und dessen Gebeine dort vermutet werden. Nach drei langen Kriegen in den Jahren 772 bis 804 musste sich der um Unabhängigkeit kämpfende Sachsenherzog dem Franken Karl dem Großen beugen. Widukinds Stamm der Engern (vgl. auch Enger) siedelte damals in der Ravensberger Mulde. Die Sage besagt, dass Wittekind bis zu seiner Taufe einen schwarzen Hengst geritten haben soll. Karl der Große schenkte ihm nach der (Zwangs-)Taufe ein weißes Pferd, das später zum Wappentier von Westfalen wurde. Der Kreis bezeichnet sich selbst auch als Wittekindland. Das Wappen war dem Landkreis Herford am 10. August 1938 verliehen worden. Im April 1946 wurde ein bis dato vorhandenes Winkelkreuz mit keulenförmig verdickten Enden (Keulenkreuz)in der oberen rechten Ecke entfernt, da es an das Hakenkreuz erinnerte. Im Januar 1970 wurde das Wappen als Wappen des neuen Kreises Herford bestätigt.
Siehe auch: Liste der Wappen im Kreis Herford und Liste der Flaggen im Kreis Herford
Bei den folgenden Zahlen handelt es sich für 1987 um Volkszählungsergebnisse [7], ansonsten um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik[5]. Dabei sind die Zahlen von 1975 bis 1985 geschätzte Werte, ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich für 1975 und 1980 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1975 (31. Dez) | 234.275 |
| 1980 (31. Dez) | 232.478 |
| 1985 (31. Dez) | 225.598 |
| 1987 (25. Mai) | 227.548 |
| 1990 (31. Dez) | 238.231 |
| 1995 (31. Dez) | 250.768 |
| 2000 (31. Dez) | 254.754 |
| 2005 (31. Dez) | 254.507 |
| 2007 (31. Dez) | 252.949 |
Die Menschen im Kreis Herford sprechen meist Hochdeutsch mit leichtem ostwestfälischem Akzent. Bevor sich die deutsche Standardsprache als Umgangssprache durchsetzte, war der Gebrauch der niederdeutschen Sprache üblich, die in einem ostwestfälischen Dialekt, dem Ravensberger Platt gesprochen wurde. Das Plattdeutsche variierte wiederum im Kreis. Es wird nur noch wenigen älteren Bewohnern des Kreises überwiegend verwendet. Die Erinnerung an diese alte Sprache wird im Kruis Hiarwede (niederdeutsch für Kreis Herford) durch zahlreiche plattdeutsche Veranstaltungen wach gehalten, z. B. durch plattdeutsche Gottesdienste.
Siehe auch: Plattdeutsch in Löhne
Die Einwohner im Kreis Herford rechnen sich nach einer Untersuchung von 2006 überwiegend (über 59 %) der Evangelischen Landeskirche zu. Hintergrund ist die jahrhundertelange Zugehörigkeit zur protestantischen Grafschaft Ravensberg bzw. zum Fürstentum Minden, die beide spätestens 1648 an das überwiegend protestantische Preußen fielen und bereits Mitte des 16. Jahrhunderts die lutherische Lehre annahmen. Weniger als 20 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch; nicht jede Gemeinde hat daher eine katholische Kirche. Der katholische Bevölkerungsanteil ist vor allem durch Migrationsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Kreis eingewandert. Etwa 3–4 % der Bevölkerung bezeichnen sich als islamisch.[8] Islamische Gebetsräume gibt es u.a. in Bünde und Löhne. Eine kleine jüdische Gemeinde befindet sich in Herford.
