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Korbblütler

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Korbblütler
Margerite (Leucanthemum vulgare), Asteroideae,  Illustration: (2) zygomorphe Zungenblüte mit drei Kronzipfeln, (3),(4) und (5) radiäsymmetrische Röhrenblüte.

Margerite (Leucanthemum vulgare), Asteroideae,
Illustration: (2) zygomorphe Zungenblüte mit drei Kronzipfeln, (3),(4) und (5) radiäsymmetrische Röhrenblüte.

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler
Wissenschaftlicher Name
Asteraceae
Martynov
Vielfalt der Blütenkörbe bei den Asteraceae: 1. Anthemis tinctoria (Asteroideae), 2. Glebionis coronarium (Asteroideae), 3. Coleostephus myconis (Asteroideae), 4. Glebionis sp. (Asteroideae), 5. Sonchus oleraceus (Cichorioideae), 6. Cichorium intybus (Cichorioideae), 7. Gazania rigens (Cichoireideae), 8. Tithonia rotundifolia (Asteroideae), 9. Calendula arvensis (Asteroideae), 10. Leucanthemum vulgare (Asteroideae), 11. Hieracium lachenalli (Cichorioideae), 12. Osteospermum ecklonis (Asteroideae)

Die Korbblütler (Asteraceae oder Compositae), auch Korbblütengewächse oder Asterngewächse genannt, sind die größte Familie der Ordnung der Asternartigen (Asterales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta). Von der Blütenstandsform sind der deutsche Name Korbblütler und der botanische Name Compositae (lat. „Zusammengesetzte“) abgeleitet.

Die Familie hat etwa 1.528 Gattungen mit etwa 22.750 Arten und ist weltweit in allen Klimazonen vertreten. In Europa gehört sie zu den artenreichsten Pflanzenfamilien.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

[Bearbeiten] Habitus und Blatt

Es gibt überwiegend krautige Pflanzen-Arten, aber es gibt auch verholzende Arten: Halbsträucher und Sträucher, selten Lianen. Bei einigen Taxa enthalten die Pflanzen Milchsaft. Die Anordnung der Blätter ist meist wechselständig, selten gegenständig oder quirlständig; sie sind oft zu einer grundständiger Rosette vereinigt. Die gestielten bis sitzenden Laubblätter sind selten einfach, oft gefiedert. Sie sind krautig bis ledrig, manchmal sind sie in Dornen umgewandelt. Der Blattrand ist ganz, gewellt, gesägt, gezackt oder gezähnt. Es sind meist keine Nebenblätter vorhanden.

[Bearbeiten] Blütenstand

In verzweigten, unterschiedlich aufgebauten Gesamtblütenständen zusammengefasst stehen die Blütenkörbe oder sie stehen einzeln. Typisch für diese Familie sind die kopf- oder körbchenförmigen Blütenstände. Die Blütenstandsachse ist kegelig oder abgeflacht. Die Hüllblätter umgeben die Blüten. Hüllblätter umgeben die Köpfchen oder Körbchen, sie entspringen entweder direkt dem kegelig verlängerten oder abgeflachten Körbchenboden oder einer Achsel dort sitzender schuppenförmiger Tragblätter.

Die Blütenkörbe sehen wie Einzelblüten aus und fungieren auch blütenökologisch als Gesamtheit zur Anlockung von Bestäubern; es sind also Blumen, in denen viele, kleine Einzelblüten zusammengefasst sind. Am Rand des Blütenkörbchens angeordnete Zungenblüten verstärken oft den Eindruck, dass es sich bei dem Blütenstand um eine einzige Blüte handelt.

[Bearbeiten] Blüte

Die zwittrigen oder eingeschlechtigen Blüten sind meist fünfzählig. Die Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Die Kelchblätter sind teilweise oder ganz reduziert, bei vielen Taxa sind sie zu einem charakteristischen Haarkranz oder seltener zu einem häutigen Saum umgebildet. Dieser Flugapparat für die Frucht heißt Pappus. Die Fruchtknoten sind unterständig. Es ist nur ein Kreis mit drei bis fünf fertilen Staubblättern vorhanden, sie haben nur kurze Staubfäden; die Antheren sind zu einer Röhre verwachsen. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit zwei Griffeln. Die Griffel schieben sich durch die Antherenröhre und schieben dabei den Pollen aus der Röhre mit Fegehaaren, die sich an der Außenseite oder der Spitze des Griffels befinden. Erst danach wird die Narbe empfängnisfähig.

Es gibt zwei grundsätzliche Blütenformen in der Familie: radiärsymmetrische Röhrenblüten (Scheibenblüten) und zygomorphe Zungenblüten (Strahlenblüten). Je nach Unterfamilie sind beide Blütenformen zusammen oder nur eine davon vorhanden.