Der Kirchenkreis Herford gehört zur Evangelischen Kirche von Westfalen und wurde 1818 gegründet. Anfänglich gehörten gehörten die vier Herforder Stadtgemeinden, das Dorf Berg (Stiftberg), Jöllenbeck, Exter, Valdorf, Vlotho (ref. und luth.), Rehme, Rödinghausen, Bünde, Hiddenhausen, Gohfeld, Löhne, Enger, Spenge und Wallenbrück zum Kirchenkreis. Ab 1836 bildeten Exter, Gohfeld, Rehme, Valdorf und Vlotho den neugeschaffenen Kirchenkreis Vlotho. Jöllenbeck wurde kurz nach der politischen Umgliederung jetzt auch kirchentechnisch Bielefeld angeschlossen. Im Gegenzug kamen Kirchlengern, Mennighüffen und Stift Quernheim zum Kirchenkreis Herford. Spenge und Wallenbrück gehörten rund 100 Jahre bis 1964 zum Kirchenkreis Halle. Mit ihnen wechselte Hücker-Aschen zum Kirchenkreis Herford. In der Zeit der deutsch-deutschen Teilung wurden die ostdeutschen Kirchengemeinden Bad Sachsa und Tettenborn treuhänderisch vom Kirchenkreis Herford verwaltet. Heute gehören fünf Regionen zum Kirchenkreis:
| Region | Gemeinden |
|---|---|
| Bünde | Bünde-Lydia, Dünne, Ennigloh, Hagedorn, Holsen-Ahle, Hunnebrock-Hüffen-Werfen,
Kirchlengern, Rödinghausen (zzgl. Pfarrbezirk Bieren), Spradow, Stift Quernheim, Westkilver |
| Enger-Spenge | Enger, Spenge |
| Herford | Elverdissen, Emmaus, Mitte, Herringhausen, Kreuz, Laar, Marien Stift Berg, Petri (ev-ref.) |
| Hiddenhausen | Eilshausen, Hiddenhausen, Lippinghausen, Oetinghausen, Schweicheln-Sundern-Bermbeck |
| Löhne | Löhne, Mennighüffen, Obernbeck, Siemshof |
Bis auf Teile der politischen Gemeinde Löhne und der politischen Gemeinde Vlotho, die zum Kirchenkreis Vlotho gehören, entspricht der Kirchenkreis Herford dem politischen Kreis Herford. Der im Kreisgebiet liegende Teil des Kirchenkreises Vlotho setzt sich zusammen aus den Gemeinden:
| Region | Gemeinden |
|---|---|
| Löhne | Gohfeld, Mahnen, Wittel |
| Vlotho | Bonneberg, Exter, St. Johannis (ev.-ref.), St. Stephan, Uffeln, Valdorf, Wehrendorf |
Die katholischen Gemeinden gehören zum Erzbistum Paderborn und zum Dekanat Herford-Minden. Das Dekanat gliedert sich im Kreisgebiet Herford in folgende Gemeinden und Pastoralverbünde:
| Pastoralverbund | Gemeinden |
|---|---|
| Bünder Land | Bünde St. Joseph, Holsen St. Michael, Kirchlengern St. Marien |
| Herford | Herford Maria Frieden, Herford St. Johannes Bapt., Herford St. Paulus |
| Löhne-Vlotho | Löhne St. Laurentius, Exter St. Hedwig, Vlotho Heilig Kreuz |
| Widukindsland | Eilshausen St. Bonifatius, Enger St. Dionysius, Spenge St. Joseph |
Größtes Theater ist das Herforder Stadttheater mit 706 Plätzen, das allerdings nur Gastspielern dient. Bedeutendste Museen sind das MARTa Herford für zeitgenössische Kunst und Design, das Deutsche Tabak- und Zigarrenmuseum in Bünde zur Geschichte der Tabakverarbeitung in der Region, sowie das Dobergmuseum - Geologisches Museum Ostwestfalen-Lippe mit Exponaten aus dem Doberg. In Herford ist mit der Nordwestdeutschen Philharmonie eines der wichtigsten Orchester Nordrhein-Westfalens beheimatet. Herford ist außerdem Sitz der Hochschule für Kirchenmusik.
Zu den architektonisch und/ oder historisch bedeutendsten kirchlichen Bauten gehören der Herforder Münster aus dem 13. Jahrhundert, die ehemalige Pilgerkirche Jakobi Kirche aus dem 14. Jahrhundert in Herford, die Laurentiuskirche in Bünde und St.-Bartholomäus in Rödinghausen (beide vermutlich aus dem 8. Jahrhundert), sowie die Stiftskirche Enger, in der Widukinds Grab vermutet wird, und die Kirchlengeraner Stiftskirche, die ebenso wie der Herforder Münster Mittelpunkt eines Frauenstifts (→Stift Herford) war, von denen aus die gesamte Region im Mittelalter maßgeblich verwaltet wurde. Zu den größten erhaltenen Wasserburgen oder Schlössern zählt u.a. das Schloss Ulenburg in Löhne, die Wasserburg Gut Bustedt in Hiddenhausen, die Wasserburg Gut Böckel und das Haus Kilver von 851 in Rödinghausen. Des Weiteren finden sich im Kreisgebiet viele für das Ravensberger Land typischen Fachwerkhöfe mit charakteristischen Geckpfahl und dem grünem Giebel, von denen besonders die Sattelmeierhöfe in Enger bekannt sind. Das Gebäude des MARTa Herford von Frank Gehry ist das bekannteste moderne Gebäude im Kreis Herford. Bekanntester Park ist der Park der Magischen Wasser in Löhne, der für die Landesgartenschau 2000 „Aqua Magica“ erbaut wurde.
Siehe auch: Liste der Burgen, Schlösser und Festungen im Kreis Herford
Das größte Stadion im Kreis ist das über 18.000 Besucher fassende Jahn-Stadion in Herford. Hier tragen mit dem HSV Borussia Friedenstal (1. Frauen Bundesliga) und dem SC Herford (ehemals Zweite Bundesliga) die zwei bekanntesten Fußballvereine des Kreises ihre Heimspiele aus. Der Handballverein TuS Spenge spielt in der Handball-Regionalliga. Die Damenmannschaft der Play Off Rackets Herford konnte mehrmals die deutsche Squashmeisterschaft gewinnen.
Im dicht besiedelten Keis haben die wenigen Wald- und Naturschutzgebiete einen besonderen Naherholungswert. Einziger Luftkurort ist Rödinghausen. Der Tourismus spielt für den Kreis insgesamt nur eine geringe Rolle. Der Nordwesten des Kreises hat geringen Anteil am Naturpark TERRA.vita (ehemals Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge). Der Kreis hat 39 ausgewiesene Naturschutzgebiete, die jedoch nur etwa 3,6 Prozent der Kreisfläche ausmachen - zum Vergleich: Regierungsbezirk Detmold mit 6,3 Prozent. Viele der Naturschutzgebiete schützen die für das Ravensberger Land typischen Sieke sowie die wenigen erhaltenen naturnahen Waldgebiete, die sich fast ausschließlich in Rödinghausen und Vlotho befinden.
Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete im Kreis Herford
Der Kreis Herford entwickelte sich nach dem weitgehenden Niedergang der Leineweberindustrie (bis zum 19. Jahrhundert) und der Zigarrenindustrie (bis 1960er-Jahre) zu einem der Zentren der europäischen (Küchen)-möbelindustrie. Jede dritte in Europa hergestellte Küche stammt aus dem Kreis. Dazu gesellen sich Zulieferer der Möbelindustrie vor allem aus dem Maschinenbau. Dazu zählt auch das nach Mitarbeitern größte Unternehmen des Kreises, die Hettich Unternehmensgruppe. Weiterhin sind im Kreis mehrere bedeutende Modeunternehmen ansässig. Größte Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung sind die Sparkasse Herford sowie E.ON Westfalen Weser. Die Wirtschaft wird durch mittelständische Industrieunternehmen geprägt. Unter 1 % der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft. Über 45 % der Beschäftigen arbeiten im sekundären Sektor und etwa 54 % im tertiären Wirtschaftssektor. Mit 57.652 € BIP je Erwerbstätigen und 5369 € Kaufkraft je Einwohner war der Kreis Herford 2005 der wirtschaftlich stärkste Kreis in Ostwestfalen-Lippe.[9] Im Oktober 2008 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Herford 6,2 %.[10]
Siehe auch: Unternehmen aus dem Kreis Herford
Durch das Kreisgebiet verlaufen die Bundesautobahnen A 2 und A 30. Die B 239 (Detmold-Herford-Kirchlengern-Lübbecke) durchquert als wichtige Nord-Süd-Verbindung das Kreisgebiet und ist um Herford zur Autostraße ausgebaut. Weitere wichtige Straßen sind die Bundesstraßen B 61 (Bielefeld-Herford-Löhne), B 514 (Vlotho-Bad Oeynhausen) und B 482 (Vlotho-Porta Westfalica).
Das für den Kreis Herford zuständige Straßenverkehrsamt hat seinen Sitz in Kirchlengern.