Blütenformel: \star oder \downarrow K_{0 - \infty} \; C_{[(5)} A_{(5)]} \; G_{\overline{(2)}}

[Bearbeiten] Frucht

Die Frucht ist meist eine Sonderform einer Nuss, die Achäne, meist mit einem Pappus, der in Form von Schuppen, Borsten oder Haaren ausgebildet sein kann.

Pollenkörner der Sonnenblume (Helianthus annuus). Die meisten Asteraceae werden von Insekten bestäubt dabei hilft die stachelige Oberfläche.

[Bearbeiten] Ökologie

Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Insekten oder durch den Wind.

Die Ausbreitungseinheit ist der Same. Der Same wird entweder durch den Wind durch die Flughaare oder durch Tiere verbreitet. Zur Tierverbreitung bilden die Involukralblätter z. B. bei der Großen Klette (Arctium lappa) an der Spitze Haken aus, die sich im Fell von Säugetieren oder in der Kleidung von Menschen verhaken, um später an anderer Stelle wieder abzufallen. Dies ist eine spezielle Form der Zoochorie, die man Epizoochorie nennt.

[Bearbeiten] Inhaltsstoffe

Viele Arten sind reich an ätherischen Ölen, die sich in sehr charakteristischen Drüsenschuppen befinden. Oft wird als Reservestoff Inulin gebildet.

[Bearbeiten] Nutzung

Einzelne Arten der Familie der Asteraceae und besonders ihre Kulturformen werden auf vielfältige Weise genutzt. Hier eine unvollständige Liste mit jeweils dem Pflanzenteil das überwiegend genutzt wird [1], [2]:

Als Salat oder Gemüse:
Als Heil- und Gewürzpflanze:
Zur Gewinnung von Pflanzenölen:
Sonstige:
Zierpflanzen:

Eine große Fülle an Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen in allen Teilen der Welt genutzt. Sie werden in Parks und Gärten gepflanzt oder dienen als Schnitt- und Trockenblumen.

Sonnenblume (Helianthus annuus), Asteroideae
Kornblume (Centaurea cyanus), Carduoideae
Mauerlattich (Mycelis muralis), schön zu sehen sind die fünf Kronzipfel der gelben, zygomorphen Zungenblüten und die zweiteiligen Narben der Stempel, Cichorioideae
Chuquiraga oppositifolia, Barnadesioideae
Trixis californica, Mutisioideae
Pertya scandens, Pertyoideae

[Bearbeiten] Entwicklungsgeschichte

Fossilfunde der Asteraceae sind meist Pollenablagerungen und Früchte. Aus dem Eozän gibt es nur wenige Pollennachweise aber ab dem Oligozän und Miozän sind die Pollen der Asteraceae häufig. Die Wichtigkeit der Familie in den Ökosystemen der Erde nimmt vom Mittleren Olizän bis heute zu.

In letzter Zeit nutzte man die Fossilfunde der Pollen und molekulargenetische Untersuchungen (an ndhF und rbcL Genen) um den Ursprung der Asteraceae aufzudecken. Bremer and Gustafsson 1997 oder Kim et al. 2005 schlossen dass der Ursprung vor mindestens 38 Mio. Jahren liegt, vermutlich im Mittleren Eozän (vor 42 bis 47 Mio. Jahren). [3]

Die heutige Verbreitung der am nächsten verwandten Familien Goodeniaceae und Calyceraceae und der basal und isoliert stehenden Unterfamilie Barnadesioideae lassen vermuten, dass der Ursprung der Familie auf Gondwana im heutigen Südamerika, Antarktika und Australien lag [4].

[Bearbeiten] Systematik

Nach neuen phylogenetischen Erkenntnissen wurden nun zwölf Unterfamilien eingeführt:

Für die zugehörigen Tribus und Gattungen siehe die einzelnen Unterfamilien.

Stammbaum nach Panero & Funk 2008 [5]:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Barnadesioideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Korbblütler (Asteraceae)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mutisioideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Stifftioideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wunderlichioideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gochnatioideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hecastocleidoideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Carduoideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Pertyoideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gymnarrhenoideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Cichorioideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Corymboideae
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Asteroideae
 


[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nutzpflanzen der Asteraceae, S. 25, in Kleine Nutzpflanzensystematik (Praktikum) von Christoph Reisdorff & Reinhard Lieberei, Universität Hamburg - Biozentrum Klein Flottbek.
  2. Jose L. Panero: Economically Important Sunflowers.
  3. Jose L. Panero & Bonnie S. Crozier, 2008: Eintrag beim Tree of Life Projekt.
  4. M. L. DeVore & T. F. Stuessy: The place and time of origin of the Asteraceae with additional comments on the Calyceraceae and Goodeniaceae., in: D.J.N. Hind et al. (Herausgeber), Advances in Compositae Systematics, 1995, S. 23-40.
  5. Stammbaum beim Tree of Life Projekt.

[Bearbeiten] Weblinks

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