Mit 722 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner (2006) ist der Kreis Herford einer der Kreise mit der höchsten Kraftfahrzeugdichte in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt waren 2006 über 183.500 Fahrzeuge angemeldet. Nach einer Meldung des Landesamtes für Statistik vom August 2008 hat der Kreis Herford mit 554 Pkw auf 1.000 Einwohner die zweithöchste Dichte an Personenkraftwagen in Nordrhein-Westfalen. Mehr Pkw sind lediglich im Rheinisch-Bergischen Kreis mit 562 Pkw pro 1.000 Einwohner angemeldet.
Die Kreisstadt Herford besitzt den in Ostwestfalen-Lippe am zweithäufigsten frequentierten Regionalbahnhof. Bedeutende Haltepunkte sind Herford (IC, selten ICE) und Bünde (IC). Der Bahnhof Löhne hat seine einstige überregionale Bedeutung weitgehend verloren und ist nur noch Halt für Regionalzüge. Weitere Regionalbahnhöfe befinden sich in Bieren, Schwenningdorf-Neue Mühle, Hiddenhausen-Schweicheln, Kirchlengern, Vlotho, sowie in Bruchmühlen (unmittelbar an der Landesgrenze auf niedersächsischem Gebiet).
Das Kreisgebiet wird von den für den Personen- und Güterverkehr in west-östlicher Richtung bedeutenden Hauptstrecken Berlin–Hannover–Ruhrgebiet (siehe Bahnstrecke Hamm–Minden) und Hannover–Osnabrück–Amsterdam (Bahnstrecke Löhne–Rheine) durchquert. Von diesen Strecken zweigen zwei eingleisige Nebenbahnen ab: die Bahnstrecke Herford–Bünde–Rahden „Ravensberger Bahn“, ehemals weiter über Sulingen bis Bremen (eine Reaktivierung dieses Abschnitts ist im Gespräch) und die Weserbahn (Bünde–)Löhne–Hameln–Hildesheim.
Die Kleinbahnstrecken Herforder Kleinbahn und Wallücker Willem sind stillgelegt und größtenteils abgebaut.
Die nächstgelegenen Flugplätze sind Flugplatz Melle-Grönegau und Flugplatz Vennebeck.
Die nächsten internationalen Flughäfen sind Flughafen Paderborn-Lippstadt und Flughafen Münster-Osnabrück.
Mehrere Radfernwege und lokale Radwege durchqueren das Kreisgebiet, unter anderem die Wellness-Radroute, die BahnRadRoute Weser-Lippe, der Soleweg und der Else-Werre-Radweg. Mit HF 1 bis HF 9 ist der 151 km lange Radweg durch fast alle Gemeinden im Kreis Herford gekennzeichnet.
Einzige Wasserstraße ist die Weser, die bei Vlotho den Kreis durchfließt.
Die Kreisverwaltung befindet sich bis auf das Straßenverkehrsamt (Kirchlengern) in Herford. Überregionale Verwaltungseinrichtung ist die Zentrale Steuerzeichenstelle in Bünde, an der die Banderolen (Steuerzeichen) für alle Tabakprodukte abgegeben werden. Die drei Krankenhäuser des Kreises sind das Evangelische Lukas-Krankenhaus in Bünde, das Klinikum Herford und das Mathilden Hospital, ebenfalls in Herford.
Für Bünde, Rödinghausen und Kirchlengern ist das Amtsgericht Bünde zuständig, für Herford, Enger, Spenge und Hiddenhausen das Amtsgericht Herford. Die Stadt Vlotho ist dem Amtsgericht Bad Oeynhausen zuständig. Diesen übergeordnet ist das Landgericht Bielefeld.
In Herford sind der Stab und rund 900 Soldaten der 1. britischen Panzerdivision stationiert. In Bünde war daher bis 1991 die sowjetische Militärmission im britischen Sektor stationiert. Einzige deutsche militärische Einrichtung ist das Kreiswehrersatzamt in Herford.
Als Tageszeitungen erscheinen die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt mit Lokalteil für die meisten Städte und Gemeinden des Kreisgebietes. Radio Herford ist das Lokalradio für den Kreis Herford. Herford ist außerdem Sitz des britischen Soldatensenders British Forces Broadcasting Service (BFBS).
Der Kreis Herford unterhält die Volkshochschule im Kreis Herford. Einzige Hochschule ist die